Porsche 919 Hybrid

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Porsche
Porsche 919 Hybrid auf dem Genfer Autosalon

Porsche 919 Hybrid auf dem Genfer Autosalon

919 Hybrid
Produktionszeitraum: seit 2013
Klasse: Rennwagen
Karosserieversionen: Coupé
Motoren: Ottomotor:
2,0 Liter (370 kW)
+ Elektromotor:
184 kW (2014)
294 kW (2015)
Länge: 4650[1] mm
Breite: 1900[1] mm
Höhe: 1050[1] mm
Radstand:
Leergewicht: 870[1] kg
Vorgängermodell: Porsche 911 GT1 ’98
Nachfolgemodell: keines

Der Porsche 919 Hybrid (Eigenschreibweise: 919 hybrid) ist ein Prototyp aus der Sportwagenklasse LMP1, der seit 2014 in der FIA World Endurance Championship (WEC) (einschließlich des 24-Stunden-Rennens von Le Mans) an den Start geht.

Der Rollout des Wagens fand am 12. Juni 2013 statt[2], knapp zwei Jahre nach der Ankündigung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, wieder beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit einem Werksteam anzutreten.

Entwicklung[Bearbeiten]

Am 30. Juni 2011 gab Porsche bekannt, 2014 erstmals wieder mit einer Werksmannschaft in Le Mans an den Start zu gehen. 16 Jahre nach dem Doppelsieg des Porsche 911 GT1 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1998 will sie mit dem neuen LMP1 erstmals wieder in der höchsten Klasse antreten und somit auch um den Gesamtsieg mitfahren.[3] Während des Jahres 2013 wurden Timo Bernhard, Romain Dumas, Brendon Hartley, Neel Jani, Marc Lieb und Mark Webber als Fahrer bekanntgegeben.[4]

Technik[Bearbeiten]

Das Monocoque des Fahrzeugs ist eine geschlossene Sandwichkonstruktion aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff („Carbon“) mit einem Wabenkern aus Aluminium.[1] Zusätzlich ist es an den Seiten durch die Anbringung zusätzlicher Panels verstärkt, um mehr Sicherheit bei einem Seitenaufprall zu gewährleisten.[5] Vorne und hinten sind die Räder einzeln aufgehängt, die einstellbaren Stoßdämpfer werden über Schubstangen betätigt. Die belüfteten Bremsscheiben an Vorder- und Hinterachse bestehen aus kohlenstofffaserverstärkter Siliziumkarbidkeramik, die Bremssättel sind aus Leichtmetall gefertigt.[1]

Porsche ist laut Reglement als Werksteam verpflichtet, mit einem Hybrid-Fahrzeug anzutreten. Im 919 Hybrid wird ein aufgeladener V4-Ottomotor mit zwei Litern Hubraum eingesetzt, der von zwei Energierückgewinnungssystemen unterstützt wird.[6] Der Motor hat ein Aluminiumgehäuse, Direkteinspritzung und eine Trockensumpfschmierung. Das Motormanagement wurde von der Robert Bosch GmbH entwickelt, die Kraft wird über ein sequenzielles, hydraulisch betätigtes Getriebe mit sieben Vorwärtsgängen auf die Hinterräder übertragen.[1]

Außer der Rückgewinnung von Bremsenergie an den Vorderrädern wird auch über einen durch den Abgasstrom angetriebenen Generator im Turbo-Compound-Prinzip elektrische Energie gewonnen, die zusätzliche Abgasturbine für den Generator ersetzt hierbei das Wastegate[7]. Die elektrische Energie wird in wassergekühlten Lithium-Ionen-Akkumulatoren gespeichert, die in Zusammenarbeit mit dem Hersteller A123 Systems entwickelt wurden. Beim Beschleunigen wird die Energie über ein Differential an die Vorderräder abgegeben, so dass das ansonsten heckgetriebene Fahrzeug temporär über alle Räder angetrieben wird. Pro Runde dürfen so bis zu acht Megajoule Energie abgegeben werden.[8] Dies entspricht 2,22 kWh oder rund 8000 kWs, mit vollem Energiespeicher kann der Elektromotor bei voller Leistung von 294 kW (Konfiguration 2015) also rund 27 Sekunden pro Runde betrieben werden. Das Siegerfahrzeug des 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2015 hätte bei einer Rundenanzahl von 395 insgesamt 876,9 kWh rekuperieren können.

Die Leistung des Verbrennungsmotors wird mit mehr als 370 kW (503 PS), die Leistung des Elektromotors mit mehr als 184 kW (250 PS) in der Konfiguration für 2014 und mehr als 294 kW (400 PS) in der Konfiguration für 2015 angegeben.[1]

Der Wagen fährt auf Radialreifen von Michelin, die Felgen stammen von BBS und sind aus Magnesium geschmiedet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Porsche 919 Hybrid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Technische Daten 919 Hybrid. Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, abgerufen am 8. März 2014.
  2. Neuer Porsche LMP1-Sportprototyp absolviert erfolgreichen Rollout. Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, 12. Juni 2013, archiviert vom Original am 3. November 2013, abgerufen am 15. Juni 2013.
  3. Porsche kehrt nach Le Mans zurück: Wieder Werkseinsatz ab 2014. auto-motor-und-sport.de, 30. Juni 2011, abgerufen am 15. Juni 2013: „Porsche kehrt werksseitig mit einem LMP1-Sportprototypen nach Le Mans zurück. Der erste Einsatz des völlig neu entwickelten Rennwagens ist für das Jahr 2014 geplant.“
  4. Porsche: Hartley und Lieb im LMP1-Auto. Motorsport-Total.com, 15. Dezember 2013, abgerufen am 4. März 2014.
  5. Sicherheit 919 Hybrid. Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, abgerufen am 8. März 2014.
  6. Mission 2014. Our Return. Das Antriebssystem. Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, 12. Dezember 2013, abgerufen am 16. Dezember 2013: „Statt einem Selbstzünder haben wir einen kompakten und hoch aufgeladenen Zweiliter-Vierzylinder entwickelt“
  7. Race Tech Mag: Porsche 919 Hybrid tech details (engl.)
  8. Oliver Runschke: Die Technik des Porsche 919 Hybrid. speedweek.com, 4. März 2014, archiviert vom Original am 7. März 2014, abgerufen am 4. März 2014.