Porsche 991

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Porsche
Porsche 911 Carrera auf der IAA 2011

Porsche 911 Carrera auf der IAA 2011

991
Verkaufsbezeichnung: Porsche 911
Produktionszeitraum: seit 09/2011
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet, Roadster
Motoren: Ottomotoren:
3,0–4,0 Liter
(257–515 kW)
Länge: 4491–4562 mm
Breite: 1808–1880 mm
Höhe: 1269–1303 mm
Radstand: 2450–2457 mm
Leergewicht: 1370–1675[1] kg
Vorgängermodell Porsche 997

Der Porsche 991 ist die insgesamt siebte Generation des Porsche 911 seit dessen Vorstellung im Jahr 1963. Die offizielle Weltpremiere des Sportwagens fand am 15. September 2011 im Rahmen der 64. IAA für PKW auf der Frankfurter Messe statt.[2] Die Markteinführung erfolgte am 3. Dezember 2011.[3]

Entwicklung und Konstruktionsmerkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die typische Silhouette des 911 wurde im Heckbereich durch die markante „Sicke“ oberhalb der Rückleuchten aufgefrischt

Im Vergleich zum Vorgängermodell 997 veränderte sich der 991 äußerlich nur geringfügig. Er hat allerdings 10 cm mehr Radstand bei einer um 5,6 cm vergrößerten Fahrzeuglänge.

Die neu gestalteten LED-Rückleuchten sind schmaler als die des 997.[4] Zudem gibt es eine überarbeitete Frontschürze mit vergrößerten Lufteinlässen. Die beiden Außenspiegel sind wie bereits beim 993 wieder an den beiden Türen befestigt, statt wie bei den 996ern und 997ern im Fensterdreieck, wie das auch bei den Überarbeitungen aller Porsche-Modelle seit dem Cayenne 92A vorgenommen wurde.

Die erstarkten Sechszylinder-Boxer-Motoren mit einem Hubraum zwischen 3,4 und 3,8 Litern sowie Benzindirekteinspritzung verbrauchen dank Start-Stopp-Technik und anderer Maßnahmen im Normzyklus bis zu zwölf Prozent weniger Kraftstoff.[5]

Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vier Monate nach der Präsentation des 991 Carrera Coupé feierte Porsche im Rahmen der NAIAS in Detroit die Weltpremiere der Cabrioversion des 991
Neben der Modellbezeichnung befinden sich nun auch die Schriftzüge „PORSCHE“ und „911“ im Heckbereich
Statt einer Motorhaube ist am Heck nun eine Serviceklappe angebracht (hier am 911 Carrera S zu sehen)

Nach dem Start der Carrera-Modelle wurde die Modellpalette (wie bei Porsche üblich) nach und nach durch weitere Varianten ergänzt.

Im weiteren Verlauf des Jahres 2012 erschienen zunächst die als Carrera 4(S) bezeichneten Allrad-Modelle des 911 Carrera sowie im 2. Halbjahr der neue 911 GT3 Cup.

Im Jahre 2013 erschien zudem ein auf 1.963 Exemplare limitiertes Sondermodell des Carrera S in Form eines Optionspaketes für 4.911,- EUR anlässlich des 50-jährigen Geburtstages des Porsche 911, welches am Heck zusätzlich zur in der klassischen Form gehaltenen Modellbezeichnung 911 die rot gefärbten Ziffern 50 trägt.

Die Modelle Porsche 911 GT3, der Langstrecken-Rennwagen GT3 RSR, der 911 Turbo und der 911 Targa[6] erschienen 2014.[7]

911 Carrera[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Premiere auf der IAA wurden nur die heckgetriebenen 911 Carrera und 911 Carrera S als Coupé gezeigt. Die entsprechenden Cabrioversionen wurden kurz darauf vorgestellt und kamen am 3. März 2012 (vier Monate nach der Markteinführung der beiden Carrera-Coupé-Modelle) zu den deutschen Porsche-Zentren.[8] Später im Jahr 2012 wurden die allradgetriebenen Carrera-4(S)-Modelle vorgestellt und an Händler sowie Kunden ausgeliefert.[9] Seit Mitte 2012 sind die Carrera-S-Modelle mit einer Leistungssteigerung von 22 kW (30 PS) auf 316 kW (430 PS) erhältlich.[10]

911 GT3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Porsche 911 GT3

Anfang Dezember 2011 wurden die ersten Prototypen bzw. Testfahrzeuge des 991 GT3 fotografiert. Wie bereits die GT3-Modelle der Typen 996 und 997 hat auch der 2013 erschienene 991 GT3 einen feststehenden Heckflügel auf der Motorabdeckung sowie eigens für das Modell angefertigte Front- und Heckschürzen. Als weiteres charakteristisches Design-Merkmal blieben die beiden mittig angeordneten Auspuffrohre unterhalb der Kennzeichenhalterung erhalten, die erstmals bei den zwischen 2006 und 2011 produzierten Modellen des 997 GT3 Verwendung fanden.

Zudem hat die neue Generation in der Leistung zugelegt und ist trotzdem beim Verbrauch sparsamer. Durch die Verwendung von Leichtbaumaterialien sowie eine gegenüber den Carrera-Modellen reduzierte Komfortausstattung verringert sich das Leergewicht (nach DIN 70020) im Vergleich zu den Vorgängermodellen um zirka 40 kg auf rund 1350 kg. Damit ist der 991 GT3 das leichteste GT3-Modell seit Präsentation der Modellreihe im Jahr 1999.[11]

Der 991 GT3 wird serienmäßig mit Doppelkupplungsgetriebe und Hinterachslenkung ausgeliefert. Für Fahrzeuge des Modelljahrs 2013 gab es eine Rückrufaktion, da zwei Fahrzeuge in Brand geraten waren.[12]

Der Porsche 911 GT3 RS wurde auf dem Genfer Autosalon 2015 präsentiert. Marktstart für das 181.690 Euro teure Modell war im Mai 2015. Der 4,0-Liter-6-Zylinder-Boxermotor im Heck erreicht eine maximale Leistung von 367 kW bei 8.250/min. Das maximale Drehmoment von 460 Nm liegt bei 6.250/min an. Der Porsche 911 GT3 RS wird ausschließlich mit dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe PDK ausgestattet. Das Leergewicht des Fahrzeugs wurde um weitere zehn Kilogramm reduziert und beträgt fahrfertig 1420 Kilogramm.[13][14]

911 Turbo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Porsche Turbo S (991)
Porsche 911 Turbo S: dreistufig ausfahrbarer Frontspoiler, IAA 2013

Wie schon beim Vorgänger bringen die Topmodelle 911 Turbo und Turbo S einige Neuheiten mit sich, dazu zählt eine Hinterachslenkung, die das Fahrzeug agiler in Kurven und stabiler im Geradeauslauf macht. Dabei können die Hinterräder, abhängig von Fahrgeschwindigkeit, Lenkwinkel und Fahrsituation mit bis zu 2,8 Grad mit- oder gegenlenken. Dies führt zu einer virtuellen Radstandsveränderung von −250 bis +500 Millimeter.[15] Weitere Änderungen gegenüber den 997-Turbo-Modellen sind die Front- und Heckspoiler, die nun jeweils in drei Stufen ausgefahren werden können. Die Leistung des Turbo-Modells beträgt 383 kW (520 PS), die des Turbo-S-Modells 412 kW (560 PS) bzw. seit Anfang 2016 427 kW (580 PS). Die Porsche-911-Turbo-Modelle sind serienmäßig mit Sound-Symposer ausgestattet. Dieser überträgt die Ansauggeräusche des Turbomotors per Membran in den Innenraum.[16] Die variable Dämpferstellung Porsche Active Suspension Management (PASM) und die Wankstabilisierung PDCC wurden eingeführt.

911 Targa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Porsche Targa 4S (991)
Porsche Targa 4S (991)
Hauptartikel: Porsche Targa

Am 14. Januar 2014 wurde auf der Motorshow in Detroit der Porsche 911 Targa (Typ 991) vorgestellt. Er zeichnet sich durch ein klassisches Softtop, feststehendem Überrollbügel, und einteiliger Heckscheibe, wie es seit dem ersten Targa-Modell bis zur Baureihe 964 produziert wurde, aus. Porsche bewirbt dieses Modell u. a. mit dem Slogan „Stellen Sie sich vor, Sie treffen Ihre Jugendliebe wieder. Und sie ist noch schöner geworden.“

Angeboten wird dieses Modell in den Versionen 911 Targa 4, 911 Targa 4S und 911 Targa 4 GTS, also ausschließlich mit Allrad-Antrieb. Das Dachteil zwischen der A-Säule (Frontscheibe) und dem Targabügel (B-Säule) ist ähnlich den Klappdachcabriolets anderer Hersteller automatisch ausfahrbar: Das gesamte Heckscheibenmodul wird dafür zunächst nach hinten ausgefahren. Dabei werden Teile des Targabügels links und rechts ausgeschwenkt, um das Targadach dann hinter den Notsitzen abzulegen. Das Heckscheibenmodul wird schließlich zurück in die Ausgangsposition gebracht. Die Türen sind rahmenlos, so dass der Bereich zwischen A- und B-Säule dann völlig offen ist, wie es bei den Ur-Targamodellen der Fall war. Die Markteinführung fand am 10. Mai 2014 statt.

Die Basispreise belaufen sich auf 109.338,- EUR für den 911 Targa 4 und auf 124.094,- EUR für den 911 Targa 4S.

Sondermodell "50 Jahre 911" (2013)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Porsche 911 (Typ 991) in der Edition „50 Jahre 911“, u. a. mit modern interpretierten Fuchsfelgen des Ur-Modells

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums legte Porsche ein Sondermodell auf. Das Fahrzeug war mit 400 und 430 PS als 4x2 lieferbar. Dabei bekam er trotzdem die breitere Heckkarosse. Folgende Farben standen im Exterieur zur Wahl: geysirgraumetallic, graphitgrau, schwarz. Beim Interieur waren Achatgrau-Geysirgrau und Schwarz-Dunkelsilber im Retro-Style von 1963 lieferbar. Die Lüftungsgitter auf der Motorhaube waren ebenfalls stilistisch angepasst.

GTS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des Jahres 2014 wurde der 911 GTS als Zwischenmodell zwischen Carrera S und GT3 vorgestellt. Der GTS erhielt den auf 430 PS (316 kW) verstärkten Motor des Carrera S sowie zahlreiche Einzelverbesserungen. Auch die 4x2 Variante bekam das breite Heck. Für den GTS verlangte Porsche 137.422 EUR.

Außenlackierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben vier aufpreisfreien Unilacken gibt es eine Reihe verschiedener, optionaler Metalliclackierungen.

Serie:

schwarz
(seit 2011)
indischrot
(seit 2011)
carraraweiß
(2011–2012)
weiß
(seit 2012)
racinggelb
(seit 2011)

Metallic:

basaltschwarz
(seit 2011)
rubinrot
(2011–2012)
aquablau
(seit 2011)
platinsilber
(seit 2011)
anthrazitbraun
(seit 2011)
mahagoni
(seit 2012)
amaranthrot
(seit 2013)
achatgrau
(seit 2011)
dunkelblau
(seit 2011)

Metallic-Sonderfarbe:

GT-silber
(seit 2011)
cognac
(seit 2011)
limegold
(seit 2011)

Technische Daten (2011–2015)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die Daten zu den Fahrleistungen auf Fahrzeuge mit Schaltgetriebe und gelten auch für die jeweilige Carrera-Cabriolet-Version.

Porsche 991: 911 Carrera 911 Carrera 4 911 Carrera S 911 Carrera 4S 911 Carrera GTS 911 Carrera 4 GTS 911 GT3 911 GT3 RS 911 Turbo 911 Turbo S
Motor:  Sechszylinder-Boxermotor (Viertakt) Sechszylinder-Boxermotor (Viertakt) mit Turboaufladung
Hubraum:  3436 cm³ 3800 cm³ 3996 cm³ 3800 cm³
Bohrung × Hub:  97,0 × 77,5 mm 102,0 × 77,5 mm 102,0 × 81,5 mm 102,0 × 77,5 mm
Leistung bei 1/min: 257 kW (350 PS) bei 7400 294 kW (400 PS) bei 7400 316 kW (430 PS) bei 7500 350 kW (475 PS) bei 8250 368 kW (500 PS) bei 8250 383 kW (520 PS) bei 6000–6500 412 kW (560 PS) bei 6500–6750
Max. Drehmoment bei 1/min: 390 Nm bei 5600 440 Nm bei 5600 440 Nm bei 5750 440 Nm bei 6250 460 Nm bei 6250 660 Nm bei 1950–5000 (Overboost auf 710 Nm)[17] 700 Nm bei 2100–4250
(Overboost auf 750 Nm)[18]
Verdichtung:  12,5 : 1 12,9 : 1 9,8 : 1
Ventilsteuerung:  4-Ventil-Technik, 2 Nockenwellen pro Zylinderbank, Einlassnockenwellenverstellung und Ventilhubschaltung durch VarioCam Plus (VarioCam bei GT3), automatischer Ventilspielausgleich (Hydrostößel)
Getriebe (serienmäßig): 7-Gang-Schaltgetriebe 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK)
Getriebe (optional): 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK)
Antrieb: Hinterradantrieb Allradantrieb Hinterradantrieb Allradantrieb Hinterradantrieb Allradantrieb Hinterradantrieb Allradantrieb
Bremsen:  4-Kolben-Aluminium-Monobloc-Festsattelbremsen
vorn und hinten, Bremsscheiben mit Durchmesser 330 mm vorne und hinten, Scheiben innenbelüftet und gelocht, Bosch-ABS
6-Kolben-Aluminium-Monobloc-Festsattelbremsen vorne und 4-Kolben-Aluminium-Monobloc-Festsattelbremsen hinten, Bremsscheiben mit Durchmesser 340 mm vorne und 330 mm hinten, Scheiben innenbelüftet und gelocht, Bosch-ABS 6-Kolben-Aluminium-Monobloc-Festsattelbremsen vorne und 4-Kolben-Aluminium-Monobloc-Festsattelbremsen hinten, Bremsscheiben mit Durchmesser 380 mm vorne und hinten, Scheiben innenbelüftet und gelocht, Bosch-ABS
Radaufhängung vorn:  MacPherson-Federbeine, Querlenker, Stabilisator
Radaufhängung hinten:  LSA-Fünflenker-Einzelradaufhängung, Stabilisator LSA-Fünflenker-Einzelradaufhängung mit aktiver Hinterachslenkung, Stabilisator
Lenkung:  Zahnstangenlenkung
Karosserie:  Selbsttragende Karosserie in Alu-Stahl-Mischbauweise Selbsttragende Karosserie in Alu-Stahl-Mischbauweise mit feststehendem Heckflügel
Radstand 2450 mm 2457 mm 2456 mm 2450 mm
Reifen/Felgen: VA: 235 × 40 ZR19
auf 8,5J × 19
HA: 285 × 35 ZR19
auf 11J × 19
VA: 235 × 40 ZR19
auf 8,5J × 19
HA: 295 × 35 ZR19
auf 11J × 19
VA: 245 × 35 ZR20
auf 8,5J × 20
HA: 295 × 30 ZR20
auf 11J × 20
VA: 245 × 35 ZR20
auf 8,5J × 20
HA: 305 × 30 ZR20
auf 11J × 20
VA: 245 × 35 ZR20
auf 9J × 20
HA: 305 × 30 ZR20
auf 11,5J × 20
VA: 245 × 35 ZR20
auf 9J × 20
HA: 305 × 30 ZR20
auf 12J × 20
VA: 265 × 35 ZR20
auf 9J × 20
HA: 325 × 30 ZR21
auf 12,5J × 21
VA: 245 × 35 ZR20
auf 8,5J × 20
HA: 305 × 30 ZR20
auf 11J × 20
VA: 245 × 35 ZR20
auf 9J × 20
HA: 305 × 30 ZR20
auf 11,5J × 20
Maße L × B × H:  4491 × 1808 × 1303 mm 4491 × 1852 × 1304 mm 4491 × 1808 × 1295 mm 4491 × 1852 × 1296 mm 4509 × 1852 × 1295 mm 4509 × 1852 × 1296 mm 4545 × 1852 × 1269 mm 4545 × 1880 × 1291 mm 4506 × 1880 × 1296 mm
Leergewicht nach EG:
mit PDK: + 20 kg
Cabriolet: + 70 kg
1455 kg 1505 kg 1470 kg 1520 kg 1500 kg 1545 kg 1505 kg 1495 kg 1670 kg 1680 kg
Höchstgeschwindigkeit:  289 km/h
PDK: 287 km/h
285 km/h
PDK: 283 km/h
304 km/h
PDK: 302 km/h
299 km/h
PDK: 297 km/h
306 km/h
PDK: 304 km/h
304 km/h
PDK: 302 km/h
315 km/h 310 km/h 315 km/h 318 km/h
Beschleunigung, 0–100 km/h:  4,8 s
PDK: 4,6 s
4,9 s
PDK: 4,7 s
4,5 s
PDK: 4,3 s
4,4 s
PDK: 4,0 s
4,4 s
PDK: 4,0 s
3,5 s 3,3 s 3,4 s 3,1 s
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (Super Plus 98 Oktan): 9,0 l
PDK: 8,2 l
9,3 l
PDK: 8,6 l
9,5 l
PDK: 8,7 l
9,9 l
PDK: 9,1 l
9,5 l
PDK: 8,7 l
9,9 l
PDK: 9,1 l
12,4 l 12,7 l 9,7 l
CO2-Emission in g/km: 212, PDK: 194 219, PDK: 203 224, PDK: 205 234, PDK: 215 223, PDK: 202 233, PDK: 212 289 296 227

Modellpflege 2015: 991.2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der IAA 2015 präsentierte Porsche eine umfassende Modellpflege. Die beiden Grundversionen des 911 (911 Carrera und 911 Carrera S) wurden ab dem 12. Dezember 2015 erstmals in der Geschichte des 911 mit Turbo- statt Saugmotor ausgeliefert. Darüber hinaus wurden kleinere optische Veränderungen außen und innen vorgenommen. Serienmäßig sind 0,5 Zoll breitere Hinterräder, sowie das zuvor aufpreispflichtige aktive Fahrwerk PASM (Porsche Active Suspension Management).

Der neue Antrieb verfügt nur noch über 3,0 Liter Hubraum statt zuvor 3,4 oder 3,8 Liter, soll aber dennoch mehr Leistung und einen geringeren Verbrauch erzielen. Eingesetzt werden zwei Turbolader von BorgWarner und zwei Ladeluftkühler. Der Leistungsunterschied zwischen Carrera und Carrera S entsteht durch unterschiedlichen Ladedruck (Carrera 0,9 bar, Carrera S 1,1 bar) und unterschiedlich große Verdichter (Carrera 49 mm, Carrera S 51 mm), während die Abgasturbinen bei beiden 45 mm groß sind. Die Einspritzdüsen spritzen nun von senkrecht oben mit einem Druck von 250 bar in die Brennräume ein, mehr als doppelt so viel wie bisher. [19]

Sondermodell 911 R[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 wurde mit dem R ein in Anbetracht der Modelllinie auf 991 Stück limitiertes Sondermodell vorgestellt. Dieser 500 PS starke 911er war nur mit Schaltgetriebe erhältlich und sollte sowohl mit dem Design des Interieurs wie beispielsweise den Sitzen aus klassischem Pepita-Stoff und der gering gehaltenen Ausstattung aufgrund der Leichtbauweise an die älteren 911 Elfer Modelle erinnern. Er besitzt keinen festen, sondern einen ausfahrbaren Heckflügel und ist damit nach Werksangabe am Heck um 44 mm breiter als der 911 Carrera. Dadurch soll er noch besser auf der Straße liegen. Der Motor ist im Großteil identisch mit dem des 911 GT3 RS und wurde von den Fahreigenschaften an das per Hand zu betätigende Schaltgetriebe angepasst. Ein besonderes Merkmal des R sind die sich über die gesamte Wagenlänge ziehenden zwei roten bzw. grünen Streifen. Im Vergleich zu den Serienmodellen ist der Sound des Rs zudem deutlich lauter, da dieses Modell weniger für Komfort, sondern noch mehr für Sportlichkeit stehen soll. Die Beschleunigung liegt bei etwa 3,8 Sekunden von 0 auf 100 und die Höchstgeschwindigkeit bei 323 km/h. Der Neukaufpreis bei Porsche lag bei 189.544 € inklusive Mehrwertsteuer, jedoch waren bereits alle 991 Wagen vor Baubeginn verkauft. Momentan liegen die Preise für zum Verkauf angebotene Modelle bei etwa 500.000 € (Stand: August 2016).

Sondermodell 911 Turbo S Exclusive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2017 präsentierte Porsche ein auf 500 Exemplare limitiertes Sondermodell auf Basis des 911 Turbo S. Der Exclusive leistet 20 kW (27 PS) mehr und besitzt außerdem eine andere Fronthaube sowie Seitenschweller und Dach aus Carbon. Der Neukaufpreis liegt bei 259.992 € inklusive Mehrwertsteuer.[20]

911 GT2 RS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Präsentation des Videospiels Forza Motorsport 7 auf der E3 2017 in Los Angeles zeigte Porsche erste Bilder des 515 kW (700 PS) starken 911 GT2 RS, da der Wagen das Cover-Auto des Videospiels wird. Erstmals in der Realität zu sehen war der Sportwagen auf dem Goodwood Festival of Speed am 30. Juni 2017. Der Motor des 285.220 Euro teuren 911 GT2 RS baut auf dem des 911 Turbo S auf, um jedoch eine höhere Leistung zu erzielen wurden die Turbolader vergrößert. Das 1470 kg schwere Fahrzeug beschleunigt in 2,8 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 340 km/h.[21]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Porsche 991.2: 911 Carrera 911 Carrera 4 911 Carrera S 911 Carrera 4S 911 Carrera GTS 911 Carrera 4 GTS 911 R 911 GT3 911 Turbo 911 Turbo S 911 Turbo S Exclusive 911 GT2 RS
Motor:  Sechszylinder-Boxermotor (Viertakt) mit Turboaufladung Sechszylinder-Boxermotor (Viertakt) Sechszylinder-Boxermotor (Viertakt) mit Turboaufladung
Hubraum:  2981 cm³ 3996 cm³ 3800 cm³
Bohrung × Hub:  91,0 × 76,4 mm 102,0 × 81,5 mm 102,0 × 77,5 mm
Leistung bei 1/min: 272 kW (370 PS) bei 6500 309 kW (420 PS) bei 6500 331 kW (450 PS) bei 6500 368 kW (500 PS) bei 8250 397 kW (540 PS) bei 6400 427 kW (580 PS) bei 6750 446 kW (607 PS) bei 6750 515 kW (700 PS) bei 7000
Max. Drehmoment bei 1/min: 450 Nm bei 1700–5000 500 Nm bei 1700–5000 550 Nm bei 2150–5000 460 Nm bei 6250 460 Nm bei 6000 660 Nm bei 1950–5000 (Overboost: 710 Nm i.V. mit Sport Chrono Paket)[22] 700 Nm bei 2100-4250 (Overboost: 750 Nm i.V. mit Sport Chrono Paket)[23] 750 Nm bei 2250-4000 750 Nm bei 2500-4500
Verdichtung:  10,0 : 1 13,3 : 1 9,8 : 1
Ventilsteuerung:  4-Ventil-Technik, 2 Nockenwellen pro Zylinderbank, Nockenwellenverstellung und Ventilhubschaltung durch VarioCam Plus, automatischer Ventilspielausgleich (Hydrostößel)
Motoraufladung:  2 Abgasturbolader und 2 Ladeluftkühler 2 Abgasturbolader mit variabler Turbinengeometrie und 2 Ladeluftkühler
Getriebe (serienmäßig): 7-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK)
Getriebe (optional): 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) 6-Gang-Schaltgetriebe
Antrieb: Hinterradantrieb Allradantrieb Hinterradantrieb Allradantrieb Hinterradantrieb Allradantrieb Hinterradantrieb Allradantrieb Hinterradantrieb
Bremsen:  Aluminium-Monobloc-Festsattelbremsen, 4 Kolben vorne und hinten Aluminium-Monobloc-Festsattelbremsen 6 Kolben vorne und 4 Kolben hinten
Bremsscheiben:  Durchmesser 330 mm vorne und hinten, innenbelüftet und gelocht Durchmesser 350 mm vorne und 330 mm hinten, innenbelüftet und gelocht Durchmesser 380 mm vorne und hinten, innenbelüftet und gelocht Durchmesser 410 mm vorne und 390 mm hinten, innenbelüftet und gelocht
Radaufhängung vorn:  MacPherson-Federbeine, Querlenker, Stabilisator
Radaufhängung hinten:  LSA-Fünflenker-Einzelradaufhängung, Stabilisator
optional: aktive Hinterachslenkung
LSA-Fünflenker-Einzelradaufhängung mit aktiver Hinterachslenkung, Stabilisator
Lenkung:  Zahnstangenlenkung
Karosserie:  Selbsttragende Karosserie in Alu-Stahl-Mischbauweise
Luftwiderstandsbeiwert:  Cw = 0,29 Cw = 0,30 Cw = 0,31 Cw = 0,33 Cw = 0,31 Cw = 0,35
Radstand 2450 mm 2457 mm 2450 mm 2453 mm
Reifen/Felgen: VA: 235 × 40 ZR19 auf 8,5J × 19
HA: 295 × 35 ZR19 auf 11,5J × 19
VA: 245 × 35 ZR20 auf 8,5J × 20
HA: 305 × 30 ZR20 auf 11,5J × 20
VA: 245 × 35 ZR20 auf 9J × 20
HA: 305 × 30 ZR20 auf 12J × 20
VA: 265 × 35 ZR20 auf 9,5J × 20
HA: 325 × 30 ZR21 auf 12,5J × 21
Maße L × B × H:  4499 × 1808 × 1294 mm 4499 × 1852 × 1295 mm 4499 × 1808 × 1296 mm 4499 × 1852 × 1298 mm 4528 × 1852 × 1284 mm 4532 × 1852 × 1276 mm 4562 × 1852 × 1271 mm 4507 × 1880 × 1297 mm 4549 × 1880 × 1297 mm
Leergewicht nach EG:
Cabriolet/Targa: + 70 kg
1505 kg
PDK: 1525 kg
1555 kg
PDK: 1575 kg
1515 kg
PDK: 1535 kg
1565 kg
PDK: 1585 kg
1525 kg
PDK: 1545 kg
1570 kg
PDK: 1590 kg
1370 kg 1488 kg
PDK: 1505 kg
1670 kg 1675 kg 1545 kg
Höchstgeschwindigkeit: 295 km/h
PDK: 293 km/h
292 km/h
PDK: 290 km/h
308 km/h
PDK: 306 km/h
305 km/h
PDK: 303 km/h
312 km/h
PDK: 310 km/h
310 km/h
PDK: 308 km/h
323 km/h 320 km/h
PDK: 318 km/h
320 km/h 330 km/h 340 km/h
Beschleunigung, 0–100 km/h: 4,6 s
PDK: 4,4 s
Sport Plus 4,2 s
4,5 s
PDK: 4,3 s
Sport Plus: 4,1 s
4,3 s
PDK: 4,1 s
Sport Plus: 3,9 s
4,2 s
PDK: 4,0 s
Sport Plus: 3,8 s
4,1 s
PDK: 3,7 s
4,0 s
PDK: 3,6 s
3,8 s 3,9 s
PDK: 3,4 s
3,0 s 2,9 s 2,8 s
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (Super Plus 98 Oktan):
Cabriolet/Targa: + 0,2 l
8,3 l
PDK: 7,4 l
8,7 l
PDK: 7,7 l
8,7 l
PDK: 7,7 l
8,9 l
PDK: 7,9 l
9,4 l
PDK: 8,3 l
9,5 l
PDK: 8,5 l
13,3 l 12,9 l
PDK: 12,7 l
9,1 l 11,8 l
CO2-Emission in g/km: 190, PDK: 169 201, PDK: 177 199, PDK: 174 204, PDK: 180 212, PDK: 188 216, PDK: 192 308 290, PDK: 288 212 269

Grafische Darstellung der 991er-Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Porsche-991-Straßenfahrzeughistorie von 2011 bis heute
Modell Leistung 2010er
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9
991
911 Carrera 257 kW/350 PS
272 kW/370 PS
911 Carrera 4 257 kW/350 PS
272 kW/370 PS
911 Carrera S 294 kW/400 PS
309 kW/420 PS
911 Carrera S mit Leistungssteigerung 316 kW/430 PS
911 Carrera 4S 294 kW/400 PS
309 kW/420 PS
911 Carrera 4S mit Leistungssteigerung 316 kW/430 PS
911 Carrera GTS 316 kW/430 PS
331 kW/450 PS
911 Carrera 4 GTS 316 kW/430 PS
331 kW/450 PS
911 GT3 350 kW/475 PS
368 kW/500 PS
911 GT3 RS 368 kW/500 PS
911 R 367 kW/500 PS
911 Turbo 383 kW/520 PS
397 kW/540 PS
911 Turbo S 412 kW/560 PS
427 kW/580 PS
911 Turbo S Exclusive 446 kW/607 PS
911 GT2 RS 515 kW/700 PS
Farb-Legende:
Grün Serienversionen des 911
Blau Sport-/Straßenversionen des 911

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Porsche 991 Carrera Coupé, in normaler und in S-Ausführung, wurde 2012 für sein Design mit dem red dot design award ausgezeichnet.[24]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Agethen, Sigmund Walter: Typenkompass Porsche. Personenwagen seit 1948. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02157-9
  • Tobias Aichele: Porsche 911 – Forever young. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-01546-3
  • Marc Bongers: Porsche. Serienfahrzeuge und Sportwagen seit 1948. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-02388-1
  • Paul Frère: Die Porsche 911 Story. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02225-7
  • Achim Kubiak: Faszination 911. Die Typologie des Porsche 911. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2004, ISBN 3-7688-1581-1
  • Randy Leffingwell: Porsche 911 – Perfektion und Design. HEEL Verlag, Königswinter 2007, ISBN 3-89880-641-3
  • Nicky Wright: Porsche. Traumauto made in Germany’. Orbis Verlag, ISBN 3-572-09989-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Porsche 991 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Porsche 911 Modellvergleich. Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, abgerufen am 20. Oktober 2014: „Technische Daten Karosserie“
  2. Bundeskanzlerin Merkel informiert sich über den neuen Porsche 911. Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, 15. September 2011, abgerufen am 28. Dezember 2011: „Mit dem neuen 911 Carrera feiert die nächste, vollkommen neu entwickelte Generation des Sportwagen-Klassikers von Porsche auf der IAA 2011 ihre Weltpremiere.“
  3. Neuer Porsche 911 Carrera steht in deutschen Porsche Zentren bereit. Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, 1. Dezember 2011, abgerufen am 26. Dezember 2011: „Ab dem 3. Dezember steht das Coupé des neuen Porsche 911 Carrera in allen deutschen Porsche Zentren bereit.“
  4. Neuer Porsche 911 erwischt: Ab 2011 schöner und sparsamer (Erlkönig). Auto-News, 28. Januar 2011, abgerufen am 25. Juni 2011.
  5. Erlkönig Porsche 911 (991): Ab 2011 mit knackigem Heck. auto-motor-und-sport.de, 14. Juni 2011, abgerufen am 3. Juli 2011.
  6. Porsche 911 Targa (2013) Erlkönig: Der Targa-Bügel kehrt zurück. auto-motor-und-sport.de, 12. Juni 2012, abgerufen am 4. Juli 2012.
  7. Erlkönig Porsche 911 (991): Ab 2011 mit knackigem Heck. auto-motor-und-sport.de, 14. Juni 2011, abgerufen am 3. Juli 2011.
  8. 911 Carrera Cabriolet debütiert mit innovativem Dachkonzept. Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, 22. November 2011, abgerufen am 28. Dezember 2011: „Die neuen Carrera-Cabriolets werden in Deutschland am 3. März 2012 eingeführt.“
  9. Erlkönig Porsche 911 (991): Ab 2011 mit knackigem Heck. auto-motor-und-sport.de, 14. Juni 2011, abgerufen am 3. Juli 2011.
  10. Pressemitteilung auf dem Internetauftritt von Porsche aufgerufen am 29. Juni 2013
  11. Erlkönig Porsche 911 GT3: Neuer Über-Porsche ab 2013. auto-motor-und-sport.de, 6. Dezember 2011, abgerufen am 30. Dezember 2011: „2013 wird der neue Porsche 911 GT3 auf den Markt kommen.“
  12. http://www.autobild.de/artikel/porsche-911-991-gt3-rueckruf-4583150.html
  13. http://www.autobild.de/artikel/porsche-911-gt3-rs-genf-2015-vorstellung-marktstart-preis-4327209.html
  14. http://www.porsche.com/germany/models/911/911-gt3-rs/
  15. Aktive Hinterachslenkung: Was kann diese Technik? aufgerufen am 7. Juni 2014
  16. http://porscheplatz.porsche.com/de/articles/die-fahrdynamische-spitze-%E2%80%93-der-neue-911-turbo-und-911-turbo-s
  17. Porsche 911 Turbo (991) nur mit PDK und viel Eco-Schnickschnack. In: Autophorie.de. Abgerufen am 17. März 2016.
  18. Horst von Saurma: Der Alleskönner mit scharfem S. Auto Motor und Sport, 25. Februar 2014, abgerufen am 17. März 2016.
  19. Porsche 911 Facelift (991.2): der neue Biturbo-Motor im Detail. 14. September 2015, abgerufen am 17. Januar 2016.
  20. Stärker, extravaganter und selten. 8. Juni 2017, abgerufen am 8. Juni 2017.
  21. Leichtbau-Sport-Turbo mit 700 PS. 30. Juni 2017, abgerufen am 2. Juli 2017.
  22. Porsche Der neue 911 Turbo – Daten & Ausstattung – Porsche Deutschland. In: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG – Porsche Deutschland. Abgerufen am 17. März 2016.
  23. Porsche Der neue 911 Turbo S – Daten & Ausstattung – Porsche Deutschland. In: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG – Porsche Deutschland. Abgerufen am 17. März 2016.
  24. Auszeichnung mit dem red dot Award. 4. Mai 2012, abgerufen am 24. Mai 2013.