Prinz Pi

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Prinz Pi auf dem Oben Ohne Open Air Festival 2013 in München
Logo des Rappers Prinz Pi

Prinz Pi (* 23. Oktober 1979 in Berlin-Charlottenburg; bürgerlich Friedrich Kautz) ist ein deutscher Rapper. Er ist auch unter dem Pseudonym Prinz Porno bekannt.

Leben[Bearbeiten]

Privat[Bearbeiten]

Friedrich Kautz besuchte das grundständige Gymnasium Steglitz und lernte unter anderem Latein und Griechisch. Seit 1998 trat er auch gelegentlich unter den Pseudonymen Doc Murdock, Doc Mabuse, Slick Spingo und Prinz Porno One in der deutschen Hip-Hop-Szene auf. Später nannte er sich lange Zeit Prinz Porno, was seinem Künstlernamen als Graffiti-Sprayer entsprach.

Neben seinem musikalischen Engagement studierte Kautz von 2002 bis 2008 Kommunikationsdesign an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Prinz Pi gestaltet den Großteil seines Artworks selbst.[1]

Im Juni 2009 wurde Friedrich Kautz Vater einer Tochter.[2] Im Sommer 2015 wurde er Vater eines Sohnes. [3]

Karriere[Bearbeiten]

Prinz Pi 2008 in Tansania
Prinz Pi auf dem Spack!-Festival 2013
Prinz Pi auf der Volcano-Stage 2014

1998 war Pi auf dem Sammelalbum Berlin Nr. 1 Vol.1 mit einem Song vertreten. 1998 gelangte sein Album Porno Privat, welches als Privatkopie eigentlich nur für Bekannte und Freunde gedacht war und von dem es nur zwölf Kopien gab, auf (nach seinen Angaben) bisher unbekanntem Wege ins Internet. Darauf befand sich der Track Keine Liebe, der ihn in der Berliner Rapszene bekannt machte.

Im Jahre 2000 wurde das Tape An der Front veröffentlicht. Ein Jahr danach folgte das erste CD-Album WortShots. Außerdem veröffentlichte Prinz Pi mit Mix Master Müller unter dem Pseudonym Soziale Kontakte mehrere LPs (Die einzige Alternative und Die schiefe Ebene des Bewusstseins).

Prinz Pi war von 2002 bis 2004 bei dem Berliner Untergrundlabel Royal Bunker unter Vertrag. Dort war er unter anderem als Mitglied in den Formationen Promolle und Panz Dominanz vertreten, die wiederum der Beatfabrik entsprangen, welche zahlreiche Veröffentlichungen hervorbrachte.

2001 veröffentlichte er auf der Internetseite von Royal Bunker die EP Radium als kostenlosen Download. Aus dieser EP entwickelte sich das 2002 veröffentlichte Album Radium Reaktion. Es folgten weitere Projekte, wie zum Beispiel das ebenfalls 2002 erschienene Blackbooktape 2: Jung, Schön und Stylisch, bis Pi 2004 seinen vorläufigen Ausstieg aus dem Rap-Business bekannt gab. Prinz Pi beendete vorübergehend seine Royal Bunker-Koop mit dem Kollabo-Album 1. Liga, das aus der Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Separate entstand. Das Album wurde über Separates Label Buckwheats Music veröffentlicht.

Im Februar 2005 folgte Prinz Pis Rückkehr dort mit dem Mixtape Guess Who’s Back on the Streets. Anfang Mai 2005 erschien Pis Soloalbum Teenage Mutant Horror Show, welches wieder über das Mainzer Label Buckwheats Music veröffentlicht wurde, welches innerhalb von zwei Wochen komplett geschrieben wurde und aus einer Wette mit Separate heraus entstand. Das Album beinhaltet unter anderem 13 Beats vom Album Rap Art War von Kinder des Zorns (Casper, Separate, Fadee & Abroo), welche jedoch mit neuen Texten von Pi aufgenommen wurden. Nach dieser Veröffentlichung erfolgte seine Umbenennung zu Prinz Pi, da er es leid war, von oberflächlichen Magazinen die CDs ungeöffnet zurückgeschickt zu bekommen, da diese „nicht noch so eine CD von einem dieser Porno-Rapper“ haben wollten.

Auf dem Splash!-Festival 2005 stellte Pi sein Streetalbum Zeit ist Geld vor und trat mit Kid Kobra und Smexer auf der MZEE.com-Bühne auf. Am 17. November 2005 folgte mit Geschriebene Geschichte (1998–2005) ein 'Best of' Album. Auf der CD befinden sich neben drei Remixen auch zwei komplett neue Tracks.

Am 4. August 2006 erschien die EP Instinkt. Mittlerweile hatte Pi zusammen mit Freunden das Label No Peanuts gegründet. Am 22. September 2006 erschien das bisher umfangreichste Album !DonnerwetteR!, das fast ausschließlich von Biztram produziert wurde. Dieses mit der Chartplatzierung 56 bis dahin kommerziell erfolgreichste Werk wird von Pi als sein erstes richtiges Album bezeichnet. Es erschien in einer Standardversion mit zwei CDs und einer Limited Edition mit 3 CDs. Während man auf der ersten CD 22 Lieder findet, befinden sich auf der zweiten Herr der Dinge benannten CD 30 Stücke, die bis auf eine Ausnahme ohne Beat auskommen und komplett orchestriert sind. Angelehnt an Heldenepen im Stile von Herr der Ringe oder dem Nibelungenlied verpackt Pi hier die Geschichte des Deutschen Raps in eine große Geschichte.

Am 9. Februar 2007 erschien die DVD + Streetalbum Das PrinzIP Prinz PI. Die DVD beinhaltet Material wie Tourberichte und Liveausschnitte von der „Nicht-auf-die-Tour“, dem Splash! 2006 in Chemnitz sowie humoreske Clips wie „Crossgolf“ mit Frank Zander und mehr. Das der DVD beigefügte Streetalbum enthält 17 Titel mit Gastbeiträgen von Kobra und Jonarama.

Am 6. Juli 2007 trat Prinz Pi mit einigen Lieder aus seinem aktuellen Album !Donnerwetter! und älteren Stücken wie Keine Liebe auf der Mainstage (Vulcano-Stage) des Splash! Festivals 2007 und einen Tag später auf der Rheinhiphop-Stage auf dem Rheinkultur in Bonn auf.

Ende 2007 gewann Pi den Newcomer-Preis der Volkswagen Sound Foundation.[4]

Im Februar 2008 flog Pi mit anderen Musikern nach Tansania. Dort nahm er an der Virus Free Generation HipHop Tour teil, bei der der Rapper mit Jugendlichen Lieder aufnahm, die sich thematisch mit der Immunschwächekrankheit AIDS beschäftigen. Im Rahmen der Tournee wurde des Weiteren eine Dokumentation gedreht und ein Konzert veranstaltet.[5] Der Berliner kehrte am 12. Februar nach Deutschland zurück.[6] Nach seiner Rückkehr unterzog sich Prinz Pi einer Operation an seinen Stimmbändern.

Auf dem am 9. Mai 2008 veröffentlichten Album Hin zur Sonne von Casper war Prinz Pi bei dem Song Der letzte Tanz beteiligt.

Am 24. Oktober 2008 erschien sein neues Album Neopunk. Davon gibt es zwei Varianten, eine normale Version und die Deluxe-Version, mit vier Bonustiteln. Ende 2008 arbeitete er noch einmal mit Frank Zander zusammen. Biztram produzierte mit ihnen den Track „Wo gehst du hin meine Schöne“ über die Zerstörung der Erde und die Selbstausrottung der Menschheit, in dem Frank Zander sogar selbst rappt.

Im Juni 2009 wurde bekannt, dass Universal und das Label No Peanuts sich von Prinz Pi trennen. Am 13. Juli 2009 ließ er auf seinem offiziellen Weblog verlauten, dass er das Label Keine Liebe Records gegründet habe. Bisher erschien auf diesem Label im Jahre 2009 das Album Teenage Mutant Horror Show 2 und im Jahre 2010 die Illuminati EP.

Am 28. Januar 2011 erschien sein Soloalbum Rebell ohne Grund. Es stieg auf Platz 9 in die Charts ein und enthielt Gastbeiträge von E-Rich, Chefkoch, Frauenarzt, Timi Hendrix, Mudi und Raf Camora.[7] Die erste Single Du bist wurde am 14. Januar veröffentlicht.

Am 9. Dezember 2011 erschien das Akustik-Album Hallo Musik.

Im November 2012 ging er auf Deutschlandtournee.[8] Diese trug den Namen Rebell mit Band, in Anlehnung an sein Soloalbum Rebell ohne Grund. Mit ca. 14.000 Besuchern und zehn Konzerten (fünf davon ausverkauft) war es bis jetzt seine größte Tournee.

Prinz Pis zwölftes Soloalbum Kompass ohne Norden erschien am 12. April 2013 und stieg auf Platz 1 in die deutschen Albumcharts ein, was für den Künstler die erste Spitzenposition seiner Karriere bedeutet.

Am 9. Januar 2015 erschien sein 13. Soloalbum pp=mc², bei dem er wieder unter seinem früheren Künstlernamen Prinz Porno auftritt. Es erreichte erneut die Spitze der deutschen Charts. Prinz Pis 14. Soloalbum Im Westen nix Neues folgte am 5. Februar 2016.

Stil[Bearbeiten]

Seine Texte behandeln vornehmlich sozialkritische Themen, Verschwörungstheorien und gesellschaftliche Trends. Ein weiteres Thema ist das Leben im Jetset. Er selbst bezeichnet sich als „bester deutscher Themen-Rapper“. In seinen oft ironischen Texten benutzt er Doppel- und auch Dreifachreime.

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[9] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
1998 Porno privat Erstveröffentlichung: 1998
als Prinz Porno
2001 Radiumreaktion Erstveröffentlichung: 2001
als Prinz Porno
2003 BlackbookCD #2 – Jung, schön & stylisch Erstveröffentlichung: 27. Januar 2003
als Prinz Porno
2005 Teenage Mutant Horror Show Erstveröffentlichung: 2. Mai 2005
als Prinz Porno
Zeit ist Geld Erstveröffentlichung: 22. August 2005
als Prinz Porno
2006 !DonnerwetteR! 56
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. September 2006
2007 Das Prinz IP Prinz Pi Volume 1 Erstveröffentlichung: 9. Februar 2007
inklusive DVD
2008 Neopunk 50
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. Oktober 2008
2009 Teenage Mutant Horror Show 2 45
(2 Wo.)
96
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. September 2009
2011 Rebell ohne Grund 9
(3 Wo.)
44
(1 Wo.)
29
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. Januar 2011
2013 Kompass ohne Norden 1 Gold
(19 Wo.)
4
(4 Wo.)
5
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. April 2013
Verkäufe DE: 100.000+
2015 pp=mc² 1
(4 Wo.)
10
(2 Wo.)
12
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. Januar 2015
als Prinz Porno
2016 Im Westen nix Neues Erstveröffentlichung: 5. Februar 2016

Akustikalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[9] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
2011 Hallo Musik 38
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. Dezember 2011

Kompilationsalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[9] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
2005 Geschriebene Geschichte 1998–2005 Erstveröffentlichung: 18. November 2005
Best-Of
als Prinz Porno

Livealben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[9] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
2006 …lässt die Puppen tanzen! Erstveröffentlichung: 2006
2014 Kompass ohne Norden Live: Auf Kurs nach Hause * * Erstveröffentlichung: 16. Mai 2014
* siehe Kompass ohne Norden

Remixalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[9] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
2007 Zeitlos 96
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. August 2007

Kollaborationsalben[Bearbeiten]

  • 1998: Die schiefe Ebene des Bewusstseins (Prinz Porno & Mix Rasta als Soziale Kontakte)
  • 2000: Die einzige Alternative (Prinz Porno & Mix Rasta als Soziale Kontakte)
  • 2000: Flüssig Brot (Prinz Porno & Smexer als ProMolle MC’s)
  • 2001: Muskat (Prinz Porno, Smexer, Lockefella & Jazalou)
  • 2003: Salz für die Nase (Prinz Porno & Smexer als ProMolle MC’s)
  • 2003: Panzerplatte (Prinz Porno & Kobra als PanzDominanz)
  • 2004: 1. Liga (Prinz Porno & Separate)

EPs[Bearbeiten]

  • 2001: Radium (als Prinz Porno)
  • 2002: Picknick (als Prinz Porno)
  • 2006: Instinkt
  • 2010: Illuminati
  • 2011: Achse des Schönen (Juice Exclusive EP)
  • 2013: Sneakerking 3 (Sneaker Freaker Exclusive EP)
  • 2015: Innenseite eines Aussenseiters (Juice Exclusive EP)

Mixtapes[Bearbeiten]

  • 2005: Guess Who’s Back on the Streets (als Prinz Porno)
  • 2007: Rap mich am A! (Kiss FM) (Mixtape)

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[9] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
2008 Gib dem Affen Zucker
Neopunk
97
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. Oktober 2008
2011 Du bist
Rebell ohne Grund
88
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. Januar 2011
2012 Unser Platz
Kompass ohne Norden
54
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. Dezember 2012
2013 100X
Kompass ohne Norden
50
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. März 2013
feat. Casper
Glück
Kompass ohne Norden
68
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. März 2013
Kompass ohne Norden
Kompass ohne Norden
82
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. April 2013
2016 1,40 m
Im Westen nix Neues
24
(... Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. Januar 2016
feat. Philipp Dittberner
als Gastmusiker
Jahr Titel Chartplatzierungen[9] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
2013 Aschenflug
Lieder
18
(6 Wo.)
33
(3 Wo.)
41
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. November 2013
Adel Tawil feat. Prinz Pi & Sido
weitere
  • 2006: Berlin, große Liebe
  • 2009: 2030
  • 2011: Königin von Kreuzberg
  • 2015: Weiße Tapete / Minimum
  • 2015: Im Westen nix Neues / Tochter

Labelsampler[Bearbeiten]

  • 2000: An der Front (Beatfabrik)
  • 2001: Operation Fuck Big Bud (Beatfabrik)
  • 2001: Wortshots (Beatfabrik)
  • 2003: Blackbook #3 (Beatfabrik)

Juice-Exclusives[Bearbeiten]

  • 2005: Ohne Pee (feat. Abroo) (Juice-CD #52)
  • 2006: Roter September (Juice-CD #67)
  • 2007: Totentanz (Juice-CD #75)
  • 2007: Newschool Ikonen (feat. Eko Fresh) (Juice-CD #78)
  • 2008: Gimme More (feat. Fid-Q) (Juice-CD #84)
  • 2008: Laufpass (mit Casper) (Juice-CD #88)
  • 2008: Alleine (Juice-CD #91)
  • 2008: Hurra! (feat. E-Rich, Biztram, Affenboss, Casper, Plan B und Maeckes) (Juice-CD #93)
  • 2009: Hydra (Juice-CD #100)
  • 2011: Achse des Schönen (Juice #135)
  • 2013: 100X (Juice-CD #115)
  • 2013: Ein Atze kommt selten allein (mit Frauenarzt, Manny Marc, Fler, Smoky, Vapeilas, Major McFly, Kid Millennium, MC Bogy, Medizin Mann, MC Basstard, Blokkmonsta, King Orgasmus One, Serk, She-Raw und DJ Reckless) (Juice-CD #115)
  • 2014: Keine Liebe (mit eRRdeKa & Olson) (Juice #161)
  • 2015: Innenseite eines Aussenseiters (Juice #172)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Prinz Pi mit der 1 Live Krone 2013
  • 1 Live Krone
    • 2013: in der Kategorie „Bester Plan B-Act“

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Prinz Pi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hallo Musik - Prinz Pi lädt zur Audienz. 371stadtmagazin.de
  2. Prinz Pi ist Vater
  3. [1]
  4. Gewinn des Newcomer-Preises der Volkswagen Sound Foundation
  5. Prinz Pi gegen AIDS in Afrika
  6. Kurznews: Casper / Prinz PI. Mzee.com
  7. Prinz Pi – Rebell ohne Grund (Cover & Tracklist)
  8. Prinz Pi ist Rebell mit Band
  9. a b c d e f g Chartquellen: DE AT CH
  10. Gold-/Platin-Auszeichnungen in Deutschland