DB Schenker Rail Deutschland

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DB Schenker Rail Deutschland AG
Logo von DB Schenker
Rechtsform Aktiengesellschaft[1]
Gründung 2003
Sitz Mainz
Leitung Alexander Hedderich (Vorstand DB Schenker Rail Deutschland AG und Leiter Region Central)
Mitarbeiter 18.384[2]
Umsatz 3.242 Mio. EUR
Bilanzsumme 2.630 Mio. EURVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Güterverkehr
Website www.rail.dbschenker.de
Stand: 31. Dezember 2010 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2010

Die DB Schenker Rail Deutschland AG ist das größte europäische Eisenbahnverkehrsunternehmen im Schienengüterverkehr. Sie ist zu 100 Prozent eine Tochter der DB Schenker Rail GmbH und ist dem Geschäftsfeld DB Schenker Rail innerhalb des Konzerns Deutschen Bahn AG zugeordnet. Die Zentrale befindet sich in Mainz.

Geschichte[Bearbeiten]

Railion-Zentrale in Mainz

Das Unternehmen ging als DB Cargo AG im Zuge der zweiten Stufe der Bahnreform zum 1. Januar 1999 aus dem Unternehmensbereich Güterverkehr der Deutschen Bahn AG hervor.[3]

Zum 1. April 2001 wurde die Organisationsstruktur des Unternehmens verändert. Das Cargo-Geschäft wurde dabei in die Segmente Wagenladungsverkehr und Kombinierter Verkehr aufgeteilt und als Vorstandsressorts organisiert. Um die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern zu stärken, wurde darüber hinaus die Unternehmensentwicklung in ein eigenständiges Vorstandsressort überführt.[4] Zum gleichen Stichtag stellte das Unternehmen den Transport lebender Tiere ein.[5]

Anfang 2002 kündigte das Unternehmen an, die Mehrheit der Geschäftsanteile der Spedition Nieten Fracht-Logistik – vorbehaltlich einer Genehmigung der Kartellbehörden – zu übernehmen.[6]

Zum 1. September 2003 wurde das Unternehmen aufgrund einer stärkeren internationalen Ausrichtung in Railion Deutschland AG umfirmiert.[7] Die zuvor durch den DB-Konzern übernommene Stinnes AG wurde damit in die Logistiksparte integriert. Das neue Unternehmen gliederte sich in vier Geschäftsbereiche: Railion Deutschland (zuvor DB Cargo), Intermodal, Freight Logistics und Schenker (Speditionsgeschäft).[8]

Zu Beginn des Jahres 2008 ordnete die Deutsche Bahn ihre Markenarchitektur neu. Dabei wurde die Logistiksparte unter dem Namen DB Schenker zusammengefasst. In Bereichen, in der Kunden von Railion in einer Konkurrenzsituation zu Schenker stehen, wie zum Beispiel im kombinierten Verkehr, soll nur die Marke DB angewandt werden.[7] Zum 16. Februar 2009 wurde der Name erneut geändert, diesmal in DB Schenker Rail Deutschland AG.

Kennzahlen und Entwicklung[Bearbeiten]

DB Schenker Rail Deutschland AG gelang es nach der Finanzkrise den Umsatz im Jahr 2010 um 10,8 Prozent auf 3,242 Milliarden EUR zu steigern, nachdem dieser im Vorjahr gegenüber 2008 um 20,8 Prozent auf 2,927 Milliarden EUR eingebrochen war. In gleicher Weise entwickelte sich die Verkehrsleistung, die 2010 79,441 Milliarden Tonnenkilometer betrug. Zum Umsatz trugen insbesondere die Beförderung von Montan- (30 Prozent), Intermodal- (21 Prozent) sowie Baustoff-, Industrie- und Konsumgütern (18 Prozent) bei. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBIT) war jedoch 2010 mit -104 Millionen EUR negativ, so dass der Jahresfehlbetrag in Höhe von -148 Millionen EUR durch den DB-Konzern ausgeglichen werden musste.[2]

Im Jahr 2007 erwirtschaftete Railion nach eigenen Angaben 182 Mio. EUR Gewinn bei einem Umsatz von 3,66 Mrd. EUR. Dabei wurde eine Verkehrsleistung von 91.013 Mio. Tonnenkilometern erbracht und 279 Mio. Tonnen Güter transportiert. Laut Angaben des Unternehmens[9] vom Januar 2007 lag der Marktanteil im deutschen Schienengüterverkehr bei rund 85 %, in Europa bei 22,5 %. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen lag im ersten Halbjahr bei rund 104 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 15 Millionen Euro Verlust).

Bis Anfang 2009 gültiges Firmenlogo von Railion auf der Lokomotive 189 100.
Lokomotiven (noch mit Railion-Logo) in Singen (Hohentwiel)

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

Das Unternehmen ist eine Tochter der DB Schenker Rail GmbH. Da DB Schenker Rail Deutschland das größte Unternehmen der Gruppe ist, sind die Mitglieder des Vorstandes gleichzeitig in der Geschäftsleitung der DB Schenker Rail GmbH tätig.

Die DB Schenker Rail Deutschland AG unterhielt im Jahr 2010 unter anderem folgende Beteiligungen:[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Railion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

NS-Baureihe 6400 mit Railion-Beschriftung in Emmerich
  1. Amtsgericht Mainz HRB 7498
  2. a b c Geschäftsbericht 2010. DB Schenker Rail Deutschland AG, 2. März 2011, abgerufen am 12. August 2013 (PDF, 2,09 MB).
  3. Meldung Zweite Stufe der Bahnreform. In: Eisenbahn-Revue International, Ausgabe 1/2, 1998, ISSN 1421-2811, S. 2
  4. Meldung Neupositionierung von DB Cargo. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 6/2001, ISSN 1421-2811, S. 250
  5. Meldung Aktuelles in Kürze. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5/2001, ISSN 1421-2811, S. 198
  6. Meldung DB Cargo übernimmt Bahnspedition. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2002, ISSN 1421-2811, S. 168
  7. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDeutsche Bahn ordnet ihre Marken neu. In: Das Unternehmen DB. Deutsche Bahn AG, 18. April 2008, abgerufen am 19. Februar 2009.
  8. Aus DB Cargo wird Railion. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10/2003, ISSN 1421-2811, S. 437
  9. Schnellster Postzug der Welt Interview mit Railion-Vorstand Klaus Kremper in der Berliner Zeitung vom 3. Februar 2007
    (Herr Kremper irrt beim Superlativ, siehe TGV postal)

49.994328.281203Koordinaten: 49° 59′ 40″ N, 8° 16′ 52″ O