Rechtenfleth

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Koordinaten: 53° 22′ 51″ N, 8° 30′ 32″ O

Rechtenfleth
Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen
Wappen von Rechtenfleth
Höhe: 0,5 m ü. NHN
Fläche: 14,42 km²
Einwohner: 420 (18. Aug. 2014)
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1968
Eingemeindet nach: Sandstedt
Postleitzahl: 27628
Vorwahl: 04702
Rechtenfleth (Niedersachsen)
Rechtenfleth

Lage von Rechtenfleth in Niedersachsen

Rechtenfleth in der Gemeinde Hagen im Bremischen

Rechtenfleth in der Gemeinde Hagen im Bremischen

Rechtenfleth (plattdeutsch: Rechtenfleth) ist ein Ortsteil der Gemeinde Hagen im Bremischen im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen, gelegen am Ostufer der Unterweser zwischen Bremen und Bremerhaven.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals 860 zusammen mit einer Reihe anderer Orte der Region zwischen Ems und Elbe in einer Aufzeichnung des Erzbischofs Ansgar über Wunderheilungen am Grab Willehads genannt[1]. Rechtenfleth feierte sein 1150-jähriges Bestehen mit Festtagen vom 24. bis 26. Juni 2011[2].

Bekanntester Sohn des Dorfes ist der Dichter Hermann Allmers (1821–1902), dessen Wohnsitz, der von ihm umgebaute und ausgestattete Marschenhof, erhalten ist und für kulturelle Zwecke genutzt wird[3].

Außerdem stammt Erpold Lindenbrog (ca. 1540–1616) aus Rechtenfleth. Der väterliche Hof Lindenbrogs ist der frühere Weiderhof, der heute als Gaststätte des Ortes besteht. Lindenbrog ließ sich in Hamburg als Notar nieder. Es gibt auch eine Reihe von historischen Veröffentlichungen von ihm.[4][5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher von Rechtenfleth ist Hardy Köhler. Die Amtszeit läuft von 2016 bis 2021.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Rechtenflether Wappens[7] stammt von dem in Belgien geborenen und später in Otterndorf lebenden Heraldiker und Wappenmaler Professor Albert de Badrihaye,[8][9] der auch schon die Wappen von Hetthorn, Wanhöden, Holte-Spangen und vielen anderen Ortschaften im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.

Wappen von Rechtenfleth
Wappenbeschreibung: „In Rot über grünem, mit silbernen Wellenstreifen belegten Dreiberg ein silberner Kesselhaken.“
Wappenbegründung: Der Kesselhaken über dem Dreiberg erinnert an die ersten Siedlungen auf Wurten. Der Wellenstreifen weist auf den Ortsnamen hin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museum Hermann-Allmers-Haus

Jährlich feiert die Ortsgemeinschaft am 1. Mai ein Maibaumfest.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann-Allmers-Haus in Rechtenfleth
  • Der denkmalgeschützte Gartenfriedhof in Rechtenfleth mit dem Mausoleum des Dichters Johann Hermann Joppert (1828–1878) in Form einer neugotischen Kapelle und vier weiteren großen Familiengruften, darunter die von Hermann Allmers[10]

Schlepper Rechtenfleth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1929 gab es einen Schlepper „Rechtenfleth“ in Bremerhaven.[11]

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechtenfleth ist heute bekannt für seinen Campingplatz, welcher direkt am Weserstrand liegt und von der Gemeinde Hagen im Bremischen verwaltet wird. Der Campingplatz hat die Größe von 7,2 Hektar.[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechtenfleth liegt an der Weser nur wenige Kilometer von der Schnellfähre Brake-Sandstedt[13] entfernt. Im Norden befindet sich der Wesertunnel mit Zugang nach Nordenham. Rechtenfleth liegt im Gebiet des Verkehrsverbundes Bremen-Niedersachsen (VBN). Die Buslinie 570 stellt werktags eine Verbindung nach Bremerhaven zum Hauptbahnhof. Rechtenfleth hat zusammen mit Sandstedt Zugang zur A 27, Anschlussstelle Hagen. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich auf der anderen Weserseite in Brake (Unterweser), sowie jeweils ca. 25 km entfernt in Stubben bzw. der Hauptbahnhof in Bremerhaven. In Rechtenfleth befindet sich ein Sportboothafen. Von 1911 bis 1964 war der Ort an die Kleinbahnstrecke der Niederweserbahn angeschlossen.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Turnverein von 1911
  • Ketelhoken - Heimatfreunde Rechtenfleth
  • Freiwillige Feuerwehr Rechtenfleth
  • Hermann-Allmers-Gesellschaft
  • Wassersportverein Rechtenfleth
  • Männergesangverein Rechtenfleth

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Ulrich Hucker: Hermann Allmers und sein Marschenhof. Die Geschichte des Allmershofes und des Osterstader Dorfes Rechtenfleth in Beziehung zu Leben und Werk des Patrioten, Dichters und Gelehrten, mit einer Bibliographie seiner Werke. Oldenburg i. O. 1981 ISBN 3-87358-136-1
  • Axel Behne: Das Haus des Dichters Hermann Allmers in Rechtenfleth an der Weser. Neu bearbeitete 2. Aufl., Rechtenfleth 2001
  • Hansdieter Kurth: Rechtenfleth - Die Geschichte eines alten Marschendorfes. Rechtenfleth 2009
  • Felicitas Gottschalk: Hin nach Texas! Hin nach Texas! Hermann Joppert - ein Auswanderer als Soldat im Amerikanisch-Mexikanischen Bürgerkrieg 1846-1848. 1. Auflage 2012, ISBN 3-89995-870-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rechtenfleth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Röpcke (Hg.): Willehad: das Leben des hl. Willehad, Bischof von Bremen, und die Beschreibung der Wunder an seinem Grabe. Schünemann Verlag, Bremen 1982, ISBN 3-7961-1738-4, S. 90
  2. Ein Wunder: Rechtenfletherin geheilt, Artikel der Nordsee-Zeitung am 30. April 2011
  3. Internetseite des Hermann Allmers-Hauses in Rechtenfleth
  4. Kleines Dorf mit zwei Größen, Artikel der Nordsee-Zeitung am 9. Februar 2011
  5. Krause: Lindenbrog, Erpold. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 18, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 691 f.
  6. Ortsvorsteher von Rechtenfleth. Von: Internetseite der Gemeinde Hagen im Bremischen, PDF-Datei, abgerufen am 27. Mai 2017
  7. Landkreis Wesermünde: Wappen des Landkreises Wesermünde. Verlag: Grassé Offset, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-980031-80-2
  8. Wappenbuch gegen Kirchturmspende/ Albert de Badrihaye, in: Wilstersche-Zeitung, vom 7. März 2012, abgerufen am 9. März 2017
  9. Albert de Badrihaye 90 Jahre, in: Niederdeutsches Heimatblatt, Nr. 247 vom Juli 1970, Seite 4, abgerufen am 9. März 2017
  10. Internetseite Samtgemeinde Hagen zum Gartenfriedhof Rechtenfleth
  11. URAG. Geschichte der Unterweser Reederei, Schlepperchronik 1905 - 1929. In: urag.de. 10/05/2012 15:27:46, archiviert vom Original am 5. Oktober 2012, abgerufen am 5. Oktober 2012 (Foto Schlepper, Foto Seefunkstelle des Schleppers).
  12. Internetseite Touristikbüro Hagen im Bremischen
  13. Internetseite der Schnellfähre Brake-Sandstedt