Reem Alabali-Radovan

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Reem Alabali-Radovan (geboren am 1. Mai 1990 in Moskau[1] als Reem Al-Abali[2]) ist eine deutsche Politikerin der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Sie gewann bei der Bundestagswahl 2021 ein Direktmandat.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Eltern stammen aus dem Irak. Sie studierten in Moskau Ingenieurswesen.[1], wo Reem Alabali-Radovan 1990 geboren wurde und einige Jahre lebte. Ihre Eltern, die in Baghdad geboren wurden, reden auf Arabisch miteinander, sie selbst bekam als erstes Russisch beigebracht, welches sie später jedoch wieder verlernt hat. 1996 kam ihre Familie von Irak nach Mecklenburg-Vorpommern, wo sie Asyl erhielt. Sie ist zu drei Viertel chaldäischer Abstammung, wurde laut ihren Aussagen jedoch abgesehen von der Religion mit der arabischen Kultur großgezogen. Ihr arabisch- und chaldäischstämmiger Vater schloss sich einst dem Widerstand gegen Saddam Hussein an und kämpfte für die Peschmerga.[3]

Sie ging zunächst in Waren (Müritz) zur Schule, die Familie zog aber schon bald nach Schwerin.[1] Reem Alabali-Radovan legte am Fridericianum Schwerin das Abitur ab. Anschließend studierte sie bis zur ihrem Abschluss im Jahr 2013[2] Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Für ihre Bachelorarbeit nahm sie den Bürgerkrieg in Syrien als Thema.[1] Berufsbegleitend macht sie seit 2017 den Master of Arts im Gebiet Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit an der Technischen Universität Kaiserslautern.

Von Juni 2012 bis Juli 2014 war sie technische Mitarbeiterin am Deutschen Orient-Institut und als Assistentin bzw. Länderreferentin im Nah- und Mittelost-Verein in Berlin[1] im Bereich der Wirtschaftsförderung tätig. Im Mai 2015 kehrte sie zurück nach Mecklenburg-Vorpommern und war in der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Horst tätig, in der sie 1996 mit ihren Eltern aufgenommen worden war. Ab August 2018 war Reem Alabali-Radovan im Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung des Landes Mecklenburg-Vorpommern als Büroleiterin der Integrationsbeauftragten der Landesregierung tätig. Im Januar 2020 wurde sie selbst als Integrationsbeauftragte des Landes berufen.

Sie wohnt in Schwerin.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem sie Anfang 2021 Parteimitglied geworden war, trat sie bei der Bundestagswahl 2021 für die SPD Mecklenburg-Vorpommern auf Platz 6 der Landesliste[5] und im Bundestagswahlkreis Schwerin – Ludwigslust-Parchim I – Nordwestmecklenburg I auch als Direktkandidatin an. Sie gewann im Wahlkreis mit 29,4 Prozent der Erststimmen (45.107 Stimmen) und verbesserte das Ergebnis der SPD gegenüber der letzten Bundestagswahl um 7,3 Prozentpunkte.[6] Reem Alabali-Radovan zog damit in den 20. Deutschen Bundestag ein.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e menscheninschwerin.de, abgerufen am 28. September 2021
  2. a b www.faz.net, „Die zwei Leben der Reem Al-Abali“, 25. August 2015, abgerufen am 28. September 2021
  3. spotify.com, abgerufen am 28. September 2021
  4. wirsindderosten.de, abgerufen am 28. September 2021
  5. spd-mv.de, abgerufen am 7. Oktober 2021
  6. www.bundeswahlleiter.de, abgerufen am 6. Oktober 2021