Reinholdshain (Glauchau)

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Reinholdshain
Große Kreisstadt Glauchau
Koordinaten: 50° 50′ 10″ N, 12° 34′ 7″ O
Fläche: 5,7 km²
Einwohner: 943 (31. Mrz. 2020)
Bevölkerungsdichte: 165 Einwohner/km²
Eingemeindung: 3. Oktober 1992
Postleitzahl: 08371
Vorwahl: 03763
Reinholdshain (Sachsen)
Reinholdshain

Lage von Reinholdshain in Sachsen

Reinholdshain ist ein Ortsteil der Großen Kreisstadt Glauchau im Landkreis Zwickau in Sachsen. Die Gemeinde Reinholdshain mit ihren Ortsteilen Kleinbernsdorf und Ebersbach wurde am 3. Oktober 1992 eingemeindet. Die drei Orte bilden heute den Glauchauer Ortsteil Reinholdshain. Als Gemeindeteile der Stadt Glauchau tragen sie die Gemeindeschlüssel 110 (Reinholdshain), 020 (Ebersbach) und 080 (Kleinbernsdorf).[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinholdshain, Begrüßungsschild
Reinholdshain, Viadukt am Relsner Eck der Muldentalbahn

Geografische Lage und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinholdshain liegt 3 km östlich von Glauchau und 8 km südwestlich von Waldenburg. Begrenzt wird es außerdem von der Zwickauer Mulde und von der A 4. Durch den Ort verläuft die stillgelegte Bahnstrecke Glauchau–Wurzen (Muldentalbahn). Die Ortschaft Reinholdshain umfasst mit ihren Ortsteilen Kleinbernsdorf und Ebersbach 569 Hektar. Reinholdshain liegt am Lutherweg Sachsen.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinbernsdorf Oertelshain Ebersbach
Jerisau Nachbargemeinden Grumbach
Glauchau Niederlungwitz Lobsdorf

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Reinholdshain

Reinholdshain wurde wahrscheinlich um das Jahr 1100 gegründet. Zusätzlich tauchen in der Ortschronik z. B. Raynholdshain und Relsen als Ortsbezeichnungen auf. Die Siedlungsform entspricht einem Waldhufendorf, bebaut zu beiden Seiten des Dorfbaches, der im Oberdorf entspringt und zur Zwickauer Mulde fließt. Bereits 1542 wurde der 1460 als „Pernsdorff“ erwähnte Nachbarort Kleinbernsdorf zu Reinholdshain gepfarrt, zu dem er auch politisch immer gehörte. Im 16. Jahrhundert ist ein offenbar adliger „Jorg Eberhard zu Reinholdshain“ überliefert, dem 5 Personen in Niedermülsen steuerlich zugehörig sind. Er war wohl ein Burgmann der Schönburger in Glauchau.[2] Das Glauchauer Erbbuch von 1616 belegt für Güter in Reinholdshain die sogenannte Drittfrohne[3]. Bezüglich der Grundherrschaft waren Reinholdshain und Kleinbernsdorf Amtsdörfer der schönburgischen Herrschaft Glauchau, Amt Forderglauchau.[4][5][6] Nachdem auf dem Gebiet der Rezessherrschaften Schönburg im Jahr 1878 eine Verwaltungsreform durchgeführt wurde, kam Reinholdshain mit Kleinbernsdorf im Jahr 1880 zur neu gegründeten sächsischen Amtshauptmannschaft Glauchau.[7]

Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Reinholdshain im Jahr 1952 zum Kreis Glauchau im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt).

Die Orte Reinholdshain und Jerisau waren bis 1965 durch einen Weg über eine Muldenbrücke direkt miteinander verbunden. Das Hochwasser im Jahre 1954 an der Zwickauer Mulde zerstörte die Betonbrücke zwischen Jerisau und Reinholdshain vollkommen. Die Brücke wurde dann offenbar wieder aufgebaut, denn bis zum Jahr 1965 bestand diese Brückenverbindung beider Orte noch. Beide Kirchgemeinden konnten daher bis 1965 vom selben Pfarrer betreut werden. Im Jahre 1965 wurde auch dieser letzte Brückenbau hier über die Mulde durch ein Hochwasser zerstört und danach nicht wieder aufgebaut.[8] Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Ebersbach ohne ihren Ortsteil Oberwinkel in die Gemeinde Reinholdshain eingemeindet.[9] Oberwinkel wurde in diesem Zuge nach Waldenburg umgegliedert.[10]

Die Gemeinde Reinholdshain mit ihren beiden Ortsteilen kam im Jahr 1990 zum sächsischen Landkreis Glauchau, der 1994 im Landkreis Chemnitzer Land bzw. 2008 im Landkreis Zwickau aufging. Mit der Eingemeindung von Reinholdshain mit den Ortsteilen Ebersbach und Kleinbernsdorf in die Stadt Glauchau bilden diese seit dem 3. Oktober 1992 den Ortsteil Reinholdshain.[11] In den Jahren 1830, 1889 und 2006 wurde Reinholdshain von Unwetter durch Hagelschlag heimgesucht. In kurzer Zeit wurden sämtliche Feld- und Gartenflächen vernichtet. Das Hochwasser im Jahre 1954 richtete in vielen Ortschaften an der Zwickauer Mulde großen Schaden an. So wurde u. a. die Betonbrücke zwischen Jerisau und Reinholdshain vollkommen zerstört. Erneut wurde der Ort in den Jahren 1974 und 1975 von Hochwasser heimgesucht, weshalb Reinholdshain für einige Tage von der Außenwelt abgeschlossen war. So war zum Beispiel die Scheermühlenstraße überflutet und die Produktion wurde kurzzeitig eingestellt.

Ehem. Gasthöfe, Kneipen und Bäckerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der DDR-Zeit bis nach 1990 existierten in Reinholdshain noch drei Gasthöfe oder kleine Kneipen. So der bekannte „Gasthof Döhler“ nahe dem Feuerwehrgebäude an der Ringstraße. Dieser bestand schon seit Jahrhunderten. Während der Revolution 1848 wurden im Gasthof Döhler Veranstaltungen der Sozialdemokraten abgehalten. Hier soll Robert Blum gesprochen haben. Der Gasthof Döhler wurde nach 2010 geschlossen. Ein weiterer Gasthof, die „Baldrianschänke“ der Familie Spohn, existierte bis in die DDR-Zeit hinein am Abzweig der Straße nach Kleinbernsdorf von der Ringstraße „Am Konsumberg“. Dieser Gasthof wurde während der DDR-Zeit zu einem HO-Konsum umgebaut, nachdem die Besitzer altersbedingt den Betrieb als Gasthof aufgegeben hatten. Nahe neben diesem Gasthof/Konsum befand sich die Bäckerei der Familie Bauch bis nach 1990. Im Ortsteil Audörfel befand sich während der DDR-Zeit die kleine Kneipe „Audörfel“, die um 1990 geschlossen wurde. Nach 1990 wurde in dieser kurzzeitig ein Griechisches Restaurant eingerichtet. In einer Kleingartenanlage im Ortsteil Audörfel existierte bis nach 2000 noch die Kneipe „Relsner Eck“, die seit der Schließung noch als Vereinsheim der Kleingartenanlage genutzt wird.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachwerkhaus in Reinholdshain
Scheermühle Reinholdshain

Kirche und Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alte Kirche von Reinholdshain kann nicht zurückdatiert werden. Jedoch wurde sie im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut und vergrößert. In ihrer Grundsubstanz ist sie etwa 500 Jahre alt, da in einer 1844 abgefassten Urkunde ein Alter von 338 Jahren vermerkt ist. Auf dieser Angabe fußend konnte die Kirchgemeinde im Jahre 2006 den 500. Jahrestag der Erbauung feiern. Aber auch zuvor hat hier sicher schon eine wohl kleinere Kirche gestanden. Der heutige Grundbau entspricht dem aus dem 16. Jahrhundert. 1803 wurde die westliche Eingangshalle angebaut. Im selben Jahr wurden innen vorhandene Trennlogen zwischen Altarplatz und Kirchenschiff beseitigt. Die alte (nicht erhaltene) Orgel wurde Weihnachten 1803 erstmals gespielt. Später wurde sie mehrfach repariert. 1894 wurde das Kircheninnere erneuert und wesentlich farblich umgestaltet. 1905 wurde eine neue Orgel vom Rochlitzer Orgelbauer Schmeiser hier als Ersatz der älteren eingebaut. Da auch diese zweite Orgel störanfällig war, wurde 1983 in der DDR-Zeit eine „neue“ Orgel hier eingebaut. Die Reinholdshainer Kirchgemeinde konnte dazu die Orgel des devastierten Ortes Bösdorf im Leipziger Land erwerben. Diese (dritte) Orgel wurde 1866 vom bekannten Orgelbauer Urban Kreuzbach für die Bösdorfer Kirche gebaut.

Am 14. April 1945 wurde die Kirche – besonders der Glockenturm – infolge von Kriegshandlungen von amerikanischen Truppen schwer beschädigt. Dabei hatten wohl Panzer von der Autobahn bei Jerisau auf den Reinholdshainer Kirchturm geschossen. Die Kirche wurde dreimal getroffen. Im Kirchturm sollen sich Personen des Volkssturmes oder Soldaten befunden haben, von denen mindestens eine Person dabei zu Tode kam. Davon kündete während der DDR-Zeit noch ein Grab auf dem Friedhof mit einem Stahlhelm darauf. Diese Grabstelle wurde später möglicherweise umverlegt und weist heute keinen Stahlhelm mehr auf. Es ist heute allgemein den Gefallenen des Zweiten Weltkrieges gewidmet.

Kirchturm, Dach und Glocken wurden 1945 zerstört. Aus den Scherben der drei zerstörten Glocken wurde eine neue gegossen und diese zum Erntedankfest 1947 geweiht. Sie befindet sich nicht mehr im Kirchturm, sondern oberhalb des Treppenhauses des ehemaligen Kirchturmes. Der neue Kirchturm wurde – versetzt in die Mitte des Kirchendaches – in kleinerer Form errichtet. Weihnachten 1945 konnte hier nach notdürftiger Reparatur der Kirche wieder ein Gottesdienst abgehalten werden. Bis 1950 wurde der neue schlankere Kirchturm mitten auf dem Dach errichtet.

An der Außenwand der östlichen Südseite (Südwest-Ecke) befindet sich ein stehend angebrachter bemerkenswerter frühbarocker Grabstein eines Besitzer-Ehepaares der Scheermühle, die im 17. Jahrhundert verstorben sind. Eine (besser lesbare) Kopie davon wurde im 19. Jahrhundert zusätzlich im Innern der Kirche aufgestellt.

(wohl 17. oder frühes 18. Jh.?), über den offenbar noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen.

Auf dem Friedhof befand sich bis zum August 2020 der Grabstein der Eltern des Chemnitzer Design-Professors Karl Clauss Dietel, der in Reinholdshain sein Elternhaus hatte (heutige Wolkenburger Str.4) und hier aufwuchs.

Außerdem steht auf dem Friedhof noch ein – teilweise verwittertes – steinernes Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Der Friedhof ist von einer niedrigen Mauer umgeben. An deren Innenseite sind etliche monumentale Familiengräber aus früheren Jahrhunderten platziert. Im Areal des Friedhofes befinden sich noch einige Schuppen, Toiletten und eine Leichenhalle. Von der früheren, 1911 abgebrannten Schule scheinen Grundmauern im Friedhofsareal links innen neben dem Haupttor erhalten zu sein.[12]

Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In unmittelbarer Nähe der Kirche steht die ehemalige Schule. Sie wurde 1880 erbaut und 1890 erweitert. Sie hatte zwei Schulzimmer. Zusätzlich wohnte der Kirchschullehrer mit Familie im Schulgebäude. Es wurde bis 1932 fünfklassig und auf Grund der zurückgehenden Anzahl von Kindern ab 1932 nur noch dreiklassig unterrichtet. Im Jahre 1990 fand der letzte Unterricht statt, die in Reinholdshain ansässigen Kinder mussten nach Niederlungwitz bzw. Glauchau zur Schule gehen. Heute wird das Schulgebäude als Ortschaftsverwaltung genutzt.

Ursprünglich befand sich im Areal des Friedhofes eine alte Dorfschule, die am 12. August 1911 abbrannte. Zu diesem Zeitpunkt herrschte im Sommer große Hitze und Wassernot. Das wenige Löschwasser, das vorhanden war, musste zum Bespritzen der Kirche verwendet werden, damit die Flammen nicht von der brennenden Schule auf die Kirche übergreifen konnten.

Scheermühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Scheermühle Glauchau, am Lungwitzbach gelegen, wurde 1436 erbaut und gehört bis 1765 den Grafen von Schönburg zu Forderglauchau. 1793 wird als Besitzer Johann Christoph Engelmann genannt. Seit 1873 gehört die Mühle zu Reinholdshain. Die Mühle war bis 1990 in Betrieb und steht heute unter Denkmalschutz. Der umfangreiche Gebäudekomplex ist seit 1990 vom Verfall bedroht.

Der Historiker Walter Schlesinger vermutete den Namensursprung der Scheermühle und des Glauchauer Scherberges (letzterer mit nur einem e geschrieben!) in der Adelsfamilie von Scherre(s), welche seit dem 15. Jahrhundert in Glauchau nachweisbar gewesen sind. Er vermutete sie als Besitzer der Scheermühle und möglicherweise auch des ehemals nahegelegenen Schafhofes am „Großen Teich“/„Schafteich“. Noch auf einem Glauchauer Meilenblatt von 1798[13] ist der Schafhof am Großen Teich – hier als „Schäeferey“ („Groß teich hinter dem Schaff Hoffe zu Glaucha“, wohl 1535 so genannt[14]) eingezeichnet. Auf einer Karte von 1882 von Glauchau existiert der Schafhof nicht mehr, aber die Scheermühle ist hier noch verzeichnet.[15] Heute (2020) existiert auch der Schafteich bei der Scheermühle nur noch als Rudiment ohne Wasser. Er wurde während der DDR-Zeit bis um 1989 als Müllhalde der Glauchauer Chemieindustrie (VEB Spinnstoffwerk u. a.) genutzt und großflächig verfüllt. Schlesinger vermutete das im Jahre 1493 in einem Erbbuch von Glauchau genannte „Scherngut“ – dessen ehemalige Lage unklar ist – als identisch mit dem späteren herrschaftlich-schönburgischen „Schafhof“. Demnach wären wohl Scheermühle und der nahegelegene Schafhof am Schafteich ursprünglich Besitz der Adelsfamilie von Scherres gewesen und auch der Flurname Scherberg (mit einem e!) in Glauchau verweist auf diese ursprüngliche Besitzer-Familie. Die historische Scheermühle hatte (im 16. Jahrhundert?) drei „Mahlräder“ (Wasserräder oder Mahlsteine?). 40 Scheffel Korn und die Mästung von 12 Schweinen pro Jahr fielen ans Amt Glauchau. Zeitweise wurde hier auch das „Aß“ (Kleie und Staubmehl) verkauft (im 16. Jh.?).[16] Die Scheermühle war eine Getreidemühle, die Mehl produzierte und hier direkt verkaufte.

Ursprünglich gehörte die Scheermühle verwaltungsrechtlich zur schönburgischen Herrschaft Glauchau und später zur Herrschaft Forderglauchau und der Stadt Glauchau, wurde als Ortsteil/Gemarkung der Stadt Glauchau 1873 dem Dorf Reinholdshain angegliedert.

An der Außenseite der Reinholdshainer Dorfkirche befindet sich ein frühbarocker Grabstein eines Besitzer-Ehepaares der Scheermühle, die im 17. Jahrhundert verstorben sind. Eine (besser lesbare) Kopie davon wurde im 19. Jahrhundert zusätzlich im Innern der Kirche aufgestellt.

Verwaltung und Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oswald Seifert 1916–1946
  • Max Tanner 1946–1950
  • Karl Scheffler 1950–1952
  • Herr Schmiedel 1953–1957
  • Hans Meindl 1961–1978
  • Heinz Thümmler 1978–1990
  • Karsten Loos 1990–1992

Nachdem Karsten Loos als Bürgermeister in Waldenburg wirkte, übernahm Roland Walther 1992 das Amt des „Ortsvorstehers“ in Reinholdshain. 2004 wurde Walther in den Stadtrat von Glauchau gewählt und Hendrik Lohse übernahm das Amt als „Ortsvorsteher“.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1834 445 1933 921 1971 852
1871 588 1937 868 1989 883
1882 832 1939 885 1990 860
1890 906 1946 1133 1991 861
1905 1058 1950 1051 1993 990
1925 986 1964 885 2004 1150

Freiwillige Feuerwehr Reinholdshain[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Reinholdshain besteht aus ihrer Einsatzabteilung Reinholdshain, der Jugendfeuerwehr Reinholdshain und der Kommandostelle in Ebersbach.

Reinholdshain-Ebersbacher Wald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Östlich von Reinholdshain und südwestlich von Ebersbach, sowie nordöstlich von Niederlungwitz befindet sich zwischen den genannten drei Dörfern ein größeres Waldgebiet. Es wird auf Karten als Reinholdshainer Forst (nordwestlicher Teil) und Ebersbacher Wald (südöstlicher Teil) bezeichnet. Aus Niederlungwitz führt eine landwirtschaftliche Plattenstraße Pappelstraße/Breiter Weg, aus Reinholdshain eine ebensolche asphaltierte Straße und aus Ebersbach eine asphaltierte landwirtschaftliche Straße in diesen Wald. Alle drei treffen sich an einer Kreuzung direkt an der Brücke über die Bundesautobahn 4 (asphaltierte landwirtschaftliche Straße Reinholdshain–Ebersbach). Hier befindet sich auch eine überdachte Sitzbank für Wanderer. Wenig südlich dieser Kreuzung ist als höchste Erhebung der sogenannte Kirchberg (352,1 m[17]) in diesem Wald auf Karten eingezeichnet. Nördlich dieser Kreuzung befindet sich der nördliche Ausläufer dieses Waldes, der als Flurstück Schlepzig[17] benannt ist, sich direkt südlich an der Autobahn A4 befindet, und in dem ein Bach entspringt der unter der Autobahn hindurch nach Norden nach Ebersbach fließt. Südlich der Kreuzung am Kirchberg befinden sich in mindestens 200 Metern Entfernung zwei große aufgelassene alte Steinbrüche mitten im Teil Ebersbacher Wald. In diesem Teil des Waldes entspringt der Rottelsbach[17], der den südlichen Teil des Ebersbacher Waldes nach Westen durchfließt um schließlich in Niederlungwitz in den Lungwitzbach zu münden. Am Rottelsbach befindet sich im Ebersbacher Wald ein kleiner Stauweiher, der 2019 aber trockengelegt war. Es ist der einzige Teich im Reinholdshain-Ebersbacher Wald.

Ein kleinerer vierter Weg(Feldweg) erreicht den Reinholdshainer Forst an dessen Westseite von der Niederlungwitzer Schießsportanlage („Zum Wiesengrund“ in Niederlungwitz) und trifft auf den von Reinholdshain kommenden Weg am westlichen Waldrand des Reinholdshainer Forstes.

Kurz nach der Einmündung der aus Niederlungwitz kommenden Plattenstraße befindet sich im Ebersbacher Wald rechts/südöstlich dieser Straße eine noch in Nutzung befindliche Jagdhütte. An der Einmündung der Plattenstraße in den Wald ist ein beliebter Aussichtspunkt, da man von hier auf Niederlungwitz und Teile von Glauchau sehen kann. Man hat einen direkten Blick zum Glauchauer Bismarckturm auf der Bismarckhöhe (317,3 m[18]) über Glauchau und Niederlungwitz.

An der westlichen und östlichen Seite des Ebersbacher Waldes führen zwei Feldwege/Wanderwege nach Lobsdorf bzw. direkt an die Straße Niederlungwitz-Lobsdorf.

Der Reinholdshain-Ebersbacher Wald ist ein beliebtes Erholungsgebiet für Wanderer und Radfahrer, da er die genannten Ausblicke ermöglicht und alle Waldwege/Straßen hier für den regulären Straßenverkehr gesperrt sind.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Steche: Reinholdshain. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 13. Heft: Amtshauptmannschaft Glauchau. C. C. Meinhold, Dresden 1890, S. 28.
  • Ortschronik
  • Werner Ulbrich: 500 Jahre Kirche Reinholdshain, Reinholdshain, ohne Jahresangabe

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Reinholdshain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Reinholdshain im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gliederung der Großen Kreisstadt Glauchau
  2. Walter Schlesinger, nachbearbeitet von Thomas Lang: Das Schönburgische Amt Glauchau im 16. Jahrhundert. In: Beiträge zur Geschichte der Stadt Glauchau. Hrsg. von Enno Bünz. Thelem Verlag, Dresden 2010, S. 89.
  3. Walter Schlesinger, nachbearbeitet von Thomas Lang: Das Schönburgische Amt Glauchau im 16. Jahrhundert. In: Beiträge zur Geschichte der Stadt Glauchau. Hrsg. von Enno Bünz. Thelem Verlag, Dresden 2010, S. 94.
  4. Handbuch der Geographie, S. 491 und 493
  5. Reinholdshain im Buch „Geographie für alle Stände“, S. 898
  6. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 92 f.
  7. Die Amtshauptmannschaft Glauchau im Gemeindeverzeichnis 1900
  8. Rolf Scheurer: Die Dorfkirche von Reinholdshain, In: Historische Sakralbauten in Glauchau, Schriftenreihe des Denkmalverein e.V. Glauchau, Glauchau 2007, S. 13
  9. Ebersbach auf gov.genealogy.net
  10. Oberwinkel auf gov.genealogy.net
  11. Reinholdshain auf gov.genealogy.net
  12. Rolf Scheurer: Die Dorfkirche von Reinholdshain, In: Historische Sakralbauten in Glauchau, Schriftenreihe des Denkmalverein e.V. Glauchau, Glauchau 2007, S. 11–13 u. zwei Abbildungen im Anhang
  13. Walter Schlesinger, nachbearbeitet von Thomas Lang: Beiträge zur Geschichte der Stadt Glauchau. Hrsg. von Enno Bünz. Thelem Verlag, Dresden 2010, Meilenblatt von 1798 S. 155–157.
  14. Walter Schlesinger, nachbearbeitet von Thomas Lang: Beiträge zur Geschichte der Stadt Glauchau. Hrsg. von Enno Bünz. Thelem Verlag, Dresden 2010, S. 105.
  15. Walter Schlesinger, nachbearbeitet von Thomas Lang: Beiträge zur Geschichte der Stadt Glauchau. Hrsg. von Enno Bünz. Thelem Verlag, Dresden 2010, S. 155 u. 161 Abb. 6.
  16. Walter Schlesinger, nachbearbeitet von Thomas Lang: Beiträge zur Geschichte der Stadt Glauchau. Hrsg. von Enno Bünz. Thelem Verlag, Dresden 2010, S. 61–63 u. 104.
  17. a b c Falk Stadtplan Extra: Glauchau, Meerane, Waldenburg, 3. Auflage, ISBN 3-8279-2335-2
  18. Walter Schlesinger, nachbearbeitet von Thomas Lang: Beiträge zur Geschichte der Stadt Glauchau. Hrsg. von Enno Bünz. Thelem Verlag, Dresden 2010, S. 29.