Renaud Camus

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Renaud Camus (2014)
Château de Plieux (14.–16. Jahrhundert) Gers

Renaud Camus (* 10. August 1946 in Chamalières, Puy-de-Dôme) ist ein französischer Schriftsteller, Philosoph und Politiker. Seit 1985 ist er Herausgeber eines Journals, 2002 gründete er die Partei Parti de l'In-nocence (dt. etwa Partei der Arglosigkeit).[1] Er wird insbesondere wegen seiner Ideologie des „Großen Austauschs“ als einer der Vordenker des rechtsextremen Front National angesehen. Im April 2014 verurteilte ihn ein Pariser Gericht wegen Anstachelung zu Hass und Gewalt zu einer Geldstrafe über 4000 Euro.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Camus wurde in Chamalières in der Auvergne geboren und lebt heute auf seinem Château de Plieux im Département Gers. Seine Studienzeit verbrachte er zum Teil in England und reiste durch die USA.

Er engagiert sich für die Rechte von Schwulen und Lesben. Seine Buchveröffentlichungen befassen sich vielfach mit seiner eigenen Homosexualität.[2]

Im April 2014 verurteilte ihn ein Pariser Gericht wegen Anstachelung zu Hass und Gewalt zu einer Geldstrafe über 4000 Euro, weil er muslimische Einwanderer als Teil einer „Eroberung Frankreichs“ bezeichnet hatte.[3]

„Der große Austausch“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinen politischen Schriften behauptet er einen Identitäts- und Kulturverlust („déculturation“) Frankreichs aufgrund von Einwanderung. Sein Buch Le grand remplacement[4] (dt. etwa Der große [Bevölkerungs]-Austausch) wurde in Frankreich wie im deutschsprachigen Raum[5] innerhalb rechtsradikaler Strömungen stark rezipiert. Insbesondere die völkisch-nationalistische Identitäre Bewegung beruft sich wesentlich auf die Ideologie des „Großen Austauschs“, der zufolge die französische (bzw. deutsche oder österreichische) Regierung eine „Auflösung“ des Volkes plane und betreibe. Camus dockt damit auch an eine Globalisierungsskepsis an, nach der die Globalisierung alles – Waren, Produktionsstätten und Menschen – für auswechselbar erklärt habe.[6]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lorenz Jäger bezeichnete in der FAZ Camus’ ersten auf Deutsch erschienenen Roman Tricks als „das Buch eines stolzen Homosexuellen“; Revolte gegen den Großen Austausch solle hingegen dazu dienen, „die kausale Abhängigkeit eines schwindenden Gemeinschaftsgefühls und Nachbarschaftsvertrauens von wachsender ethnischer Durchmischung erweisen zu können“.[7]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

in deutscher Übersetzung

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.in-nocence.org/index.php?page=comite
  2. FAZ: Le Pens heimlicher Vordenker
  3. http://www.lemonde.fr/societe/article/2014/04/10/l-ecrivain-renaud-camus-condamne-pour-provocation-a-la-haine-contre-les-musulmans_4399551_3224.html
  4. Réédition du “Grand Remplacement” de Renaud Camus, augmentée du discours d’Orange (Memento vom 3. Dezember 2012 im Internet Archive)
  5. Danijel Majic: Rechte Bewegung in Hessen Rechte: „Stoppt den großen Austausch“. In: Frankfurter Rundschau, 3.7.2015. Abgerufen am 13. Oktober 2016.
  6. http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/renaud-camus-thesen-sind-bei-front-national-salonfaehig-13809272.html
  7. Lorenz Jäger: Identitätspolitik und lokale Gemeinschaften. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Februar 2016, S. N3.