Rolf Eden

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Rolf Eden 2010

Rolf Shimon Eden (* 6. Februar 1930 in Berlin als Rolf Sigmund Sostheim[1]) ist ein deutscher Geschäftsmann und ehemaliger Nachtclubbesitzer. Er wird seit Jahren oft als (letzter) deutscher oder Berliner Playboy und Lebemann bezeichnet und tritt entsprechend in Talkshows und zu anderen Gelegenheiten öffentlich auf, meistens in einem weißen Anzug.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre in Israel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eden wurde als älterer von zwei Söhnen einer jüdischen Familie im Berliner Bezirk Tempelhof geboren.[2] Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten floh die Familie 1933 nach Palästina. Edens Vater, der früher als Unternehmer tätig war, arbeitete, nachdem er 1936 Konkurs gemacht hatte, als Taxifahrer. Später führten Edens Eltern ein Café in Haifa, die Großeltern ein Hotel. Mit 14 verließ Rolf Eden die Schule und verdiente sein Geld als Musiker. Im ersten arabisch-israelischen Krieg kämpfte er in der Eliteeinheit Palmach[3] unter Jitzchak Rabin.[4] Aus dieser Zeit stammt Edens erstes von sieben Kindern von sieben Frauen, Irit (* 1949).[2] Mit der Mutter seiner ersten Tochter war er auch vorübergehend verheiratet, was Eden nach eigenen Angaben später der Presse verschwiegen hat.

Paris[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang der 1950er lebte Eden in Paris und arbeitete dort unter anderem als Musiker, Kellner, Chauffeur, Autohändler und er übernahm erste Statistenrollen bei Filmproduktionen, später auch Nebenrollen. Gleichzeitig wartete er vergeblich auf ein Visum für die USA. Als er 1956 in der Zeitung las, dass jeder im Ausland lebende Berliner, der nach West-Berlin zurückkehrt, 6.000 DM erhalte, reiste er nach Berlin.[5]

Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang zur Diskothek Big Eden
Rolf S. Eden (2011)

Zu Beginn seiner Zeit in Berlin wartete Eden auf das versprochene Geld und arbeitete zunächst kurze Zeit als Staubsaugervertreter sowie als Nachtportier und Barkeeper in einer US-Kaserne. Mit dem schließlich ausgezahlten „Begrüßungsgeld“ eröffnete Eden zunächst 1957 in der Nestorstraße Ecke Kurfürstendamm den Eden-Saloon, der wenige Jahre später in die nahe gelegene Damaschkestraße umzog und (nach Eröffnung des New Eden) auch Old Eden genannt wurde. Es folgten das New Eden, der Eden-Playboy-Club, das Kabarett Schlüsselloch und 1967 das Big Eden. Danach eröffnete er das Blue Tattoo. Das 1969 gegründete Eden Theater übernahm später Peter Stein. Eden prägte in den 1950er und 1960er Jahren die Nachtclub-Szene in Berlin und blieb auch in den 1970er und 1980er Jahren erfolgreich. Nach der Wende verkaufte Eden nach und nach alle seine Etablissements, seine letzte Diskothek, das Big Eden, veräußerte er im Jahr 2002. Nach seinen Angaben gingen alle späteren Besitzer mit den übernommenen Läden pleite.

Seit 1977 investierte Eden sein Geld in Immobilien. Er besaß 2012 nach eigenen Angaben 26 Mietshäuser mit mehreren Hundert Wohnungen in Berlin.

Immer wieder arbeitete Eden auch als Schauspieler und wirkte bisher in etwa 30 Filmen mit.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eden lebte über Jahrzehnte offen promisk und hatte zahlreiche Bekanntschaften, die oft von Presseberichten begleitet wurden und werden. Zu den (damals) bekannten Persönlichkeiten an seiner Seite zählten beispielsweise Kai Fischer, Evelyn Künneke, Maria Karrer (Model von Emilio Schuberth), Barbara Valentin, Barbara Capell und Sieglinde Walter (Fotomodell Anfang der 1960er Jahre), mit der er auch einen weiteren Sohn hat. Mit Ursula Buchfellner war er ab Anfang der 1980er für sieben Jahre liiert.

2012 veröffentlichte er seine Autobiografie Immer nur Glück gehabt: Wie ich Deutschlands bekanntester Playboy wurde im Lübbe-Verlag. Coautor war der Regisseur Peter Dörfler, der 2011 mit The Big Eden einen Dokumentarfilm über Edens Leben veröffentlichte.

Immer wieder äußert Eden öffentlichkeitswirksam eine angeblich notariell in seinem Testament versehene Verfügung, wonach eine Frau 300.000 Euro aus seinem Vermögen erbt, sofern er beim Geschlechtsverkehr mit ihr verstirbt. Auch darüber hinaus vertritt er in Interviews und Talkshows meist als machistisch wahrgenommene Thesen.

Rolf Eden betont, seit früher Jugend Atheist zu sein.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Dörfler: The Big Eden, Dokumentarfilm, Deutschland 2011, 90 min.

Musikvideos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rolf Eden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rolf Eden ist der Größte: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. September 2012.
  2. a b Uwe Killing: Die zwei Leben des Rolf Eden. Die Wahrheit über den letzten deutschen Playboy. In: Focus Online. 21. Dezember 2011, abgerufen am 4. April 2012.
  3. Oliver Das Gupta: "Sicherlich habe ich Menschen getötet". In: Süddeutsche Zeitung. 9. Oktober 2012, abgerufen am 25. August 2014 (deutsch).
  4. Nicholas Kulish: A German Playboy, With a Well-Kept, Earnest Past. In: The New York Times. 30. März 2012, abgerufen am 4. April 2012 (englisch).
  5. Stefan Kuzmany: Playboy-Porträt "The Big Eden". Einmal Kartoffelsalat mit Blondine, bitte. In: Der Spiegel. 15. Februar 2011, abgerufen am 4. April 2012.