Roman J. Israel, Esq. – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

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Filmdaten
Deutscher TitelRoman J. Israel, Esq. – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit
OriginaltitelRoman J. Israel, Esq.
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2017
Länge123 Minuten
AltersfreigabeFSK 6[1]
Stab
RegieDan Gilroy
DrehbuchDan Gilroy
ProduktionTodd Black,
Jennifer Fox,
Brian Oliver
MusikJames Newton Howard
KameraRobert Elswit
SchnittJohn Gilroy
Besetzung

Roman J. Israel, Esq. – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit (Originaltitel: Roman J. Israel, Esq.) ist ein US-amerikanischer Kriminalfilm von Dan Gilroy, der sich an den Film The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit von Sidney Lumet anlehnt. Der Film feierte im September 2017 im Rahmen des Toronto International Film Festivals seine Weltpremiere und kam am 17. November 2017 in ausgewählte US-amerikanische Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roman J. Israel arbeitet als engagierter und idealistischer Verteidiger in Los Angeles, dessen Gerichte hoffnungslos überlastet sind. Da bietet ihm ein Anwalt einen Job in seiner Firma an.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie führte Dan Gilroy, der auch das Drehbuch zum Film schrieb. Dieses landete im Jahr 2016 auf der Blacklist der besten unverfilmten Ideen Hollywoods. Es handelt sich nach Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis aus dem Jahr 2014 um den zweiten Film von Gilroy, bei dem er Regie führte. Der Film lehnt sich an das Buch The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit von Sidney Lumet an.[2] Die Filmmusik komponierte James Newton Howard.

Denzel Washington übernahm die Hauptrolle von Roman J. Israel. In weiteren Rollen sind Colin Farrell und Ashton Sanders zu sehen.[3]

Der Film wird in Los Angeles gedreht und damit an dessen Handlungsort. Weitere Aufnahmen entstanden in Santa Clarita. Als Kameramann fungierte Robert Elswit. Das Filmbudget beläuft sich auf rund 35 Millionen US-Dollar.

Der Film feierte am 10. September 2017 im Rahmen des Toronto International Film Festivals seine Weltpremiere[4], kam am 17. November 2017 in ausgewählte US-amerikanische Kinos, bevor er dort ab 22. November 2017 landesweit gezeigt wurde und am 2. Februar 2018 in die Kinos im Vereinigten Königreich. Ein Kinostart in Deutschland erfolgte am 19. April 2018.[5][6]

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Hubertus von Lerchenfeld im Auftrag der Scalamedia GmbH, Berlin. Leon Boden leiht in der deutschen Fassung dem titelgebenden Rechtsanwalt Roman J. Israel seine Stimme.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Schwickert sagt in den Dresdner Neuesten Nachrichten, wie schon in seinem beachtlichen Regiedebüt Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis stelle Dan Gilroy auch in Roman J. Israel, Esq. eine Charakterstudie ins Zentrum der Erzählung, in der aus dem Augenwinkel heraus die gesellschaftlichen Verhältnisse reflektiert werden: „Machte Jake Gyllenhaal in Nightcrawler als narzisstischer Kameramann ohne ethische Maßstäbe in der Medienbranche Karriere, ist dieser Roman J. Israel ein moralisches Relikt aus einer längst vergangenen Ära, das an der sozialen und juristischen Rücksichtslosigkeit der Gegenwart zu verzweifeln droht.“ Denzel Washington spiele den politischen Überzeugungstäter in der Krise mit nervösen Ticks, ausweichenden Blicken und herunterhängenden Wangen an der Grenze zum Autismus, so Schwickert weiter, und Gilroy lasse keinen Raum für politische Nostalgie, sondern zeige wie sich Roman selbst vom eigenen Sockel stürzt, indem er eine individualistische, eigennützige Entscheidung mit fatalen Folgewirkungen trifft. Mit seiner Selbstdekonstruktion versuche sich der Idealist der vollkommen unidealistischen Umgebung anzupassen und scheitert dabei auf tragische Weise, so Schwickert. Er merkt jedoch auch an, dass diese interessante Anti-Katharsis leider auf sehr wackeligen, dramaturgischen Beinen stehe, und es Gilroy nicht gelinge, sein Vorhaben in einem schlüssigen Plot voranzutreiben, da er sich immer wieder in Nebenhandlungen und symbolischen Erzählgesten verlaufe. Wieder einmal sei es Washington, der den Film mit einer stimmigen, komplexen Performance zusammenhalte, so Schwickert.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. Dezember 2017 gab die Academy of Motion Picture Arts and Sciences bekannt, dass sich James Newton Howards Arbeit auf einer Shortlist befindet, aus der die Nominierungen in der Kategorie Beste Filmmusik im Rahmen der Oscarverleihung 2018 erfolgen werden.[8] Im Folgenden eine Auswahl von Nominierungen im Rahmen weiterer Filmpreise.

Black Reel Awards 2018

Golden Globe Awards 2018

NAACP Image Awards 2018

Screen Actors Guild Awards 2018

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Roman J. Israel, Esq. – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 176403/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Untitled Dan Gilroy Feature In: filmstarts.de. Abgerufen am 22. April 2017.
  3. Mike Mazzanti: 'Moonlight' Star Ashton Sanders Joins Denzel Washington and Colin Farrell in Dan Gilroy’s 'Inner City' In: thefilmstage.com, 28. Februar 2017.
  4. https://www.screendaily.com/news/denzel-washingtons-roman-j-israel-esq-is-final-tiff-addition/5121867.article
  5. http://www.boxofficemojo.com/movies/?id=romanisrael.htm
  6. Starttermine Deutschland In: insidekino.com. Abgerufen am 2. Dezember 2017.
  7. Martin Schwickert: „Roman J. Israel, Esq.“ – Ein Moralist wankt In: Dresdner Neueste Nachrichten, 17. April 2018.
  8. Zack Sharf: Oscars 2018: Best Original Score Shortlist Includes 'The Shape of Water', 'All the Money in the World' and More In: indiewire.com, 18. Dezember 2017.
  9. Get Out Dominates the Black Reel Awards In: blackreelawards.com, 13. Dezember 2017.
  10. 2018 NAACP Image Award Nominations In: rottentomatoes.com, 20. November 2017.
  11. Rebecca Rubin: SAG Award Nominations In: Variety, 13. Dezember 2017.