RurUfer-Radweg

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RurUfer-Radweg
Logo des RurUfer-Radweg
Gesamtlänge 180 km
Lage Hohes Venn, Eifel/ Belgien, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niederlande
Karte
   Flusskarte 1 (pdf)
Flusskarte 2 (pdf)
Startpunkt "Signal de Botrange"
Zielpunkt Mündung der Rur in die Maas (Rurmündung) in Roermond
Orte am Weg Kalterherberg, Monschau, Dedenborn, Einruhr, Rurberg, Woffelsbach, Heimbach, Obermaubach, Untermaubach, Üdingen, Nideggen, Düren, Jülich, Broich, Tetz, Linnich, Hückelhoven, Wassenberg, Effeld, Vlodrop, St. Odilenberg
Bodenbelag meist wassergebundener Belag, wenig asphaltiert
Höhendifferenz Botrange 690 m,
Roermond 17 m/
ca. 820 Hm hinauf /
ca. 1430 Hm hinunter
Schwierigkeit Oberlauf mittel 2-6 %/ Düren-Roermond (ca. 110 km) flach.
Verkehrs­aufkommen mit Ausnahme des oberen Rurtals, fast ausschließlich abseits von Straßen.
Anschluss an Eifel-Höhen-Route; Vennbahn
ADFC-Zertifizierung Beschreibung beim ADFC
ADFC Klassifikationen
Webadresse www.rurufer-radweg.de

Der RurUfer-Radweg ist ein Radfernweg, der über rund 180 Kilometer an der Rur entlangführt. Er beginnt in Belgien in der Nähe der Rurquellen an der höchsten Erhebung Belgiens, dem Botrange im Hohen Venn, und führt bis zur Mündung in die Maas im niederländischen Roermond. Die Strecke führt durch das Eifelstädtchen Monschau, an den Rurstauseen vorbei und dann über Heimbach, Düren, Jülich und Linnich durch den Kreis Heinsberg und die niederländische Gemeinde Roerdalen nach Roermond. Die Route verläuft nahezu ausschließlich auf separaten Rad- und Wirtschaftswegen. Die Route ist in beide Richtungen einheitlich mit dem Radwege-Logo beschildert.

Streckenverlauf Botrange – Roermond[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die junge Rur im hohen Venn nah bei Vennbahntrasse

Charakteristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Radweg startet auf einer Höhe von 690 m und führt mit mittlerem Gefälle (2–6 %) über Monschau auf 517 m an den Rurstausee auf ca. 280 m. Hier besteht die Wahl zwischen dem östlichen etwas flacheren und dem westlichen hügelreicheren Ufer. Beide Wege führen nach Heimbach auf ca. 280 m, bevor es über die letzten beiden Anstiege nach Nideggen-Brück auf die nahezu ebene Reststrecke geht. Der größte Teil der Strecke hat eine wassergebundene Decke. Nur wenige Abschnitte sind asphaltiert. Die Route führt mit Ausnahmen im oberen Rurtal fast ausschließlich abseits von Straßen. Der Abschnitt Düren – Roermond weist auf ca. 110 km keine nennenswerten Steigungen auf. Daher ist dieser Teil insbesondere für Familien mit Kindern geeignet. Im Abschnitt Heimbach – Linnich wird die Route von der Rurtalbahn und den Bahnstrecken Düren – Jülich und Jülich – Linnich mit vielen Haltepunkten begleitet. Entlang des RurUfer-Radwegs gibt es zahlreiche fahrradfreundliche gastronomische Betriebe, die zum Rasten oder auch zum Übernachten einladen.

Der RurUfer-Radweg ist durchgängig ausgeschildert. In Belgien gibt es ein sehr übersichtliches Knotenpunktsystem. In der Städteregion Aachen und den Kreisen Düren und Heinsberg wurde der Radweg in der weiß-roten Beschilderung und zusätzlich als Themenroute mit dem Radweg-Logo gekennzeichnet. Auch auf niederländischer Seite kann dem Knotenpunktsystem gefolgt werden, wobei auch hier die Route zusätzlich mit dem Logo versehen ist.

Die touristischen Höhepunkte der Tour sind im Oberlauf das landschaftlich reizvolle Hohe Venn, die Altstadt von Monschau, der Rursee mit seiner Staumauer sowie das Jugendstil-Kraftwerk Heimbach. Im weiteren Verlauf folgen Burg Hengebach, Burg Nideggen, Staubecken Obermaubach, Burg Untermaubach, Schloss Burgau und das Leopold-Hoesch-Museum in Düren. Im flachen Abschnitt des Radweges führt die Route nach Düren über Jülich mit dem Brückenkopfpark und der Zitadelle Jülich weiter zum Glasmalereimuseum in Linnich. Danach folgen das Besucherbergwerk „Schacht 3“ in Hückelhoven und in Wassenberg die Stadtbefestigung mit dem Burgberg, bevor es zum Endpunkt Roermond mit seiner sehenswerten Altstadt geht.

Botrange – Heimbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ca. 50 km lange Teilstrecke startet auf der höchsten Erhebung Belgiens, dem Botrange im Hohen Venn. Hier befindet sich ein großer Parkplatz an der belgischen N676. Die Möglichkeit, den Ausgangspunkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln mit Radtransport zu erreichen, besteht nicht. Die Firma „Fahrrad Events Eifel“ bietet eine entsprechende Transportmöglichkeit von Hauptbahnhof in Aachen an.

Auf der N676 führt die Route nach Südosten, Richtung Sourbrodt, biegt aber vor dem Ort am Naturparkzentrum Botrange nach links ab und führt durch ein Waldgebiet, wo zum ersten Mal die Rur erreicht wird, nach Küchelscheid an der deutsch-belgischen Grenze. Auf der deutschen Seite im Ort Kalterherberg steht eine der als Eifeldom bezeichneten Kirchen, die Pfarrkirche St. Lambertus. Die Route folgt jetzt unmittelbar dem Lauf der Rur und führt am Kloster Reichenstein vorbei in den Luftkurort Monschau mit seiner historischen Altstadt. Weiter führt der Weg durch das Monschauer Land die tief eingeschnittene Rur entlang nach Einruhr am sogenannten Obersee des Rurstausees. Oberhalb des Sees wird nach vier Kilometern das Rurseezentrum mit dem Nationalparktor Eifel erreicht. Hier muss man sich entscheiden, ob man die westliche Routenführung über Rurberg und Woffelsbach oder die flachere Strecke am östlichen Ufer nehmen will. Am östlichen Ende des Stausees treffen beide Routen wieder zusammen und führen hinunter nach Heimbach mit seinem Jugendstil-Kraftwerk und der Burg Hengebach. Weiterhin befinden sich hier das Wasser-Info-Zentrum Eifel und die Endstation der Rurtalbahn.

Heimbach – Jülich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Abschnitt hat eine Länge von ca. 40 km. Von der westlichen Staumauer des Rurstausees, der Talsperre Schwammenauel, bis Kreuzau führt die Route durch die Rureifel. Hier hat sich die Rur tief und steil in den Untergrund eingegraben. Starke Windungen des Flusses bedingen hier sogenannte Umlaufberge. Hinter Heimbach wird das Tal aber breiter, und Buntsandsteinformationen mit senkrecht aufragenden, wild zerklüfteten Felsentürmen prägen das Landschaftsbild. Zwischen Hausen und Nideggen sind noch einmal zwei Anstiege zu überwinden, bevor der Weg nahezu eben bis zur Mündung verläuft. In Nideggen lädt die oberhalb der Altstadt gelegene Burg zu einer Besichtigung ein. Die Besiedlung wird jetzt deutlich dichter, und vorbei an vielen kleinen Orten führt die Route zum letzten Stausee im Lauf der Rur, dem Stausee Obermaubach. Mit Untermaubach verlässt die Rur die letzten Eifelausläufer und erreicht industriell erschlossenes Gebiet. Die industriellen Zentren beginnen in Untermaubach und erstrecken sich über Kreuzau, Düren, Jülich bis hin nach Linnich. Der Schwerpunkt liegt auf der Papierindustrie, aber auch Metallverarbeitung, Maschinen- und Apparatebau sowie Chemie sind anzutreffen. Auch Untermaubach hat eine Burg zu bieten. Weiter entlang der Rur führt die Route über Üdingen und Kreuzau in den Dürener Stadtteil Niederau, wo das Schloss Burgau steht. Nach weiteren ca. vier Kilometern wird die Innenstadt von Düren erreicht. Die bekanntesten Museen der Stadt sind das Leopold-Hoesch-Museum und das Papiermuseum. Durch jetzt völlig flaches Gelände führt die Route weiter am Ufer der Rur entlang und erreicht nach ca. 18 km die Stadt Jülich. Hier lohnt besonders ein Besuch der Zitadelle und des Brückenkopfparks.

Jülich – Roermond[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte ca. 90 km lange Abschnitt führt durch die offenen Ackerflächen der Jülicher Börde. In der Region von Heinsberg, vor der niederländischen Grenze, geht die Rurniederung in die weite Maasebene über. Verstreut liegende Altarme und Herrenhäuser prägen jetzt das Landschaftsbild. Entlang des stark mäandrierenden Flusses geht es jetzt nach Linnich, wo das Deutsche Glasmalerei-Museum zu einem Besuch einlädt. Anschließend ist das Wasserschloss Rurich sehenswert. In Hückelhoven gibt es das Besucherbergwerk "Schacht 3" mit dem Aussichtspunkt Millicher Halde zu sehen, und die Stadt Wassenberg bietet die Stadtbefestigung mit dem Burgberg als Sehenswürdigkeit. Nach weiteren 9 km am Ufer der Rur wird der Effelder-Waldsee und damit die deutsch-niederländische Grenze erreicht. In den Niederlanden wurde die Rur bzw. Roer wie sie hier heißt, nie reguliert, sodass sich der Fluss in einem ursprünglichen Zustand befindet. Über Vlodrop, dem niederländischen Grenzort, und Sint Odiliënberg erreicht die Route dann ihren Endpunkt Roermond. Die Rur teilt sich in der Maasniederung in zwei Mündungsarme. Diese durchfließen das westliche Stadtgebiet von Roermond. Dabei fließen sie an der Kathedrale St. Christophorus vorbei und münden schließlich in die Maas. Roermond kann mit der Bahn über den Grenzbahnhof Venlo erreicht werden.

Anschlussradwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Roermond gibt es eine interessante Runde um die Maasplassen oder die Fahrt kann entlang der Maas fortgesetzt werden. Am ehemaligen Bahnhof von Kalterherberg findet man Anschluss an den Vennbahnradweg und zwischen Kalterberg und der Rurtalsperre verlaufen der Rurufer-Radweg und der Rundkurs Eifel-Höhen-Route gemeinsam. Die Eifel-Höhen-Route ist eine Panoramatour um den Nationalpark Eifel und hat Anschluss an den Kylltal-Radweg in Dahlem, den Ahrtal-Radweg in Blankenheim (Ahr) und Ahrhütte sowie den Erft-Radweg in Nettersheim.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahn- und Busanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Ausgangspunkt Botrange gelangt man mit öffentlichen, fahrradtransportierenden Verkehrsmitteln auf deutscher Seite nur bis Heimbach. Allerdings bietet die Firma "Fahrrad Events Eifel" Fahrradtransporte ab Aachen Hauptbahnhof an. Der nächste belgische Bahnhof ist Verviers Central. Von dort gelangt man über die Straßenverbindung N640 – Mangombroux – N672 – Secheval – Jalhay – Belle Croix – N68 – Mont Rigi – N678 Richtung Sourbrodt nach ca. 21 km zum Botrage. Allerdings liegt der Bahnhof von Verviers 520 Höhenmeter tiefer als der Botrange.

Auf dem RurUfer-Radweg gibt es zahlreiche Bahnhöfe auf der parallel verlaufenden Bahnstrecke der Rurtalbahn zwischen Heimbach und Linnich.

Vom Endpunkt Roermond aus gibt es regelmäßigen Zugverkehr nach Venlo oder Maastricht. Um zu einem deutschen Bahnhof zu kommen, gibt es eine angenehme Radstrecke von Roermond durch den Nationalpark De Meinweg nach Dalheim. Dort ist die Endstation der Bahnstrecke Jülich–Dalheim. Es verkehrt die Schwalm-Nette-Bahn (RB 39) zwischen Mönchengladbach Hauptbahnhof und Dalheim.

Landschaft und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hohe Venn, das belgische Brackvenn: Moorlandschaft im Herbst

Der Ausgangspunkt der Route liegt im Naturpark Hohes Venn-Eifel an der höchsten Erhebung des Hohen Venns und Belgiens am Botrange. Hier befindet sich der Turm mit der Aussichtsplattform „Signal de Botrange“, der einen Ausblick auf das Hochmoor bietet, das die Rurquellen speist. Außerdem befindet sich hier der aufgeschüttete Baltia-Hügel mit einem geodätischen Festpunkt auf 700 m O.P.. Der Hohe Venn (französisch: Hautes Fagnes) ist eine schildförmig gewölbte Hochfläche an der Grenze zwischen Deutschland und Belgien. Große Flächen sind als Hochmoor ausgebildet. Das Klima ist relativ rau, im Jahresmittel wesentlich kühler als im Umland, und sehr regenreich. Nach zwei Kilometern führt die Route am „Naturparkzentrum Botrange“ vorbei, das alle Informationen zum Hohen Venn in Französisch, Niederländisch und Deutsch anbietet. Das Zentrum samt neuem Museum "Fania" ist seit März 2013 wiedereröffnet. Es folgt der Übergang vom Hohen Venn in die Eifelhochflächen. Diese sind im Gegensatz zum Hohen Venn, von der Rur und ihren Nebenflüssen tief eingeschnitten. Diese Täler bilden mit ihren bewaldeten Steilhängen und schroffen Felspartien eine Schluchtwaldlandschaft. Die Route führt nach dem Grenzübertritt nach Deutschland durch das Monschauer Land, das sich von Kalterherberg bis hin zum Rurstausee erstreckt. Darin liegt das malerische Eifelstädtchen Monschau, eine ehemalige Hochburg der Tuchmacherei, mit seinen Fachwerk- und Bruchsteinhäusern. Immer noch wird die Altstadt von der aus dem 12. Jahrhundert stammenden Burg beherrscht. Der nächste Abschnitt der Route wird von den Wasserflächen des Rurstausees bestimmt. Daneben gibt es aber auch Gelegenheit, das sogenannte Nationalpark-Tor zum Nationalpark Eifel in Rurberg zu erkunden oder einen Abstecher zu der über 100 Jahre alten Urftseemauer zu machen.

Der RurUfer-Radweg läuft entlang beider Ufer des Rursees. Die Strecke am östlichen Ufer durchquert den Nationalpark, während es am westlichen Ufer durch den Wassersportort Woffelsbach und geht. Es kann aber auch die zwischen Rurberg und Schwammenauel die Rurschifffahrt genutzt werden, um die Tour abzukürzen. Nach der Vereinigung der beiden Routen und der Abfahrt nach Heimbach kann das Jugendstil-Wasserkraftwerk besucht werden. Es liegt zwar am Rursee, erhält sein Wasser aber aus dem Urftsee, mit dem es über zwei Druckwasserleitungen mit einem Höhenunterschied von 110 m verbunden ist. Bei seiner Inbetriebnahme 1905, war es mit fünf Megawatt das leistungsfähigste Wasserkraftwerk Europas. In Heimbach selbst warten die Burg Hengebach, das Wasser-Info-Zentrum Eifel und das Nationalpark-Tor Heimbach auf den Besucher. Die Route erreicht jetzt die Rureifel. Zwischen Heimbach und Kreuzau wird sie begleitet von imposanten Buntsandsteinfelsen. Hier befindet man sich im ehemaligen Herzogtum Kleve-Jülich-Berg, dem Kerngebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens. Entlang des nördlichen Teils des Nationalparks und vorbei an der Burg Nideggen führt die Route zum letzten Stausee der Rur, dem Stausee Obermaubach. Danach verschwinden die Berge und werden, nach den Burgen Obermaubach und Untermaubach, durch Auwälder abgelöst, die sich bis nach Düren erstrecken. In Düren warten das Schloss Burgau, der verkehrsberuhigte Marktplatz und Museen auf einen Besuch. Das bekannteste Museum der Stadt ist das Leopold-Hoesch-Museum, das vorwiegend Werke des Expressionismus und der Klassischen Moderne zeigt. Der Weg führt jetzt weiter nach Jülich. Von ihm kann ein Abstecher nach Westen zum Braunkohletagebau Inden unternommen werden. Auf einer 12 km langen Schleife kann dieser umrundet werden, wobei der stählerne Aussichtsturm Indemann einen guten Rundumblick ermöglicht. Der Fluss Inde wurde wegen des Tagebaus umgeleitet und mäandert jetzt durch die rekultivierte Fläche, bevor er bei Jülich wieder in die Rur mündet. Östlich des Weges in Niederzier liegt das "Haus Horn", eines der letzten noch erhaltenen Wohnspeicherhäuser aus dem 17./18. Jahrhundert. Es gewährt einen Einblick in das Alltagsleben unserer Vorfahren. Außerdem befindet sich dort die Wasserburg Niederzier, in der sich heute die Gemeindeverwaltung befindet. In Jülich bieten sich die Zitadelle aus der Renaissance und der Brückenkopf-Park aus napoleonischer Zeit für einen Besuch an.

Der Weg führt jetzt durch die ebene Landschaft des Niederrheins und erreicht die Jülicher Börde. Weite, offene Ackerflächen mit darin verstreut liegenden Dörfern begleiten nun den Wasserlauf. Einst die Kornkammer des Heiligen Römischen Reiches ist sie heute noch eine der fruchtbarsten Gebiete Deutschlands. Am Wegesrand liegen zahlreiche Burgen und die noch sichtbaren Monumente des ehemaligen Steinkohlereviers. In Linnich kann das Deutsche Glasmalerei-Museum besucht werden, das neben der ältesten Glasmalerei-Werkstatt Deutschlands, Glas-Kunstwerke aus dem 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart ausstellt. Die nächste Sehenswürdigkeit am Weg ist das klassizistische Schloss Rurich mit seiner Parkanlage. Nach dem Korbmachermuseum in Hilfarth gelangt man zum Besucherbergwerk "Schacht 3" in Hückelhoven. Mit der Schließung der Zeche Sophia-Jacoba 1997, ging hier die fast hundertjährige Bergbautradition zu Ende. Ein Förderverein hat das Schachtgerüst "Schacht 3", das Maschinenhaus und die Schachthalle erhalten und restauriert. Führungen vermitteln einen Eindruck vom Steinkohlebergbau. Die Burg Wassenberg hat einen öffentlich zugänglichen Burgfried, der einen schönen Ausblick auf die Wasserburgen des Rurtals bietet. Auf dem Weg zur niederländischen Grenze prägen jetzt Spargelfelder das Landschaftsbild. Auf 450 m verläuft die deutsch-niederländische Grenze in der Mitte der Rur. Die Niederländer schreiben zwar Roer, sprechen den Flussnamen aber wie Rur. Der letzte Abschnitt der Route führt entlang des unregulierten und daher ursprünglichen Flusslaufes nach Roermond. Mediterran anmutende Bauerngärten und Obstplantagen begleiten ihn. Wer die Stadt besuchen möchte, überquert die Holzbrücke über einen der beiden Mündungsarme der Rur und fährt bis zur Steenbrug ins Zentrum. Von dortigen Marktplatz kann man sowohl die Kirchen und Museen der Stadt, als auch den Bahnhof zur Rückreise leicht erreichen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kalterherberg mit seinem Eifeldom der Pfarrkirche St. Lambertus. Direkt am Hohen Venn gelegen, bekommt dieser Grenzort zu Belgien als erster das schlechte und kalte Wetter ab. Haushohe Buchen-Windschutzhecken verschaffen Abhilfe. Kalterherberg ist ein typisches Beispiel für das Monschauer Heckenland. Das ehemalige Kloster Reichenstein über der Rur befindet sich ebenfalls im Gemeindegebiet.
  • Monschau ist bekannt für seine historische Altstadt. Die aus dem 12. Jahrhundert stammende Burg dominiert noch heute die aus der Blütezeit der frühindustriellen Tuchproduktion stammenden Altstadt mit ihren Fachwerk- und Bruchsteinhäusern. Ein besonders beeindruckendes Beispiel ist dabei, das heute als Museum eingerichtete, von der Fabrikantenfamilie Scheibler um 1760 errichtete Rote Haus.
  • Heimbach am Fuße der Rursee-Staumauer Schwammenauel gelegen, bietet eine Reihe von Sehenswürdigkeiten. Dazu gehören das Jugendstil-Kraftwerk, das bei seiner Inbetriebnahme 1905 größte Wasserkraftwerk Europas. In dem in Europa einzigartigen, vollständig erhaltenen Jugendstilgebäude befindet sich das RWE Industriemuseum. In ihm ist eine der alten Turbinen mit den damals üblichen Messingarmaturen zu besichtigen. Darüber hinauf liegen im Ort die Burgen Hengebach und Hausen, das Wasser-Info-Zentrum Eifel sowie das Nationalpark-Tor Heimbach. Nahe Heimbach findet sich die Abtei Mariawald, ein bis heute aktives Kloster des Ordens der Zisterzienser.
  • Nideggen hat eine sehenswerte Altstadt mit Fachwerk- und Buntsandsteinhäusern. Vom zentralen Marktplatz aus blickt man auf die beiden trutzigen Stadttore. Nach zehn Minuten Fußweg, vorbei an der romanischen Pfarrkirche mit einem der ältesten erhaltenen Freskogemälden Deutschlands, steht man vor den Toren der Burg Nideggen. Von hier erschließt sich eine Vielfalt an Wanderwegen rund um die gewaltigen Felsmassive, über denen die Burg weithin sichtbar erbaut ist. Darüber hinaus gibt es in dem Ort mehrere Einrichtungen des Nationsparks Eifel.
  • Düren nennt sich "Das Tor zur Nordeifel". Es ist geprägt von mehr als 1.300 Jahren wechselvoller Geschichte und ihrer heutigen modernen Industrie. Das Wasserschloss Burgau liegt im Burgauer Wald am Rand des Stadtteils Niederau. In der Stadt gibt es noch Reste der mittelalterlichen Stadtmauer mit dem Dicken Turm und dem Grönjansturm. Das bekannteste Museum der Stadt ist das Leopold-Hoesch-Museum. Das 1905 im Neobarock errichtete Gebäude zeigt wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, unter anderem mit expressionistischen Gemälden. Seit 1986 sind dort auch Kunstwerke der internationalen Biennale PaperArt zu sehen. Dabei kooperiert es mit dem benachbarten Papiermuseum. Nördlich von Düren befindet sich der Braunkohlentagebau Inden. Der Aussichtsturm Indemann und ein Aussichtspunkt am Rand des Tagebau vermitteln einen Eindruck über die Abbauaktivitäten.
  • Jülich wurde 1944 durch den Luftangriff britischer Bomber zu 97 % zerstört. Heute besitzt es mit dem Forschungszentrum Jülich eines der größten Forschungseinrichtungen Europas. Bekannt ist auch der Solarturm Jülich, an dessen Entwicklung als solarthermisches Demonstrations- und Versuchskraftwerks das Solar-Institut Jülich der Fachhochschule Aachen entscheidend mitwirkte. An Sehenswürdigkeiten bietet die Stadt die beiden Tore der mittelalterlichen Stadtbefestigung, das Aachener Tor und den Hexenturm. Die Zitadelle aus der Renaissance mit dem Museum Zitadelle und der Brückenkopf-Park aus napoleonischer Zeit sind Teile der ehemaligen Festung Jülich.
  • Hückelhoven weist eine lange Liste denkmalgeschützter Objekten auf. Darunter Häuser aus der langen Bergbaugeschichte der Stadt, das Schloss Rurich ein Herrenhaus mit englischem Park im Ortsteil Rurich, sowie weitere ehemalige Burgen und Herrenhäuser. Im "Schacht 3" der ehemaligen Zeche Sophia-Jacoba wurde ein Besucherbergwerk eingerichtet.
  • St. Odilenberg ist ein Dorf in der niederländischen Provinz Limburg. Er liegt an der Rur rund fünf km westlich ihrer Mündung in die Maas. Dort gibt es eine aus dem 11. Jahrhundert stammende zweitürmige romanische Basilika, die den Heiligen Wiro, Plechelmus und Otgerus geweiht ist, sowie die Windmühle (Molen van Verbeek) aus dem Jahr 1883.
  • Roermond an der Mündung der Rur in die Maas hat zum Abschluss der Route noch einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Unter anderem die Liebfrauen-Münsterkirche aus dem 13. Jahrhundert, die Kathedrale St. Christophorus aus dem 15. Jahrhundert und das Rathaus aus dem Jahre 1700 mit einem Glockenspielturm.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ADFC-Regionalkarte Eifel / Mosel, 1:75.000. Bielefelder Verlag, 1. Auflage. 2006, ISBN 3-87073-391-8.
  • bikeline Radtourenbuch – Von der Quelle im Hohen Venn zur Mündung in die Maas, 1:50.000. Verlag Esterbauer, 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-85000-179-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikivoyage: RurUfer-Radweg – Reiseführer

Koordinaten: 50° 29′ 34,5″ N, 6° 5′ 59,5″ O