Rust (Computerspiel)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Rust
Rust vector logo.svg
StudioVereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Facepunch Studios
PublisherVereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Facepunch Studios
Leitende EntwicklerGarry Newman
Erstveröffent-
lichung
11. Dezember 2013 (Early access)
8. Februar 2018
PlattformMicrosoft Windows, macOS, Linux
Spiel-EngineUnity
GenreAction-Adventure, Indie, Survival-Horror
ThematikSurvival
SpielmodusMehrspieler
SteuerungMaus, Tastatur
Systemvor-
aussetzungen
Sprachemehrsprachig
KopierschutzSteam

Rust ist ein Survival-Computerspiel aus dem Jahr 2013 für Microsoft Windows, MacOS und Linux. Das Spiel wurde von den Facepunch Studios entwickelt und kann nur im Mehrspieler-Modus gespielt werden. Erstmals wurde das Spiel im Dezember 2013 in dem Early access-Programm von Steam veröffentlicht und erschien im Februar 2018 als vollwertiges Spiel.

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Spieler spawnt in einer offenen Spielwelt auf einer Insel mit unterschiedlichen Biomen und errichteten Bauwerken mit einer Fackel und einem Stein. Von dort an muss er versuchen möglichst lange zu überleben, indem er Rohstoffe abbaut, Gegenstände wie Werkzeuge, handwerkliche Gegenstände, Kleidung, Medizin und Waffen und dazugehörige Komponenten zusammenbaut und Bauten (zum Beispiel als Schutz, Fallenbau oder Behausung) errichtet. Dabei muss der Spieler sich auch gegen feindliche Tiere (Player versus Environment) und Spieler (Player versus Player) zu Wehr setzen und seine Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken, Strahlenschutz und eine angemessene Körpertemperatur und Gesundheit befriedigen, die auf einer Bedürfnisleiste angezeigt werden, in dem zum Beispiel Tiere gejagt oder Pflanzen, Gemüse und Früchte abgebaut, eingepflanzt und weiterverarbeitet werden oder mit anderen Spielern darum kämpft oder Handel betreibt.

Der Spieler kann sich außerdem in Clans mit anderen Spielern zusammenschließen. Bei einem Tod spawnt der Spieler an einen zufälligen Ort auf der Spielwelt neu und verliert die Gegenstände aus seinem Inventar. Airdrops von einem Flugzeug sollen die Spieler dazu bewegen ins Gefecht zu treten, um besondere Gegenstände zu erhalten.[1][2][3]

Entwicklung und Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konzeption und Idee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel war ursprünglich als ein Klon der populären Mod DayZ des Computerspiels ArmA 2 geplant. Im Gegensatz zu dieser Standardversion sollten aber auch Crafting-Konzepte hinzugefügt werden. Eigentlich sollten daher Zombies die Haupt-Computergegner der Spieler werden, wurden aber später durch ein Update Anfang Februar 2014 durch Bären und Wölfe ersetzt.[4][5][6] Das Spiel ist als ein Steamtitel für die Computer-Betriebssysteme Microsoft Windows, MacOS und Linux konzipiert worden. An eine Portierung für Xbox One und PlayStation 4 waren die Entwickler zumindest in dem Jahr 2014 interessiert.[7]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel wird von den Facepunch Studios entwickelt und vermarktet. Der zuständige Designer ist dabei Garry Newman, der bereits zuvor das Spiel Garry’s Mod entwickelt hatte. Als Spiel-Engine wurde dabei die Unity Engine verwendet. Bei der Entwicklung trägt die Community zu den Entscheidungen bei.[8] In einem Entwicklerblog geben die Entwickler die zukünftigen Änderungen des Spiels bekannt.[9][10] Im Juni 2014 wurde der Code teilweise neu geschrieben, um das Spiel zu verbessern und die Spieler hatten die Wahl, ob sie die alte oder die experimentelle Version spielen wollten, die später die Standardversion wurde. Dadurch wurde das Spiel auf Unity 5 aktualisiert.[11][12][13][14] Im Oktober 2014 wurde der Modus Standard.[15] Seit Anfang 2017 unterstützt das Spiel die Vulkan-API und soll damit die CPU-Performance verbessern.[16]

Updates und Gameplay-Änderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel wird häufig durch neue Gegenstände und Waffen sowie Performance-Verbesserungen erweitert.[17]

Um dem Verwenden von Cheats entgegenzuwirken, werden Nutzer, die diese verwenden, gebannt. Die spezielle Software der Entwickler – Cheatpunch – sollte diese besser ausfindig machen und entlarven und wurde später durch „EasyAnticheat“ ersetzt.[18][19][20] Mitte Juli 2015 wurden erstmals weibliche Charaktere in der Testphase des Spiels hinzugefügt, die aber ebenso wie die Hautfarbe nicht frei wählbar sind und zufällig vergeben werden.[21][22] Mitte April 2016 wurde bekannt, dass das Geschlecht nun abhängig von der Steam-ID vergeben wird.[23][24] Nach dieser Einführung stieg die Verkaufszahl um 74 % an und auch die Server wurden aktiver besucht.[25][26] Newman gab an, dass er nicht wie die meisten Entwickler heutzutage so viel Zeit mit dem Charakter-Editor verschwenden will und die Idee der Zufälligkeit von Dingen zum Gesamtkonzept gehört. Einigen Spielern gefielen diese Änderungen aber nicht, da sie sich bevormundet fühlten.[27][28] Eigentlich waren für das Spiel Fahrzeuge im postapokalyptischen Stil, wie in den Mad Max-Filmen geplant, wurden aber nie richtig umgesetzt.[29] Durch den Peacekeeper-Mode sind die Geschütztürme im Spiel intelligenter gemacht worden, haben aber hohe Anschaffungskosten.[30]

Verkaufszahlen und Spielerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Garry Newman davon abriet, das Spiel im frühen Entwicklungsstadium der Alpha-Version zu kaufen, hatte sich das Spiel Mitte Januar 2014 bereits 200.000 mal verkauft.[1] Bereits nach einem Monat wurde der Titel eine halbe Million mal verkauft und hatte damit 55 Prozent der Einnahmen des ebenfalls von Garry Newman entwickelten Spiels Garrys Mod eingenommen, was etwa zwölf Millionen Dollar zu dem Zeitpunkt entsprach.[31] Weniger als einen Monat später wurde das Spiel über eine Million mal verkauft.[32]

Ende Dezember 2015 wurde das Spiel über drei Millionen mal verkauft und hatte zu Spitzenzeiten um die 29.000 Spieler auf den Servern.[33][34] Das Spiel gehört zu den Top 15 der meistgespielten Spiele auf Steam.[35] Allerdings machen auch einige Käufer Gebrauch von dem Steam-Rückgabemodus. Nach Newman waren dies ca. 330.000 Nutzer und führten zu einem Geldverlust von ca. 4,3 Millionen US-Dollar.[36][37][38]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde das Spiel im Dezember 2013 in dem Early access-Programm von Steam veröffentlicht, erschien im Februar 2018 als vollwertiges Spiel und hatte eine Preiserhöhung von 19,99 auf 34,99 Dollar zur Folge.[39][40][41]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiker-Wertung
Metaseiten Score
Metacritic 70/100[42]
Presse Score
Game Informer 6.5/10[43]
GameSpot 3/10[44]
GameStar 69/100[45]
Spieletipps.de 89/100[46]

Die Alpha-Version erhielt aufgrund der unterschiedlichen Performance und Fehleranfälligkeit einzelner Rechnersysteme, der Halbfertigkeit und der ständigen Entwicklung unterschiedliche Kritiken. Gelobt wurden dort vor allem das Spielkonzept und Gamedesign, zum Beispiel wegen der vielen halbverfallenen Ruinen der größenwahnsinnigen Baulust anderer Spieler in der Welt zu begegnen und des detaillierteren Crafting-Systems.

Häufig verglichen wird das Spiel mit anderen Survial- und Sandboxtiteln wie Minecraft, Starbound, Terraria, The Forest, H1Z1, 7 Days to Die, ARK: Survival Evolved und DayZ. Aufgrund der Spielmechanik, wie dem vielen Arbeiten mit Steinen und der Jäger und Sammler-Thematik wird das Spiel auch mit dem Neolithikum in der Steinzeit, anarchischen Zuständen oder dem Leben auf einer Insel fernab der Zivilisation verglichen. Die ständige Gefahr, von Spielern angegriffen zu werden, führe zudem zu einen besonderen Nervenkitzel und Vorsicht.[47][1][48][49][50] Allerdings kann das Spiel auch für Frust und Wut sorgen und erfordert viel Frusttoleranz, Misstrauen und Achtsamkeit gegenüber anderen Spielern und Einarbeitung.[51][2]

Auf Metacritic erhielt das Spiel einen Metascore von 70 von 100.[42]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Durch ein Update im März 2015 ist im Spiel die Hautfarbe nicht mehr frei wählbar und wird zufällig vergeben. Newman argumentiert damit, dass man dies auch nicht bei der Geburt selbst entscheiden kann und will damit Rassismus entgegenwirken.[52][53][54][55]
  • Die Penislänge der Spieler basiert auf der Steam-ID. Wie genau dies funktioniert, ist allerdings unklar – Newman bestätige aber die These. Diese Erkenntnis haben einige Nutzer auf der Seite Reddit bekannt gegeben.[56][57]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Rust – Der Drecksack-Simulator. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  2. a b Rust – Tagebuch des Scheiterns. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  3. Rust Wiki. Abgerufen am 19. März 2018 (englisch).
  4. Rust – Update entfernt Zombie-Gegner. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  5. About « Rust (Memento vom 27. Juni 2017 im Internet Archive)
  6. The Story of Rust. In: Garry's Blag. 21. Juni 2013, abgerufen am 19. März 2018.
  7. Rust: Facepunch Studios an Port für Xbox One und PS4 interessiert. In: PC Games Hardware. Abgerufen am 19. März 2018.
  8. Wie Rust Day Z Standalone entthronen könnte: Spieler bestimmen Gameplay stärker als Entwickler. In: PC Games Hardware. Abgerufen am 19. März 2018.
  9. Rust: Entwickler stellt Inhalte kommender Updates vor. In: PC GAMES. Abgerufen am 19. März 2018.
  10. Rust – Dev-Blog über neues Hitbox-System und mehr. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  11. Rust – Reboot der Early-Access-Entwicklung. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  12. Rust: Entwickler rebooten Early-Access-Spiel. In: PC GAMES. Abgerufen am 19. März 2018.
  13. Rust: Programmcode wird von Grund auf neu entwickelt. In: PC Games Hardware. Abgerufen am 19. März 2018.
  14. Impressions: Rust’s New Version. In: Rock, Paper, Shotgun. 26. November 2014, abgerufen am 19. März 2018 (englisch).
  15. Experimental Launches By Default (Memento vom 2. Oktober 2014 im Internet Archive)
  16. Rust: Survival-Game erhält Unterstützung für Vulkan-API. In: PC Games Hardware. Abgerufen am 19. März 2018.
  17. Rust – Update #70 bringt »größte Änderungen seit Reboot«. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  18. Rust – Neue Anti-Cheat-Technologie bannt über 4.600 Spieler. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  19. Rust: 4.621 Cheater wurden permanent gebannt. In: PC Games Hardware. Abgerufen am 19. März 2018.
  20. Devblog 40. Abgerufen am 19. März 2018.
  21. Rust – Jetzt mit weiblichen Charakteren, aber nicht für alle. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  22. Rust: Weibliche Spielcharaktere derzeit in der Testphase. In: PC GAMES. Abgerufen am 19. März 2018.
  23. News: Kontroverse um weibliche Rust-Spielfiguren – Neues Spiel der Train-Fever-Macher Transport Fever. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  24. Rust – Geschlecht ab jetzt von der Steam-ID abhängig. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  25. Rust – Zufalls-Geschlecht-Feature lässt Verkaufszahlen steigen. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  26. Rust: Geschlechterkampf sorgt für steigende Absätze. In: PC Games Hardware. Abgerufen am 19. März 2018.
  27. Rust – Entwickler begründet zufällige Geschlechter-Verteilung. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  28. Rust – »Zufalls-Geschlecht eine Sache des Gameplays, nicht der Ideologie«. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  29. Rust – Ausblick auf die Fahrzeuge. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  30. Rust – Neuer »Peacekeeper Mode« macht Geschütze schlau, aber nicht schlau genug. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  31. Rust – Early-Access-titel hat in einem Monat »55 Prozent« des Gesamtgewinns von Garry’s Mod eingenommen. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  32. Rust – Early-Access-Verkaufszahlen übersteigen die Millionen-Marke. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  33. Rust – 3 Mio. Verkäufe, 29.000 Spieler zu Spitzenzeiten. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  34. Rust: Mehr als drei Millionen Exemplare verkauft. In: PC GAMES. Abgerufen am 19. März 2018.
  35. Steam: Game and Player Statistics. Abgerufen am 19. März 2018.
  36. Rust: Millionenverlust durch Rückgaben bei Steam. In: 4Players.de. Abgerufen am 19. März 2018.
  37. Rust: Rückerstattungen im Wert von 4 Millionen Dollar gewährt. In: PC GAMES. Abgerufen am 19. März 2018.
  38. Steam: Rust-Entwickler veröffentlicht Anzahl der Rückgaben und entgangenen Einnahmen. In: PC Games Hardware. Abgerufen am 19. März 2018.
  39. Rust: Early Access nach über vier Jahren beendet; Update überarbeitet Grafik. In: 4Players. Abgerufen am 19. März 2018.
  40. Rust: Verlässt nach vier Jahren den Early Access; Preisanhebung verkündet. In: 4Players. Abgerufen am 19. März 2018.
  41. Rust: Survival-Spiel verlässt im Februar die Early-Access-Phase. In: PC GAMES. Abgerufen am 19. März 2018.
  42. a b Rust. In: metacritic.com. Abgerufen am 19. März 2018.
  43. Rust Review – More Rough Than Diamond. Abgerufen am 19. März 2018 (englisch).
  44. Alessandro Barbosa: Rust Review: Life Is Fleeting. In: GameSpot. 17. Februar 2018, abgerufen am 19. März 2018 (amerikanisches Englisch).
  45. Rust (PC) – Wertung, Fazit. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  46. Rust. In: spieletipps.de. Abgerufen am 19. März 2018.
  47. GameStar TV: Rust – Folge 12/2014. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  48. Rudolf Opitz: c't zockt Spiele-Review: Rust. Abgerufen am 19. März 2018.
  49. Rust: Für Dean „Rocket“ Hall ein „großartiges Spiel“ und kein Klon von DayZ. In: PC Games Hardware. Abgerufen am 19. März 2018.
  50. Rust, H1Z1, and the emerging 'survival MMO' genre. In: Engadget. Abgerufen am 19. März 2018.
  51. GameStar TV – Rust: Survival-Wut & Sterbe-Frust im Sandbox-Spiel. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  52. Rust – Zufalls-Hautfarbe soll Rassismus entgegenwirken. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  53. Eike Kühl: Rassismus: Wer hat Angst vorm schwarzen Spieler? In: Die Zeit. 26. März 2015, abgerufen am 19. März 2018.
  54. Rust: Hautfarbe des Spielers wird vorgegeben – Experiment gegen Rassismus. In: PC GAMES. Abgerufen am 19. März 2018.
  55. Rust: Wirbel um Experiment – Entwickler geben Hautfarbe des Charakters vor. In: PC Games Hardware. Abgerufen am 19. März 2018.
  56. Rust – Penislänge basiert auf Steam-ID. In: GameStar. Abgerufen am 19. März 2018.
  57. Rust: Penisgröße der Charaktere an Steam-ID gebunden. In: PC GAMES. Abgerufen am 19. März 2018.