SFC Stern 1900

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SFC Stern 1900
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Basisdaten
Name Steglitzer Fußball-Club
Stern 1900 e.V.
Sitz Berlin-Steglitz
Gründung 30. September 1900
Farben gelb-blau
1. Vorsitzender Bernd Fiedler
Website stern1900.de
Erste Fußball-Mannschaft
Cheftrainer vakant (Frauen)
Andreas Thurau (Herren)
Spielstätte Sportplatz Schildhornstraße
Plätze 1.000
Liga Regionalliga Nordost (Frauen)
Berlin-Liga (Herren)
2019/20
2018/19
9. Platz (Frauen)
3. Platz (Herren)

Der SFC Stern 1900 (vollständiger Name: Steglitzer Fußball-Club Stern 1900 e.V.) ist ein Fußballverein aus dem Berliner Ortsteil Berlin-Steglitz. Die erste Frauenmannschaft spielt in der Regionalliga Nordost und qualifizierte sich einmal für den DFB-Pokal. Die erste Männermannschaft tritt in der sechstklassigen Berlin-Liga an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde am 30. September 1900 aus Sportlern des Steglitzer Leichtathletikklub SC Victoria 1897, welche keine Fußballabteilung in diesem Verein etablierten konnten, im Restaurant Worreschke an der Schloßstraße mit sieben Mitgliedern gegründet. Erste Spiele, allesamt vereinsinterne Übungsspiele, fanden auf dem Stubenrauchplatz, heute Jochemplatz, statt. Vereinssymbol ist ein nach oben gerichteter fünfzackiger Stern.

Im Oktober 1900 kam es zum ersten, so genannten „Gesellschaftsspiel“; einem vertraglich organisierten Spiel; gegen Neu-Hellas, welches 2:7 verloren ging. Stern 1900 wollte sich für einen geregelten Spielbetrieb zuerst nicht dem etablierten VBB anschließen. So folgte der Anschluss an den sich eigentlich schon auflösenden Deutschen Fußball- und Cricket-Bund Berlin und 1904 der Beitritt zum Berliner Fußball- und Athletik-Bund. Durch dessen Auflösung 1905 musste doch der Weg zum VBB gefunden werden. 1905 noch abgelehnt, folgte 1906 die Aufnahme in den Verband. Der Spielbetrieb erfolgte daraufhin meist in der zweithöchsten Klasse des Verbands, erst kurz vor Kriegsbeginn war der Aufstieg in die 1. Klasse geglückt.

Bis Oktober 1910 war bereits die Mitgliederzahl auf 80 angewachsen. Der Verein bestand größtenteils aus jungen Mitgliedern, wodurch die Vereinsstruktur und -verantwortlichkeiten über die Jahre häufig wechselte. Im Frühjahr 1913 wurde aufgrund des Nichtantretens die 2., seit 1902 existierend, und 3. Mannschaft, seit 1910 existierend, gestrichen. Ab 1912 stand das neue, abgeschlossene Gemeindesportstadion an der Lessingstraße dem Verein zur Verfügung, wodurch die Ligaspiele professioneller abgewickelt werden konnten. 1914 zählte der Verein bereits vier Männer- und drei Jugendmannschaften.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs stoppte einen Aufwärtstrend und der Verein verlor eine Vielzahl von Mitgliedern und Spielern. Alleine 16 gefallene Spieler, unter ihnen auch ein Gründungsmitglied des Vereins, listete der Verein auf, zuzüglich der Kriegsinvaliden, wie den beinamputierten ehemaligen Stammtorhüter der Mannschaft, Georg Schön. Während des Ersten Weltkriegs war zwar der Spielbetrieb formal bis 1917 aufrecht erhalten worden, woraufhin die Angliederung an den Nachbarverein Hubertus das sportliche Aus bedeutete.

Bereits im November 1918 folgte die Wiederaufnahme der Vereinsaktivitäten, mit Vorstandswahlen am 25. Januar 1919. Die Einweihung des eigenen Sportplatzes an der Schildhornstraße geschah im Sommer 1919, welcher aber 1925 für Wohnungsbaumaßnahmen wieder geräumt werden musste und bis 1937 im entfernten Lichterfelde-Ost ein Ausweichplatz gestellt wurde. Der Aufstieg und die Etablierung in der Kreisliga bis 1933; bis auf die Saison 1928/29 in der 1. Klasse; folgte.

1922 waren es bereits wieder 312 Mitglieder und 1933 6 Männer-, 3 Jugend- und 3-Schülermannschaften. Im September 1933 folgte die Übernahme des in Lichterfelde benachbarten Vereins SV Cherusker 1910. Bis zum Abstieg in die 1. Kreisklasse im Mai 1937 konnte die Teilnahme in der Bezirksklasse gesichert werden. Was folgte war durch die Kriegsvorbereitung und den Kriegsbeginn ein erheblicher Spielerverlust, sodass im Spätherbst 1943 keine Männermannschaft mehr aufgestellt werden konnte.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der eigentliche Verein kurzzeitig aufgelöst. Die Mitglieder flossen in die kommunale Sportgruppe SG Steglitz ein, aus der später der heutige Steglitzer SC Südwest wurde. Bereits 1946 spaltete sich eine Fußballmannschaft von der SG Steglitz unter dem Namen SG Steglitz-West ab, der 1949 wieder den Namen SFC Stern 1900 annahm. Bis 1950 spielte der Verein in der untersten Stufe des damaligen Spielsystems. Es folgte die Zuordnung zur 2. Klasse; der vierten von fünf Ligen. 1952 folgte der Abstieg in die 3. Klasse und 1960 der Wiederaufstieg in die 2. Klasse. Von 1961 bis 1990 spielte die erste Mannschaft hauptsächlich in der B-Klasse.

1963 wurde Eberhard Bernatzki Vereinsvorsitzender, 1989 Bernd Fiedler.

Nach der Wiedervereinigung stieg die Mannschaft bis 2000 in die höchste Berliner Spielklasse auf, welcher der Verein seitdem angehört.

Mit dem benachbarten Dunant-Grundschule besteht eine Kooperation für eine Fußball-AG.

Der Verein organisiert seit 2006 das Eberhard-Bernatzki-Gedenkturnier für F-Jugendmannschaften aus Berlin. 2019 wurde das Turnier zum 14. Mal ausgetragen.[1] Zusätzlich wird vom SFC Stern 1900 ein Hallenturnier für D-Jugendmannschaften ausgerichtet, das Georg-Schön-Gedächtnisturnier, welches 2020 bereits zum 55. Mal ausgetragen wird.

2000 schrieb Dieter Hertz-Eichenrode zu 100 Jahre Stern 1900 eine Vereinschronik.

Im September 2019 besuchte Thomas Müller den Verein.[2]

Mannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Frauenmannschaft des SFC Stern 1900 erlebte in den 2000er Jahren einen sportlichen Aufschwung. Dem Aufstieg in die Bezirksliga im Jahre 2004 folgte ein Jahr später der in die Landesliga. Im Jahre 2007 gelang schließlich der Sprung in die Verbandsliga Berlin. Dort wurde Stern im Jahre 2014 Dritter; Harald Planer hatte die 1. Frauen als Trainer übernommen. Da sowohl Meister SV Blau Weiss Berlin als auch Vizemeister Spandauer Kickers auf einen möglichen Aufstieg in die Regionalliga Nordost verzichteten, bewarben sich die Steglitzerinnen für die Aufstiegsrunde. Allerdings wurden die notwendigen Unterlagen vier Tage zu spät eingereicht.[3] Ein Jahr später nahm Stern an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga teil, scheiterte jedoch im entscheidenden Spiel am 1. FFV Erfurt, nachdem zuvor der FSV Babelsberg 74 bezwungen wurde. Zudem erreichten die Steglitzerinnen 2015 das Endspiel um den Berliner Pokal. Zwar wurde dieses gegen Blau-Weiß Hohen Neuendorf mit 1:3 verloren. Da der Berliner Pokalsieger Hohen Neuendorf in die 2. Bundesliga aufstieg, rückte der SFC Stern als Teilnehmer im DFB-Pokal nach. In der ersten Runde des DFB-Pokals schied die Mannschaft nach einer 0:6-Niederlage beim SV Union Meppen aus. Erfolgreicher waren die Steglitzerinnen in der Meisterschaft, wo das Team Vizemeister hinter dem SV Blau-Gelb Berlin wurde. Durch den Rückzug des 1. FFV Erfurts aus der Regionalliga und dem Verzicht des Meisters auf den Aufstieg stieg der SFC Stern automatisch in die Regionalliga Nordost auf.[4]

Anfang Dezember 2019 beendete Harald Planer berufsbedingt nach über 7 Jahren seine Trainerschaft.[5] Nachfolger von Planer wurde im März 2020 Johannes Fritsch, der zuvor bereits hauptamtlich als Frauen- und Mädchentrainer beim Magdeburger FFC arbeitete.

Saisonüberblick ab 2013/14[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Liga Platz Berliner Fußball-Verbandspokal
2013/14 Berlin-Liga 3. -
2014/15 Berlin-Liga 3. Finale (1:3 gegen Blau-Weiß Hohen Neuendorf)
2015/16 Berlin-Liga 2. Achtelfinale (2:3 gegen FC Viktoria 1889 Berlin)
2016/17 Berlin-Liga 2. Achtelfinale (1:2 gegen BSC Marzahn)
2017/18 Regionalliga Nordost 5. Achtelfinale (2:3 gegen Blau-Weiß 90 Berlin)
2018/19 Regionalliga Nordost 6. Achtelfinale (0:1 gegen 1. FC Union Berlin)
2019/20 Regionalliga Nordost 2.[6]

Rekordspielerinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mittelfeldspielerin Leonie Sohr ist mit 41 Spielen in der Regionalliga Rekordhalterin (Stand Saisonabschluss 2018/2019).[7] Emina Wacker schoss in bis jetzt zwei Spielzeiten in der Regionalliga 22 Tore[8] und führt damit die Torstatistik des Teams an.

Herren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herrenmannschaft schaffte im Jahre 1998 erstmals den Aufstieg in die Landesliga und stiegen im Jubiläumsjahr 2000 in die Verbandsliga Berlin auf. Nach einem vierten Platz im Jahre 2002 musste Stern ein Jahr später wieder absteigen. 2005 gelang der Wiederaufstieg, dem der direkte Wiederabstieg folgte.

Erneut stieg Stern direkt wieder auf und gehört seit 2007 der Verbandsliga an, die zwischenzeitlich in Berlin-Liga umbenannt wurde. Von der Saison 12/13 bis zur Saison 18/19 erreichte das Team immer einen Platz in den Top 6 der Liga, wodurch der SFC Stern 1900 in der Fünf-Jahreswertung der Berlin-Liga in den vergangenen Spielzeiten zumeist auf dem ersten Platz stand.

2020 wurde nach einem Verbandstag des Berliner Fußball-Verbandes Stern 1900 zum Meister der Berlin-Liga bestimmt und stieg damit in die Oberliga auf.[9] In der Saison 2019/20 war Stern 1900 mit 15 Siegen und 7 Unentschieden die einzige ungeschlagene Mannschaft in der Berlin-Liga.

Saisonüberblick ab 2012/13[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Liga Platz Berliner Landespokal
2012/13 Berlin-Liga (6) 3. -
2013/14 Berlin-Liga 5. -
2014/15 Berlin-Liga 6. Viertelfinale (1:3 gegen BFC Dynamo)
2015/16 Berlin-Liga 2.[10] 3. Runde (1:4 gegen FC Spandau 06)
2016/17 Berlin-Liga 5. 2. Runde (0:1 gegen Frohnauer SC)
2017/18 Berlin-Liga 5. Achtelfinale (1:4 gegen Tennis Borussia Berlin)
2018/19 Berlin-Liga 3. 2. Runde (6:7 nach Elfmeterschießen gegen Spandauer Kickers)
2019/20 Berlin-Liga 1.[6] 3. Runde (6:7 nach Elfmeterschießen gegen Tennis Borussia Berlin)

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (Spieler-)Trainer Manuel Cornelius: von der Saison 2011/12 bis zum Saisonende 2016/17
  • Trainer Andreas Thurau (ehemaliger Spieler bei Stern von 2006/07 bis 2014/2015 und Co-Trainer in der Saison 2014/15): ab der Saison 2017/18

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2011 erreichte Sterns Männermannschaft das Endspiel um den Berliner Landespokal. Dort unterlag die Mannschaft dem BFC Dynamo mit 0:2.

2016/2017 wurde der Verein überraschend durch ein 4:3 gegen den Berliner SC Sieger des Berlin-Liga-Hallenturniers und qualifizierten sich dadurch für den Regio-Cup. Anfang 2018 gewannen die Sterner durch ein 5:4 im Neunmeterschießen gegen den SV Lichtenberg 47 als erster Berlin-Ligist überhaupt den Regio-Cup.[11]

2019/2020 stieg das Team nach Wertung der Saison durch eine Quotienten-Regelung (die Saison wurde nach dem 22. Spieltag aufgrund der COVID-19 Pandemie nach Votum der Vereine abgebrochen) erstmals in der Vereinsgeschichte in die fünftklassige NOFV-Oberliga auf.

Rekordspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dennis Freyer ist mit 180 Einsätzen für die 1. Herren und 80 Toren in der Berlin-Liga aktuell Rekordspieler des Vereins (Stand Saisonabschluss 2018/2019)[12] und war in der Saison 2017/18 mit 32 Toren Torschützenkönig in der Berlin-Liga.[13]

Jugendmannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SFC Stern 1900 hat eine breite Jugendförderung, wofür der Verein auch mehrfach ausgezeichnet wurde, und besitzt in der männlichen Jugend 20 Mannschaften von der A- bis zur G-Jugend.

Die A-Junioren wurden 2013 Berliner Meister und stiegen in die Regionalliga auf, allerdings auch direkt wieder ab. Aber auch die C-Mädchen waren 2012 Berliner Meister geworden.

Die D-Junioren konnten ebenfalls Erfolge feiern:

  • Berliner Pokalsieger: 2000, 2001, 2005
  • Berliner Meister: 2004, 2005, 2009

Weitere Mannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Jugend- und den ersten und zweiten Mannschaften der Frauen und Herren existieren noch unterschiedliche Ü-Mannschaften angefangen von eine Ü32 bis zu einer Ü60.

Zur Saison 2020/21 konnte die 2. Frauenmannschaft erstmals in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die Berlin-Liga feiern. Ebenso stieg zur gleichen Saison die 2. Herrenmannschaft als bester Dritter der Bezirksliga in die Landesliga auf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportfunktionäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darüber hinaus haben Eberhard Bernatzki (1995) und Bernd Fiedler (2011) das Bundesverdienstkreuz erhalten. Letzterer ist seit Ende 1989 auch 1. Vorsitzender des Vereins. Geschäftsführer des Vereins war seit 2014 Jürgen Piepenburg, welcher 2017 durch Siegbert Anger abgelöst wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sterne laden zum Fußball-Fest ein: Verein organisiert Gedenkturnier für junge Kicker. Abgerufen am 12. Oktober 2019.
  2. Fußball-Woche: Fußball-Woche vom 2. September. Abgerufen am 12. Oktober 2019.
  3. Julian Graeber: Dicke Luft bei Stern 1900. Fußball-Woche Verlags GmbH, 13. Mai 2014, abgerufen am 16. Mai 2014.
  4. Aike Fokkena: Relegation entfällt! Stern geht in die Regionalliga! FuPa, 13. Mai 2014, abgerufen am 5. Juni 2017.
  5. Trainer*in für Frauen-Regionalliga gesucht! (w/m/d) – Steglitzer Fußball-Club Stern 1900. Abgerufen am 6. Dezember 2019.
  6. a b Saison aufgrund der CORVID-19 Pandemie abgebrochen.
  7. Leonie Sohr. Abgerufen am 7. Juli 2019.
  8. Emina Wacker. Abgerufen am 7. Juli 2019.
  9. Berliner Zeitung: Für den SFC Stern ist der Aufstieg der Jackpot. Abgerufen am 22. Juni 2020.
  10. In dieser Saison kam es zu einer sportjuristischen Auseinandersetzung über den Aufstieg in die Oberliga, da aufgrund einer Insolvenz ein eigentlich sportlich nicht abgestiegener Verein die Oberliga verlassen musste.[1]
  11. Hagen Nickele: SFC Stern 1900 gewinnt den REGIO-CUP 2018. Abgerufen am 29. April 2019.
  12. Dennis Freyer. Abgerufen am 29. April 2019.
  13. Die besten Torjäger der Berlin-Liga. Abgerufen am 29. April 2019.