Sabine Heymann

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Sabine Heymann im Zentrum für Medien und Interaktivität
Sabine Heymann

Sabine Heymann (* 17. Dezember 1951 in Hamburg) ist eine deutsche Kulturjournalistin, Theaterkritikerin und Übersetzerin.[1] Von 2001 bis 2017[2] war sie Geschäftsführerin des Zentrums für Medien und Interaktivität (ZMI) der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU).[3]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen Ende ihrer Schulzeit am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium in Gießen arbeitete Sabine Heymann ab 1970 als freie Mitarbeiterin in der Lokalredaktion der Gießener Allgemeinen Zeitung, wo sie nach dem Abitur von 1971 bis 1973 ein Redaktionsvolontariat absolvierte und dann als Feuilleton-Redakteurin arbeitete. 1974 bis 1980 studierte sie Germanistik und Romanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Während des Studiums machte sie Praktika beim NDR und beim hr (Theaterverfilmung Käthchen von Heilbronn, Regie: Peter Beauvais), schrieb Kultur- und Theaterkritiken für die Frankfurter Rundschau und produzierte Hörfunk- und Fernsehbeiträge für Kultursendungen des Hessischen Rundfunks. 1981 übernahm sie die Regieassistenz bei Peter Beauvais für den Fernsehfilm Der Kunstfehler.[4]

1981 begann Sabine Heymann ihre Arbeit als Kulturkorrespondentin in Rom für die Frankfurter Rundschau, Theater heute und Die Deutsche Bühne sowie die Radiosender hr, WDR und Deutschlandfunk. 1995 kehrte sie nach Deutschland zurück und ging an die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, wo sie bis 1996 als Kuratorin von Begleitprogrammen zu den Ausstellungen Sarkis, Im Lichte des Halbmonds, Moderna Museet Stockholm, Claes Oldenburg, Future Garden arbeitete. 1996–1998 war sie Persönliche Referentin des Präsidenten der Justus-Liebig-Universität in Gießen, 1998–2001 als Medienreferentin maßgeblich am Aufbau des dortigen Zentrums für Medien und Interaktivität (ZMI) beteiligt, dessen Geschäftsführerin sie seit der Gründung von 2001 bis 2017 war.[5]

Sabine Heymann übersetzt Theatertexte, Belletristik und Sachbücher aus dem Italienischen, Französischen, Spanischen und Englischen. Als Kennerin der Theaterszene in Italien und China hat sie bei zahlreichen internationalen Festivals, Projekten und Tagungen als wissenschaftliche bzw. künstlerische Beraterin und Dramaturgin mitgewirkt. Lehraufträge und Vorträge führten sie u. a. an die FU Berlin, die Universitäten Mainz, Frankfurt/Main, Osnabrück, Marburg sowie die Institute für Germanistik und Angewandte Theaterwissenschaft der Universität Gießen, die Universität von Pavia, die Shanghai Theatre Academy, die Konfuzius Institute Hamburg und Frankfurt, mehrfach an das deutsch-italienische Zentrum für europäische Exzellenz Villa Vigoni (Comer See), an Goethe-Institute, Theaterakademien und Theater in Deutschland, Europa, USA und China.[6]

Im April 2017 gab Sabine Heymann, gemeinsam mit Cao Kefei und Christoph Lepschy, das Buch Zeitgenössisches Theater in China heraus, das einen umfassenden Einblick in das chinesische Theaters der Gegenwart gibt.[7][8]

2017 gab Sabine Heymann gemeinsam mit Cao Kefei und Christoph Lepschy das Buch Zeitgenössisches Theater in China heraus, das einen umfassenden Einblick in das chinesische Theaters der Gegenwart gibt.[7][9]

2018 erhielt Heymann ein Stipendium des „Kulturfonds der Société Suisse des Auteurs (SSA)“ für die Übersetzung von Enrico Bernards Text La Voragine (Die Grube) aus dem Italienischen ins Deutsche.[10]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher / Buchbeiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Inszenierungskulturen: zeitgenössische italienische Theatertexte auf italienischen und deutschen Bühnen. Am Beispiel der "Lehman Brothers" von Stefano Massini. In: Olaf Müller/Elena Polledri (Hg.), Deutsch-Italienische Theaterübersetzungen seit 1945. Dramenklassiker im interkulturellen Dialog. Reihe: Studien zu den romanischen Literaturen und Kulturen. Peter Lang, Bern 2020
  • Zwei Länder – zwei Theaterkulturen. Gegenwartsdramatik auf italienischen und deutschen Bühnen. In: Heinz Georg Held, Donatella Mazza und Laura Strack (Hg.), Akustische Masken auf dem Theater. Text – Sprache – Performanz. Reihe: Impulse - Villa Vigoni im Gespräch. Franz Steiner Verlag Stuttgart, 2019
  • Konzept und Wort. Luca Ronconis Methode der „Zweigleisigkeit“ bei der Inszenierung von übersetzten Texten. In: Olaf Müller und Elena Polledri (Hg.), Theateradaptionen. Interkulturelle Transformationen moderner Bühnentexte. Winter Verlag Heidelberg, 2019
  • Revolution ist kein Galadiner …. Xiqu-Künstler und die Kulturrevolution: Interviews mit Zeitzeugen. In: Zeitgenössisches Theater in China. Alexander Verlag, Berlin 2017
  • Zeitgenössisches Theater in China. Hgg. Cao Kefei, Sabine Heymann, Christoph Lepschy. Alexander Verlag, Berlin 2017
  • Artikel "Antonio Gramsci", in: Ansgar Nünning (Hg.), Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie. Ansätze – Personen – Grundbegriffe. Stuttgart, 4. Auflage 2008
  • Jagdszenen aus Hessen und anderswo. Die Autorin Melanie Gieschen, in: STÜCK-WERK 3. Neue deutsche Dramatik. Arbeitsbuch Theater der Zeit. Hgg. Christel Weiler, Harald Mueller, Berlin 2001
  • Geld Anfassen Arschgeigen Herzen&Küssen Geschlechtsverkehr. Die Autorin Sibylle Berg, in: STÜCK-WERK 3. Neue deutsche Dramatik. Arbeitsbuch Theater der Zeit. Hgg. Christel Weiler, Harald Mueller. Berlin 2001
  • Dramenartikel zu Dario Fo, Franca Rame: "Bezahlt wird nicht" und "Offene Zweierbeziehung"; Eduardo De Filippo: "Die Kunst der Komödie" und "Filumena Marturano"; Jacques Audiberti: "Das schwarze Fest" und "Der Lauf des Bösen"; Alessandre Dumas fils: "Die Kameliendame"; Henri Millon de Montherlant: "Das Land, dessen König ein Kind ist"; Aimé Césaire: "Die Tragödie des Königs Christophe"; Carlo Gozzi: "König Hirsch". Autorenartikel über Dario Fo, Franca Rame, Jacques Audiberti, Henri Millon de Montherlant, Alessandre Dumas fils, Eduardo De Filippo, Aimé Césaire und Carlo Gozzi, in: Klaus Völker Hg., Bertelsmann Schauspielführer. Gütersloh 1992, 2. Auflage 2001
  • Teatri Uniti: Mario Martone, Toni Servillo, Enzo Moscato. Enzo Moscatos "Rasoi" und Molières Il Misantropo. Arbeitsbuch Theater der Zeit - Theater der Welt, Berlin 1999
  • Nachdenkenskondensate, Tageslicht und Zauberei. Elmar Goerdens "Das Meer war groß" und Wider den schleichenden Prozeß der Verniedlichung. Andreas Kriegenburgs "Ohne Titel". Theater der Zeit, Programmbuch zum Festival Theaterformen, Berlin, Juni 1998
  • Die Sprache zum Stottern bringen … Anmerkungen zum "Nuovo Teatro Italiano", seiner Ästhetik, der es die Sprache verschlagen hat, und zum Chaos der Verhältnisse in Italien, in: Erika Fischer-Lichte, Harald Xander Hgg., Welttheater – Nationaltheater – Lokaltheater? Europäisches Theater am Ende des 20. Jahrhunderts. Tübingen 1993

Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Angela Dematté, Ich hatte einen schönen roten Luftballon. Per Lauke Verlag 2019
  • Nathalie Boisvert, FACELIFT. Per Lauke Verlag 2019
  • Stefano Massini, Ladies Football Club. Per Lauke Verlag 2019
  • Enrico Bernard, Die Grube. Société Suisse des Auteurs (SSA) 2019
  • Emanuele Aldovrandi, Allarm!. Per Lauke Verlag 2018
  • Stefano Massini, Der Staat gegen Nolan. Per Lauke Verlag 2018
  • Jonny Costantino, Die Malafonte von Samorì. Galerie EIGEN + ART 2018
  • Stefano Massini, Das Ende von Schawuot. Per Lauke Verlag 2018
  • Davide Carnevali, Porträt des Künstlers als Toter. Münchener Musikbiennale und Staatsoper Unter den Linden (Berlin) 2018
  • Fausto Paravidino, Hiobs Schlachthaus. Kiepenheuer Bühnenvertrieb 2018
  • Stefano Massini, Der betäubende Geruch von Weiß. Per Lauke Verlag 2017
  • Stefano Massini, Traumdeutung. Nach Sigmund Freud. Per Lauke Verlag 2017
  • Emanuele Aldovrandi, Tut uns leid, dass wir nicht im Meer ertrunken sind. Per Lauke Verlag 2017
  • Stefano Massini, Occident-Express. Per Lauke Verlag 2016
  • Fausto Paravidino, Hiobs Schlachthaus. Kiepenheuer Bühnenvertrieb 2016
  • Domenico de Chirico über die Künstler Sebastian Burger und Stefan Guggisberg. G2 Kunsthalle Leipzig 2016
  • Edoardo Erba, Utoya. Kiepenheuer Bühnenvertrieb 2016
  • Luigi Sebastiani, TU NE VAS DONC PAS TROUVER MAL QUE JE TE FASSE DE LA PEINE (Über den Künstler Nicola Samori). Galerie EIGEN + ART, Berlin 2016
  • Stefano Massini, Elternsprechstunde (Banlieue). Per Lauke Verlag 2016
  • Lina Prosa, Die Lampedusa-Trilogie. Per Lauke Verlag 2016
  • Stefano Massini, Shenzen bedeutet Hölle. Per Lauke Verlag 2015
  • Larry Tremblay, Der Name meines Bruders. Per Lauke Verlag 2015[11]
  • Stefano Massini, Sieben Minuten. Per Lauke Verlag 2015
  • Nick Rongjun Yu, Hinter der Lüge. Per Lauke Verlag 2015
  • Larry Tremblay, Zur besten Sendezeit. Per Lauke Verlag 2015
  • Stefano Massini, ichglaubeaneineneinzigengotthass. Per Lauke Verlag 2015
  • Patrizia Zappa Mulas, Auge um Auge. Per Lauke Verlag 2015
  • Stefano Massini, Eine nicht umerziehbare Frau. Theatermemorandum über Anna Politkovskaja. Per H. Lauke Verlag 2014
  • Pippo Delbono, Orchideen. Für das Festival Neue Stücke aus Europa 2014, Theaterbiennale des Staatstheaters Wiesbaden 2014
  • Magdalena Barile, Light oder Die Lichtpotenziale des menschlichen Körpers. (Lait o delle potenzialità luminose del corpo umano). In: Leyla-Claire Rabih, Frank Weigand Hgg.: Scène 17. Neue französische Theaterstücke. Verlag Theater der Zeit, Berlin 2014
  • Corrado Augias, Die Geheimnisse Italiens. München: C.H. Beck 2014
  • Davide Carnevali, Arabische Frau das Meer betrachtend. Rowohlt Theaterverlag 2014
  • Rocco und seine Brüder, Passagen aus dem Originaldrehbuch von Luchino Viscontis Rocco e i suoi fratelli für eine Inszenierung des Theaters Neumarkt Zürich 2013
  • Davide Carnevali, A Prelude to an End of a World, Auszug aus: Words and Images of an End of a World, Diptychon über Europa – Teil 2: Gute Nachrichten, eine Apokalypse für den Stückemarkt auf dem Berliner Theatertreffen 2013
  • Saphia Azzedine, Zorngebete (Confidences à Allah). Roman, Verlag Klaus Wagenbach – Theateradaption: Kiepenheuer Bühnenvertrieb 2013
  • Gian Maria Cervo, Call me God. Suhrkamp Theater und Medien 2012, Residenztheater München 2012[12]
  • ricci/forte, grimmless, für die Wiesbadener Biennale Neue Stücke aus Europa 2012
  • Fausto Paravidino, Mariapias Tagebuch, für die Wiesbadener Biennale Neue Stücke aus Europa, 2012 und den Kiepenheuer Bühnenvertrieb
  • Corrado Augias, Die Geheimnisse des Vatikan. C.H. Beck Verlag, München 2011
  • Davide Carnevali, Sweet Home Europe. Rowohlt Theaterverlag 2011
  • Fausto Paravidino, Exit. Kiepenheuer Bühnenvertrieb 2010
  • Emma Dante, Le Pulle für die Wiesbadener Biennale Neue Stücke aus Europa, Juni 2010
  • Davide Carnevali, The end of the world (Minidrama und Materialien). Stückemarkt im Rahmen des Theatertreffens Berlin 2009
  • Davide Carnevali, Variationen über das Kraepelin-Modell oder Das semantische Feld des Kaninchenschmorbratens. Stückemarkt im Rahmen des Theatertreffens Berlin 2009/Pegasus Theater- und Medienagentur GmbH/Verlag Autorenagentur GmbH – / Hörspielproduktion, Deutschlandradio Kultur, Ursendung im Mai 2010[13]
  • Corrado Augias, Die Geheimnisse Roms. Eine andere Geschichte der Ewigen Stadt. Osburg Verlag Berlin 2009
  • Roberto Saviano und Mario Gelardi, Gomorra. Für die Theaterbiennale des Staatstheaters Wiesbaden Neue Stücke aus Europa 2008
  • Corrado Augias, Aldo Moro - eine italienische Tragödie, für die Aufführung im Rahmen der Europäischen Kulturtage Karlsruhe 2008
  • Roma ore 11, von Elio Petri, für die Aufführung im Rahmen der Europäischen Kulturtage Karlsruhe, April 2008
  • Die Aufregungen der Sommerfrische (Arbeitstitel), von Letizia Russo nach Carlo Goldonis Le smanie per la villeggiatura, für ein zweisprachiges Goldoni-Projekt des Kölner Schauspiels 2008
  • Enrico Bernard, Holy Money. 2007
  • Fausto Paravidino, Morbid. Kiepenheuer Bühnenvertrieb 2007
  • Letizia Russo, Babel. Kiepenheuer Bühnenvertrieb 2006
  • Emma Dante, Vita mia, für die Theaterbiennale des Staatstheaters Wiesbaden Neue Stücke aus Europa 2006
  • Dacia Maraini, Pasolini und Stefano Casi, Das 'neue Theater' Pasolinis, beide Texte für die Internationale Tagung Pier Paolo Pasolini: Theater, Film, Kulturkritik 2005 in Frankfurt am Main (Mousonturm und Johann Wolfgang Goethe Universität)
  • Giampiero Rappa, Die Erpressung. Kiepenheuer Bühnenvertrieb 2005
  • Letizia Russo, Hundegrab. Kiepenheuer Bühnenvertrieb 2004
  • Edoardo Erba, Maurer. Kiepenheuer Bühnenvertrieb 2003
  • Edoardo Erba, Verkäufer. Kiepenheuer Bühnenvertrieb 2003

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sabine Heymann – Alexander Verlag Berlin. Alexander Verlag Berlin, abgerufen am 15. Juni 2015.
  2. Uniforum Ausgabe 02/2017. Abgerufen am 24. Mai 2017.
  3. Homepage von Sabine Heymann M.A. ZMI, abgerufen am 15. Juni 2015.
  4. Homepage von Sabine Heymann M.A. ZMI, abgerufen am 15. Juni 2015.
  5. Homepage von Sabine Heymann M.A. ZMI, abgerufen am 15. Juni 2015.
  6. Aktivitäten von Sabine Heymann. ZMI, abgerufen am 13. Januar 2019.
  7. a b Zeitgenössisches Theater in China. Alexander Verlag Berlin, abgerufen am 13. März 2018.
  8. Theater in China. ZMI, abgerufen am 18. März 2018.
  9. Theater in China. ZMI, abgerufen am 18. März 2018.
  10. Homepage von Sabine Heymann M.A. ZMI, abgerufen am 13. Januar 2019.
  11. Das Bühnenstück basiert auf dem gleichnamigen Roman, der eine andere deutsche Übersetzerin hat: (frz.) L'Orangeraie, Alto, Québec 2013 und La Table Ronde, 2015 (France); (deutsch) Übers. Angela Sanmann: Der Name meines Bruders. C.H. Beck, München 2015
  12. Call me god. Münchner Residenztheater, abgerufen am 15. Juni 2015.
  13. Variationen über das Kraepelin-Modell oder Das semantische Feld des Kaninchenschmorbratens. Deutschlandradio Kultur, abgerufen am 15. Juni 2015.