Saumfarngewächse

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Saumfarngewächse
Pteris argyrea

Pteris argyrea

Systematik
Reich: Pflanzen (Plantae)
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Farne
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Tüpfelfarnartige (Polypodiales)
Familie: Saumfarngewächse
Wissenschaftlicher Name
Pteridaceae
E.D.M.Kirchn.

Die Saumfarngewächse (Pteridaceae) sind eine Pflanzenfamilie der Echten Farne (Polypodiopsida).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Curtis's botanical magazine , Tafel 3055 von Argyrochosma nivea var. tenera

Es handelt sich um ausdauernde krautige Pflanzen. Die langen bis kurzen, kriechenden, aufsteigenden bis aufrechten Rhizome tragen Schuppen, seltener nur Haare.

Die Blattspreiten sind einheitlich (monomorph), hemidimorph oder bei einigen Gattungen auch verschieden gestaltet (dimorph). Bei einigen Gattungen, besonders den Vittarioiden, ist die Spreite einfach (nicht gegliedert). Ansonsten ist sie gefiedert, manchmal fußförmig. Die Blattnerven sind frei und gabelig verzweigt, oder verschiedenartig verbunden (anastomosierend) und formen dann ein netzartiges Muster.

Die Sori stehen am Blattrand (marginal) oder etwas innerhalb (intramarginal). Sie besitzen kein echtes Indusium, sind häufig vom zurückgebogenen Blattrand geschützt. Die Sporangien können auch auf den Blattnerven sitzen. Die Sporangien besitzen einen senkrechten Annulus. Die Sporen sind kugelig oder tetraedrisch, trilet (dreistrahlige Narbe) und sind verschieden ornamentiert.

Die Chromosomengrundzahl beträgt in den meisten Fällen x = 29 oder 30.

Krauser Rollfarn (Cryptogramma crispa)
Kretischer Saumfarn (Pteris cretica)

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Pteridaceae wurde 1831 durch Ernst Daniel Martin Kirchner aufgestellt. Typusgattung ist Pteris L. Ein Homonym ist Pteridaceae Rchb. (veröffentlicht in Handbuch des Naturlichen Pflanzensystems, 1837, 138).[1]

In der Familienumschreibung von Smith et al. 2006 umfasst die Familie rund 50 Gattungen mit 950 Arten. Zu den Pteridaceae E.D.M. Kirchn. gehören dabei auch die von manchen anderen Autoren als eigene Familien geführten Acrostichaceae, Actiniopteridaceae Pic.Serm., Adiantaceae Newman, Anopteraceae, Antrophyaceae, Ceratopteridaceae, Cheilanthaceae, Cryptogrammaceae, Hemionitidaceae, Negripteridaceae, Parkeriaceae Hook., Platyzomataceae, Sinopteridaceae, Taenitidaceae, Vittariaceae Ching. Etliche Gattungen wie Cheilanthes sind teilweise eindeutig polyphyletisch oder paraphyletisch, und bedürfen einer Neu-Definition. Die Familie selbst bildet in diesem Umfang eine natürliche Verwandtschaftsgruppe, ist also monophyletisch.

Die Familie Pteridaceae ist annähernd kosmopolitisch verbreitet, die meisten Vertreter wachsen jedoch in tropischen und ariden Gebieten. Die Farne wachsen auf dem Erdboden (terrestrisch), auf Felsen oder als Epiphyten.

Die Familie Pteridaceae enthält etwa 50 Gattungen:

  • Mangrovenfarne (Acrostichum L.): Die 3 bis 17 Arten sind in subtropischen bis tropischen Gebieten fast weltweit verbreitet.
  • Actiniopteris Link: Die etwa zwei bis drei Arten sind in den Tropen Afrikas und Asiens verbreitet.
  • Adiantopsis Fée, mit etwa neun Arten.
  • Frauenhaarfarne (Adiantum L.), mit über 100 bis etwa 200 Arten.
  • Aleuritopteris Fée, mit mindestens 15 bis 30 Arten.
  • Ananthacorus Underw. & Maxon: Sie enthält nur eine Art:
  • Anetium Splitg.: Die nur etwa zwei Arten in der Neotropis verbreitet.
  • Nacktfarne (Anogramma Link): Die sechs bis sieben Arten sind in den gemäßigten Gebieten verbreitet, darunter:
  • Antrophyum Kaulf.: Die 17 bis 30 Arten sind in den Tropen verbreitet.
  • Argyrochosma (J.Sm.) Windham, mit etwa 16 Arten.
  • Aspidotis (Nutt. ex Hook.) Copel.: Die etwa fünf Arten sind in Amerika und Afrika verbreitet.
  • Astrolepis D.M.Benham & Windham: Die etwa sechs Arten sind in Nordamerika verbreitet.
  • Austrogramme Fournier: Die etwa fünf Arten von Malesien bis Neukaledonien verbreitet.
  • Bommeria Fourn.: Die etwa fünf Arten sind von Nord- bis Zentralamerika verbreitet.
  • Cassebeera Kaulf.: Die etwa zwei Arten sind in Südamerika verbreitet.
  • Wasserhornfarne (Ceratopteris Brongn.), mit etwa vier Arten.
  • Cerosora (Baker) Domin, mit nur zwei Arten auf Sumatra und Borneo.
  • Cheilanthes Sw., mit etwa 180 Arten.
  • Cheiloplecton Fée: Es gibt nur eine Art:
  • Coniogramme Fée: Die mindestens 46 Arten kommen in den Tropen Asiens und Afrikas, in Mexiko und in Hawaii vor.
  • Cosentinia Tod., mit nur einer oder zwei von Cheilanthes abgetrennten Arten.
  • Rollfarne (Cryptogramma R.Br.): Die etwa 10 Arten gedeihen in den alpinen und borealen Gebieten.
  • Doryopteris J.Sm., mit etwa 35 Arten.
  • Eriosorus Fée, mit etwa 28 Arten in der Neotropis.
  • Gaga Li et al.,[2] mit etwa 19 Arten.
  • Haplopteris C.Presl, mit etwa 24 Arten.
  • Hecistopteris J.Sm.: Die etwa zwei Arten sind in der Neotropis verbreitet.
  • Hemionitis L.: Die etwa sieben Arten im tropischen Asien und Amerika verbreitet.
  • Holcochlaena Baker (wird auch zu Pellaea gestellt).
  • Jamesonia Hook. & Grev., mit etwa 129 Arten, darunter:
  • Llavea Lagasca: Sie enthält nur eine Art:
  • Mildella Trevis., mit zwei Arten in Mittelamerika:
  • Monogramma Comm. ex Schkuhr, mit etwa sechs Arten, darunter die kleinsten Farne.
  • Nephopteris Lellinger: Es gibt nur eine Art:
  • Nevrocallis Fée, mit etwa drei Arten.
  • Pelzfarne (Notholaena R.Br.), mit etwa 38 bis 60 Arten.
  • Ochropteris J. Sm.: Es gibt nur eine Art:
  • Onychium Kaulf.: Die etwa acht Arten sind in Asien und Afrika verbreitet.
  • Paraceterach Copel., mit etwa sechs Arten.
  • Parahemionitis Panigrahi, mit zwei Arten, die aber auch zu Hemionitis gestellt werden.
  • Pellaea Link, mit etwa 40 bis 80 Arten.
  • Pentagramma Yatsk., Windham & E.Wollenw.: Die etwa zwei Arten sind in Nordamerika verbreitet.
  • Pityrogramma Link: Die etwa 18 Arten sind im tropischen Amerika und in Afrika verbreitet.
  • Platyloma J.Sm. (die Arten werden auch zu Pellaea gestellt).
  • Platyzoma R.Br.: Die etwa vier Arten kommen in Australien, Neuseeland und Neukaledonien vor.
  • Polytaenium Desv.: Die etwa acht Arten sind in der Neotropis verbreitet.
  • Pteris L. (Syn.: Afropteris Alston, Anopteris (Prantl) Diels), mit mindestens 150 Arten.
  • Pterozonium Fée, mit etwa 14 Arten in Südamerika.
  • Radiovittaria (Benedict) E.H.Crane, mit etwa acht Arten.
  • Rheopteris Alston: Die etwa zwei Arten kommen in Neuguinea vor.
  • Scoliosorus T.Moore: Die etwa drei Arten kommen in Zentralamerika und Afrika vor.
  • Syngramma J.Sm.: Es gibt 1 bis 20 Arten von Malesien bis zu den Fidschi-Inseln.
  • Taenitis Willd. ex Schkuhr: Die 5 bis 15 Arten sind von Indomalesien bis Australien verbreitet.
  • Trachypteris André ex Christ: Die etwa zwei Arten kommen in Südamerika, auf den Galapagos-Inseln und auf Madagaskar vor.
  • Vittaria Sm., mit etwa 30 bis 80 Arten.

Innerhalb der Familie gibt es fünf monophyletische Gruppen, die gemäß Smith et al. 2006 folgendermaßen als Familien oder Unterfamilien gegliedert werden könnten:

  • Parkeriaceae oder Parkerioideae mit:
    • Acrostichum und
    • Ceratopteris
  • Adiantaceae mit
    • Adiantoideae, darunter:
      • Adiantum und den
    • Vittarioideae: Sie zeichnen sich durch linealische, meist einfache Blattspreiten aus. Die Sori stehen entlang der Blattnerven oder in linearen Gruben. Die Sporen sind vorwiegend trilet, bei Vittaria monolet.
      • Ananthacorus,
      • Anetium,
      • Antrophyum,
      • Haplopteris,
      • Hecistopteris,
      • Monogramma,
      • Polytaenium,
      • Radiovittaria,
      • Rheopteris,
      • Scoliosorus und
      • Vittaria:
  • Cryptogrammaceae (kein Name für Unterfamilie) mit:
    • Coniogramme,
    • Cryptogramma und
    • Llavea
  • Sinopteridaceae oder Cheilanthoideae
  • Pteridaceae s.s. oder
    • Pteridoideae mit
      • Pteris und ihren nächsten Verwandten und den
    • Taenitioideae um Taenitis.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alan R. Smith, Kathleen M. Pryer, Eric Schuettpelz, Petra Korall, Harald Schneider, Paul G. Wolf: A classification for extant ferns. In: Taxon. Band 55, Nr. 3, 2006, ISSN 0040-0262, S. 705–731, Abstract, PDF-Datei.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pteridaceae bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 11. Oktober 2015.
  2. Fay-Wei Li, Kathleen M. Pryer, Michael D. Windham: Gaga, a New Fern Genus Segregated from Cheilanthes (Pteridaceae). In: Systematic Botany. Band 37, Nr. 4, 2012, S. 845–860, DOI:10.1600/036364412X656626.
  3. Franz Fukarek: Abteilung Farnpflanzen, Gefäß-Sporenpflanzen, Pteridophyta. In: S. Danert u. a.: Urania Pflanzenreich. Band 1. 2. Auflage. Urania-Verlag Leipzig/Jena/Berlin 1975, S. 98.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saumfarngewächse (Pteridaceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  •  David John Mabberley: Mabberley’s Plant-Book. A portable dictionary of plants, their classification and uses.. 3. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 2008, ISBN 978-0-521-82071-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).