Schönefeld (Beelitz)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 52° 13′ 20″ N, 13° 0′ 10″ O

Schönefeld
Stadt Beelitz
Höhe: 41 m
Fläche: 7 km²
Einwohner: 115 (31. Mai 2010)
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1972
Postleitzahl: 14547
Vorwahl: 033204
Schönefeld (Brandenburg)
Schönefeld

Lage von Schönefeld in Brandenburg

Denkmalgeschützte Dorfschule
Denkmalgeschützte Dorfschule

Schönefeld ist ein Gemeindeteil der Stadt Beelitz mit 115 Einwohnern.[1] Das charakteristische Straßendorf hat einen Anger mit der ehemaligen Dorfschule im Zentrum des Ortes.

Funkempfangsstelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1928 wurde von Telefunken in der Nähe des heutigen Ortsteiles Schönefeld eine „Übersee-Empfangsstation“ aufgebaut. Sie diente der telegrafischen und telefonischen Kommunikation, zuerst hauptsächlich mit den USA und Südamerika. Im Verein mit der Betriebszentrale beim Haupttelegrafenamt Berlin (HTA) und der Übersee-Sendestation Nauen wurden Telegramme, Funkgespräche und Bildtelegramme (ähnlich dem heutigen FAX) zwischen Deutschland und dem Ausland per Funk auf Lang- oder Kurzwellen übertragen.

Ursprünglich gebaut für das Telefunken Tochterunternehmen Transradio (und als Ersatz für die Station in Geltow) wurden die Funkempfangsstelle (wie auch die Sendestation in Nauen) 1930 der Deutschen Post unterstellt.

Der Telefunken-Architekt Prof. Muthesius war beim Bau der Betriebsgebäude in Beelitz zwar schon tot, aber den Bauten sieht man an, dass sie in seinem Architektenbüro entworfen wurden.

Zwischen 1929 und 1931 wurden Zug um Zug Empfangsgeräte und Funker von Geltow nach Beelitz umgesetzt. Telefunken hatte neue Großempfänger entwickelt, die zusammen mit den neu errichteten Antennenanlagen den Empfang aus New York City, Kairo, Buenos Aires, Rio de Janeiro, Manila, Bangkok, Santiago de Chile, Osaka, Mexiko, Teheran und Shanghai gewährleisteten. Bald kamen noch weitere Stationen dazu.

Zu den größten Antennenanlagen gehörten die vier Goniometer-Antennen für den Langwellen-Empfang, deren am weitesten entfernte Masten auf den Wiesen hinter Krobs Hof in Beelitz und auf den Wiesen zwischen Rieben und Dobbrikow standen. Eine weitere Telefunken-Entwicklung war die sogenannte Tannenbaum-Antenne, die aus einer Zusammenschaltung von 96 Einzeldipolen bestand, welche an 75 m hohen Stahlmasten aufgehängt waren. All das diente dazu, möglichst störungsfreie Signale zu erhalten, die dann per Kabel nach Berlin zum HTA bzw. zum Fernsprechamt übertragen wurden.

Die Funkempfangsstelle Beelitz war somit Teil des weltweiten postalischen Fernmeldenetzes. So um 1930 herum entstand wohl auch der Begriff, dass Beelitz das (deutsche) Ohr zur Welt sei.

Durch den Zweiten Weltkrieg wurden die Verbindungen zu vielen Partner-Funkstationen unterbrochen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden über die Funkempfangsstelle Beelitz die Funkverbindungen für die DDR-Post unter anderem mit Moskau, Peking, Shanghai, Kairo, Helsinki, Budapest, Belgrad, Ulan Bator, Pjöngjang und Havanna hergestellt.

Durch den verstärkten Ausbau der internationalen Kabel-Verbindungen mittels Glasfaser-Kabel, vollzog sich Zug um Zug der Übergang vom postvermittelten Telegramm und Ferngespräch zur direkt vom Teilnehmer hergestellten Kommunikation. Die Kurzwellen-Übertragung wurde überflüssig und damit auch die Funkempfangsstelle in Beelitz.

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönefeld war unter Anderem Drehort für den Kinofilm Sass, aber auch für eine Folge der Serie Im Namen des Gesetzes (RTL)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schönefeld (Beelitz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beelitzer Nachrichten 21. Jahrgang Nr. 6, S. 9