Kanin (Beelitz)

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Kanin
Stadt Beelitz
Koordinaten: 52° 17′ 17″ N, 12° 50′ 15″ O
Höhe: 43 m ü. NHN
Fläche: 1,69 km²
Einwohner: 138 (6. Mrz. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Eingemeindet nach: Busendorf
Postleitzahl: 14547
Vorwahl: 033206
Dorfkirche Kanin

Kanin ist ein Dorf in Brandenburg. Es ist ein Gemeindeteil von Busendorf, einem Ortsteil der Stadt Beelitz im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanin liegt am Rande des Naturparks Nuthe-Nieplitz, umgeben von weitreichenden Kiefernwäldern. Die Landeshauptstadt Potsdam ist etwa 30 Kilometer entfernt, die Stadt Werder (Havel) liegt zehn Kilometer nordöstlich und die Stadt Beelitz etwa zwölf Kilometer südöstlich des Dorfes. Umliegende Ortschaften sind die Werderaner Ortsteile Bliesendorf im Norden und Glindow im Nordosten, Klaistow im Osten, Fichtenwalde im Südosten, Borkwalde im Süden, Busendorf im Westen sowie Damsdorf in der Gemeinde Kloster Lehnin im Nordwesten.

Kanin liegt an der Landesstraße 88 von Werder nach Lehnin sowie an der Kreisstraße 6917 nach Treuenbrietzen. Die Bundesautobahn 10 verläuft nördlich von Kanin, die nächstgelegene Anschlussstelle Glindow ist etwa drei Kilometer entfernt. Südwestlich des Ortes befindet sich der Truppenübungsplatz Lehnin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanin wurde erstmals 1419 oder 1420 unter dem Namen Kanyn urkundlich erwähnt. Das Dorf ist allerdings vermutlich älter. Der Ortsname ist slawisch und beschreibt einen Ort, an dem es Raubvögel gibt.[2] Bei dem Ort handelt es sich um ein typisches wendisches Rundlingsdorf. Zusammen mit den Nachbardörfern Busendorf und Klaistow bildete Kanin bis zu den Befreiungskriegen 1815 eine Exklave des Königreichs Sachsen innerhalb Preußens, somit war Kanin das nördlichste Dorf Sachsens. Die Lage führte zu der kuriosen Situation, dass der Ort Kanin selbst zu Sachsen gehörte, der Dorfkrug jedoch in Preußen lag. Somit konnten sich preußische Deserteure in Kanin in Sicherheit bringen, wurden jedoch im preußischen Dorfkrug von Husaren gefangen genommen.

Die Ursprünge der aus Feldsteinen errichteten Dorfkirche Kanin gehen auf das frühe 13. Jahrhundert zurück. Das heutige spätgotische Kirchenschiff entstand im 14. Jahrhundert.[3] 1540 kam die Kirche an die Pfarrei Bliesendorf. Die Dorfkirche Kanin wurde von den Bewohnern der Dörfer Busendorf, Kanin, Klaistow und Ferch genutzt, aufgrund der geringen Einwohnerzahl der Gemeinden teilten sich die dortigen Kinder eine Schule, die sich ebenfalls in Kanin befand. Die Schule wurde 1960 geschlossen und die Kinder nach Fichtenwalde geschickt.

Kanin ist und war ein überwiegend landwirtschaftlich geprägtes Dorf. In den 1950er Jahren entstand in Kanin eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, welche in den 1960er Jahren mit den LPGs aus Busendorf und Kanin zu der LPG „Freiheit“ zusammengelegt wurde. Seit der Wende wird in und um Kanin vermehrt Spargel angebaut.

Nach dem Wiener Kongress 1815 kam das vormals sächsische Kanin an das Königreich Preußen und wurde im Zuge der Kreisneubildung 1817 dem Landkreis Zauch-Belzig angeschlossen. Zum 1. Juli 1950 wurde Kanin zusammen mit Klaistow der Nachbargemeinde Busendorf angeschlossen und am 25. Juli 1952 dem neu gebildeten Kreis Potsdam-Land zugeordnet. Nach der Wende lag Kanin zunächst im Landkreis Potsdam, bevor der Ort bei der Kreisreform im Dezember 1993 dem Landkreis Potsdam-Mittelmark zugeordnet wurde. Am 31. Dezember 2001 wurde Busendorf mit seinen Gemeindeteilen nach Beelitz eingemeindet.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung in Kanin von 1875 bis 1946[5]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 191 1910 165 1933 423 1946 185
1890 177 1925 202 1939 494

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kanin (Beelitz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beelitzer Nachrichten 26. Jahrgang Nr. 3, Seite 9 auf yumpu.com, abgerufen am 28. Januar 2018
  2. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin: Alter - Herkunft - Bedeutung. be.bra Wissenschaft, 2005, S. 163.
  3. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 524 f.
  4. Kanin im Geschichtlichen Ortsverzeichnis. Abgerufen am 27. Januar 2018.
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. (PDF; 331 KB) Landkreis Potsdam-Mittelmark. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Dezember 2006, abgerufen am 27. Januar 2018.