Schraplau
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 51° 26′ N, 11° 40′ O | |
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Saalekreis | |
| Verbandsgemeinde: | Weida-Land | |
| Höhe: | 116 m ü. NHN | |
| Fläche: | 7,06 km² | |
| Einwohner: | 1020 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 144 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 06279 | |
| Vorwahl: | 034774 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SK, MER, MQ, QFT | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 88 340 | |
| Stadtgliederung: | 3 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Marktstraße 25 06279 Schraplau | |
| Website: | www.stadt-schraplau.de | |
| Bürgermeister: | Olaf Maury | |
| Lage der Stadt Schraplau im Saalekreis | ||
Schraplau ist eine Stadt im Saalekreis, Sachsen-Anhalt (Deutschland).
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Schraplau liegt zwischen Halle (Saale) und Lutherstadt Eisleben im Tal der Weida. Die Stadt gehört der Verbandsgemeinde Weida-Land an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Nemsdorf-Göhrendorf hat.
Nachbargemeinden sind Seegebiet Mansfelder Land im Norden und Osten. Innerhalb der Verbandsgemeinde: Obhausen im Süden und Farnstädt im Westen.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- In einem zwischen 881 und 899 entstandenen Verzeichnis des Zehnten des Klosters Hersfeld (Hersfelder Zehntverzeichnis) wird Schraplau als „zehntpflichtiger Ort Scrabanloch im Friesenfeld“ urkundlich erwähnt. In der Stadt befindet sich die Burg Schraplau.
- Um 1254 besaß die Johanniskirche in Schraplau in der heutigen Wüstung Dresewitz 2,5 Hufen Acker.
Bevölkerung
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Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt)[2], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Laut der Volkszählung 2011 waren im Jahr 2011 6 % der Einwohner evangelisch, 2 % katholisch. Zirka 92 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[3] Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem weiter gesunken. Laut Zensus 2022 hatte die Gemeinde Schraplau in Sachsen-Anhalt mit 94,8 % den größten Anteil an Personen mit Zugehörigkeit zu keiner oder einer sonstigen Glaubensgemeinschaft (Stand Mai 2022).[4]
Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Schraplau mit ihrer Kirche St. Johannes gehört zum Pfarramt Querfurt-Nord (Sitz: Eisleben-Osterhausen) im Kirchenkreis Merseburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Die Katholiken sind der Pfarrei St. Bruno mit Sitz in Querfurt im Bistum Magdeburg zugeordnet, deren nächste Filialkirche St. Anna in Röblingen am See ist.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Stadtrat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Stadtrat von Schraplau besteht aus 12 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 56,8 % zu folgendem Ergebnis:[5]
| Partei / Wählergruppe | Stimmenanteil 2019[6] |
Sitze 2019 |
Stimmenanteil 2024 |
Sitze 2024 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Wählergemeinschaft Für Schraplau | 55,5 % | 7 | 100 % | 12 | |
| Einzelbewerber Henryk Bieda | 9,9 % | 1 | – | – | |
| Einzelbewerber Kurt Pfeiffer | 9,4 % | 1 | – | – | |
| Einzelbewerber Peter Mettin | 8,8 % | 1 | – | – | |
| Einzelbewerber Ronny König | 5,8 % | 1 | – | – | |
| Einzelbewerber Dirk Töpfer | 4,7 % | 1 | – | – | |
| Einzelbewerber Thomas Meyer | 4,6 % | – | – | – | |
| Einzelbewerber Peter Grigorean | 1,2 % | – | – | – | |
| Insgesamt | 100 % | 12 | 100 % | 12 |
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1998–2012: Roland Richter (parteilos)[7]
- 2012–2019: Frank Birke (CDU)
- seit 2019: Olaf Maury (parteilos)
Birke wurde bei der Bürgermeisterwahl am 22. Januar 2012 mit 50,5 % der gültigen Stimmen gewählt.[8]
Maury wurde bei der Bürgermeisterwahl am 3. Februar 2019 ohne Gegenkandidat mit 100 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.[9] Er wurde bei der Bürgermeisterwahl am 26. Oktober 2025 wiederum ohne Gegenkandidat mit 100 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.[10] Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.[11]
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Wappen wurde am 6. November 2012 durch den Landkreis genehmigt.
Blasonierung: „In Silber auf grünem Schildfuß vorn ein römischer Soldat mit roter Tunika, Pteruges, Stiefeln und Helm mit Federbusch, in der Rechten das abgeschlagene bärtige Haupt Johannes des Täufers an dessen schwarzen Haaren haltend, in der Linken ein erhobenes Schwert mit silberner Klinge und goldenem Griff mit Knauf und Parierstange, hinten ein gefugter und gezinnter, spitzbedachter und beknaufter roter Turm mit drei silbernen Durchbrüchen (2:1).“[12]
Die Farben der Stadt sind in Anlehnung an die Wappenfarben Rot – Weiß – Grün.
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Gewohnheitsrechtlich geführtes Stadtwappen
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Bildsiegel der Stadt
Das Wappen führte die Stadt in Gewohnheitsrecht ohne Genehmigung, bis es vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch heraldisch korrekt gezeichnet und ins Genehmigungsverfahren geführt wurde. Dieses Motiv führt Schraplau heute im Bildsiegel.[13]
Flagge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Flagge ist rot-weiß-grün (1:1:1) gestreift (Querformat: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Stadtwappen belegt.[12]
Am 10. November 2012 wurde die Flagge, die ebenfalls vom Heraldiker Mantzsch gestaltet wurde, durch eine feierliche Flaggenweihe auf dem Marktplatz von Schraplau anlässlich eines Stadtfestes öffentlich präsentiert.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaft und Infrastruktur
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Unternehmen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Ort befindet sich ein Kalkwerk, in dem Kalkstein aus dem benachbarten Tagebau gewonnen wird.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Schraplau liegt an der Landesstraße L 176 zwischen Oberröblingen und Querfurt. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Querfurt an der A 38.
Der nächstgelegene Bahnhof ist Röblingen am See an der Bahnstrecke Halle (Saale)–Nordhausen. Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Röblingen am See–Vitzenburg war der Ort mit dem Bahnhof Schraplau ab 1904 an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen. Seit der Einstellung des Personenverkehrs Ende 2003 gibt es auf dieser Strecke nur noch Güterverkehr von und nach Röblingen am See.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Söhne und Töchter der Stadt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Johann David Fabarius (1686–1743), Jurist und Bürgermeister von Bergen auf Rügen
- Carl Friedrich Wolf Feuerstein (1786–1856), Arzt
- Ernst Martin (1885–1974), Politiker (DNVP)
- Karl Rehbaum (* 1937), Oberst im Ministerium für Staatssicherheit der DDR
- Martin Paul (* 1942), Fotograf
Mit Schraplau verbundene Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Christian Steltzer (1758–1831), Justizkommissar in Schraplau
- Markus Nierth (* 1969), Theologe, in Schraplau aufgewachsen
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website der Stadt Schraplau
- Literatur von und über Schraplau im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2024 (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ Bevölkerung der Gemeinden. In: statistik.sachsen-anhalt.de. Abgerufen am 17. Oktober 2025.
- ↑ Zensus 2011
- ↑ StaLA LSA: Zensus 2022: 13,8 % der Bevölkerung waren Mitglied in evangelischer oder römisch-katholischer Kirche. Abgerufen am 9. November 2024.
- ↑ Bekanntmachung des Wahlergebnisses der Stadtratswahl in der Stadt Schraplau am 9. Juni 2024. In: weida-land.de. 14. Juni 2024, S. 11, abgerufen am 17. Oktober 2025.
- ↑ Wahlergebnis der Stadtratswahl in der Stadt Schraplau. In: www.weida-land.de. 3. Juni 2019, S. 15, abgerufen am 17. Oktober 2025.
- ↑ Saalekreis: Abschied vom Bürgermeister. In: Volksstimme. 12. April 2012, abgerufen am 17. Oktober 2025.
- ↑ Bürgermeisterwahl: Vier Stimmen entscheiden für Frank Birke. In: Volksstimme. 22. Januar 2012, abgerufen am 17. Oktober 2025.
- ↑ Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 3. Februar 2019
- ↑ Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Oktober 2025
- ↑ Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61
- ↑ a b Amtsblatt des Landkreises Nr. 34/2012 Seite 2 (PDF; 2,6 MB)
- ↑ Hauptsatzung Schraplau. (PDF; 124 kB) Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 19. August 2011.
