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Schwerzenbach

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Schwerzenbach
Wappen von Schwerzenbach
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Uster
BFS-Nr.: 0197i1f3f4
Postleitzahl: 8600 Dübendorf
8603 Schwerzenbach
UN/LOCODE: CH SWB
Koordinaten: 692222 / 249051Koordinaten: 47° 23′ 9″ N, 8° 39′ 36″ O; CH1903: 692222 / 249051
Höhe: 443 m ü. M.
Höhenbereich: 434–457 m ü. M.[1]
Fläche: 2,65 km²[2]
Einwohner: 5250 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte: 1981 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
28,6 %
(31. Dezember 2024)[4]
Gemeindepräsident: Martin Hermann (FDP)
Website: www.schwerzenbach.ch
Panorama von Schwerzenbach, im Hintergrund der Greifensee
Panorama von Schwerzenbach, im Hintergrund der Greifensee
Lage der Gemeinde
Karte von SchwerzenbachZürichseeGreifenseePfäffikerseeBezirk BülachBezirk DielsdorfBezirk HinwilBezirk HorgenBezirk MeilenBezirk PfäffikonBezirk ZürichDübendorfEgg ZHFällandenGreifensee ZHMaurMönchaltorfMönchaltorfSchwerzenbachUsterVolketswilWangen-Brüttisellen
Karte von Schwerzenbach
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Schwerzenbach ist eine politische Gemeinde im Bezirk Uster des Kantons Zürich in der Schweiz.

Die nördlich des Greifensees befindliche Gemeinde liegt östlich der Stadt Zürich an der Grenze zum Zürcher Oberland. Der Chimlibach durchquert Schwerzenbach und mündet in den Fluss Glatt.

Reformierte Kirche Schwerzenbach

Im Mittelalter gehörte Schwerzenbach zur Herrschaft Greifensee, die den Grafen von Rapperswil gehörte und später an die Herren von Landenberg und die Grafen von Toggenburg überging. 1402 übernahm der Zürcher Stadtstaat die gesamte Herrschaft Greifensee und damit auch Schwerzenbach. Seit dem Untergang des Alten Zürich in der Revolution von 1798 ist Schwerzenbach eine eigene Gemeinde im Kanton Zürich. Sie gehörte zuerst zum Distrikt Uster, ab 1815 zum Oberamt Greifensee und ist seit 1831 Teil des Bezirks Uster.

Die Legende des heiligen Einhard berichtet von einem Schwerzenbacher Lokalheiligen, der bei der alten Kirche begraben sein soll. 1444, im Alten Zürichkrieg, zerstörten die Schwyzer die Kirche. Das Recht, den Pfarrer einzusetzen, die sogenannte Kollatur der Kirche Schwerzenbach, stand bis ins Jahr 1834 dem Kloster Einsiedeln zu, obwohl die Gemeinde schon 1524 zum reformierten Glauben gewechselt hatte. 1812 wurde die Kirche abgerissen und 1813 die heutige Kirche eingeweiht.

Bis ins 17. Jahrhundert lebten die meisten Schwerzenbacher ausschliesslich von den Erzeugnissen der Landwirtschaft, ab dem 18. Jahrhundert zusätzlich von der in Heimarbeit betriebenen Spinnerei und Weberei. Zur Ansiedlung von Industrie kam es trotz der 1856 eröffneten Bahnstation nicht. Einzig ein Seidenfabrikationsgeschäft etablierte sich. Schwerzenbach war daher bis vor sechs Jahrzehnten ein Bauerndorf.

Historisches Luftbild von 1920, aufgenommen aus 800 Metern Höhe von Walter Mittelholzer
Ansicht von der Glatt aus
Ansicht von der Glatt aus
Der Ausfluss der Glatt aus dem Greifensee
Der Greifensee bei Schwerzenbach, im Hintergrund das benachbarte Städtchen Greifensee

Blasonierung:

In Gold ein schwarzer Querbach, belegt mit einem silbernen Fisch

Ein eigenes offizielles Wappen führt die Gemeinde erst seit den Bemühungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich und deren Wappenkommission Anfang der 1930er Jahre. 1932 zeigte der Stempel der Gemeinderatskanzlei noch den Zürcher Schild. Nach langer Suche fand man das alte Siegel des Gemeindeammanns von 1844. Es zeigt auf blauem Grund einen waagrechten schwarzen Bach mit einem silbernen Fisch und gab die Vorlage für das heutige Wappen ab.

Die Nähe zur Stadt Zürich und zu Uster führte nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Bauboom, der das ursprünglich nur 400 Einwohner zählende Dorf auf über das Zehnfache anwachsen liess. Im Verlaufe des Baubooms verlagerte sich das Zentrum vom alten Dorfkern bei der Kirche in Richtung der Bahnstation und Richtung Volketswil, welches seinerseits bis an die Bahnlinie und fast bis zum Bahnhof reicht. Die Neubau-Siedlung «Im Vieri» brachte nach der Bewilligungserteilung im Jahr 2008 bis im Jahr 20213 alleine fast 500 neue Bewohner in der Nähe des Bahnhofs sowie das Pflegezentrum.[5][6] 2025 besass die Gemeinde laut einer Sotomo-Studie das grösste Potenzial aller Schweizer Gemeinden, nach innen zu wachsen, der Wert bezog sich auf das Verhältnis der Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr zur Anzahl tatsächlicher Bewohner eines Ortes. 2022 hatte die Gemeinde einen Entwurf einer Bau- und Zonenordnung abgelehnt, welche Platz für 2000 Zuzüger schaffen wollte. Die neue BZO im 2025 sah deshalb vor, dass kein Gebäude höher gebaut werden sollte als ein schon Bestehendes mit sieben Stockwerken.[7]

Bevölkerungs­entwicklung[8]
Jahr Einwohner
1836 221
1850 218
1900 201
1950 389
1962 1279
1970 2665
1980 2797
1990 3634
2000 4233
2005 4158
2010 4431
2015 5020
2020 5183
2022 5130
2025 5250

Gemeindepräsident ist Martin Hermann (FDP, Stand 2023).[9]

Mitglieder des Schwerzenbacher Gemeinderats (2022–2026)
Name Amtsantritt Funktion Partei
Martin Hermann 2022 Gemeindepräsident / Planung FDP
Esther Borra 2014 Hochbau / Liegenschaften parteilos
Christiane Dasen 2022 Soziales glp
Reto Haltinner 2018 Sicherheit Mitte
Rahel Hofmann-Meyer 2014 Gesellschaft FDP
Ivar Schmutz 2022 Finanzen glp
Beat Schüpbach 2018 Tiefbau / Werk parteilos

Bei den Nationalratswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Schwerzenbach: SVP 26,68 % (+0,52), SP 16,76 % (+3,12), glp 16,20 % (−1,01), FDP 12,11 % (−2,00), Grüne 10,98 % (−1,12), Mitte 8,95 % (+0,61), EVP 3,26 % (−1,15), EDU 0,90 (+0,16).[10]

2022 gehörten 23,57 % der Bevölkerung zur Evangelisch-reformierten Kirche und 24,31 % zur Römisch-katholischen Kirche. 52,12 % hatten eine andere oder keine Konfessionszugehörigkeit.[11]

Die Reformierte Kirche Schwerzenbach wurde in den Jahren 1812–1813 in klassizistischem Stil errichtet. Das römisch-katholische Zentrum St. Gabriel befindet sich im Haus zum Wiesenthal, das 1803 erstellt wurde und seit dem Jahr 2000 als katholisches Pfarreizentrum benutzt wird.

Die evangelischen Freikirchen sind in Schwerzenbach durch die spanischsprachige «Iglesia Cuerpo de Cristo de Remar Internacional» vertreten, die zugleich als internationales sozialdiakonisches Hilfswerk tätig ist.[12]

Der Bahnhof Schwerzenbach ist durch die S-Bahn Zürich mit folgenden Linien angebunden:

Der zürichdeutsche Dialekt von Schwerzenbach gehört zu den Zürcher Oberländer Mundarten, wobei sich durch Zuzug aus Kanton, Schweiz und Ausland die Zürcher Oberländische Prägung bei vielen Sprechern in Schwerzenbach abgeschwächt hat.

Sehenswürdigkeiten

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Städtepartnerschaft

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Die permanenten Kontakte erfolgen auf drei Ebenen:

  • Exekutive: Gemeinderat Schwerzenbach und Stadtrat Aizpute
  • Organisation: Partnerschaftsverein Pro Aizpute in Schwerzenbach und Freunde von Schwerzenbach in Aizpute
  • Persönlich: Es hat sich ein Netz von direkten persönlichen Kontakten ausgebildet

Persönlichkeiten

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  • Franz Perret (1904–1979), Bibliothekar und Leiter des Stiftsarchivs St. Gallen
  • Fritz Butz (1909–1989), Filmarchitekt, Bühnen- und Kostümbildner sowie Illustrator
  • Gerhard Ebeling (1912–2001), evangelischer Theologe, Vertreter der Hermeneutik
  • Sita Jucker (1921–2003), Kinderbuch-Illustratorin, Malerin und Autorin
  • Max Ziegler (1921–2012), Architekt der Nachkriegsmoderne
  • Rudolf Winkler (* 1955), Landwirt und Politiker, Nationalrat
Commons: Schwerzenbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  2. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
  4. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
  5. Privater Gestaltungsplan «Im Vieri», Planungsbericht gemäss Art. 47 RPV (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive). Kanton Zürich, Gemeinde Schwerzenbach (PDF; 154 kB).
  6. Überbauung im Vieri Schwerzenbach (Memento vom 13. Januar 2026 im Internet Archive)
  7. Fabienne Sennhauser: Agglomeration zwischen Idylle und Wachstum, Tages-Anzeiger, 2. Oktober 2025, S. 19
  8. 1836: HLS, 1850–1950: Eidgenössische Volkszählungen, danach: Gemeindeporträts. Schwerzenbach. Bevölkerung (Personen). Statistisches Amt des Kantons Zürich, 1962–2022.
  9. Gemeinderat. Website der Gemeinde Schwerzenbach, abgerufen am 30. Juni 2022.
  10. Eidgenössische Wahlen 2023, NR – Ergebnisse Parteien (csv). In: opendata.swiss. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 17. Februar 2024.
  11. Gemeindeporträts. Schwerzenbach. Konfession. Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2022.
  12. Iglesia Cuerpo de Cristo (Memento vom 19. November 2011 im Internet Archive). Remar Schweiz, abgerufen am 29. Februar 2012.
  13. Aizpute – unsere Partnerstadt in Lettland (Baltikum). Website der Gemeinde Schwerzenbach, abgerufen am 17. Juni 2020.