Schwickershausen (Bad Camberg)

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Schwickershausen
Ehemaliges Gemeindewappen von Schwickershausen
Koordinaten: 50° 18′ 48″ N, 8° 17′ 43″ O
Höhe: 266 (242–520) m ü. NHN
Fläche: 2,76 km²[1]
Einwohner: 565 (30. Jun. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 205 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 65520
Vorwahl: 06434
Kuhbett, von Nordosten gesehen
Pfarrkirche St. Georg, im Vordergrund der Friedhof

Schwickershausen ist ein Stadtteil von Bad Camberg im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg. Schwickershausen hatte rund 600 Einwohner und ist damit der zweitkleinste Stadtteil Bad Cambergs.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwickershausen liegt rund drei Kilometer nordöstlich des Zentrums von Bad Camberg im Dombachtal, einem Seitental des Goldenen Grundes am Fuß des Kuhbetts im östlichen Hintertaunus. Die Kreisstadt Limburg an der Lahn liegt rund 18 Kilometer nordwestlich.

Die Gemarkung ist in Südwest-Nordost-Richtung gestreckt. Sie grenzt im Norden an Erbach und im Süden an die Kernstadt Bad Camberg sowie am Kuhbett im Nordosten an einem Punkt an Hasselbach und damit an den Hochtaunuskreis. Die Gemarkungsfläche wird von etwas Wald und vor allem landwirtschaftlicher Fläche eingenommen. Nahe am Kuhbett erreicht es bis zu 520 Meter, im Westen der Gemarkung rund 320 Meter. Schwickershausen selbst liegt auf 255 Metern Höhe. Geologisch wird das Gelände von schieferhaltiger Grauwacke mit Quarzgängen dominiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1276 als „Swikirhusin“. Die Nennung erfolgte in einer auf den 18. September 1276 datierten Urkunde, in der Theoderich, der Abt des Klosters Maria Laach festlegte, dass das Dorf Schwikirhusin dem Kloster Seligenstatt im Westerwald 30 Malter Getreide zu liefern habe. Im Zentrum des alten Ortskerns liegt das ehemalige Hofgut. Einen zweiten Siedlungskern stellen Mühle und Kirche auf der gegenüberliegenden Seite des Dombachs dar.

1835 erhielt der Ort ein eigenes Schulhaus, in dem bis 1968 unterrichtet wurde. 1840 bildete Schwickershausen zusammen mit Dombach eine eigenständige katholische Pfarrei. Zum 1. Januar 2012 wurde die Doppelpfarrei Dombach-Schwickershausen in die neue Pfarrei St. Peter und Paul integriert,[3] die alle heutigen Bad Camberger Stadtteile umfasst.

1891 wurde die in das Dorf führende Straße zur Durchgangsstraße in das Weiltal verlängert. 1904 erhielt das Dorf eine Wasserleitung.

In den 1960er Jahren entstanden zwei Neubaugebiete. Die Eingemeindung nach Bad Camberg erfolgte am 1. Juli 1974 im Rahmen der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz.[4][5] 2001 wurde das Dorfgemeinschaftshaus saniert und erweitert.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Schwickershausen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwickershausen: Einwohnerzahlen von 1650 bis 2016
Jahr  Einwohner
1650
  
11
1834
  
301
1840
  
304
1846
  
323
1852
  
390
1858
  
464
1864
  
384
1871
  
326
1875
  
370
1885
  
363
1895
  
331
1905
  
324
1910
  
332
1925
  
330
1939
  
313
1946
  
509
1950
  
468
1956
  
376
1961
  
369
1967
  
435
1970
  
465
1987
  
536
1998
  
553
2005
  
585
2012
  
576
2016
  
565
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][2]; ab 1987: Stadt Camberg

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1885: 3 evangelische, 360 katholischer Einwohner
• 1961: 33 evangelische, 336 römisch-katholische Einwohner

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schwickershausen befindet sich die katholische Pfarrkirche St. Georg, die zum Bistum Limburg gehört.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher des Ortsbezirks Schwickershausen ist Burkhard Becker.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwickershausen verfügt neben der Freiwilligen Feuerwehr e.V. über einen eigenen Karnevalsverein, den Carnevalverein Schwickershausen, und mit dem TuS Grün-Weiß Schwickershausen auch über einen eigenen Sportverein. Im Stadtteil findet sich das Schwicki-Theater. Ferner besteht der Gesangverein „Liederkranz" 1885“ und der „Kulturkreis Schwickershausen“.

  • Der TuS Grün-Weiß Schwickershausen hat derzeit drei Abteilungen (Tischtennis, Frauenturnen und Fußball). Der Verein wurde 1970 gegründet um die Tradition des 1912 gegründeten Turnvereins Einigkeit fortzuführen. Der Verein verfügt über einen Sportplatz und ein 1978 errichtetes Sportheim. Der Verein ist seit 1985 im Fußball Stadtmeister, da seither keine Bad Camberger Stadtmeisterschaften mehr ausgetragen wurden.
  • Das Schwicki-Theater zeigt seit 1991 Komödien. Es handelt sich um ein Amateurtheater, welches Mitglied des Landesverbandes Hessischer Amateurbühnen e.V. ist.
  • Gesangverein Liederkranz 1885, gegründet 1885, Träger der Zelterplakette, bestehend aus 3 Chören, nämlich einem gemischten Chor, der sich der Kirchenmusik verschrieben hat, einem Kinderchor (gegründet 1987) und einem Projektchor, der als Gospelchor fungiert und sich Anfang 2006 zusammengefunden hat. Der Verein ist Träger des Kulturpreises der Stadt Bad Camberg des Jahres 2004/2005.
  • Die Lebenskünstler Schwickershausen e.V., gegründet 2008, verfolgt das Ziel der Erfassung der Dorfgeschichte, der Pflege und Dokumentation der einheimischen Mundart. Auch die Erhaltung und Pflege der Streuobstbestände sowie die Verkostung der aus diesen Beständen gewonnen Produkte gehört zu den Aufgaben. Der Verein verfügt über ein eigenes Gelände am östlichen Rand des Dorfes, auf dem verschiedene Streuobstsorten angepflanzt werden.

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariengrotte am Dombach

In Schwickershausen befindet sich ein ehemaliges Kloster.

Südwestlich von Schwickershausen, allerdings auf Bad Camberger Gemarkung, befindet sich die 1681/83 erbaute Kreuzkapelle, eine frühbarocke Wallfahrtskirche. Sehenswert sind ferner die Schwickershäuser Mühle, das Feldkreuz, die alte Schule und die Pfarrkirche St. Georg. An der Stelle der Kirche stand spätestens 1337 eine Kapelle. Für 1526 ist das Georgs-Patronat verbürgt. 1787 wurde die jetzige Kirche im barocken Stil. 1965 erfolgte ein Anbau an der westlichen Seite, und 2001 eine Sanierung. Die Wallfahrt zur nahe gelegenen Mariengrotte am Ufer des Dombachs ist seit 1785 verbürgt.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der abwehrende Brandschutz und die allgemeine Hilfe des Ortes wird seit ihrer Gründung im Jahr 1957 durch die Freiwillige Feuerwehr Schwickershausen, die ab dem 10. November 1973 eine Jugendfeuerwehr führt, sichergestellt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Schwickershausen, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Statistische Zahlen im Internetauftritt der Stadt Bad Camberg, abgerufen im Januar 2016.
  3. Der nächste Schritt zu einer Pfarrei. Nassauische Neue Presse, 22. Dezember 2011, abgerufen am 28. Juni 2012.
  4. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Limburg und des Oberlahnkreises. (GVBl. II 330-25) vom 12. März 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 5, S. 101, § 9 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 809 kB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 369.
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Ortsbeirat des Ortsbezirkes Dombach. Stadt Bad Camberg, abgerufen am 19. Januar 2017.