Serengeti-Park

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Serengeti-Park
Einfahrt

Einfahrt

Ort Am Safaripark 1, 29693 Hodenhagen, Deutschland
Eröffnung 1974
Besucher 755.000[1] (2016)
Fläche 220 Hektar
Personal Festangestellte: 150 (2015)
Website www.serengeti-park.de
Serengeti-Park (Deutschland)
Serengeti-Park
Serengeti-Park
Lage des Parks

Koordinaten: 52° 44′ 44″ N, 9° 37′ 0″ O

Das Serengeti-Park Resort im niedersächsischen Hodenhagen ist ein Tier- und Freizeitpark. Der Park hat eine Größe von 220 Hektar, 1500 Tiere, über 40 Fahrgeschäfte und Shows sowie ein Resort mit verschiedenen Übernachtungsmöglichkeiten. Als Zoo ist er Mitglied in den Vereinigungen VdZ und EAZA. 2009 erhielt der Park durch das niedersächsische Kultusministerium die Zertifizierung als außerschulischer Lernort im Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1972 hatte der Unternehmer Charlie Stein die Idee, exotische Tiere in der nördlichen Hemisphäre zu halten. Aus dieser Idee heraus entstanden Tierparks in Montreal (heute; La Ronde seit 1967), New Jersey (heute; Six Flags Great Adventure seit 1974), Birmingham (Heute; Cannon Hill Park seit 1973), Yokohama, Beekse Bergen und Hodenhagen. Paolo Sepe fungierte als Leiter der zoologischen Einrichtungen, die unter dem Namen „Wild Animal Kingdom“, eine Tochtergesellschaft der Stein-Holding, liefen. Grundlegend unterschied sich das Konzept der Parks von gewöhnlichen Zoos. Es wurden Safaris mit Tierauslauf angeboten. Außerdem sollten sich die Parks ohne Zuschüsse tragen können. Abgerundet wurde das Freizeitprogramm durch ein paar Karussells. Bei der Eröffnung der Anlage 1974 betrugen die Investitionen etwa 20 Millionen D-Mark.

1982 übernahm – nach dem Konkurs der amerikanischen Betreibergesellschaft – der damalige Serengeti-Park-Geschäftsführer Paolo Sepe den Hodenhagener Park als Eigentümer. Seit 1983 wurde der Park immer weiter saniert, wodurch mit der Zeit neben der Tierwelt (Serengeti-Safari genannt) auch die Dschungel-Safari mit über 200 Affen und die Abenteuer-Safari entstanden.

1996 gelang dem Serengeti-Park die weltweit einzige Auswilderung eines in Europa gezüchteten Breitmaulnashorns. 1997 übernahmen Paolo Sepes Kinder Fabrizio Sepe und Veronica Trussardi-Sepe den Serengeti-Park und führten die Geschäfte gemeinsam mit ihrem Cousin Giovanni Sepe. Zum 1. April 2017 wurde Fabrizio Sepe durch die Übernahme der Firmenanteile seiner Schwester zum alleinigen Inhaber des Parks und leitet seitdem die Serengeti-Park Hodenhagen GmbH als Geschäftsführer gemeinsam mit Giovanni Sepe. 2001 startete die erste Dschungel-Safari-Tour.

2004 erhielt der Serengeti-Park die unbefristete Genehmigung als zoologischer Garten nach der aktuellen EU-Richtlinie 99/22/EG gemäß § 45 des Niedersächsischen Landesnaturschutzgesetzes und auf der Basis des LANA-Gutachtens. 2006 wurde Boubou, das erste afrikanische Elefantenbaby Norddeutschlands seit 30 Jahren, geboren. 2007 wurden die Safari-Lodges eröffnet. 2009 erhielt der Serengeti-Park durch das Niedersächsische Kultusministerium die Zertifizierung als außerschulischer Lernort im Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.[2] 2010 wurde die Aqua-Safari, eine Fahrattraktion mit originalen Florida-Airbooten, eingeweiht. 2011 starb Charly, das bis dahin mit 53 Jahren älteste Breitmaulnashorn der Welt, welches unter kontrollierten Bedingungen in Menschenobhut gehalten wurde.

2014 feierte der Serengeti-Park sein 40-jähriges Jubiläum und das Resort wurde um 40 Masai-Mara-Lodges erweitert. Die Hütten in afrikanischem Stil sind um eine eigene Tieranlage gebaut, auf der unter anderem Giraffen und Antilopen leben. 2015 wurde die Black-Mamba-Jetboot-Attraktion eingeweiht. 2016 wurden neue Lodges gebaut und die Quad-Safari eröffnet. 2017 wurden die Serengeti-Interactives gestartet. Zusätzlich wurde die Indoor-Safari für Schlechtwettertage eröffnet. 2018 wurde die Jurassic-Safari erbaut und die Speedboot-Attraktion (Splash-Safari) eröffnet. 2019 zogen Erdmännchen und Kängurus in den Park und die Eiszeit-Safari wurde eröffnet.

Bereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Serengeti-Park ist in drei Bereiche unterteilt: Die Serengeti-Safari (vormals Tierwelt), die Dschungel-Safari (vormals Affenwelt) und die Abenteuer-Safari (vormals Freizeitwelt).

Serengeti-Safari[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Afrikabereich im Tierland
Elefantenbaby Bou Bou
Lisztaffe im Serengeti-Park

Die 120 ha große Serengeti-Safari mit rund 1500 freilebenden Tieren kann mit dem eigenen Fahrzeug befahren werden. Alternativ können die Besucher an einer Serengeti-Busführung teilnehmen, bei der verschiedene Tiere per Fütterung nah an den Bus gelockt werden. Der Bereich ist in 16 Areale unterteilt:

Dschungel-Safari[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katta-Junges mit Mutter

In der Dschungel-Safari leben 20 verschiedene Affenarten (zum Beispiel Berberaffe, Totenkopfäffchen, Weißkopfmaki, Katta, Weißschulterkapuziner, Weißhandgibbon, Lisztaffen, Schimpansen) in zum Teil begehbaren Gehegen. Innerhalb einiger dieser Gehege befinden sich keine Absperranlagen zwischen Besuchern und Tieren (beispielsweise in dem mit den Berberaffen), weshalb die Parkleitung davon abrät, diese mit Taschen, Rucksäcken, Regenschirmen und ungesicherten Wertsachen zu betreten.

Die Dschungel-Safari-Tour startet in der Affenwelt und führt in offenen Geländefahrzeugen durch einen Teil der Tierwelt und über eine Offroad-Strecke mit Spezialeffekten.

Für den Ende März 2013 vom deutschen Zoll am Flughafen München beschlagnahmten Weißschulterkapuzineraffen von Justin Bieber wurde im Mai 2013 vom Bundesamt für Naturschutz eine Unterbringung im Serengeti-Park entschieden.[3]

Abenteuer-Safari[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Abenteuer-Safari (früher Freizeitwelt und Wasserwelt) sind viele verschiedene Fahrgeschäfte für Kinder und Erwachsene zu finden, wie zum Beispiel die Familienachterbahn, ein Riesenrad und eine Kleinbahn. Eine „Dschungel-Safari-Tour“ in offenen Geländewagen mit Fahrer führt durch ein Spaßgelände mit künstlichen Tieren und verschiedenen Spezialeffekten. Das Serengeti-Restaurant „Manyara“ wurde 2019 neu eröffnet.

Die Abenteuer-Safari kann zu Fuß erkundet werden. In der früheren Wasserwelt findet man verschiedene Attraktionen wie eine 600 m lange Wildwasserbahn, den Kumba Twister, eine Riesenschiffsschaukel oder auch den Condor der Firma Huss. Auch werden eine Aqua-Safari mit Florida-Airboats, ein Fahrgeschäft mit Jetbooten und eine Quad-Safari angeboten. 2018 wurden die Jurassic-Safari und die Splash-Safari eröffnet. 2019 kamen die Eiszeit-Safari und der Safari-Blitz hinzu.

Attraktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Typ Max. Höhe Streckenlänge Max. Tempo Hersteller Eröffnung Anmerkung
Afrika-Express Parkeisenbahn - - - Chance Rides 1980 1980–2017 "Wild-West-Bahn"
Aqua-Safari Airboat - - 50 km/h - 2010 King Kong Animatronic
Baka Quaka Entenkarussell - - - Metallbau Emmeln -
Batukai-Racer Familienachterbahn - - - Technical Park 2020 ersetzte Chura Racer
Big-Foot-Safari Monstertruck-Safari - - - - 2020
Black Mamba - Die Jet Boat Flucht Jet Boats - - 65 km/h - 2015
Dschungel Safari Offroad - Expedition - 3000 m - - 2002
Eiszeit Safari Walk-Through - - - - 2019
Gantu Top Spin Top Spin 12 m - - Huss Rides 1996
Guru Guru Drachenbahn Berg- und Talbahn - - - Zierer Rides -
Jambo Kinderparadies Karussell - - - Zamperla Rides -
Jambo Sita Karussell - - - Zamperla Rides -
Jambo Riesenrutsche Wellenrutsche - - - Metallbau Emmeln -
Jeep Safari Rundfahrt - - - - 2016 Seit der Saison 2019 neuer Standort in der Nähe vom Kumba Twister
Jurassic-Safari Walk-Trough - - - - 2018
Kumba Twister Typhoon 23 m - - Technical Park 2012 Die Gondel schlägt bis zu 120 grad
Mokora Wildwasserfahrt Wildwasserbahn - 490 m - Mack Rides 1994
Motokaa Autoscooter Autoscooter - - - - -
NGOKO Schiffschaukel 20 m - - Huss Rides 1994
Paul Graetz Quad-Safari Quad-Safari - - - - 2016
Puto Moto Riesenrad 33 m - - Nauta Bussink 1992
Safari-Blitz Spinning Coaster 18 m 860 m 80 km/h Stein/Gerstlauer 2019 Die größte Mobile Indoorachterbahn der Welt
Safari-Blitz-Kids Compact Spinning Coaster - - - SBF Visa Group 2020 nicht angekündete Zusatzneuheit 2020
Senga Condor 32 m - - Huss Rides 1997
Serengeti-Bustour Rundfahrt - 10000 m - - 2002
Splash Safari Rundfahrt mit Festrumpfschlauchbooten - - 65 km/h - 2018
Tembo Elefantenritt Karussell - - - I.E Park 1996
Ukale Nostalgie-Karussell Karussell - - - Peter Petz 1992
Victoria Freefall Magic Tower 17 m - - SBF Visa GROUP 2006
Woga Woga Break Dance - - - Huss Rides 1996
Zonga Kettenflieger Kettenkarussell - - - SBF Visa GROUP 2006 2006–2014 Madagascar Kettenflieger

Ehemalige Attraktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Typ Max. Höhe Streckenlänge Max. Tempo Hersteller Eröffnung Geschlossen Anmerkung und Verbleib
Jet Star Jet Star - - - Anton Schwarzkopf - -
Kleines Riesenrad Riesenrad - - - - 1980 1995
Kosmos Kosmos - - - Friedrich Kocks 1992 1995 ehemalige Reiseanlage; verschrottet
Blitzbahn - - - - - - 1996
Round Up Round Up - - - - 1994 2004 ehemalige Reiseanlage
Enterprise Enterprise 20 m - - Huss Rides 1996 2011 ehemalige Reiseanlage; verkauft nach Sommerland Syd
Rainbow Rainbow 26 m - - Huss Rides 1996 2011 ehemalige Reiseanlage
Leo-Express Calypso - - - Mack Rides 1994 2012 ehemalige Reiseanlage
Die! Wilde Maus Speedy Gonzales 4,9 m 165 m 22 km/h SDC 2007 2014 verkauft an dem Schausteller "Anton Kaiser" und ist heute als Coco Beach Unterwegs
Graetz' Oldtimer Garage Rundfahrt - - - SBF Visa GROUP 1980 2015
Ruko Wellenflug Hang Glider 7,3 m - - Zierer Rides 1992 2016 ehemalige Reiseanlage; ehemals Drachenflug, dann Umthematisierung zum Fledermausflug
Hochseilgarten Hochseilgarten - - - - 2006 2017 von 2016 bis 2017 an neuem Standort der ehemaligen Graetz' Oldtimer Garage
Chura Racer Tivoli (Large) 9 m 360 m 36 km/h Zierer Rides 1983 2019 1983–1998 Marienkäferachterbahn; seit 1999 neuer Zug; 1999–2014 Froschflitzer; wurde 2020 durch die neue Familienachterbahn Batukai-Racer ersetzt

Shows[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es finden täglich mehrere Shows im Serengeti-Park statt:

  • Okavango-Wassershow mit den Todesspringern
  • Jambo-Bongo Mitmachshow
  • Fütterung der Menschenaffen im Amboseli-Menschenaffenreservat
  • Kumeka – Das Erwachen des Dschungels

Touren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Serengeti Bus-Tour
  • Safari Express Tour
  • VIP-Jeep-Safari
  • Raubtier-Safari
  • Elite-Safari
  • Big-Five-Express
  • Ranger-Express
  • Dschungel Safari

Übernachtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2007 besteht die Möglichkeit, direkt im Serengeti-Park zu übernachten. Hierfür stehen 80 Safari-Lodges in zwei Kategorien und 40 Masai Mara Lodges mit direktem Blick in die Tierwelt und 40 Wohnmobilstellplätze zur Verfügung.

Seit 2016 gibt es dazu noch 10 Zelt-Lodges, 20 Abenteuer-Lodges und 5 Ranger-Lodges. Seit 2018 runden 50 Dschungel-Lodges das Angebot ab.

Zudem bieten die Lodges das Restaurant Savanne für Übernachtungsgäste, Konferenzen, Feiern usw. an.

Unfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. Mai 2019 wurde ein Tierpfleger von zwei Löwen attackiert, so dass dieser mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus geflogen werden musste.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Kings: Untersuchungen zum Endoparasitenbefall bei Wildequiden unter Berücksichtigung der Weideinfestation im Serengeti-Park Hodenhagen und im Wisentgehege Springe. Hannover, Tierärztliche Hochschule 1999. Diss. 1999.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Serengeti-Park Hodenhagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Serengeti-Park – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Besucherzahlen für das Jahr 2016., auf parkerlebnis.de, 2. November 2016, abgerufen am 7. November 2016
  2. BNE Portal, abgerufen 24. Juni 2018
  3. Berliner Zeitung: Neues Zuhause für Bieber Affe „Mally“, vom 31. Mai 2013, abgerufen am 31. Mai 2013
  4. Alexander König: Im Serengeti Park Hodenhagen haben Löwen Pfleger attackiert. In: nau.ch. 4. Mai 2019, abgerufen am 4. Mai 2019.