Stefan Schubert (Autor)

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Stefan Schubert (2019)

Stefan Schubert (* 1970) ist ein deutscher Journalist, Publizist und Bestsellerautor. Nach seinem freiwilligen Ausscheiden aus dem Polizeidienst schrieb er Bücher über Internes aus dem Polizeialltag, Bandenkriminalität und Migrantenkriminalität in Deutschland sowie einen Roman. Er wurde als Experte für Bandenkrieg, Rockerkriminalität und Innere Sicherheit in renommierten in- und ausländischen Zeitungen und Nachrichtensendungen zitiert.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach eigenen Angaben erlebte Schubert die Wirkung von Gewalt erstmals als Sechzehnjähriger bei einer Prügelei gegen eine Jugendgang, die ihn seit längerem schikanierte. Gemeinsam mit seinen Freunden schlug er die Gegner nach „intensivem Box-Training“ in die Flucht und fühlte sich fortan respektiert und mächtig. Später bekam er Kontakt zur Blue Army Bielefeld, einer Gruppe von Hooligans im Umfeld des Fußballvereins Arminia Bielefeld, die er zu Spielen begleitete und mit denen er mehrmals an Massenschlägereien teilnahm.[1][2]

Zur selben Zeit begann Schubert eine Ausbildung beim damaligen Bundesgrenzschutz, die er als Klassenbester abschloss. Im Einsatz schirmte er unter anderem den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl ab und schützte die Frau des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Später wechselte er zur Landespolizei Nordrhein-Westfalens und wurde als Streifenpolizist nach Bielefeld versetzt.

Erst nach acht Jahren wurde sein Doppelleben bekannt, als ihn ein Fernsehteam 1996 zufällig bei Auseinandersetzungen in Bielefeld filmte. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch gegen ihn ein. 1998 wurden die Ermittlungen gegen eine Geldstrafe von zehntausend Mark eingestellt und Schubert verließ den Polizeidienst freiwillig. Im selben Jahr stieg Schubert auch aus der Fußball-Szene aus. Zwischenzeitlich arbeitete er danach als Fitness-Trainer, Türsteher und Chef einer Diskothek.[1][3]

Autor und Experte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schubert veröffentlichte mehrere Bücher in den Verlagen Riva, Lago und Kopp und in niederländischer Sprache im Verlag Just Publishers.

2010 schrieb er ein Buch über sein achtjähriges Doppelleben als Polizeibeamter und Hooligan,[2] später Bücher über die Hells Angels und das organisierte kriminelle Bandenwesen. In Gangland Deutschland beleuchtete er ausführlicher Gruppierungen wie Black Jackets, Red Legion und United Tribuns, die sich nach seinen Angaben zu 90 Prozent aus dem prekären Migrantenmilieu rekrutierten.[4] Zur Vorstellung des Buches wurde Schubert beim Sat.1-Frühstücksfernsehen interviewt.[5]

2012 erschien sein zweites Buch Inside Polizei: Die unbekannte Seite des Polizeialltags, welches sich unter anderem mit Polizeigewalt und Amtsdelikten innerhalb Deutschlands befasst. Jörg Diehl schrieb dazu in Spiegel Online: „Eine besondere Qualität gewinnt Schuberts Buch aber durch den Blick in den Alltag und die Gedankenwelt der Ordnungshüter“.[6]

2015 schrieb er den Roman Der Konvertit über eine islamistische Terrorzelle, die Anschläge in Deutschland verübt, und die Ermittlungen gegen sie.[7]

Nach der Erschießung des Gießener Hells-Angels-Anführers Aygün Mucuk im Oktober 2016 erlangte das Buch „Wie die Hells Angels Deutschlands Unterwelt eroberten“ eine größere mediale Aufmerksamkeit. Schubert wurde daraufhin als Experte für Bandenkrieg und Rockerkriminalität in mehreren Zeitungen zu mutmaßlichen Hintergründen zitiert.[8][9] Die Gießener Allgemeine Zeitung veröffentlichte ein ausführliches Interview mit ihm.[10]

2018 erschien das Buch Die Destabilisierung Deutschlands, das sich unter anderem mit Linksterrorismus und Islamistischen Terrorismus befasst. 2019 erschien das Buch „Anis Amri und die Bundesregierung: Was Insider über den Terroranschlag vom Breitscheidplatz wissen“, das sich mit Anis Amri und der politischen Aufarbeitung des Anschlages auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Jahre 2016 auseinandersetzt.

Vier seiner Bücher wurden in der Bestsellerliste des Spiegels aufgeführt: Gewalt ist eine Lösung (2010: Rang 50)[11], Wie die Hells Angels Deutschlands Unterwelt eroberten (2012: Rang 22)[12], Grenzenlos kriminell – Was Politik und Massenmedien über die Straftaten von Migranten verschweigen (2016: Rang 24)[13], „Die Destabilisierung Deutschlands“ (2018: Rang 12)[14].

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Melanie Bergs: Stefan Schubert war Hooligan - und Polizist, WAZ, 27. April 2010.
  2. a b Jörg Diehl: Geheimes Doppelleben: Der Polizist, der Hooligan war. In: Spiegel online, 2. März 2010.
  3. Patrick Krull: Der Polizist, der eigentlich ein Hooligan war. In: welt.de. 2. März 2010, abgerufen am 23. Oktober 2019.
  4. Julian Rohrer: Interview mit Autor Stefan Schubert: „Streetgangs sind gefährlicher als Hells Angels und Bandidos“. In: Focus online. 5. März 2014, abgerufen am 18. Dezember 2015.
  5. Interview mit Stefan Schubert beim Sat.1-Frühstücksfernsehen
  6. Jörg Diehl: Kritisches Polizei-Buch: Zyniker in Uniform, Spiegel Online, 14. Februar 2012.
  7. Jens Reichenbach: Terror-Thriller aus Bielefeld. In: Neue Westfälische, 1. Juni 2015.
  8. Ira Schaible, Carolin Eckenfels: Ermittlungen und Spekulationen: Wer erschoss Aygün Mucuk?, Frankfurter Neue Presse, 23. Oktober 2016.
  9. Türkische Rockergruppen mischen die Szene auf, Darmstädter Echo, 23. Oktober 2016.
  10. »Der Mord ist eine Kriegserklärung«, Gießener Allgemeine Zeitung, 10. Oktober 2016.
  11. Gewalt ist eine Lösung bei Buchreport
  12. Wie die Hells Angels Deutschlands Unterwelt eroberten bei Buchreport
  13. Grenzenlos kriminell bei bei Buchreport
  14. „Die Destabilisierung Deutschlands“ bei Buchreport