Stefan Schubert (Autor)

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Stefan Schubert (* 1970) ist ein deutscher Autor, der jahrelang ein Doppelleben als Polizeibeamter und Hooligan führte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Polizeidienst schrieb er Bücher über sein Doppelleben, Internes aus dem Polizeialltag, Rockerbanden, Bandenkriminalität und Migrantenkriminalität in Deutschland sowie einen Roman.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach eigenen Angaben erlebte Schubert die Wirkung von Gewalt erstmals bei einer Prügelei als Sechzehnjähriger gegen eine Jugendgang, die ihn seit längerem schikanierte. Gemeinsam mit seinen Freunden schlug er die Gegner nach „intensivem Box-Training“ in die Flucht und fühlte sich fortan respektiert und mächtig. Später bekam er Kontakt zur Blue Army Bielefeld, einer Gruppe von Hooligans im Umfeld des Fußballvereins Arminia Bielefeld, die er zu Spielen begleitete und mit denen er an Massenschlägereien teilnahm.[1][2]

Zur selben Zeit begann Schubert eine Ausbildung beim damaligen Bundesgrenzschutz, die er als Klassenbester abschloss. Im Einsatz schirmte er unter anderem den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl ab und schützte die Frau des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Später wechselte er zur Landespolizei Nordrhein-Westfalens und wurde als Streifenpolizist nach Bielefeld versetzt. In seiner Freizeit war er weiterhin als Hooligan und Kneipenschläger aktiv.

Erst nach acht Jahren wurde sein Doppelleben bekannt, als ein Fernsehteam ihn 1996 zufällig bei Krawallen in Bielefeld filmte. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch gegen ihn ein. 1998 wurden die Ermittlungen gegen eine Geldstrafe von zehntausend Mark eingestellt und Schubert verließ den Polizeidienst freiwillig. Im selben Jahr stieg Schubert auch aus der Fußball-Szene aus. Anschließend arbeitete er als Fitness-Trainer, Türsteher und Chef einer Diskothek.[1]

Autor und Experte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 veröffentlichte er ein Buch über sein achtjähriges Doppelleben als Polizist und Hooligan,[2] später Bücher über die Hells Angels und das organisierte kriminelle Bandenwesen. In Gangland Deutschland beleuchtete er ausführlicher Gruppierungen wie Black Jackets, Red Legion und United Tribuns, die sich nach seinen Angaben zu 90 Prozent aus dem prekären Migrantenmilieu rekrutieren.[3] 2015 schrieb er den Roman Der Konvertit über eine islamistische Terrorzelle, die Anschläge in Deutschland verübt, und die Ermittlungen gegen sie.[4]

Nach der Erschießung des Gießener Hells-Angels-Anführers Aygün Mucuk im Oktober 2016 wurde Schubert als Experte für Bandenkrieg und Rockerkriminalität in mehreren Zeitungen zu mutmaßlichen Hintergründen zitiert.[5][6] Die Gießener Allgemeine Zeitung veröffentlichte ein ausführliches Interview mit ihm.[7]

Der Autor veröffentlichte Bücher in den Verlagen Riva, Lago und Kopp und auf niederländisch im Verlag Just Publishers.

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Melanie Bergs: Stefan Schubert war Hooligan - und Polizist, WAZ, 27. April 2010.
  2. a b Jörg Diehl: Geheimes Doppelleben: Der Polizist, der Hooligan war. In: Spiegel online, 2. März 2010.
  3. Julian Rohrer: Interview mit Autor Stefan Schubert: „Streetgangs sind gefährlicher als Hells Angels und Bandidos“. In: Focus online. 5. März 2014, abgerufen am 18. Dezember 2015.
  4. Jens Reichenbach: Terror-Thriller aus Bielefeld. In: Neue Westfälische, 1. Juni 2015.
  5. Ira Schaible, Carolin Eckenfels: Ermittlungen und Spekulationen: Wer erschoss Aygün Mucuk?, Frankfurter Neue Presse, 23. Oktober 2016.
  6. Türkische Rockergruppen mischen die Szene auf, Darmstädter Echo, 23. Oktober 2016.
  7. »Der Mord ist eine Kriegserklärung«, Gießener Allgemeine Zeitung, 10. Oktober 2016.