Suzuki RG 500 Gamma

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Suzuki
RG 500 Gamma.JPG
Suzuki RG 500 Gamma
Hersteller: Suzuki
Produktionszeitraum 1984 bis 1989
Klasse Motorrad
Bauart Supersportler
Motordaten
4 Zylinder, Zweitaktmotor
Hubraum (cm³) 498
Leistung (kW/PS) 71 / 97 bei 9.500 min−1
Drehmoment (N m) 71,3 bei 9.000 min−1
Höchst­geschwindigkeit (km/h) 230
Getriebe Fußgeschaltetes Sechsgang-Kassetten-Getriebe.
Antrieb Kettenantrieb
Bremsen Vorne: Doppelscheibenbremse, Ø 260 mm
Hinten: innenbelüftete Scheibe, Ø 210 mm
Radstand (mm) 1375
Maße (L × B × H, mm): 2100 × 695 × 1425
Sitzhöhe (cm) 770
Leergewicht (kg) 154

Die RG 500 Gamma ist ein Motorrad von Suzuki, das direkt vom Rennmotorrad Suzuki RG 500 abgeleitet wurde.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist ein so genannter Supersportler. Die Technik ist fast eins zu eins vom damaligen Rennmotor übernommen worden. Der wassergekühlte Vierzylinder-Zweitaktmotor (Square-Four Anordnung) mit 4 Plattendrehschiebern und Kassettengetriebe hat einen Hubraum von 498 cm³. Er leistet 71 kW (97 PS) bei 10000 min−1. Das maximale Drehmoment beträgt 71,3 Nm bei 9500/min und das Kompressionverhältnis 7:1. Mit 56 mm Bohrung und 50,6 mm Hub hat der Motor bei Nenndrehzahl eine Kolbengeschwindigkeit von 16.87 m/s. Über einen Primärtrieb mit Zahnrädern, eine Mehrscheibenölbadkupplung, ein Getriebe mit sechs Gängen und eine Kette wird die Kraft auf das Hinterrad übertragen.[1] Das Fahrwerk besteht aus einer Teleskopgabel vorn und einer Schwinge hinten. Vorn sind zwei, hinten eine Scheibenbremse eingebaut. Die RG 500 erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 228 km/h. Das Trockengewicht beträgt 154 kg, das Leergewicht 181 kg.[2]

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die RG 500 ist bis heute das einzige 2-Takt-Serienfahrzeug, dessen Antrieb direkt von einem Grand-Prix-Motor abstammt. Die Konkurrenzprodukte Yamaha RD 500 LC V4 (65 kW / 88 PS) und Honda NS 400 R (53 kW / 72 PS) waren in den Fahrleistungen unterlegen und ihre Motorenkonstruktion nicht direkt an die der GP-Maschinen angelehnt. Daher war der RG500-Antrieb vor allem bei Amateurfahrern der nationalen 500er-Rennklassen beliebt. Er war weitaus günstiger zu bekommen als ein Production-Racer-Triebwerk und ließ sich auf deutlich mehr Leistung tunen als die Motoren von Yamaha und Honda.

Schwachstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Defekte traten vor allem beim Getriebe auf. Die RG 500 erbte das Getriebe von der weitgehend baugleichen Suzuki RG 400. Diese wurde für den japanischen Markt mit der – wegen der restriktiven Führerscheinregelung – populären 400-Kubikzentimeter-Klasse konzipiert. Die RG 500 hatte jedoch 72 kW/ 95 PS statt nur 43 kW/ 59 PS der RG 400 und ein höheres maximales Drehmoment. Das Getriebe war dafür zu schwach dimensioniert. Ausbrechende Schaltklauen zogen nicht selten einen Bruch des Motorgehäuses nach sich. Suzuki reagierte mit zwei Getrieberevisionen – die zweite erschien erst 1993, also vier Jahre nach dem letzten Baujahr. Eine weitere Schwachstelle ist die Pertinaxbeschichtung des Drehschiebergehäuses. Hier wird wiederholt berichtet, dass sich die Pertinax-Lauffläche ablöst, was zu einem Einfädeln der Plattendrehschieber in die Einlassöffnung – und damit zu Motorschäden – führen kann.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Datenblatt (französisch). rg500.org, 2. November 2005, abgerufen am 10. April 2017.
  2. MOTORRAD online: Suzuki RG 500 Gamma von 1985 - Power to the people, abgerufen am 11. Januar 2009

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Suzuki RG500 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien