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Tatort: Ein Sommernachtstraum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Folge 278 der Reihe Tatort
Titel Ein Sommernachtstraum
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 90 Minuten
Produktions­unternehmen Bayerischer Rundfunk
Regie Walter Bannert
Drehbuch
Produktion
Musik Roland Baumgartner
Kamera Kurt Lorenz
Schnitt Helga Kriller
Premiere 25. Juli 1993 auf Das Erste
Besetzung
Episodenliste

Ein Sommernachtstraum ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom Bayerischen Rundfunk unter der Regie von Walter Bannert produzierte Beitrag wurde am 25. Juli 1993 im Ersten als 278. Folge der Reihe erstgesendet. Für die Kommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr ist es der fünfte Fall.

Im Englischen Garten in München ist eine Theatergruppe dabei, ShakespearesSommernachtstraum“ für ein Jugendfestival zu proben. Neben den Spaziergängern, Freizeitsportlern und anderen, die in der Natur Entspannung suchen, hält sich in dem großen Park auch eine Gruppe von Satansjüngern auf. Eines Tages wird einer ihrer „Jünger Luzifers“ nach einer Überdosis Rauschgift am Kleinhesseloher See tot aufgefunden. Schnell führt die ermittelnden Kommissare Batic und Leitmayr eine Spur zu der Theatergruppe, die mit dem Opfer Streit hatte, da Margot, eines ihrer Mitglieder dabei ist, zu den Jüngern abzuwandern, was die Gruppe zu verhindern sucht. Den jungen Mann ermordet zu haben, leugnen sie allerdings.

Um mit der Sekte in Kontakt zu kommen, kontaktieren die Ermittler den Anführer Dirschel, genannt „Hinky“, der bei einem Motorradunfall einen Unterschenkel verloren hat, was diesen Namen erklärt. Zu seiner Gruppe gehören auch Bernd Ölmann, genannt „Ratte“, zu dem sich Margot hingezogen fühlt und eine Reihe von offensichtlich drogenabhängigen Jugendlichen. Für Batic und Leitmayr gestaltet es sich schwierig, der Gruppe eine Schuld am Tod des jungen Mannes nachzuweisen.

Nachdem sich das Opfer als der aktenkundige Wagenseil herausgestellt hat, bestätigt dessen Bewährungshelferin Olga, dass der Junge ständig in Schwierigkeiten steckte und letztendlich in die Drogenszene abgerutscht sei. So erfahren sie auch, dass sich seit einiger Zeit Simmerding, ein Kollege der Drogenfahndung, für die Gruppe interessiert und Wagenseil dort als V-Mann eingeschleust hatte. Während Batic und Leitmayr sich bei ihrem Kollegen beschweren wollen, dass er sie darüber nicht informiert hatte, sind einige Mitglieder der Theatergruppe dabei, einem der „Jünger Luzifers“ aufzulauern. Sie wollen ihn zwingen, Margots Aufenthaltsort preiszugeben. Diese Aktion eskaliert. Nachdem sie seinen Kopf mehrmals unter Wasser getaucht haben, erleidet der Junge einen Herzinfarkt und stirbt. Damit haben die Ermittler einen weiteren Todesfall aus der umstrittenen Glaubens-Gruppe, den sie allerdings zügig als Körperverletzung mit Todesfolge aufklären können.

Bei ihren Ermittlungen zum Fall Wagenseil gelingt es Batic und Leitmayr, Margot aus den Fängen der Satansjünger zu befreien. Sektenführer Dirschel missfällt dies und er demonstriert seine Macht, indem er in der Nacht die Theaterkulissen der Amateurschauspieler von Ölmann anzünden lässt - unbeabsichtigt kommen in den Flammen zwei Mädchen aus der Kultgruppe ums Leben, die sich nicht rechtzeitig entfernt haben.

Zunächst erklärt Margot der Polizei, dass Wagenseil die tödliche Dosis Rauschgift von Dirschel gespritzt worden ist. Batic und Leitmayr wollen ihn daraufhin festnehmen, doch ehe dies gelingt, stürzt sich Dirschel in den Tod. Nachdem Margot weiter „ausgenüchtert“ ist, beschuldigt sie am Ende ihren Freund Ölmann, Wagenseil die Überdosis gespritzt zu haben.

Der Titelsong „Frozen Heart“ wird von Roland Baumgartner gesungen.

Die Erstausstrahlung von Ein Sommernachtstraum am 25. Juli 1993 wurde in Deutschland von 10,38 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 36,5 Prozent für Das Erste.[1]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm urteilten: „Hier träumt einer viel zu wirres Zeug.“ Die Episode präsentiere „kühle Ermittler im überzogenen Satans-Klimbim.“[2]

Nemec selbst hingegen kritisierte Ein Sommernachtstraum in einem Interview im Jahr 2016 als „mit Abstand die unangenehmste Geschichte“.[3] Gegenüber der dpa wiederholte er seine Kritik und bezeichnete die Folge als „wirklich schlecht“, während Wachtveitl ihm mit den Worten „Miserabel war der!“ beipflichtete.[4]

Einzelnachweise

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  1. TV-Krimi..Die Münchner ermitteln bei Satanisten. Einschaltquote bei tatort-fundus.de, abgerufen am 12. Juni 2015.
  2. Tatort: Ein Sommernachtstraum. In: TV Spielfilm. Abgerufen am 3. Dezember 2021.
  3. Joachim Schmitz: Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl: 25 Jahre, 25 Fragen. „Tatort“-Silberhochzeit. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 26. März 2016, abgerufen am 1. April 2016.
  4. Westfälische Nachrichten: Zum Jubiläum gibt's Espresso: Seit 25 Jahren ermitteln die Kommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr im „Tatort“, Medien, dpa, Britta Schultejans, 1. April 2016