Therwil

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Therwil
Wappen von Therwil
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton Basel-LandschaftKanton Basel-Landschaft Basel-Landschaft (BL)
Bezirk: Arlesheim
Einwohnergemeinde: Therwili2
Postleitzahl: 4106
frühere BFS-Nr.: 2775
UN/LOCODE: CH THW
Koordinaten: 608627 / 260930Koordinaten: 47° 29′ 57″ N, 7° 33′ 11″ O; CH1903: 608627 / 260930
Höhe: 306 m ü. M.
Höhenbereich: 296–397 m ü. M.[1]
Fläche: 7,66 km²[2]
Einwohner: 9943 (Dezember 2019)
Einwohnerdichte: 1298 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
17,4 % (31. Dezember 2019)[3]
Website: www.therwil.ch
Lage der Gemeinde
DeutschlandDeutschlandFrankreichKanton AargauKanton Basel-StadtKanton SolothurnKanton SolothurnBezirk LaufenBezirk LiestalAesch BLAllschwilArlesheimBiel-BenkenBinningenBirsfeldenBottmingenEttingenMünchensteinMuttenzOberwil BLPfeffingen BLReinach BLSchönenbuchTherwilKarte von Therwil
Über dieses Bild
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Historisches Luftbild von Werner Friedli von 1950

Therwil (Baseldeutsch: Därwyl) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Arlesheim des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Therwil liegt im Leimental an der Westflanke des Bruderholzes und ist durch die Tramlinie 10 und Tramlinie 17 der Baselland Transport AG (BLT) mit der Stadt Basel verbunden. Seine Nachbargemeinden sind Aesch, Reinach, Oberwil, Biel-Benken, Witterswil und Ettingen. Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 763 Hektaren, davon sind 50 % Landwirtschaftsfläche, 26 % Wald und 24 % Siedlungen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Therwil war schon früh besiedelt, denn man fand zahlreiche Zeugnisse aus der steinzeitlichen-, römischen- und frühmittelalterlichen Zeit wie ein Gräberfeld und einen Töpferofen. Erstmals 1223 wurde Therwil als Terwilre erwähnt, welches von den Grafen von Thierstein an das Kloster Reichenau übertrug. 1518 erwarb der Bischof von Basel das Dorf und 1525 wurde es ins Burgrecht der Stadt Basel aufgenommen. Im Dreissigjährigen Krieg wurde das Dorf mehrmals geplündert und nach der französischen Revolution kam Therwil zur Raurachischen Republik. Von 1792 bis 1815 stand es unter französischer Herrschaft und wurde beim Wiener Kongress dem Kanton Basel zugeschlagen. 1887, nach der Eröffnung der Birsigtalbahn hatte das Dorf eine direkte Verbindung mit der Stadt Basel.

Häufige Geschlechter in Therwil sind Gutzwiller, Heinis und Gschwind. Ein bekannter Einwohner war der Revolutionär Stephan Gutzwiller, der Kopf der Revolte, welche zur Basler Kantonstrennung und zur Gründung des Kantons Basel-Landschaft führte.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen derer von Terwil

Das Therwiler Wappen zeigt einen goldenen Schild mit einem schwarzen Viertel im linken Obereck. Es ist das Wappen der Familie „von Terwilr“.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

33 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 32 % reformiert. Der Ausländeranteil beträgt 15 % (Stand: 31. Januar 2011).

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1753 1815 1850 1900 1950 1970 2000 2021
Einwohner 597 699 892 1028 1459 5412 8434 9574

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Stefan Gschwind (CVP) (2020).
Bürgerrats-Präsident ist Christoph A. Bieri (2020).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche St. Stephan von 1631 mit Malereien und Tabernakel aus Spanien[4]
  • Friedhofskapelle mit Anna-Selbdritt-Gruppe
  • Dorfmuseum

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Baseballclub von Therwil, die Therwil Flyers, ist elffacher Schweizer Meister.[5] Der Handballclub HC Therwil gehört zusammen mit den Partnervereinen aus Oberwil und Binningen zu den grössten Vereinen der Nordwestschweiz. Unter dem Label HSG Leimental sind dabei die interregionalen Teams aufgeführt. Im letzten Jahr konnten diverse grosse Erfolge gefeiert werden. Weiter gibt es den Volleyballclub VB Therwil, welcher zu den grössten Volleyball Vereinen in der Region Basel gehört. Daneben gibt es noch den FC Therwil.[6] Die 1. Mannschaft spielt zurzeit in der 3. Liga. Ausserdem gibt es den Frauenfussballclub Therwil, in welchem die 1. Mannschaft in der regionalen 2. Liga spielt. Als fünfter grosser Sportverein im Bunde gilt der Leichtathletik Club Therwil, welcher sich auch schon einige Male mit seinen Athleten und Athletinnen an den Schweizer Meisterschaften behaupten konnte. Weitere Sportvereine sind der Badminton Club Therwil, die Feldschützengesellschaft Therwil, der Ringer-Club Therwil, der Schachclub Therwil, die Tennis Clubs TC Birsmatt und TC Leimental und der Turnverein Therwil.

Weitere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Sportvereinen besitzt Therwil aber auch sehr viele andere Vereine. Für Jungs gibt es die Jungwacht St. Stephan Therwil und für Mädchen den Blauring Therwil, beides Jugendorganisationen mit einer langen Tradition im Dorf. Die Jungwacht St. Stephan Therwil ist die zweitälteste Schar der Schweiz und auch der Blauring war (damals noch unter dem Namen Imeldaverein) eine der ersten Schweizer Jugendorganisationen in diesem Stil.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Rudolf Heyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft, Band I: Der Bezirk Arlesheim, mit Kantonseinleitung. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 57). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1969.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Therwil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländerprozentsatz aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  4. Hans-Rudolf Heyer: Pfarrkirche St. Stephan in Therwil. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 292). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1981, ISBN 3-85782-292-9.
  5. "therwil-flyers.ch / Resultate / Erfolge". www.therwil-flyers.ch, abgerufen am 6. März 2018.
  6. fctherwil.ch. Abgerufen am 29. Juni 2021.