Oberwil BL

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BL ist das Kürzel für den Kanton Basel-Landschaft in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Oberwilf zu vermeiden.
Oberwil
Wappen von Oberwil
Staat: Schweiz
Kanton: Basel-Landschaft (BL)
Bezirk: Arlesheim
BFS-Nr.: 2771i1f3f4
Postleitzahl: 4104
UN/LOCODE: CH OBL
Koordinaten: 608740 / 262536Koordinaten: 47° 30′ 49″ N, 7° 33′ 17″ O; CH1903: 608740 / 262536
Höhe: 305 m ü. M.
Fläche: 7,88 km²
Einwohner: i11'105 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 1409 Einw. pro km²
Website: www.oberwil.ch
Oberwil

Oberwil

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Oberwil (zur Unterscheidung oft Oberwil / BL oder Oberwil (BL) ausgeschrieben) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Arlesheim des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptstrasse Oberwil, Winter 2006

Oberwil liegt 5 km von Basel entfernt auf 316 m ü. M. im Leimental am Osthang des Bielhübels mit Ausläufern an den Westhang des Bruderholzes. Seine Nachbardörfer sind Biel-Benken und das französische Neuwiller im Westen, Therwil im Süden, Reinach im Südosten, Bottmingen und Binningen im Norden, Allschwil im Nordwesten. Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 788 Hektaren, davon sind 45 % Landwirtschaftsfläche, 20 % Wald, 34 % Siedlungsgebiet und 1 % unproduktive Fläche.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet von Oberwil fand man Überreste aus der Bronze-, Eisen- und der Römerzeit sowie frühmittelalterliche Töpferöfen. Um 1100 hörte man erstmals von Obervvilre. Das Gebiet gehörte ab dem Mittelalter zum Besitz des Bischofs von Basel, aber zwischenzeitlich bekannte sich das Dorf, wie viele andere Baselbieter Dörfer, von 1529 bis 1585 zur Reformation, war aber immer in der Jurisdiktion des Fürstbischofs von Basel. Bischof Jakob Christoph Blarer von Wartensee rekatholisierte seine weltliche Herrschaft, womit alle neun Birseckschen Gemeinden wieder zum römisch-katholischen Glauben zurückkamen.

Nach dem Untergang des Fürstbistums Basel im Jahre 1792 befand sich auch Oberwil für eine kurze Zeit in der Raurachischen Republik und wurde danach in napoleonischer Zeit ein Teil Frankreichs. Am Wiener Kongress von 1815 wurde das Birseck dem Stand Basel zugeschlagen, während die restlichen Teile des Fürstbistums (Laufental und Jura) zum Stand Bern kamen.

Im Oktober 2005 wurde die 10'000 Einwohner-Grenze erreicht. Oberwil gilt aber offiziell nicht als Stadt, weil die Gemeinde dagegen war.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roter Untergrund, in der Mitte ein senkrechter, silberner Wellenpfahl, welcher den Birsig darstellt. Rechts davon einen stehenden silbernen Schlüssel mit einem «O» im Schlüsselgriff und links ein stehendes silbernes Schwert. Diese beiden Symbole stehen für die Kirchenpatrone St. Peter und Paul.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute sind 30 % der Bevölkerung römisch-katholisch und 29 % reformiert. Der Ausländeranteil beträgt 17.8 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindepräsident ist seit 2016 Hanspeter Ryser (SVP)

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Oberwil: SVP 26.3 %, SP 21.9 %, FDP 21.1 %, Grüne 11.4 %,CVP 11.0 %, Grünliberale 3.7 %, BDP 2.5 %,EVP 1.2 %.[2]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberwil erhielt mit der Eröffnung der schmalspurigen Birsigtalbahn im Jahr 1887 einen Schienenanschluss. Heute ist die Strecke infrastrukturbezogen auf dem Niveau einer Stadtbahn/Metro und Teil der Basler Tramlinie 10, welche ganztägig im 7,5-Minuten-Takt verkehrt. Zu den Hauptverkehrszeiten (wochentags morgens und abends sowie am Samstagnachmittag) verkehrt ausserdem die Tramlinie 17. Auf Gemeindegebiet befinden sich nebst der Haltestelle «Oberwil» im Ortszentrum zudem die Haltestellen «Stallen» in einem Wohngebiet sowie «Hüslimatt» im Gewerbegebiet; dort befindet sich auch das grösste Tram- und Busdepot der Baselland Transport (BLT). Die Fahrzeit von Oberwil ins Stadtzentrum von Basel dauert rund 15 Minuten, zum Bahnhof Basel SBB 20 Minuten. Neben dem Tram verbinden auch diverse Buslinien Oberwil mit seinen Nachbargemeinden in der Agglomeration Basel.

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde ist Aschau in Tirol (Österreich). Die Motivation für die Partnerschaft geht auf Holzschlag und Waldpflege zurück, als seit den 1980er Jahren wiederkehrend Arbeitskräfte aus Aschau in Oberwil tätig wurden.

Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Oberwil (BL)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul mit Steinkistengräbern aus dem Frühmittelalter
  • Häring-Huus, ein spätgotisches «Sigristenhaus»
  • Spätbarockes Pfarrhaus aus dem Jahr 1783 mit romantischen Wandbildern im Studierzimmer und «Panoramen der Umgebung» von 1820
  • Sprützehüsli, erstes 1827 erbautes Schulhaus und späteres Feuerwehrhaus, das heute ein kulturelles Zentrum für Ausstellungen und Veranstaltungen ist

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Rudolf Heyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft, Band I: Der Bezirk Arlesheim, mit Kantonseinleitung. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 57). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1969.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oberwil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 4. September 2016.