Tiengen (Freiburg im Breisgau)

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Wappen Freiburg
Wappen
Tiengen
Freiburg im Breisgau
Stadtkreis Freiburg im Breisgau (FR)
Baden-Württemberg, Deutschland
Lage im Stadtkreis Freiburg
Basisdaten
Stadtteil mit Ortsverwaltung von Freiburg
Stadtteilnummer: 64 (Bezirk: 640)
eingemeindet seit: 1. Januar 1973
Geografische Lage: 47° 59′ 0″ N, 7° 42′ 50″ OKoordinaten: 47° 59′ 0″ N, 7° 42′ 50″ O
Höhe: 220 m ü. NN
Fläche: 8,38 km²
Einwohner: 3.205 (31. Dezember 2013)
Bevölkerungsdichte: 386 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79112
Vorwahl: 07664
Adresse der
Verwaltung:
Ortsverwaltung Tiengen
Freiburger Landstraße 28
79112 Freiburg
Internetauftritt: http://tiengen.info/
Politik
Ortsvorsteher: Maximilian Schächtele
Dialekt: Alemannisch
Hauptvariante: Hochalemannisch
Regionalvariante: Markgräflerisch

Tiengen (alem. Dienge Zum Anhören bitte klicken! [ˈd̥ɪəŋə]) ist ein Stadtteil mit eigener Ortsverwaltung von Freiburg im Breisgau. Die Ortschaft liegt rund zehn Kilometer westlich der Stadt am Tuniberg zwischen den Freiburger Ortschaften Opfingen und Munzingen. Sie wurde am 1. Januar 1973 ein Teil der Stadt Freiburg.[1]

Am Ort lebten Ende 2013 etwas mehr als 3.200 gemeldete Einwohner.[2] Die Gemarkung umfasst 838 ha, wovon 746 unbebaut sind. Durch die östliche Gemarkung verläuft die Autobahn A 5 / E 35 mit dem Anschluss 63 Freiburg-Süd. Die früher durch den Ort verlaufende B 31 wurde in Tiengen und Munzingen wegen des dort parallelen Verlaufs zur Autobahn zu einer Kreisstraße herabgestuft.

Die alte Weinpresse

Am Autobahnanschluss, ein Kilometer östlich des Ortes, liegt mit dem Reutemattensee ein Niedermoor, das seit dem verschließen des künstlichen Zulaufes den Badesee ersetzt, östlich der Autobahn im Mooswald der Arlesheimer See, unzugänglich in einem Naturschutzgebiet. Beide Seen sind ehemalige Baggerseen. Am Ostrand der Gemarkung liegen in der Nähe des Freiburger Thermalbades die Schlatthöfe.

Tiengen verfügt auf dem Tuniberg über große Rebflächen, doch hat der Weinbau in den vergangenen Jahren an relativer Bedeutung stark eingebüßt. Durch den großen Einwohnerzuwachs seit 1970 hat sich der Ort zu einer Pendlergemeinde entwickelt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Tiengen im Jahre 888 in einer Urkunde des Klosters St. Gallen, das hier umfangreiche Besitzungen hatte. 1008 wird der Ort in einer Schenkungsurkunde, der so genannten Wildbannurkunde von König Heinrich II. an das Bistum Basel erwähnt, zusammen mit den Namen der Freiburger Stadtteile Herdern, Wiehre und Zähringen sowie anderer Orte im Breisgau. Das Ortswappen zeigt diese beiden Besitzverhältnisse an: Der Bär steht für St. Gallen und der Bischofsstab für Basel[3].

Tiengen, evangelische Pfarrkirche

Nach dem Wechsel mehrerer Ortsherren gehörte Tiengen im 15. Jahrhundert zur Herrschaft Badenweiler und kam mit dieser 1499 an den Markgrafen Christoph von Baden. Als Teil der Markgrafschaft Baden wurde der Ort in der Reformation evangelisch und gehörte zum Markgräflerland. Diese Zugehörigkeit macht sich auch im örtlichen alemannischen Dialekt bemerkbar, der wie im gleichfalls in der Reformation protestantisch gewordenen Opfingen zum Hochalemannischen zählt, während man im in der Reformationszeit katholisch gebliebenen Munzingen einen niederalemannischen Dialekt spricht.

Die evangelische Kirche heißt Symphoriankirche, benannt nach dem Heiligen Symphorianus. Der Kirchturm ist 36 Meter hoch; seine Spitze liegt auf gleicher Höhe wie der Freiburger Münsterplatz.

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Terrassenhäuser

Auffällig im Ortsbild sind die 1973 erbauten Terrassenhäuser.[4] Am östlichen Ortsrand befindet sich mit dem Tuniberghaus eine Veranstaltungsstätte. In der Ortsmitte steht das 1650 als Poststation errichtete Gasthaus „Zum Anker“.[5] Außerhalb des Ortes im Mooswald befinden sich die Schlatthöfe, entstanden im 13. Jahrhundert, heute bekannt durch das Weingut mit Straußwirtschaft.[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tiengen (Freiburg im Breisgau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 493.
  2. Statistik Freiburg – FRITZ: Wohnbevölkerung 31. Dezember 2013
  3. Markgräflerland : Der Baselstab im Gemeindewappen, Baselbieter Heimatblätter 1979 2/3, von Günter Mattern
  4. Tiengen am Tuniberg aus der Luft fotografiert. Abgerufen am 17. Dezember 2013.
  5. Gasthaus Zum Anker Tiengen. Abgerufen am 17. Dezember 2013.
  6. Schlatthöfe. Abgerufen am 17. Dezember 2013.