Merdingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Merdingen
Merdingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Merdingen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 1′ N, 7° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 251 m ü. NHN
Fläche: 14,39 km²
Einwohner: 2558 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 178 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79291
Vorwahl: 07668
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 072
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchgasse 2
79291 Merdingen
Webpräsenz: www.merdingen.de
Bürgermeister: Martin Rupp
Lage der Gemeinde Merdingen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Frankreich Landkreis Waldshut Landkreis Lörrach Freiburg im Breisgau Landkreis Emmendingen Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Rottweil Au (Breisgau) Auggen Bad Krozingen Badenweiler Ballrechten-Dottingen Bötzingen Bollschweil Breisach am Rhein Breitnau Buchenbach Buggingen Ebringen Ehrenkirchen Eichstetten am Kaiserstuhl Eisenbach (Hochschwarzwald) Eschbach (Markgräflerland) Feldberg (Schwarzwald) Friedenweiler Glottertal Gottenheim Gundelfingen (Breisgau) Hartheim Heitersheim Heitersheim Heuweiler Hinterzarten Horben Ihringen Kirchzarten Lenzkirch Löffingen March (Breisgau) Merdingen Merzhausen Müllheim (Baden) Müllheim (Baden) Münstertal/Schwarzwald Neuenburg am Rhein Neuenburg am Rhein Oberried (Breisgau) Pfaffenweiler St. Peter (Hochschwarzwald) St. Märgen Schallstadt Schluchsee (Gemeinde) Sölden (Schwarzwald) Staufen im Breisgau Stegen Sulzburg Titisee-Neustadt Umkirch Vogtsburg im Kaiserstuhl Wittnau (Breisgau)Karte
Über dieses Bild

Merdingen ist eine Weinbaugemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg.

Luftbild von Merdingen

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merdingen liegt an der westlichen Steilkante des Tunibergs, einem flachen Bergrücken in der oberrheinischen Tiiefbene. Ein ausgesprochen mildes Klima und fruchtbare Lößböden bieten Bedingungen für den Anbau von Wein, Obst und Spargel.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Merdingen liegen das Dorf Merdingen und der Wohnplatz Kalkwerk sowie die abgegangenen Ortschaften Egelfingen, Feldhofen, Harthausen, Heringen (?) und Hinterhofen.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Osten grenzt Merdingen an die Tuniberg-Ortschaften Waltershofen und Opfingen der Stadt Freiburg im Breisgau, westlich der Gemeinde liegen Breisach und Ihringen sowie im Nordosten die Gemeinde Gottenheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Remigius

Vermutlich war die Ortslage schon von den Kelten besiedelt, die prähistorischen Bodenfunde und der Ortsname deuten darauf hin, dass das Dorf mit zu den ältesten Siedlungen des Breisgaus zählt. Ab dem 1. Jahrhundert nach Christus lebten hier Römer in Gutshöfen und betrieben Obst- und Gemüseanbau. Die Ansiedlung der Römer ist durch archäologisch gesicherte Reste eines römischen Badegebäudes nachgewiesen, welches nördlich von Merdingen in Richtung Wasenweiler zu besichtigen ist.

Die Ortschaft Merdingen ist eine Gründung der Alemannen im 5. oder 6. Jahrhundert. Weitere urkundliche Erwähnungen datieren auf die Jahre 1137 und 1154 im Rahmen einer Güterschenkung an das Kloster St. Peter und im Jahre 1139 in einer päpstlichen Bulle für das Fürstbistum Basel. Die Ortsherrschaft wechselte mehrmals. Bekannt ist, dass ab 1666 ein Drittel den Freiherren von Kageneck und ab 1716 nach dem Verkauf durch die Freiherren von Wessenberg zwei Drittel der Deutschordens-Kommende Freiburg gehörten. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Ortschaft mehrfach gebrandschatzt da dieses Dorf zwischen Freiburg und Breisach liegt und sich damit nicht den hier ausgetragenen Kriegen entziehen konnte.[3]

Der Stockbrunnen

Der Ort wurde 1754 als „eines der größten Dörfer im Breisgau“ beschrieben. Die historischen Gebäude, Fachwerkbauten und der Marktbrunnen (Stockbrunnen) zeigen auch heute noch die gewerbliche und bäuerliche Vergangenheit. Der Stockbrunnen stammt aus dem Jahre 1739, er wurde allerdings später ein Stück hangauf verlagert und es entstand dadurch ein Platz außerhalb des Ortszentrums; an diesem Platz stehen ein spätgotisches Landgasthaus mit Erkertürmen und einer Hofeinfahrt aus dem 18. Jahrhundert, das barocke Gasthaus zur Sonne aus dem 17. Jahrhundert, das alte Schulhaus und noch eine weitere ehemalige Gastwirtschaft.[4] Das Gasthaus zur Sonne ist auch das Geburtshaus des Barockbildhauers Johann Baptist Sellinger. Ein weiteres interessantes Haus, das zum Ortskern gehört, ist das Fachwerkhaus Saladin aus dem Jahre 1666.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus und St. Remigius

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 64,1 % (− 1,7) zu folgendem Ergebnis:[5]

Partei / Liste Stimmenanteil +/− Sitze +/−
Freie Bürgerliste 36,2 % - 0,4 4 - 1
CDU 32,5 % - 2,9 4 ± 0
SPD – Offene Liste 31,3 % + 3,3 4 + 1

+/−: Differenz zur vorigen Kommunalwahl 2009 [6]

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merdingen gehört wie die Nachbargemeinde Ihringen der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Breisach am Rhein an.

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die französische Partnergemeinde Sainte-Croix-en-Plaine liegt sieben Kilometer südlich von Colmar im benachbarten Elsass.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Wendelin auf dem Stockbrunnen

Sehenswert ist die von Johann Caspar Bagnato 1738–1741 errichtete spätbarocke Pfarrkirche St. Remigius. Sie wurde ausgestattet von Francesco Pozzi (Stuck), Joseph Anton Feuchtmayer (Altar und Kanzel) und Franz Joseph Spiegler (Deckenfresken und Altarblätter). Über dem Hauptportal steht in einer Nische die überlebensgroße Skulptur einer „Immaculata“ von Johann Christian Wentzinger, der Verwandtschaft in Merdingen hatte. Die Kirche wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg als Denkmal des Monats Juli 2006“ ausgewählt. Auch das nebenstehende Pfarrhaus wurde von Bagnato entworfen und 1754 erbaut.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Brommer (1926–2012), Lehrer und Kunsthistoriker, unterrichtete von 1956 bis 1980 in Merdingen.
  • Der Radsportler Jan Ullrich (* 1973) lebte von 1994 bis 2002 in Merdingen. Eine Straße wurde nach ihm benannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erik Roth: Die Gesamtanlage Ortskern Merdingen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 25. Jg. 1996, Heft 3, S. 226ff. (PDF; 10,5 MB)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 78–79
  3. Merdingen, Badische Seiten
  4. Badische Seiten, Merdingen, abgerufen 27.August 2014
  5. Badische Zeitung
  6. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  7. Peter Gürth, Wandern für Wissbegierige 2, Freiburg 2009, ISBN 978-3-7930-9587-3, S. 51/52

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Merdingen – Sammlung von Bildern