Titte

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Titte wird im Deutschen seit dem 20. Jahrhundert in der Bedeutung ,weibliche Brust‘ verwendet.[1]

Die Worte werden dem Vulgärwortschatz zugeordnet. In diesem Zusammenhang existieren auch Kompositabildungen wie Tittenbeutel, Tittenhalter und Tittenheber für Büstenhalter.[2]

Im Mittelhochdeutschen war tute oder tutte die Brust oder auch die Brustwarze.[3] Das Diminutiv dazu war tütelīn und bezeichnete die Brustwarze (Papilla mamma).[4] Im Niederdeutschen entspricht Titte dem Wort Zitze in der Bedeutung ,Brustwarze‘.[5] Das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm bestätigt das Alter und Bedeutungen von Varianten wie tutte, tüttel und dütte, womit auch die männliche Brust gemeint sein konnte. Es handele sich um ein Lallwort. Durch Lautverschiebung wurde daraus Zitze mit eingeengter Bedeutung. Zitze hatte mit Bezug auf Frauen laut Grimm etwa dieselbe Bedeutung und Konnotation wie heute Titte und wurde der Umgangssprache und Vulgärsprache zugerechnet: „[…] hat auf die Brust der Frau bezogen in neuerer Sprache häufig den Beiklang des verächtlichen, derben oder wenigstens unumwunden-natürlichen, auch mit dem Nebenbegriff des Hässlichen.“[6]

Weblinks

Wiktionary: Titte – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Nach Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Auflage, 2002, Lemma Titte.
  2. Nach Mackensen. Großes Deutsches Wörterbuch, 1977, Lemma Titte.
  3. Matthias von Lexer: Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch in der Ausgabe letzter Hand. 1882, (2. Nachdr. der 3. Aufl. v. 1885, 1958 mit einem Nachtrag ergänzt. 24. Auflage, mit Nachträgen von Ulrich Pretzel, Stuttgart 1974. Mit einem Vorwort von Erwin Koller, Werner Wegstein und Norbert Richard Wolf und einem biographischen Abriß von Horst Brunner. Hirzel, Stuttgart 1992, ISBN 3-7776-0494-1).
  4. Jürgen Martin: Die ‚Ulmer Wundarznei‘. Einleitung – Text – Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 1991 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 52), ISBN 3-88479-801-4 (zugleich Medizinische Dissertation Würzburg 1990), S. 181.
  5. Nach Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Auflage, 2002, Lemmata Titte und Zitze.
  6. Deutsches Wörterbuch der Brüder Grimm, Artikel Titte, Tütte und Zitze