Tony Dorsey

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Basketballspieler
Tony Dorsey
Spielerinformationen
Voller Name Anthony Jerald Dorsey
Spitzname Tony
Geburtstag 15. Juni 1970
Geburtsort Atlanta (GA), USA
Größe 201 cm
Position Power Forward
College North Alabama
Vereine als Aktiver
1988–1992 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten North Alabama Lions (NCAA II)
1992–1994 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Atlanta Trojans (USBL)
1994–1998 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Birmingham Bullets
00 1996 DeutschlandDeutschland Steiner Bayreuth
1998–2000 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Manchester Giants
2000–2001 IsraelIsrael Hapoel Jerusalem
2001–2002 FrankreichFrankreich Cholet Basket
2002–2005 BelgienBelgien Telindus Oostende
200500000 ItalienItalien Eurorida Scafati
2005–2006 ItalienItalien Sicc Cucine Jesi
2006–2007 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Newcastle Eagles
2007–2008 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Guildford Heat
2008–2009 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Everton Tigers
Nationalmannschaft1
1999–2003 England 15
1Stand: 12. August 2012

Anthony Jerald „Tony“ Dorsey (* 15. Juni 1970 in Atlanta, Georgia) ist ein ehemaliger Basketballspieler. Der gebürtige US-Amerikaner spielte nach dem Studium in seinem Geburtsland als Profi bis zum Jahr 2000, unterbrochen von einem kurzen Abstecher in der deutschen Basketball-Bundesliga, in der British Basketball League. In der Folge der Bosman-Entscheidung erwarb Dorsey die britische Staatsbürgerschaft und spielte anschließend noch in Israel, Frankreich, Belgien und Italien,[1] bevor er 2009 in seiner Wahlheimat seine aktive Karriere beendete. Für die englische Basketballnationalmannschaft bestritt er 15 Einsätze.

Karriere[Bearbeiten]

Dorsey studierte an der University of North Alabama in Florence, wo er für das Hochschulteam Lions in der NCAA Division II spielte. In der nicht so bedeutenden zweiten Division der NCAA gewann er mit den Lions die landesweite Endrunde 1991.[2] Anschließend war er in seiner Heimatstadt für die Trojans in der Sommerliga United States Basketball League aktiv und soll außerdem in der Dominikanischen Republik gespielt haben.[3] Zunächst bekam Dorsey aber keinen Vertrag in einer bedeutenderen Profiliga.

1994 wechselte Dorsey daher nach Europa und unterschrieb einen Vertrag bei den Bullets aus Birmingham in der British Basketball League. In seiner zweiten Saison gewann er mit den Bullets die Meisterschaft dieser Liga und wurde zum MVP der abgelaufenen Saison ernannt. Er war damit Nachfolger von Roger Huggins, der auf gleicher Position agierend ein Jahr zuvor MVP geworden war. Anschließend wechselte Dorsey in die deutsche Basketball-Bundesliga zum ehemaligen Meister Steiner Bayreuth, fand sich dort aber nicht zurecht[4] und wechselte zurück zu den Bullets in die englischsprachige BBL. 1998 gewann er mit den Bullets erneut die Meisterschaft und wechselte anschließend zum Ligakonkurrenten Giants aus Manchester, mit denen er 2000 die Meisterschaft gewann und erneut zum MVP der Liga ernannt wurde. Dorsey erwarb die britische Staatsbürgerschaft und wurde Mitglied der englischen Nationalmannschaft, mit der er sich jedoch für keine Titelkämpfe qualifizieren konnte.

Als Brite zählte Dorsey in europäischen Vereinsmannschaften im Zuge der Bosman-Entscheidung nicht mehr als Ausländer und nahm daher anderen US-Amerikanern keine Spielberechtigung mehr weg. Zunächst einmal wechselte Dorsey aber für die Saison 2000/01 in die israelische Ligat ha’Al zu Hapoel aus Jerusalem. Während der israelische Serienmeister Maccabi Tel Aviv in der Suproleague der FIBA Europa startete, schloss sich Hapoel der neu gegründeten ULEB Euroleague an, in deren Premierensaison man jedoch in der Vorrunde ausschied. Zum Ende der Spielzeit wurde die Mannschaft noch durch seinen englischen Nationalmannschaftskollegen Roger Huggins verstärkt und das Meisterschaftsfinale erreicht, das gegen den Maccabi Tel Aviv verloren wurde. Für die Saison 2001/02 wechselte Dorsey dann in die französische LNB Pro A zum Verein aus Cholet. In der französischen Liga wurde Dorsey in dieser Spielzeit Topscorer mit 20 Punkten pro Spiel und erreichte den dritten Platz in der Abschlusstabelle. In den Play-offs um die Meisterschaft verlor man dann die Halbfinalserie gegen den späteren Meister ASVEL.

2002 wechselte Dorsey dann zum belgischen Meister aus Ostende in Flandern. Die Titelverteidigung gelang jedoch nicht, stattdessen gewann der wallonische Konkurrent Spirou BC Charleroi mit Huggins in seinen Reihen das belgische Double. Auch in den folgenden beiden Spielzeiten gelangen keine Titelgewinne für den mehrfachen belgischen Meister und Pokalsieger. 2005 wechselte Dorsey schließlich nach Italien und spielte in der zweiten Liga LegADue für den Verein aus Scafati, wechselte aber bereits Ende Oktober zum Ligakonkurrenten nach Jesi.[5] Während Scafati am Ende der Saison direkter Aufsteiger in die höchste italienische Spielklasse, schied Jesi in den Play-offs um den verbleibenden Aufstiegsplatz früh aus.

2006 kehrte der mittlerweile 36-jährige Dorsey in seine Wahlheimat zurück und spielte für den britischen Meister Eagles aus Newcastle,[6] mit dem er erfolgreich den Titel in der British Basketball League (BBL) verteidigen konnte. Für die folgende Spielzeit wechselte er zum BBL-Pokalsieger Heat aus Guildford, mit denen er 2008 seine insgesamt fünfte britische Meisterschaft feiern konnte. Im ULEB Cup 2007/08 war man jedoch chancenlos und verlor alle zehn Spiele der Vorrunde. In der Saison 2008/09 stand er noch für die Everton Tigers auf dem Parkett, die am Ende der Saison das Finalspiel um die Meisterschaft gegen seinen Ex-Verein Newcastle Eagles verloren. Zuvor hatte man mit dem BBL-Pokal erstmals einen Titel für die Tigers errungen. Anschließend war seine aktive Karriere endgültig beendet. In der ewigen Bestenliste der BBL rangiert Dorsey mit 5826 erzielten Punkten in 273 Spielen unter den Top Ten der besten Punktesammler.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tony Dorsey feature Dynamite. BBC, 2. Mai 2007, abgerufen am 12. September 2012 (englisch).
  2. NCAA DIVISION II MEN'S BASKETBALL NATIONAL CHAMPIONS - 1991. University of North Alabama, abgerufen am 12. August 2012 (englisch, Chronik der Lions).
  3. Fact File: Tony Dorsey. Britball.com, abgerufen am 12. August 2012 (englisch, Profil auf Infoseiten von Mark Woods).
  4. Dr. Peter-Michael Habermann: US-Boys im Bayreuther Dress. BBC Bayreuth, abgerufen am 12. August 2012 (Chronik).
  5. Legadue Basket: Tony Dorsey. LegADue, abgerufen am 12. August 2012 (italienisch, Spielerprofil auf Statistikseiten).
  6. Eagles grab Dorsey for BBL return. BBC, 17. November 2006, abgerufen am 12. August 2012 (englisch).
  7. Player Career Records. British Basketball League, abgerufen am 6. November 2011 (englisch).