Transportkosten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Transportkosten sind Kosten, die durch den Transport von Gütern entstehen.

Transportkosten sind in den Industrieländern niedrig. In Entwicklungsländern hingegen sind mit dem Transport meist hohe Kosten verbunden, was mit einer schlecht ausgebauten Verkehrsinfrastruktur, langen Transportwegen und einem gering entwickelten Transportangebot zusammenhängt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahrzehnten gingen die Transportkosten deutlich zurück. Während der Transport einer Tonne Fracht über eine Meile in den USA im Jahr 1960 noch 16 Cent kostete, sank dieser Wert bis 1992 auf 11 Cent. Auch der Anteil des Transportsektors am Volkseinkommen ging in den USA zurück.[1]

Zusammensetzung der Transportkosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Transportkosten sind ein Kostenpunkt, der sich in mehrere Bestandteile aufgliedern lässt, beispielsweise in folgende:

Zuordnung der Transportkosten in Rechnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Abhängigkeit von der Formulierung der Handelsklausel (international auch Incoterms) im Liefervertrag wird die Zahlungszuständigkeit für die Transportkosten bestimmt. So besteht z. B. bei der Formulierung „Ab Werk“ die Zahlungsverpflichtung auf der Käuferseite für den gesamten Transportweg, „frei Haus“ hingegen bedeutet die Übernahme der Transportkosten durch den Lieferanten.

Besonderheiten bei internationalen Lieferungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lieferungen von einem EU-Mitgliedsstaat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lieferungen von einem EU-Mitgliedsstaat in ein anderes sind unter bestimmten Voraussetzungen von der Umsatzsteuer befreit. Die folgenden Bedingungen müssen dafür laut § 4 1b in Verbindung mit § 6 a Umsatzsteuergesetz erfüllt sein:

  1. Die gelieferte Ware ist in einen anderen EU-Mitgliedstaat gelangt.
  2. Der Kunde ist ein Unternehmer.
  3. Der Kunde hat die gelieferte Ware für sein Unternehmen erworben.
  4. Der Erwerb der Ware unterliegt beim Kunden in einem anderen EU-Mitgliedstaat den Vorschriften der Umsatzbesteuerung.[3]

Transports Internationaux Routiers (TIR)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Transports Internationaux Routiers ist ein Versandverfahren, das dem Zweck dient, den Verwaltungsaufwand bei Zollkontrollen zu verringern. Derzeit ist es für die 56 teilnehmenden Länder gültig. Durch das Verfahren wird die Fracht lediglich im Start- und im Zielland verzollt.

Dreiecksgeschäfte innerhalb der EU[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäften innerhalb der EU unterliegt unter bestimmten Voraussetzungen [4] nur der letzte Abnehmer der Umsatzsteuerpflicht.

Verkehrsträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anteile der variablen und fixen Kosten sind bei verschiedenen Verkehrsträgern unterschiedlich. Lkw können die öffentlichen Straßen meist kostenlos nutzen. Weiterhin können Lkw günstig erworben werden, so dass der Anteil der fixen Kosten nur bei etwa 10 % liegt. Die fixen Kosten beim Schienenverkehr liegen deutlich höher, da ein Fahrweg und Transportbehälter meist nicht vorhanden sind. Besonders hoch sind die Fixkosten für die Schifffahrt, da Hafenanlagen und neue Schiffe teuer sind.[5]

Daraus ergibt sich, dass der Verkehr über die Straße auf kurzen und mittleren Strecken am günstigsten ist. Bahnen und insbesondere Schiffe sind erst auf langen Strecken sinnvoll. Mit dem intermodalen Verkehr wird versucht, die Vorteile der einzelnen Verkehrsträger zu nutzen.

Folgen der sinkenden Transportkosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ökonomen führen im Zusammenhang der New Economic Geography eine Diskussion, welche Wirkungen niedrigere Transportkosten haben. Es ist umstritten, ob sich nur der Austausch zwischen den Zentren verstärken wird, oder ob auch Gebiete, die bisher wirtschaftlich schwach waren, von geringen Transportkosten profitieren.

In der klassischen Außenhandelstheorie wird davon ausgegangen, dass Transportkosten bedeutungslos sind. In der New Economic Geography hingegen beeinflussen Transportkosten zu einem wesentlichen Teil Handelsbeziehungen und die Verteilung wirtschaftlicher Aktivität. Im Standard-Modell (Kern-Peripherie-Modell) der New Economic Geography bewirken sinkende Transportkosten eine stärkere regionale Ungleichverteilung, es bilden sich einige wichtige profitierende Kernpunkte, auf die sich das wirtschaftliche Geschehen zunehmend konzentriert, andere Ortschaften hingegen veröden in ihrer wirtschaftlichen Aktivität.[6]

Umweltbelastung durch Transport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Kosten aus betriebswirtschaftlicher Sicht haben Transporte Volkswirtschaftlich betrachtet verursachen Transportvorgänge Umweltschäden, die in folgende 5 Kategorien eingeteilt werden können:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Transportkosten – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehrmann: Logistik, S. 381
  • Gudehus: Logistik 2, Verlag Berlin Heidelberg New-York 2000
  • Helmut Nuhn, Markus Hesse: Verkehrsgeographie. Schöningh, Paderborn [u. a.] 2006

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Helmut Nuhn, Markus Hesse: Verkehrsgeographie. Schöningh, Paderborn [u. a.] 2006, ISBN 3-8252-2687-5, S. 275
  2. Harald Ehrmann, Logistik, 2012, S. 381
  3. IHK Frankfurt, Innergemeinschaftliche Lieferungen
  4. § 25 Buchstabe b Umsatzsteuergesetz
  5. Helmut Nuhn, Markus Hesse: Verkehrsgeographie. Schöningh, Paderborn [u. a.] 2006, ISBN 3-8252-2687-5, S. 277f.
  6. Ottaviano, Gianmarco und Thisse, Jacques-François: New Economic Geography: what about the N?, CORE Discussion Paper 2004