United States Indo-Pacific Command

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United States Indo-Pacific Command
— USINDOPACOM —
Emblem of the United States Pacific Command.png


Emblem des United States Indo-Pacific Command
Aufstellung 1. Januar 1947 (als USPACOM)
Land Vereinigte Staaten
Streitkräfte Streitkräfte der Vereinigten Staaten
Teilstreitkraft Teilstreitkräfteübergreifendes Regionalkommando (Unified Combatant Command)
Stärke ca. 325.000[1]
Nimitz-McArthur Pacific Command Center, Camp H. M. Smith Salt Lake (Hawaii)
Motto “Partnership, Readiness, Presence”[1]
Befehlshaber
Befehlshaber Admiral Philip S. Davidson, (USN)
Stellvertretender Befehlshaber Generalleutnant Anthony G. Crutchfield (USA)
Chef des Stabes Generalmajor Kevin B. Schneider (USAF)

Das frühere United States Pacific Command (USPACOM) wurde am 1. Januar 1947 gegründet und am 30. Mai 2018 nach 71 Jahren Bestehens in United States Indo-Pacific Command (USINDOPACOM; deutsch Indo-Pazifikkommando der Vereinigten Staaten) umbenannt und ist eines von zehn teilstreitkräfteübergreifenden Unified Combatant Commands der US-Streitkräfte und zuständig für den pazifischen und südostasiatischen Raum. Die Ergänzung des Namens des Kommandos mit dem Präfix "Indo" soll der gewachsenen Bedeutung Indiens und des Indischen Ozeans Rechnung tragen. Als oberste Kommandodienststelle hat es den Befehl über das gesamte Militär der Vereinigten Staaten in der Region einschließlich Japan und Südkorea. Vom 27. Mai 2015 bis 30. Mai 2018 war Admiral Harry B. Harris Jr. Befehlshaber des PACOM. Seit dem 30. Mai hat Admiral Philip S. Davidson das Kommando inne; er ist der insgesamt 25. Kommandeur des US(INDO)PACOM. Das Hauptquartier befindet sich in Camp H. M. Smith in Salt Lake (Hawaii) bei Honolulu im US-Bundesstaat Hawaii.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das PACOM wurde am 1. Januar 1947 von US-Präsident Harry S. Truman eingerichtet und in Honolulu (Hawaii) stationiert. Es ist damit das älteste und größte der Unified Combatant Commands. Dem Kommando waren alle US-Einheiten der Region, die von den USA während des Zweiten Weltkrieges Pacific Theater of Operations genannt wurde, unterstellt. Ronald Reagan weitete das Operationsgebiet dann auch auf China, die Mongolei, Südkorea und Madagaskar aus.

Bis zum Januar 1958 unterstand dem Befehlshaber des PACOM auch die US-Pazifikflotte, bis diese dann eine separate Komponente des PACOM wurde und einen eigenen Befehlshaber bekam.

1986 schrieb der Goldwater-Nichols Act, der die Kommandostruktur der US-Streitkräfte reorganisierte, die Kompetenzen der Befehlshaber der einzelnen Unified Combatant Commands fest.

Von 1989 bis in das Jahr 2000 wurde der Zuständigkeitsbereich des PACOM schrittweise reduziert. 1989 wurden die Operationsgebiete des Golf von Oman und des Golf von Aden, 1996 die Seychellen und angrenzende Meeresgebiete CENTCOM unterstellt. Und schließlich im Jahre 2000 wurden die Küstenstreifen des Indischen Ozeans von Tansania, Mosambik und Südafrika dem United States European Command (EUCOM) zugeteilt.

Da nach den Ereignissen des 11. Septembers der Fokus der US-Militärstrategen mehr in Richtung des Nahen Ostens ging, wurde die Kommandostruktur der US-Streitkräfte 2002 abermals reformiert. Erstmals wurde so die gesamte Erdoberfläche den verschiedenen Unified Combatant Commands zugewiesen. Infolge dieser Reformen wurde das United States Northern Command (NORTCOM) geschaffen, um die „Innere Sicherheit“ (homeland security[2]) der USA zu verbessern. Diesem neuen Regionalkommando wurde auch die Westküste der USA als Operationsbereich überstellt und so aus dem Verantwortungsbereich von PACOM ausgegliedert. Im Zuge der Umstrukturierungen wurde das Gebiet von Alaska NORTHCOM zugeteilt, während das Truppenkommando der dort stationierten US-Streitkräfte beim PACOM verblieb. Ebenfalls wurde die Antarktis in die Zuständigkeit von PACOM verlagert.

Als letzter großer Aspekt der Reform sind die Kommandoverhältnisse, die Russland betreffen, zu nennen. Obwohl das gesamte Staatsgebiet Russlands EUCOM als Operationsgebiet zugeordnet ist, verbleibt die Verantwortung für Evakuierungen von Zivilisten (noncombatant evacuation operations (NEO)[3]), Antiterrorplanungen für US-Diplomatiemissionen (counterterrorism (CT) planning[3]) und der Schutz der Truppen östlich des 100. Längengrades beim PACOM (siehe Abbildung Zuständigkeitsbereich von PACOM). EUCOM und PACOM haben hier die Aufgabe, die Zusammenarbeit effektiv zu gestalten, um den Sicherheitsbestrebungen der USA gerecht zu werden.

Auftrag und Zuständigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuständigkeitsbereich des PACOM (blau)

Das USINDOPACOM ist das Oberkommando aller US-Truppen im pazifischen Raum und dem Indischen Ozean.

Der Zuständigkeitsbereich erstreckt sich auf mehr als 50 % der Erdoberfläche, dies sind ca. 169 Mio. km². Der Bereich erstreckt sich von der Westküste der USA bis zur Ostküste Afrikas, mit Ausnahme der Gewässer nördlich des 5. südlichen Breiten- und des 68. östlichen Längengrades, die in die Zuständigkeit des United States Central Command (CENTCOM) fallen. In Nord-Süd-Ausdehnung erstreckt sich die Zuständigkeit von der Arktis bis zur Antarktis, inklusive des US-Bundesstaats Hawaii und Truppen in Alaska. Dies betrifft eine Fläche von über 100 Millionen Quadratmeilen[4], 16 Zeitzonen, nahezu 60 % der Weltbevölkerung, 43 Länder und fünf der sieben gegenseitigen Verteidigungsabkommen der USA (Philippinen, Australien und Neuseeland, Südkorea, Thailand und Japan).[5]

Unterstellte Kommandos und Einheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem US Indo-Pacific Command sind ca. 300.000 Soldaten aller US-Teilstreitkräfte und damit mehr als 20 % aller aktiven US-Truppen unterstellt. Diese Truppenteile untergliedern sich in drei Kategorien: vorgelagert eingesetzte (ca. 100.000), vorgelagert stationierte und in den USA stationierte.

In der operativen Kommandokette unterstehen PACOM folgende Kommandos:

Dem PACOM sind drei weitere regionale Verbundkommandos (Sub Unified Commands) unterstellt:

Weitere angegliederte Unterstützungseinheiten:

  • Asien-Pazifik-Zentrum für Sicherheitsstudien (Honolulu, Hawaii)
  • Vereinigtes Nachrichtendienstzentrum Pazifik (Pearl Harbor, Hawaii)
  • Zentrum für Katastrophenmanagement und Studien der humanitären Hilfe (Tripler Army Medical Center, Hawaii)
  • Joint POW/MIA Accounting Command zur Suche nach Kriegsgefangenen und vermissten Soldaten

Führung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stab[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: 30. Mai 2018)
Den Befehlshaber als Commander, US Indo-Pacific Command (CDRUSINDOPACOM) hat Admiral Philip S. Davidson, (United States Navy|USN), der den Posten seit dem 30. Mai 2018 innehat.

  • Stellvertreter: Lieutenant General Bryan P. Fenton (United States Army|USA) und
  • Chef des Stabes: Major General Kevin B. Schneider

(USAF)

Das Hauptquartier von USINDOPACOM befindet sich auf der US Marine Corps Basis Camp H. M. Smith auf der Insel Oʻahu (Hawaii) und beschäftigt über 530 Soldaten der US Army, US Navy, US Air Force und des US Marine Corps sowie 110 zivile Angestellte.

Befehlshaber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nummer Bild Name Teilstreitkraft Amtsantritt Amtsaustritt
1 John H. Towers.jpg John H. Towers* USN 1. Januar 1947 28. Februar 1947
2 Louis E. Denfeld - Project Gutenberg etext 20587.jpg Louis E. Denfeld* USN 28. Februar 1947 3. Dezember 1947
3 Adm ramsey.jpg DeWitt C. Ramsey* USN 12. Januar 1948 30. April 1949
4 ADM Arthur Radford.JPG Arthur W. Radford* USN 30. April 1949 10. Juli 1953
5 Felix B. Stump2.jpg Felix B. Stump* USN 10. Juli 1953 31. Juli 1958
6 Harry Donald Felt.jpg Harry D. Felt USN 31. Juli 1958 30. Juni 1964
7 ADM Sharp, Ulysses Grant Jr.jpg Ulysses S. Grant Sharp USN 30. Juni 1964 31. Juli 1968
8 John S. McCain, Jr. color portrait.jpg John S. McCain, Jr. USN 31. Juli 1968 1. September 1972
9 Noel Gayler portrait.jpg Noel A. M. Gayler USN 1. September 1972 30. August 1976
10 Maurice F Weisner.jpg Maurice F. Weisner USN 30. August 1976 31. Oktober 1979
11 Robert LJ Long.jpg Robert L. J. Long USN 31. Oktober 1979 1. Juli 1983
12 Adm William Crowe Jr.JPG William J. Crowe, Jr. USN 1. Juli 1983 18. September 1985
13 Ronald J Hays.jpg Ronald J. Hays USN 18. September 1985 30. September 1988
14 Huntington Hardisty.jpg Huntington Hardisty USN 30. September 1988 1. März 1991
15 Adm Charles R Larson - official portrait, Superintendent of US Naval Academy.jpg Charles R. Larson USN 1. März 1991 11. Juli 1994
Interim Harold T. Fields USA 11. Juli 1994 19. Juli 1994
16 Richard C. Macke, VADM, USN, 1991.jpg Richard C. Macke USN 19. Juli 1994 31. Januar 1996
17 Joseph W. Prueher, ADM USN, 1996.jpg Joseph W. Prueher USN 31. Januar 1996 20. Februar 1999
18 Dennis Blair.jpg Dennis C. Blair USN 20. Februar 1999 2. Mai 2002
19 Thomas fargo.jpg Thomas B. Fargo USN 2. Mai 2002 26. Februar 2005
20 ADM Fallon Portrait.jpg William J. Fallon USN 26. Februar 2005 12. März 2007
Interim Daniel P. Leaf.jpg Daniel P. Leaf USAF 12. März 2007 26. März 2007
21 Timothy J. Keating 2007 2.jpg Timothy J. Keating USN 26. März 2007 19. Oktober 2009
22 Willard 2010.jpg Robert F. Willard USN 19. Oktober 2009 9. März 2012
23 Admiral Samuel J. Locklear III 2012.jpg Samuel J. Locklear USN 9. März 2012 27. Mai 2015
24 Admiral Harry B. Harris, Jr.jpg Harry B. Harris, Jr. USN 27. Mai 2015 30. Mai 2018
25 Davidson PACOM.jpg Philip S. Davidson USN 30. Mai 2018 amtierend

* Zwischen 1947 und 1958 war der Befehlshaber von PACOM auch gleichzeitig der Befehlshaber der US-Pazifikflotte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b www.pacom.mil USPACOM: Facts (Zuletzt abgerufen am 7. Juni 2013)
  2. „U.S. Northern Command (USNORTHCOM) was created for homeland security“
  3. a b „…USPACOM, in coordination with USEUCOM, retains responsibility for noncombatant evacuation operations (NEO), counterterrorism (CT) planning for U.S. diplomatic missions, and force protection in those areas in the Russian Federation east of 100º East longitude.“
  4. pacom.mil (eingesehen am 20. November 2013)
  5. Siehe bei Fakten auf pacom.mil (eingesehen am 27. Juli 2008)