I Corps (Vereinigte Staaten)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schulterabzeichen des I. US-Korps
Abzeichen des I. US-Korps

Das I Corps (U.S.) (deutsch I. US-Korps) ist ein Großverband auf Korpsebene der US Army. Sein Hauptquartier befindet sich in Fort Lewis im US-Bundesstaat Washington. Es untersteht dem Regionalkommando US Pacific Command und bildet die strategische Reserve für den pazifischen und südostasiatischen Kriegsschauplatz.

Die mehrdeutige Aussprache des Buchstabens „I“ in der englischen Sprache hat dazu geführt, dass diese in Bezug auf die Aufgabe des Korps als Eye Corps (sinngemäß: „sehendes Korps“) verstanden wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein nicht permanentes I. Korps hatte 1861–1865 bereits auf Seiten der Unionsarmee im Amerikanischen Bürgerkrieg sowie 1898 im Spanisch-Amerikanischen Krieg gekämpft.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hunter Liggett

Das I Corps wurde am 15. Januar 1918 an der Westfront unter dem Befehl von Generalmajor Hunter Liggett in Nordfrankreich aufgestellt. Das I. Korps hatte mit der 26. und 3rd Infantry-Division 18. Juli 1918 während der Zweiten Schlacht an der Marne im Rahmen der französischen 6. Armee erheblichen Anteil an der Abwehr der letzten deutschen Offensive im Raum westlich Château-Thierry.

Während der Schlacht von St. Mihiel (12.-15. September) war der Hauptangriff gegen die Südfront des Frontbogens von St. Mihiel gerichtet und wurde zwischen Apremont und Pont-à-Mousson angesetzt. Am rechten Flügel stand das I. US-Korps (von rechts nach links mit der 82., 5., 90. und 2. Division in Front und der 78. Division in Reserve) zwischen Pont-à-Mousson an der Mosel nach Westen bis Limey im Angriff. Als operatives Ziel war dem Kommandierenden General Hunter Liggett der Hauptangriff westlich des Priesterwaldes (Bois le Prêtre) in der Richtung auf Thiaucourt zugewiesen. Bei der Meuse-Argonne-Offensive, die am 26. September eingeleitet wurde, bildete das I Corps den linken Flügel der 1. US-Armee in den Argonnen. Von links nach rechts waren die 77., 28. und 35. Division in Richtung auf Grandpré angesetzt, als Reserve diente die 92. Division.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg nahm das I Corps ab 1942 unter dem Befehl von Robert L. Eichelberger gemeinsam mit australischen Verbänden an den Kämpfen auf Neuguinea teil. Hier führte es unter anderem das Landeunternehmen bei Hollandia im April 1944 (Operation Reckless) durch. Im Januar 1945 war es als Teil der 6. US-Armee an der Landung im Golf von Lingayen auf den Philippinen beteiligt. Nach dem Kriegsende wurde es als Teil der amerikanischen Besatzungskräfte in Japan stationiert und wurde dort im März 1950 deaktiviert.

Koreakrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ausbruch des Koreakriegs und der Intervention der UNO erfolgte im August 1950 die Reaktivierung des Hauptquartiers in Fort Bragg/North Carolina und die Verlegung nach Korea, wo das Korps der 8. US-Armee unterstellt wurde und die Kontrolle über mehrere US-Divisionen sowie verbündete Truppen übernahm. Das Korps war hier nach dem chinesischen Kriegseintritt insbesondere für die Verteidigung der Hauptstadt Seoul zuständig. Es blieb nach dem Kriegsende 1953 der 8. Armee in Korea unterstellt und wurde bis 1971 zum Schutz der Demilitarisierten Zone eingesetzt.

Neueste Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1981 wurde das Hauptquartier nach Fort Lewis/Washington verlegt, wo das Korps die Ausbildung von Eingreif- und Reservekräften für den Pazifischen Raum übernahm. 2000 wurde es der United States Army Pacific zugewiesen. Von 2004 bis 2005 übernahm das Korps mit einem vorgeschobenen Hauptquartier in Mosul (Task Force Olympia) und zwei Stryker-Brigaden die Kontrolle über die Koalitionsstreitkräfte im Nordirak.

Auftrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das I. US-Korps führt und unterhält eine enge Sicherheitskooperation mit dem Regionalkommando US Pacific Command (PACOM), dessen strategische Reserve es bildet und unterstützt es in allen militärischen Fragen innerhalb seines territorialen Verantwortungsbereichs. Darüber hinaus bildet das I. US-Korps eine weltweit operierende Joint Task Force (JTF) (Verbundeinsatzverband), fungiert bei Bedarf innerhalb von vereinigten Großverbänden als Joint Force Land Component Commander (JFLCC), als Führungskomponente aller Landstreitkräfte und dient als Hauptquartier (Corps HQ) des Korps, wenn es eigenständige Operationen unternimmt. Es stellt dabei die ganze Bandbreite seiner potentiellen Einsatzmöglichkeiten in den Dienst der Nationalen Sicherheit und führt diese entsprechend den Direktiven der National Command Authority aus. Es hat dabei die Aufgabe, stetig ausbildete und einsatzbereite Expeditionsstreitkräfte für alle denkbaren militärischen Einsatzformen bereitzustellen [1].

Unterstellte Einheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organigramm des I. US-Korps nach Abschluss der Heeresreform

Folgende Verbände und Einheiten sind gegenwärtig (Stand: Oktober 2012) dem I. US-Korps unterstellt:[2]

I Corps I Corps (Fort Lewis, WA)

  • 7. US-Infanteriedivision (Hauptquartier reaktiviert - derzeit rein administrative Ebene)
    • 2nd Brigade Combat Team, 2. US-Infanteriedivision (Stryker Brigade Combat Team)
    • 3rd Brigade Combat Team, 2. US-Infanteriedivision (Stryker Brigade Combat Team)
    • 2. Infanteriedivision, Divisionsartillerie
    • 16th Combat Aviation Brigade
    • 17th Fires Brigade (Fort Lewis, WA) (Artilleriebrigade)
    • 201st Military Intelligence Brigade (Fort Lewis, WA) (Gefechtsfeldüberwachung)
    • 555th Engineer Brigade (Fort Lewis, WA) (Pionierbrigade)

Truppen die ebenfalls in Fort Lewis stationiert sind:

  • 593rd Expeditionary Sustainment Command (Fort Lewis, WA)
  • 42nd Military Police Brigade (Fort Lewis, WA)
  • 62nd Medical Brigade (Fort Lewis, WA)

Führung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lt.Gen. Robert Eichelberger
Lt.Gen. John W. O'Daniel (1951)
Lt.Gen. Curtis M. Scaparotti
  • Major General Hunter Liggett (20. Januar 1918 – 11. Oktober 1918)
  • Major General Joseph T. Dickman (12. Oktober 1918 – 12. November 1918)
  • Major General William M. Wright (13. November 1918 – 25. März 1919)
  • Major General Charles F. Thompson (10. Oktober 1940 – 5. Juli 1942)
  • Lieutenant General Robert L. Eichelberger (6. Juli 1942 – 19. August 1944)
  • Lieutenant General Innis P. Swift (20. August 1944 – 14. November 1945)
  • Major General Roscoe B. Woodruff (14. November 1945 – 5. Februar 1946)
  • Major General Jospeph M. Swing (2. Februar 1948 – 27. Januar 1949)
  • Lieutenant General John B. Coulter (15. Februar 1949 – 19. März 1950)
  • Lieutenant General William B. Kean (29. März 1950 – 1. August 1950)
  • Lieutenant General John B. Coulter (2. August 1950 – 10. September 1950)
  • Lieutenant General Frank W. Milburn (11. September 1950 – 18. Juli 1951)
  • Lieutenant General John W. O'Daniel (19 July 1951 – 28 June 1952)
  • Lieutenant General Paul W. Kendall (29. Juni 1952 – 9. April 1953)
  • Lieutenant General Bruce C. Clarke (10. April 1953 – 13 October 1953)
  • Lieutenant General Blackshear M. Bryan (29. Oktober 1953 - 12. Juli 1954)
  • Lieutenant General John H. Collier (13. Juli 1954 - 25. Juni 1955)
  • Lieutenant General Robert Miller Montague (26. Juni 1955 - 14. Oktober 1956)
  • Lieutenant General Arthur G. Trudeau (16. Oktober 1956 - 3. Februar 1958)
  • Lieutenant General Thomas J. H. Trapnell (4 Februar 1958 - 14. August 1959)
  • Lieutenant General H. P. Storke (15. August 1959 - 16. Juli 1960)
  • Lieutenant General John L. Ryan (17. Juli 1960 - 15. August 1961)
  • Lieutenant General H. H. Fischer (16. August 1961 - 19. August 1962)
  • Lieutenant General Hugh P. Harris 6. November 1962 - 2. Dezember 1963
  • Lieutenant General Theodore J. Conway (3. Dezember 1963 - 10. Dezember 1963)
  • Lieutenant General Thomas W. Dunn (11. Dezember 1963 - 18. Dezember 1964)
  • Lieutenant General Theodore J. Conway (19. Dezember 1964 - 14. Februar 1965)
  • Lieutenant General Edgar C. Doleman (14. Februar 1965 - 15. Juli 1965)
  • Lieutenant General Charles W. G. Rich (16. – 31. Juli 1965)
  • Lieutenant General John A. Heintges (1. August 1965 - 5. November 1965)
  • Lieutenant General Charles W. G. Rich (6. – 30. November 1965)
  • Lieutenant General Andrew J. Boyle (1. Dezember 1965 - 30. Mai 1967)
  • Lieutenant General Harry H. Critz (1. Juni 1967 - 14. Juli 1968)
  • Lieutenant General William P. Yarborough (15. Juli 1968 - 6. August 1969)
  • Lieutenant General Patrick F. Cassidy (8. August 1969 - 26. Juli 1970)
  • Lieutenant General Edward L. Rowny (27. Juli 1970 - )

Kommandierender General des I. US-Korps ist gegenwärtig Lieutenant General Curtis M. Scaparrotti.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bridge to the Future - I Corps - America's Corps, in: Field Artillery Magazine, Februar 1994

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Commander's Corner bei lewis.army.mil (eingesehen am 16. Mai 2008)
  2. http://www.lewis-mcchord.army.mil/jblm/army.html
  3. Commanders Corner bei lewis.army.mil (eingesehen am 8. November 2012, engl.)