Eistauchen

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Eistaucher mit Trockenanzug und Rebreather
Ein Apnoetaucher unter dem Eis.

Beim Eistauchen taucht man meistens in einem zugefrorenen See unter einer oft zentimeterdicken Eisdecke. Normalerweise wird mit Gerät getaucht, während das Apnoetauchen unter Eis nur als Extremsport üblich ist. Ähnlich wie beim Höhlentauchen ist Eistauchen dadurch gefährlich, dass der Tauchgang nicht einfach durch Auftauchen an die Oberfläche abgebrochen werden kann. Auch wegen Unterkühlung kann es zu Unfällen kommen. So starb im Februar 2011 ein Apnoetaucher beim Training im Apnoe-Streckentauchen unter Eis.[1]

Zum Eistauchen braucht man in der Regel:

  • einen Tauchanzug, am besten ist ein Trockentauchanzug; er verringert das Risiko der Unterkühlung;
  • zwei komplette, vereisungsunempfindliche Atemregler,
  • eine Druckluftflasche mit Doppelabgang (getrennt absperrbar), besser sind zwei komplett getrennte Atemsysteme (2 Flaschen mit jeweils einem Atemregler);
  • ein aufschwimmendes Tauchseil (reißfest, 50–100 m);
  • einen Sicherungstaucher mit einem Seil, das mindestens genau so lang sein muss wie das der Tauchgruppe; bereits wenige Meter entfernt hat man ohne Sicherungsseil je nach dem keine Möglichkeit mehr, das Einstiegsloch wiederzufinden;
  • einen Signalmann, der/die das Seil der Tauchgruppe führt und über dieses mit der Gruppe kommuniziert;
  • eine Säge, Axt etc., um den See umweltfreundlich zu öffnen. Eine Motorsäge sollte ohne Kettenöl verwendet werden;
  • erfahrene Tauchpartner; niemand sollte ohne entsprechende Erfahrung oder fachkundige Anleitung unter Eis tauchen.

Eistauchen als Extremsportart[Bearbeiten]

Vom 23. bis 25. Februar 2007 fand am österreichischen Weißensee nach einer Idee von Christian Redl zum ersten Mal ein internationaler Wettkampf im Unterwassereishockey statt.[2][3] Gespielt wurde diese Eishockey-Variante mit je 2 Apnoetauchern pro Mannschaft unter einem acht mal sechs Meter großen Spielfeld an der Unterseite des Eises. Der Puck war aus Schaumpolystyrol und auf Grund der hohen Kraftanstrengung betrug die Spielzeit lediglich drei mal zehn Minuten, während denen die Spieler in Abständen von etwa 30 Sekunden auftauchen mussten, um Luft zu holen. Die Teilnehmer kamen aus Deutschland, den Niederlanden, Finnland, Japan, Monaco, Österreich, Slowakei und Tschechien. Weltmeister bei dieser WM wurde Finnland, das Österreich im Finale besiegte. Dritter wurde die Slowakei.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tod beim Eistauchen in Davos. In: Blick.ch, 27. Februar 2011. Abgerufen am 13. November 2013.
  2. Puckjagd unterm Eis. In: Spiegel Online vom 22. Februar 2007
  3. Eishockey-WM unter Eis: Finnland bezwang Österreich. In: Kleine Zeitung Online vom 25. Februar 2007