Vier Frauen und ein Todesfall

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Seriendaten
Originaltitel Vier Frauen und ein Todesfall
Produktionsland Österreich
Originalsprache Österreichisches Deutsch
Jahr(e) 2004–2008, seit 2011
Länge 45 Minuten
Episoden 50+ in 7+ Staffeln
Genre Krimiserie
Drehbuch Uli Brée und Rupert Henning
Idee Wolf Haas[1]
Erstausstrahlung 17. Februar 2005 auf ORF1
Besetzung

Vier Frauen und ein Todesfall ist eine österreichische Landkrimiserie mit ausgeprägt satirischen Zügen. Sie wurde 2005 zum ersten Mal auf ORF1 gesendet. In der Schweiz läuft die Serie auf SF 1, seit Herbst 2008 zeigt sie auch RTL Crime.[2] Auf ARTE wurde die Serie auch französisch synchronisiert ausgestrahlt. Verkauft wurde die Serie aber auch nach Slowenien, Bosnien, Bulgarien, Dänemark, Italien (Paramount Channel) sowie in die Ukraine und nach Russland.[1]

Hintergrund & Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dieser Serie handelt es sich nicht nur um einen klassischen Krimi, sondern um einen, in dem vor allem Dialogwitz bzw. schräge Wortgefechte im Vordergrund stehen. Diese Serie kann man durchaus eine Landkrimi-Satire nennen. Für alle Drehbücher zeichnet von Anfang an das Team Uli Brée & Rupert Henning verantwortlich. Die Idee stammt von Wolf Haas und Annemarie Mitterhofer. Diese ursprüngliche Idee wurde von diesen zwei Drehbuchautoren bearbeitet und vor allem um den typischen ländlichen österreichischen Schmäh ergänzt.

Die Titelheldinnen sind immer sofort zur Stelle, wenn jemand in der Umgebung stirbt, weil sie eben hinter jedem Todesfall, der im (fiktiven) Dorf Ilm passiert, ein Verbrechen wittern. Aus diesem Grund werden sie von den Dorfbewohnern als "Begräbnisweiber" bezeichnet, aber nicht nur deshalb, weil sie regelmäßig bei jeder örtlichen Trauerfeier teilnehmen. Das verschworene Damenquartett, das nicht gerade auf den Mund gefallen ist, stürzt sich dann nämlich mit größtem Vergnügen und mit Leidenschaft in das Recherchieren und löst schlussendlich jeden dieser Todesfälle – wenn auch mit eigenartigen und ziemlich ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden, womit sie allerdings die wahren, kompetenten Ermittler der Ilmer Polizeistation und auch die Dorfbewohner selbst des sonst so idyllischen Dörfchens Ilm ganz schön auf Trab halten.

Bei jedem für die Ilmer Hobbydetektivinnen ungewöhnlichen Todesfall tritt die Skepsis auf, die dann von einer der „Ilmer-Ermittlerinnen“ und selbsternannter „Stütze der Gemeinde“ Julie Zirbner (dargestellt von Adele Neuhauser), mit dem vielsagenden Spruch gekrönt wird: „I glaub' ned, dass des a Unfoi woar!“, bzw. „Ich glaub' nicht, dass er/sie eines natürlichen Todes gestorben ist!“ – und startet gleichzeitig bei den vier außergewöhnlichen Damen logischerweise auch das Verlangen und den Ehrgeiz nach Gerechtigkeit und Aufklärung des Falles.

Drei unterschiedliche Regisseure bieten in der zehnteiligen ersten Staffel z. T. recht Unterschiedliches. Konstant sind das ländliche Milieu (Salzkammergut, Mondseeland) und die Hauptcharaktere: Vier Frauen unterschiedlichen Alters, die „Begräbnisweiber“. Dazu kommt eine mehr oder weniger satirisch überzeichnete Dorfgemeinschaft, die allzu oft nichts von den Ermittlungen der vier Frauen wissen will.

Zu Beginn wurde die Serie von Kritikern als Flop bezeichnet. Die durchschnittlichen Zuschauerzahlen lagen jedoch bei ungefähr 1,3 Millionen Zuschauern, sodass der ORF beschloss, die Serie weiter zu produzieren.

Außer schöner österreichischer Landschaft bietet die Serie auch noch den typischen Wiener Schmäh und ein sehr unorthodoxes Frauenbild. Die Serie wird größtenteils in der Salzburger Gemeinde Faistenau und im oberösterreichischen Zell am Moos gedreht.

Ab 10. April 2007 liefen acht neue Folgen der zweiten Staffel, die von Juni bis Oktober 2006 gedreht wurden, auf ORF1.

Ab März 2010 lief dort die sechsteilige dritte Staffel, die 2008 im Mondseer Land gedreht wurde. Diese war ursprünglich als letzte Staffel vorgesehen.

Seit September 2011 wurden nach drei Jahren Auszeit sechs neue Episoden gedreht, die ab 6. März 2012 auf ORF1 zu sehen waren.[3] Das Dauerthema der gesamten Staffel ist die Planung eines Passionsspiels.

Ab 8. Mai 2012 wurde die 5. Staffel gedreht, die ab dem 30. April 2013 ausgestrahlt wurde.[4] In dieser sechsteiligen Staffel finden Vorbereitungen zum Passionsspiel statt, weshalb viele der männlichen Darsteller lange Haare und Bärte tragen. Außerdem wird in dieser Staffel erstmals nicht ein Todesfall pro Folge abgehandelt; vielmehr erstreckt sich ein einzelner Fall auf bis zu drei Folgen.

Von April bis Juli 2013 wurde die 6. (achtteilig) und zwischen 1. September und 13. November 2014 die 7. Staffel (sechsteilig) gedreht, die beide nacheinander ab 9. Dezember 2014 von ORF1 ausgestrahlt wurden.[5][6] Die Produktion der 8. Staffel ist für Herbst 2015 geplant.[7]

Seit 29. August 2016 werden acht neue Folgen der 9. Staffel gedreht.

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rollenname Zusatzinformationen Schauspieler Staffel
Die 4 Frauen
Julie Zirbner Witwe, ab Ende der 3. Staffel mit Raphael Dorn liiert Adele Neuhauser 1-
Maria Salchegger geborene Deng, ab der 3. Staffel mit Valentin Salchegger verheiratet, Dorfwirtin Brigitte Kren 1-
Sabine Schösswender Gemeindesekretärin, Bürgermeisterin ab Staffel 7 Martina Poel 1-
Henriette Caspar Ärztin, verlässt die Serie zu Beginn der 2. Staffel Gaby Dohm 1-2
Mona Brand Ärztin, verlässt die Serie am Ende der 2. Staffel Stephanie Japp 2
Lola Brand Ärztin, verlässt die Serie zu Beginn der 4. Staffel Julia Stinshoff 3-4
Pippa Sponring Tochter von Julie Zirbner und Toni Steiger, lebte davor bei Adoptiveltern Miriam Stein 4-8
Nebendarsteller
Andreas "Andi" Paulmichl (†) Polizist, ab der 3. Staffel Postenkommandant, wird zu Beginn der 7. Staffel von seiner Verlobten ermordet Raimund Wallisch 1-6
Toni Steiger zuerst Briefträger, ab der 4. Staffel umgeschult zum Polizisten, Vater von Pippa Sponring Gerhard Greiner 1-
Franzi Deng Koch/Gourmet, Sohn von Maria Salchegger und Pepperl Nothdurfter, Freund von Sabine Schösswender Michael Ostrowski 1-
Rocco Schösswender Sohn von Sabine Schösswender und Franzi Deng David Knöbl, Lukas Schwaiger, David Christopher Roth 1, 2-3, 6
Pepperl Nothdurfter Bürgermeister (bis Mitte der 3. Staffel) mit Hang zum Verdrehen von Redewendungen und Vater von Franzi Deng Georges Kern 1-
Maria "Mitzi" Nothdurfter Frau des Bürgermeisters, dann selbst Bürgermeisterin (Mitte der 3.-6. Staffel) Brigitte Jaufenthaler 1-
Edith Brunner Rettungssanitäterin, bis zur 3. Staffel Ordinationsgehilfin, ab der 4. Staffel Prostituierte und Inhaberin des Bordells "Saustall" Gabriela Schmoll 1-
Valentin Salchegger Dorfwirt, verheiratet mit Maria Salchegger, hat einen Seitensprung mit Gerti Zeilinger Charly Rabanser 1-
Josef Brigl (†) Versicherungsagent und Finanzberater, begeht in der 3. Staffel (Folge Sondermüll) Selbstmord Serge Falck 1-3
Heli Bacher Bankdirektor, im Zusammenhang mit dem Selbstmord Brigls ermordet seine Frau den Müllmann Prinz, woraufhin auch Heli Bacher aus der Serie ausscheidet Carl Achleitner 1-3
Petra Patterer Polizistin, hat eine Beziehung mit ihrem Chef, geht am Ende der 4. Staffel schwanger nach Island; man erfährt am Beginn der 5. Staffel, dass sie nicht mehr zurückkommen wird Nike van der Let 3-4
Raphael Dorn (†) Pfarrer (Staffel 3), ab der 4. Staffel laisiert und mit Julie Zirbner liiert, stirbt zu Beginn der 6. Staffel bei einem Verkehrsunfall Harald Schrott 3-6
Wiebke Elsbeth Freifrau von Lüttwitz aus Sachsen stammende Kellnerin, ab der 4. Staffel Prostituierte; wird in der 6. Staffel vom Dorfpfarrer schwanger Marion Reiser 3-
Herta Siegwald schießwütige Polizistin; ab dem Ende der 4. Staffel Ersatz für Petra Patterer, ab der 6. Staffel Freundin von Toni Steiger Angelika Richter 4-
Anton Prinz aus Vorarlberg stammender Pfarrer, Nachfolger von Raphael Dorn Markus Linder 4-
Gerti Zeilinger fromme Friseurin, hat einen Seitensprung mit Dorfwirt Valentin Salchegger Dagmar Kutzenberger 4-5
Dr. Kleinhansl Notarzt, mehrfacher Familienvater; zieht in der 5. Staffel nach Dorf Ilm Thomas Stipsits 5-
Lassacher (Lasse) Elektriker, Pippas Freund Andreas Kiendl
Alois Schedl (Sauschedl) Landwirt Andreas Giebel 7

Regisseure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Regie wechselt auch innerhalb der Staffeln.[8]

Regisseur Staffeln
Harald Sicheritz 1
Wolfgang Murnberger 1-4, 6, 7
Andreas Prochaska 1,4
Claudia Jüptner-Jonstorff 2
Walter Bannert 3
Andreas Kopriva 5
Michael Riebl 5
Sabine Derflinger 6
Wolfgang Murnberger

Andreas Kopriva

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Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Name des fiktiven Ortes „Dorf Ilm“ wurde von der österreichischen Filmproduktionsfirma Dor Film hergeleitet.
  • Ab der vierten Staffel ist Toni Steiger nicht mehr Briefträger, sondern Polizist. Dies spielt auf den Umstand an, dass in Österreich 2009/2010 vielen Postbeamten der Wechsel zur Polizei angeboten wurde, um den „richtigen“ Polizisten Innendiensttätigkeiten abzunehmen.[9][10]
  • In der 1. Folge der 4. Staffel hat die bayerische Kabarettistin Monika Gruber einen Gastauftritt.
  • In der 2. Folge der 4. Staffel gibt es viele Anspielungen auf den Korruptionsskandal von Ernst Strasser. Strasser war österreichischer EU-Abgeordneter und wurde 2011 im Laufe der „Cash-for-Laws“ Ermittlungen gefilmt, als er ein Angebot von zwei Lobbyisten (gespielt von britischen Reportern) annahm; nach Abschluss der Ermittlungen wurde dieses Video veröffentlicht. Gegen Ende der Folge wird auf dieses Video sehr detailliert angespielt. Der Bürgermeisterin Mitzi Nothdurfter wird ein Angebot unterbreitet; dabei wird sie in derselben Kameraperspektive wie Ernst Strasser gefilmt. Außerdem wird auch sein schlechtes Englisch persifliert.[11]
  • In der 7. Staffel wird der Polizeiposten von Dorf Ilm geschlossen. Als Grundlage hierzu diente der "Dienststellenanpassungsplan 2014" von der österreichischen Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, im Zuge dessen in ganz Österreich zahlreiche Polizeidienststellen geschlossen wurden.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Vier Frauen und ein Todesfall beim neuen ORF
  2. Sonntagsfragen an Klaus Holtmann
  3. 4 Frauen & 1 Todesfall geht in die 4. Runde Artikel vom 8. September 2011, abgerufen am 30. Oktober 2014
  4. Die vier Frauen drehen weiter
  5. Dreharbeiten zu „Vier Frauen und ein Todesfall“ am LKH Gmunden salzi.at, 5. Juli 2013
  6. 24 neue Fälle für „Vier Frauen“ und das „Soko Donau“-Team. APA-Meldung vom 9. April 2013, abgerufen am 30. Oktober 2014
  7. „Vier Frauen“: Abschiedsvorstellung im Quotenhoch auf kleinezeitung.at. 15. April 2015, abgerufen am 19. Mai 2015
  8. Vier Frauen und ein Todesfall. In: dor-film.com. Dor Film, abgerufen am 15. Januar 2016.
  9. Post- und Telekombeamte sollen Personalnot lösen
  10. Postbeamte bei Wiener Polizei eingeführt
  11. Causa Strasser
  12. Liste der geschlossenen Polizeidienststellen