Faistenau

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Faistenau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Faistenau
Wappen von Faistenau
Faistenau (Österreich)
Faistenau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Salzburg-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: SL
Fläche: 51,2 km²
Koordinaten: 47° 46′ N, 13° 13′ OKoordinaten: 47° 46′ 0″ N, 13° 13′ 0″ O
Höhe: 784 m ü. A.
Einwohner: 3.012 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 59 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5324
Vorwahl: 06228
Gemeindekennziffer: 5 03 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Lindenplatz 1
5324 Faistenau
Website: www.faistenau.at
Politik
Bürgermeister: Josef Wörndl (ÖVP)
Gemeinderat: (2014)
(19 Mitglieder)
10 ÖVP, 6 FPÖ, 3 SPÖ
Lage der Gemeinde (Österreich) Faistenau im Bezirk Salzburg-Umgebung
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Faistenau ist eine Gemeinde im Bezirk Salzburg-Umgebung im Salzburger Land in Österreich mit 3012 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Flachgau im Salzburger Land rund 30 Kilometer östlich der Stadt Salzburg und ist die höchstgelegene Gemeinde (784 m ü. Adria) im Bezirk Salzburg-Umgebung. Die Gemeinde gehört zum Gerichtsbezirk Thalgau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Alm (62)
  • Anger (618)
  • Faistenau (514)
  • Lidaun (130)
  • Ramsau (334)
  • Tiefbrunnau (382)
  • Vordersee (764)
  • Wald (186)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Anger, Faistenau, Lidaun, Tiefbrunau und Vordersee.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1182[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Gemeindegebiet der Faistenau ist im Jahre 1182 erwähnt, nämlich die Tiefbrunnau: als Konrad III. dieses Gebiet der Pfarre Thalgau überließ.

1324 die Geswant in der Vaistenow [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausdruck die Faistenau (bairisch d‘ Foastnau), und Gschwandt für das Dorf, fallen nachweislich das erste Mal 1324: Am 1. Mai 1324 wies Vicedom Heinrich von Lampoding († 1347) in einer Urkunde[2] einen Bauplatz für eine Kirche auf dem Gebiet des heutigen Dorfes aus, das Rodungsgebiet gewesen war und nennt den Ort darin in der Geswant.[3]
In einer weiteren Urkunde,[4] die Erzbischof Friedrich III. am 11. November 1324 unterzeichnete, wird die Gegend innerhalb des waldes erwähnt: Vaistenow, Tevffenprunneow und Chueleuten, also die jetzigen Ortschaften Wald, Faistenau und Tiefbrunnau, zudem das Gebiet der Kühleiten in der Tiefbrunnau.

1832[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benedikt Pillwein veröffentlichte 1843, mit dem Wissensstand von 1832 bzw. basiert derselbe auf Angaben des Faistenauer Vikars (1826–1832) Simon Bauernfeind, Folgendes über das Vikariat Faistenau, geographisch mit der heutigen Gemeinde Faistenau ident:[5]
Im Vikariate F a i s t e n a u (fett, windig) befinden sich außer dem gleichnamigen Dorfe noch die Ortschaften Alm, Anger, Lidaun, Ramsau, Tiefbrunnau, Vordersee und Wald mit 167 Häusern, 193 Wohnparteyen und 1090 Einwohnern.
Feistenau, F a i s t e n a u, ein Dorf mit 9 Häusern, 10 Wohnparteyen, 66 Bewohnern.
Die hiesige Kirche mit 4 Altären, verschiedenen Gemählden und Schnitzwerken wurde zu Ehren des h. Jakob des Größeren (mit der Rosenkranzbruderschaft) um 1390 durch 2 Brüder von T h u r n erbaut, 1625 die Kirche und der Thurm vergrößert, 1703 die Emporkirche errichtet, 1825 die Orgel von Karl M a u r a c h e r aus Fügen in Tyrol aufgestellt, 1829 ein neuer Chor aufgeführt. Viele alte Grabsteine sind bereits abgetreten; sieben andere von weißem und rothem Marmor dem Andenken hier verstorbener Vikare und einigen Privaten gewidmet, und von den Jahren 1604, 1705, 1708, 1759, 1789, 1801 und 1809.
Die vier Glocken enthalten die Jahreszahlen von 1400, 1580, 1731 und 1774.
Der Gottesacker entstand 1605.
Im Jahre 1622 trat J o h a n n C h r i s t o p h S t e n g l m a y r als Vikar auf. Früher versahen das Vikariat Priester aus Thalgau.
Ein ordentlicher Schulmann kam erst 1822 hierher; früher versah ein Meßner seine Dienste. 1803 wurde das gegenwärtige Schul- und Meßnerhaus aufgeführt. Die Schule zählt 112 Werktags-, 73 Wiederholungsschüler. (Vikar Siegmund Bauernfeind[6] mit neuen Daten).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Faistenau hat 19 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeindevertretungswahl 2014 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Josef Wörndl (ÖVP).[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde ist: „In rotem Schild ein silberner Sparren, jeder Schenkel mit einer schwarzen Schrägstückung; unter dem Sparren auf silbernem Boden ein natürlicher silberner Lindenbaum“.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Faistenau gehörte anfangs zur Urpfarrei Thalgau. 1622 wurde Faistenau Vikariat, 1873 eine röm. kath. Pfarre; die Filialkirche zur Pfarrkirche Faistenau

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Faistenau befinden sich zwei Kindergärten sowie eine Volks- und Hauptschule.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Faistenau bietet Winter- und Sommertourismus an.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lärchenhütte in Faistenau
Das Felsenbad am Almbach
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Faistenau

In Faistenau findet seit 1971 alle drei Jahre die Aufführung vom Faistenauer Jedermann - Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes nach Hugo von Hofmannsthal in Dialektbearbeitung - statt. Seit 1963 wird das Spiel direkt unter der 1000-jährigen Linde aufgeführt. Die letzten Vorstellungen fanden im Juli 2013 statt.[9]

Ein lohnendes Ausflugsziel sind die benachbarten Almhütten auf der Sausteigalm und die Lärchenhütte an der Nordseite des Zwölferhorns. Man hat dort einen einmaligen Ausblick auf St. Gilgen und die drei Seen: Wolfgangsee, Krotensee und Mondsee (Dreiseenblick). Zu erreichen sind die Almen von Faistenau über die Tiefbrunnau, das letzte Stück über eine Mautstraße bis fast zu den Hütten.

Das Felsenbad Faistenau ist eines von drei Flussbädern in Österreich, und befindet sich zwischen dem Ort Alm und dem See Hintersee.

Vier Frauen und ein Todesfall

Der Heimatfilm Die Sennerin von St. Kathrein (1955) sowie die ORF-Krimi-Serie Vier Frauen und ein Todesfall (erste Staffel; 2005 und 2006) wurden vorwiegend in Faistenau gedreht.

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Faistenau ist eine der Gemeinden des Flachgaus mit touristischem Schwerpunkt. Neben Sportmöglichkeiten wie Mountainbiking, Wandern, Schwimmen, Langlauf, Canyoning und Rodeln gibt es das Skigebiet Gaißau-Hintersee mit mehreren Liften bis auf eine Höhe von 1567 m ü. A. (Wieserhörndl). Am Hintersee hat der Verein „Beach Volley Faistenau“ einen Beachvolleyballplatz errichtet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Beziehung zu Faistenau

Ehrenbürger

  • Walter und Anneliese Koller (verstorben)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Benedikt Pillwein (Hrsg.): Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg. Mit einem Register, welches zugleich das topographische und genealogische Lexikon ist und der Kreiskarte versehen. Geographisch-historisch-statistisches Detail nach Distrikts-Kommissariaten. 1. Auflage. 5 Teile. Joh. Christ. Quandt, Linz (1827–39). 2. Auflage 1843
    • Erzherzogthum Oesterreich ob der Enns. Fünfter Theil: Der Salzburgkreis, 1839 (Google). 2. Auflage 1843 (Google)
      Detailausgabe: Das Herzogthum Salzburg oder der Salzburger Kreis. Historisch-geographisch-statistisch beschrieben, und als ein selbstständiges Lese-, Studier- und Nachschlage-Buch bearbeitet. Linz 1839.
  • Gemeinde Faistenau (Hrsg.): Chronik Faistenau. Hillstein Verlag, Salzburg.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Faistenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Siehe Urkunde monasterium.net abgerufen am 24. Jänner 2015.
  3. Bis Ende des 20sten Jahrhunderts konnte man noch den Ausdruck „Gschwandtler/in“ hören, mit dem ein Dörfler oder eine Dörflerin gemeint war, also eine Person, die direkt im Dorf Faistenau wohnt.
  4. Siehe Urkunde: monasterium.net abgerufen am 25. Jänner 2015.
  5. Benedikt Pillwein (Hrsg.): Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg. Mit einem Register, welches zugleich das topographische und genealogische Lexikon ist und der Kreiskarte versehen. Geographisch-historisch-statistisches Detail nach Distrikts-Kommissariaten. 1. Auflage. 5 Teile. Joh. Christ. Quandt, Linz (1827–39). 2. Auflage 1843 S. 390f.
  6. Simon Bauernfeind war 1826–1832 Vikar in der Faistenau gewesen. Siehe: Liste der Vikare von Faistenau, abgerufen am 27. Juni 2016.
  7. Gemeindevertretungswahl Faistenau
  8. Bürgermeisterwahlen
  9. Faistenauer Jedermann