Walferdingen

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Walferdingen
Wappen Karte
Wappen von Walferdingen Lage von Walferdingen im Großherzogtum Luxemburg
Basisdaten
Staat: Luxemburg
Koordinaten: 49° 39′ N, 6° 8′ OKoordinaten: 49° 39′ 27″ N, 6° 7′ 48″ O
Kanton: Luxemburg
Einwohner: 8046 (1. Januar 2017)[1]
Fläche: 7,06 km²
Bevölkerungsdichte: 1140 Einw./km²
Gemeindenummer: 00011010
Website: www.walfer.lu
Politik
Bürgermeister: Joëlle Elvinger (DP)
Wahlsystem: Proporzwahl

Walferdingen (luxemburgisch Walfer, französisch Walferdange) ist eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Luxemburg.

Zusammensetzung der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Walferdingen besteht aus den Ortschaften:

  • Bereldingen (lux. Bäreldeng)
  • Helmsingen (lux. Helsem)
  • Walferdingen

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walferdingen liegt unmittelbar nördlich des Stadtgebiets der Landeshauptstadt Luxemburg im Tal der Alzette; die Ortschaften Walferdingen und Helmsingen liegen rechts des Flusses, Bereldingen auf der linken Seite.

Historisches Erbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss in Walferdingen

Das Walferdinger Schloss (Château Walferdange)[2] wurde Großherzog Adolf neben der Stadtresidenz durch die Verfassung als Wohnsitz zugewiesen. Als engagierter Winzer ließ er hier seinen Gästen gerne einen guten Tropfen aus eigener Produktion servieren. Später wurde die Zuweisung zugunsten des Schlosses Berg geändert. Bis zum Jahr 2015 beherbergte dieses ehemalige Residenzschloss die Fakultät für Sprachwissenschaft und Literatur, Geisteswissenschaft, Kunst und Erziehungswissenschaft der Universität Luxemburg.

Römische Zeugnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einer Villa römischen Ursprungs[3] ist das „Raschpëtzer-Qanat[4] genannte römische Wassergewinnungssystem bemerkenswert. Die Anlage wurde um 130 n. Chr. gebaut und bis ungefähr 267 n. Chr. unterhalten und diente zur Wassergewinnung aus dem Untergrund der Pëtschend-Höhe und der Haedchen-Senke über einen über 600 m langen unterirdischen Stollen und einer Reihe senkrechter Schächte, die von der Bergoberfläche zum Stollen führen. Mittels dieses Stollenschachtsystems[ANM 1] wurde das im Sandstein über eine Mergelschicht vorhandene Grundwasser angezapft und der vom Stollenende etwa achthundert Meter entfernten, neunzig Meter tiefer gelegenen römischen Siedlung zugeführt. Die bis dato einzigartige Anlage nördlich der Alpen wurde erst im Oktober 1986 wiederentdeckt. Die Menge an Trinkwasser hervorragender Qualität beträgt bis heute konstant 180 Kubikmeter pro Tag.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walferdingen ist verkehrstechnisch durch den Bahnhof Walferdingen, die Nationalstraße N 7, mehrere Buslinien sowie den Gemeindebus „Walfy“ angebunden. Heutzutage wurde dieser ersetzt.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinden von Walferdingen sind Limana in Italien, Longuyon in Frankreich und Schmitshausen in Deutschland.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Stollen am heutigen Naturreservat Sonnebierg wurde früher Gips abgebaut; der Stollen wird heute aufgrund seiner optimalen Bedingungen zur Aufstellung und Erprobung von Messinstrumenten für die geophysikalische Forschung genutzt.[6]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. STATEC Luxembourg – Population par canton et commune 1821–2015 (franz.)
  2. Geschichte des Schlosses Walferdingen
  3. La villa romaine de Helmsange.
  4. Une prouesse technique de l'Antiquité.
  5. Roger Infalt: Der Untergrund macht von sich reden. Tageblatt. Zeitung fir Lëtzebuerg, 30. September 2003, S. 41. / Mitteilungen der Frontinus-Gesellschaft. (PDF; 372 kB) Nr. 44, Juli/August 2003.
  6. 50 Forscher testen ihre Gravimeter unter Tage Lëtzebuerger Journal, 4. November 2011

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Walferdingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Stollenschacht, auch Stollnschacht genannt, ist ein Lichtloch das auf einen Stollen geteuft wurde. Diese Schächte werden zur Unterstützung des Stollenbetriebes benötigt. (Quelle: Albert Serlo: Leitfaden der Bergbaukunde. Erster Band, Vierte verbesserte und bis auf die neueste Zeit ergänzte Auflage.)