Weltdokumentenerbe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
UNESCO-MOW-text.svg

Das Weltdokumentenerbe ist ein Verzeichnis im Rahmen des 1992 von der UNESCO gegründeten Programms Memory of the World (MoW, englisch für Gedächtnis der Welt) „zur Bewahrung des dokumentarischen Erbes der Menschheit“. Dieses Programm dient dazu, den freien Zugang zu bedeutsamen Dokumenten zu sichern und das dokumentarische Erbe zu bewahren.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gutenberg-Bibel

Das Programm wird vom International Advisory Committee (IAC) verwaltet, dessen 14 Mitglieder vom Generaldirektor der UNESCO ernannt werden.

1997 wurden die ersten Dokumente in das Register eingetragen. Aufgenommen werden sollen wertvolle Buchbestände, Handschriften, Partituren, Unikate, Bild-, Ton- und Filmdokumente, „die das kollektive Gedächtnis der Menschen in den verschiedenen Ländern unserer Erde repräsentieren“.[1] Die Ernennung ist keine finanzielle Unterstützung, sondern soll als Auszeichnung verstanden werden: Die Heimatstaaten verpflichten sich – wie bei den anderen Welterbe-Programmen – mit der Nominierung, im Dienste der internationalen Staatengemeinschaft für die „Bewahrung und Verfügbarkeit“ des jeweiligen dokumentarischen Erbes zu sorgen.[2]

Das Programm Memory of the World wurde im Jahr 2003 mit der Charta zur Bewahrung des digitalen Kulturerbes zur Frage der Langzeitarchivierung digitalisierter Dokumente sowie von ausschließlich digital vorhandenen Materialien fortgesetzt.[3]

Staaten können alle zwei Jahre bis zu zwei Dokumente zum neuen Eintrag in die Liste nominieren, über deren Aufnahme dann das IAC im Rahmen seiner Meetings entscheidet. Aktuell umfasst die Liste des Weltdokumentenerbes 427 Dokumente (Stand: 2019).[4]

Sitzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzung Jahr Datum Tagungsort
1 1993 12. – 14. September Pułtusk / Polen Polen
2 1995 3. – 5. Mai Paris / Frankreich Frankreich
3 1997 29. September – 1. Oktober Taschkent / Usbekistan Usbekistan
4 1999 4. – 5. September London / Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
5 2001 10. – 12. Juni Wien / Osterreich Österreich
6 2003 28. – 30. August Danzig / Polen Polen
7 2005 13. – 18. Juni Lijiang / China Volksrepublik Volksrepublik China
8 2007 11. – 15. Juni Pretoria / Sudafrika Südafrika
9 2009 27. – 31. Juli Bridgetown / Barbados Barbados
10 2011 22. – 25. Mai Manchester / Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
11 2013 18. – 21. Juni Gwangju / Korea Sud Südkorea
12 2015 4. – 6. Oktober Abu Dhabi / Vereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate
13 2017 24. – 27. Oktober Paris / Frankreich Frankreich
14 2019 9. – 14. Dezember Bogotá / Kolumbien Kolumbien
15 2020 14. – 18. Dezember digital, ursprünglich geplant in Kingston / Jamaika Jamaika

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Natascha Albus u. a.: Das Erbe der Welt. Die Kultur- und Naturmonumente der Erde nach der Konvention der UNESCO. Großes Sonderkapitel: Das Dokumentenerbe der UNESCO. Kunth, München 2012, ISBN 978-3-89944-902-0.
  • Henning Aubel u. a.: Das Gedächtnis der Menschheit. Das Dokumentenerbe der UNESCO. Kunth, München 2010, ISBN 978-3-89944-609-8.
  • UNESCO: Safeguarding the Documentary Heritage of Humanity. 2010 (PDF; 3,6 MB, englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Weltdokumentenerbe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Das Gedächtnis der Menschheit. Das Dokumentenerbe der UNESCO. Kunth-Verlag, München 2010, S. 5.
  2. Das UNESCO-Programm. Österreichische UNESCO-Kommission, abgerufen am 1. Juli 2019.
  3. Charta zur Bewahrung des digitalen Kulturerbes. (PDF) Deutsche UNESCO-Kommission, abgerufen am 1. Juli 2019.
  4. Dokumentenerbe. Abgerufen am 17. März 2017.