Wendie Renard

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wendie Renard (2019)

Wendie Renard (* 20. Juli 1990 in Schœlcher auf Martinique) ist eine französische Fußballspielerin.

Vereinskarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abwehrspielerin debütierte schon als Siebenjährige bei L’Essor Préchotin und spielte anschließend (2005/06) beim Rapid Club Le Lorrain, zwei Vereinen in ihrem Geburtsland.[1] 2006 holte Farid Benstiti, damaliger Trainer der Frauschaft von Olympique Lyon, Wendie Renard in das Nachwuchszentrum des Vereins und setzte die erst 16-Jährige bereits am Ende derselben Saison bei zwei Punktspielen in der höchsten Liga ein. Drei Monate später wurde sie erstmals in das A-Jugend-Nationalteam berufen. Seit der Saison 2007/08 gehört sie zur Lyoner Stammelf und war an sämtlichen Titeln des Vereins beteiligt: in Frankreich bisher 13 Meistertitel in Serie und sieben Pokalsiege. Des Weiteren gewann sie die Champions League sechsmal und ist damit eine von vier OL-Spielerinnen, denen dies gelungen ist. Im Mai 2011 stand die mit 1,85 Metern groß gewachsene Wendie Renard auch in der Anfangsformation, als Olympique das Endspiel der Champions League gegen Turbine Potsdam gewann. Die Verteidigerin erzielte dabei den frühen Führungstreffer zum 1:0 (Endstand 2:0).[2] Ebenso war sie bei der Pokalverteidigung 2012 im Münchner Olympiastadion (2:0 gegen den 1. FFC Frankfurt) und beim erneuten Titelgewinn 2016 (Sieg über den VfL Wolfsburg) vom Anpfiff weg dabei.

In der Nationalelf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der französischen U-19-Auswahl nahm sie an der Europameisterschaft 2008 dieser Altersklasse teil, ebenso im selben Jahr an der U-20-Weltmeisterschaft in Chile. Im März 2011 berief Nationaltrainer Bruno Bini sie für das Turnier auf Zypern erstmals in die französische A-Nationalmannschaft (erstes Spiel: gegen die Schweiz),[3] für die sie seither 117 Spiele bestritten hat. Aufnahme in den „Hunderter-Klub“ fand sie anlässlich eines Freundschaftsspiels gegen Nigeria im April 2018. Ihr erster Treffer in diesem Kreis gelang ihr im November 2011 – und das ausgerechnet in Martinique, wo sie gegen Mexiko zum 5:0-Endstand traf; inzwischen hat sie es auf 24 Tore gebracht, darunter zwei Kopfballtreffer bei dem Eröffnungsspiel der WM 2019 gegen Südkorea (Stand: 8. Oktober 2019). Wendie Renard kam auch für das französische Aufgebot bei der Frauenweltmeisterschaft 2011 bei drei Spielen zum Einsatz, wo die Elf den vierten Platz erreichte. Sie gehörte zum französischen Olympiaaufgebot 2012 und bestritt bei diesem Turnier alle sechs Begegnungen der Bleues. Ebenso berief Trainer Bini sie in sein EM-Aufgebot 2013; in Schweden stand sie in allen vier Begegnungen von der ersten bis zur letzten Spielminute auf dem Platz.

Binis Nachfolger Philippe Bergeroo machte die gerade erst 23-Jährige im September 2013 in der Nachfolge der zurückgetretenen Sandrine Soubeyrand zur neuen Spielführerin der französischen Frauschaft, in der sie in der Saison 2013/14 auch eine der erfolgreichsten Torschützinnen der Bleues war. Sie zählte zum Kader für die Weltmeisterschaft 2015, bei der sie in sämtlichen fünf Begegnungen über die volle Spielzeit auf dem Kunstrasen stand, und gehörte auch zum französischen Aufgebot beim olympischen Fußballturnier 2016, 2017 zum Europameisterschaftskader sowie 2019 im französischen 23er-Aufgebot zur WM im eigenen Land.

Wendie Renard war nicht die erste dunkelhäutige Internationale Frankreichs – dieses Etikett gebührt bereits seit Ende der 1970er Jahre der von Statur und Spielertyp her sehr ähnlichen Marie-Françoise Sidibé.

Palmarès[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Französische Fußballmeisterin: 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019
  • Französische Pokalsiegerin: 2008 (ohne Einsatz im Endspiel), 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2019
  • Champions-League-Gewinnerin: 2011, 2012, 2016, 2017, 2018, 2019
  • Weltmeisterschaftsteilnehmerin: 2011, 2015, 2019
  • Europameisterschaftsteilnehmerin: 2013, 2017
  • Olympiateilnehmerin: 2012, 2016
individuelle Auszeichnungen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wendie Renard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Datenblatt auf der Seite des französischen Verbandes

Belege und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel „Wendie Renard, die Überfliegerin“ auf der Verbandsseite
  2. Siehe beispielsweise diesen Artikel vom 26. Mai 2011 bei Der Standard; dort findet sich auch ein entsprechendes Foto.
  3. Wendie Renard: „Ich habe keine Angst“ bei footofeminin.fr
  4. fr-online.de: „Anja Mittag und Celia Sasic in Fußball-Weltauswahl 2015“