Werner Kieser

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Werner Kieser bei einem Vortrag in Wien, 2017

Werner Kieser (* 18. Oktober 1940 in Bergdietikon[1]; † 19. Mai 2021 in Zürich[2]) war ein Schweizer Unternehmer und Gründer einer Franchise-Kette mit über 150 Fitnessstudios vor allem in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich. Seine Ehefrau, Gabriela Kieser, ist Mitentwicklerin des nach ihm benannten Kieser-Trainings.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kieser wurde als Schreiner ausgebildet. In seinem 18. Lebensjahr zog er sich beim Boxen eine Rippenfell-Quetschung zu und lernte dann über einen Kollegen das Krafttraining kennen. Inspiriert durch das erste deutsche Fitnessstudio in Berlin und durch eine Begegnung mit Arthur A. Jones, der als erster Trainingsmaschinen mit einem sich anpassenden Widerstand entwickelt hatte und zu dem Ergebnis kam, dass kurzes, intensives Training zu den besten Resultaten führt, gründete Kieser 1966 sein erstes Kraftstudio in Zürich[3] (ursprünglich an der Grüngasse). 1981 folgen weitere Schweizer Studios auf Franchise-Basis. Sein erster Betrieb in Deutschland wurde 1990 in Frankfurt a. M. gegründet, weitere Studios wurden 1994 in Hamburg, Köln und München eröffnet. Mitte 2007 bestanden in Deutschland 118 und in der Schweiz 19 Kieser Training-Betriebe. Kieser-Training ist auch in weiteren Ländern vertreten. 2017 verkauften er und seine Frau das Unternehmen an den langjährigen Geschäftsführer Michael Antonopoulos und an Verwaltungsrat Nils Planzer.[2]

Von 2000 bis 2006 war er ehrenamtlicher Vereinspräsident der F+F Schule für Kunst und Design. Kieser hat 2011 im Fernstudium den Master of Philosophy der britischen Open University in Milton Keynes erworben.[4] Er bezeichnete sich selbst als „Individualanarchisten“ und zitierte in Interviews oft den Philosophen Max Stirner.[5]

Werner Kieser war mit der Ärztin Gabriela Kieser verheiratet, sie lebten in Zürich und im Val Müstair.[6] Er starb am 19. Mai 2021 in seinem Haus in Zürich im Alter von 80 Jahren an Herzversagen.[2][3]

Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Seele der Muskeln: Krafttraining jenseits von Sport und Show. Walter Verlag, 1997.
  • Ein starker Körper kennt keinen Schmerz: Gesundheitsorientiertes Krafttraining nach der Kieser-Methode. Heyne Verlag, 2003, ISBN 3453868994.
  • Die Entdeckung des Eisens: Stationen meines Lebens. Econ, 2008, ISBN 978-3430200479 (Autobiografie).
  • Kieser-Training für Frauen: Schluss mit Rückenschmerzen – Gezielte Übungen für eine gesunde Muskulatur – Kraft für den Alltag. Trias, 2010, ISBN 978-3830438496.
  • Franchising – Wachstumschancen für KMU: Ein Leitfaden für Franchisegeber. Gabler, 2010, ISBN 978-3834925084.
  • Kieser Training für Einsteiger. Heyne Verlag, 2011, ISBN 978-3453650176.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schwächlinge und der Muskel-Papst: Wie Werner mit dem Schweiss anderer Kies macht. Video in: Reporter vom 13. April 2011 bei 14:43 Min.
  2. a b c Werner Kieser, 18. Oktober 1940 – 19. Mai 2021. In: Kieser-Training.com, 20. Mai 2021.
  3. a b Johannes Ritter: Der Pionier des Krafttrainings ist tot. Nachruf in: FAZ.net, 20. Mai 2021
  4. Muskelpapst Werner Kieser leugnet Gott, Geist und Seele in: Tages-Anzeiger vom 20. April 2010
  5. Fitnessunternehmer Werner Kieser: «Wer trainiert, ist unattraktiv». In: Weltwoche 2005/49. Archiviert vom Original; abgerufen am 9. August 2014.
  6. Natalie Gratwohl: Der Fitness-Pionier Werner Kieser ist verstorben. In: Neue Zürcher Zeitung, 21. Mai 2021.