Werner Peiner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Werner Peiner (* 20. Juli 1897 in Düsseldorf; † 19. August 1984 in Leichlingen) war ein deutscher Maler, der in der Zeit des Nationalsozialismus von Adolf Hitler in die Gottbegnadeten-Liste aufgenommen wurde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werner Peiner meldete sich bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges freiwillig. Er wurde bis zum Leutnant befördert und diente an der Westfront als Adjutant. Nach dem Ende des Krieges studierte Peiner an der Düsseldorfer Kunstakademie.

In den 1920er Jahren gastierte und malte er bei Nette Faymonville im Burghotel zu Kronenburg in der Eifel. In dieser Zeit schloss er sich mit Fritz Burmann und Richard Gessner zum „Dreimann-Bund“ zusammen.

1931 ließ Peiner sich in Kronenburg nieder und fing an, mehrere Häuser im historischen Ortskern zu einem Atelier umzubauen. Heutzutage wird in einem davon ein Hotel betrieben. Werner Peiner war maßgeblich am Bau der Abwasserkanalisation in Kronenburg (nicht jedoch in der Talsiedlung Kronenburgerhütte) beteiligt, da ihn die über die Straße laufenden Abwässer störten. Von ihm entworfene Straßenlampen finden sich noch heute in Kronenburg.

1933 wurde er an die Düsseldorfer Kunstakademie als Professor für Monumentalmalerei berufen. 1935 unternahm er eine Studienreise nach Afrika. Werner Peiner leitete von 1936 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges die Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei in Kronenburg und entwarf unter anderem monumentale Gobelins für die Neue Reichskanzlei[1]. Ein Frauenakt von ihm hing über Görings Bett in Carinhall. Peiner wurde 1937[2] Mitglied der NSDAP[3]. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied in der Preußischen Akademie der Künste. Dennoch wurde eines seiner Bilder als „entartet“ beschlagnahmt. 1940 erfolgte die Ernennung zum Preußischen Staatsrat. 1944, in der Endphase des Zweiten Weltkriegs nahm ihn Adolf Hitler in die Sonderliste der Gottbegnadeten-Liste mit den zwölf wichtigsten bildenden Künstlern auf.[4]

1944 zog Peiner mit seiner Frau nach Gimborn ins Oberbergische Land. Nach Kriegsende wurde er interniert und sein gesamter Besitz beschlagnahmt.

1948 erwarb er die verfallene Burg Haus Vorst in Leichlingen/Rheinland, die er über viele Jahre restaurierte. Dort lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod im Jahr 1984.

Malerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Auktionen verkaufen sich insbesondere seine Werke aus den 1920er Jahren, als er im Stil der „Neuen Sachlichkeit“ malte, ohne wirklich als Vertreter dieser bedeutenden deutschen Kunstrichtung der Weimarer Zeit anerkannt zu sein. Das Interesse der Wissenschaft gilt seinen Gobelin-Auftragswerken „Deutsche Schicksalsschlachten“ für die „Neue Reichskanzlei“ in Berlin, deren Entwürfe im Rheinischen Landesmuseum Bonn ausgestellt sind. Seit der Nachkriegszeit werden seine Werke wegen seiner Verstrickung in die nationalsozialistische Kunstpolitik kaum noch öffentlich ausgestellt.

Auf den Großen Deutschen Kunstausstellungen im Münchner Haus der Deutschen Kunst war er mit 33 Werken vertreten.[4]

Schüler Werner Peiners in Kronenburg waren u. a. Rolf Dettmann († 1992), Willi Sitte (1921–2013) und Willi Wewer (1912–1997).

In der Nachkriegszeit schuf Peiner Gobelins für den Gerling-Konzern und den äthiopischen Kaiser Haile Selassie.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kunst im 3. Reich – Dokumente der Unterwerfung. Katalog des Frankfurter Kunstvereins. Frankfurt 1974
  • Peter Achtmann: Zeitgeist und Kunst. Werner Peiner – ein zu Unrecht verfemter Künstler; in Das Ostpreußenblatt, 21. Juni 1975, Seite 9 und Ein Lächeln für diese Zeit; in Das Ostpreußenblatt, 23. Juli 1977, Seite 13
  • Otto Baur: Ein Leben in Sturm und Stille. In Das Ostpreußenblatt, 17. Juli 1982, S. 9.
  • Friedrich Burgdorfer: Das Haus der Deutschen Kunst 1937-1944. Bd. 1, Arndt, Kiel 2011. ISBN 978-3-88741-092-6, S. 28.
  • Nicola Doll: Mäzenatentum und Kunstförderung im Nationalsozialismus. Werner Peiner und Herrmann Göring. VDG, Weimar 2009.
  • Ernst Adolf Dreyer: Werner Peiner. Vom geistigen Gesetz Deutscher Kunst. Sieben Stäbe Verlag. Hamburg 1936.
  • Anja Hesse: Malerei im Nationalsozialismus. Der Maler Werner Peiner (1897–1984). Olms; Hildesheim 1995
  • Hermann Hinkel: Zur Funktion des Bildes im deutschen Faschismus. Anabas. Steinbach 1975. ISBN 3-87038-033-0
  • Berthold Hinz: Die Malerei im deutschen Faschismus – Kunst und Konterrevolution. Hanser. München 1974. ISBN 3-446-11938-8
  • Heike Hümme: Künstlerischer Opportunismus in der Malerei und Plastik des Dritten Reiches . Braunschweig, Techn. Univ., Diss., 2005. Zu Peiner Seite 164-199. (Digitale Bibliothek Braunschweig)
  • Conrad-Peter Joist (Hrsg.): Die Eifel im Bild der Kronenburger Malerschule. In: Landschaftsmaler der Eifel im 20. Jh., Düren 1997, S.137–156
  • Reinhard Müller-Mehlis: Die Kunst im Dritten Reich. Heyne. München 1976. ISBN 3-453-41173-0
  • Dieter Pesch, Martin Pesch: Werner Peiner - Verführer oder Verführter.Kunst im Dritten Reich. Grin Verlag, München 2012. ISBN 978-3-656-17431-8.
  • Johannes Sommer (einleitender Text): Werner Peiner. Sechzig Bilder, Feldpostausgabe; Kanter-Verlag, Königsberg (Pr) 1940
  • Manfred Thiel (Hrsg.): Werner Peiner. Ein Künstlerleben in Sturm und Stille. Eine Autobiographie. Elpis Verlag, Heidelberg 2004. ISBN 3921806682

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In: Johannes Sommer: Werner Peiner. 60 Bilder, Kanter-Verlag, Königsberg (Pr)
  2. Friedrich Burgdorfer: Das Haus der Deutschen Kunst 1937-1944, Bd. 1, Arndt, Kiel 2011. ISBN 978-3-88741-092-6, S. 28.
  3. Bilder mit Vergangenheit (PDF; 10 kB), Kölner Stadt-Anzeiger, 31. Oktober 2002
  4. a b c Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945, S. Fischer, Frankfurt am Main 2007. ISBN 978-3-10-039326-5, S. 452.