Wersebe

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Wappen derer von Wersebe

Wersebe, bis zum Ende des 16. Jahrhunderts auch Wersabe, ist der Name eines bremischen Uradelsgeschlechts. Zweige der Familie bestehen bis heute fort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschlecht entlehnt seinen Namen von ihrem gleichnamigen Stammsitz Wersabe und erscheint zuerst urkundlich mit Luderus de Wersebe am 1. April 1189.[1] Die geschlossene Stammreihe beginnt mit Christian de Wersabe, welcher im Jahre 1248 urkundlich genannt wurde.[2]

Das Rittergut derer von Wersebe in Meyenburg wurde erstmals 1309 als Wasserburg errichtet; es befindet sich bis heute im Familienbesitz. Die Gründung der Burg soll der Überlieferung nach Ende des 13. Jahrhunderts erfolgt sein, als ein Wersebe auf die hohe Geest am Rande der Marsch zog, um hier als Lehnsmann des Bremer Erzbischofs Schutz für Südosterstade und die Kolonisierung der Niederung zu übernehmen. Das heutige Herrenhaus des Ritterguts wurde nach seiner Zerstörung 1429 im Jahre 1504 im Renaissancestil neu errichtet[3].

Luder von Wersebe nahm 1325 an den Räubereien an der Elbmündung an der Seite Johannes II. von Stotel teil. Clamor von Wersabe war im Jahre 1603 Domherr in Minden. Die Wersebe stellten auch mehrfach Vögte auf der Burg zu Hagen im Bremischen. Für wenige Jahrzehnte ab dem Jahr 1666 war Franz Wersabe im Besitz von Overvelddingen, wo er auch seinen Wohnsitz nahm, sowie der zum Gladbecker Abdinghof gehörenden Güter.

1537 wurde erstmals das Gut Neuenhausen im Bremischen urkundlich erwähnt. Der letzte dortige Burgherr von Wersebe plante 1809 einen Aufstand gegen Napoléon Bonaparte.

Herleshausen in Hessen, nahe der thüringischen Grenze, kam im 17. Jahrhundert als Lehen der Landgrafen von Hessen-Kassel an die Wersebe, mit Sitz auf dem heutigen Schloss Augustenau. Nachdem diese Linie ausgestorben war, fiel das Lehen heim und 1678 wurde es von Landgraf Karl an seinen Bruder Philipp abgetreten.

Mehrere Glieder der Familie taten sich als Offiziere verschiedener europäischer Armeen hervor. 1901 erfolgte die Österreichische Prävalierung des bisher geführten Freiherrentitels in der Eigenschaft eines ausländischen für den K.u.K. Kammerherrn, Geheimen Rat und General der Kavallerie Gustav von Wersebe bzw. 1905 für dessen Bruder K.u.K. Generalmajor z.D. und Erbherr auf Bacskò in Ungarn Hartwig von Wersebe.[2]

Besitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stammwappen zeiget einen von Silber und Schwarz gespaltenen Schild. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken zwei Büffelhörner, das rechte silbern, das linke schwarz.

Angehörige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harro Buß: Das Grabmal des Ortgies v. Wersabe auf dem alten Reformierten Friedhof in Leer. In: Quellen und Forschungen zur ostfriesischen Familien- und Wappenkunde. 57, 2008, S. 78–85.
  • v. d. Decken: 14 Urkunden nebst einigen Regesten, die Familie von Wersebe berührend. In: Archiv des Vereins für Geschichte und Altertümer der Herzogtümer Bremen und Verden und des Landes Hadeln zu Stade. 1, 1862, S. 72–88.
  • Genealogisches Handbuch der adeligen Häuser. A 3, Band 15 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1957, S. 519–521.
  • Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon Band XVI, Band 137 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2005, S. 110–111 ISSN 0435-2408
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser. Gotha, Justus Perthes, 1904, (Stammreihe) 1906–1942 (Fortsetzungen); Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der uradeligen Häuser. 1905, S. 803 ff (Stammreihe und ältere Genealogie), 1907–1940 (Fortsetzungen)
  • Ernst Heinrich Kneschke: Die Wappen der deutschen freiherrlichen und adeligen Familien in genauer, vollständiger und allgemein verständlicher Beschreibung. Leipzig 1856, Band 3, S. 448–449.
  • Leopold von Ledebur: Adelslexikon der preußischen Monarchie. Berlin 1858, Band 3, S. 103.
  • Gustav von Lehsten: Der Adel Mecklenburgs seit dem landesgrundgesetzlichen Erbvergleiche (1755/1864). Rostock 1864, S. 290.
  • Luneburg Mushard: Monumenta nobilitatis antiquae familiarum illustrium, in ducatibus Bremensi & Verdensi, i. e. Denckmahl der uhralten, hochadelichen Geschlechter, insonderheit der hochlöblichen Ritterschafft im Hertzogthum Bremen u. Verden. Herman und Berthold Brauer, Bremen 1708 bzw. 1721 (1905 neu aufgelegt), S. 539 ff. Digitalisat
  • Eberhard Nehring: Hausbuch des Berendt von Wersebe zu Meyenburg von 1537. In: Quellen zur Genealogie. 6, Heinz Reise Verlag, Göttingen 1982, S. 1–14.
  • Ferdinand Frensdorff: Wersebe, August von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 42, Duncker & Humblot, Leipzig 1897, S. 101 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Staatsarchiv Hannover, Urk. d. Klosters Zeven, Nr. 7
  2. a b Adelslexikon. Band XVI, 2005, S. 110.
  3. Herrenhaus Meyenburg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]