Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium

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Staatliches Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium München
Staatliches Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium München.jpg
Schulform Naturwissenschaftlich-technologisches und neusprachliches Gymnasium
Gründung 1970
Adresse

Elektrastr 61
81925 München

Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 9′ 6″ N, 11° 37′ 38″ OKoordinaten: 48° 9′ 6″ N, 11° 37′ 38″ O
Träger Freistaat Bayern
Schüler 1314 (Schuljahr 2021/2022)[1]
Lehrkräfte 100
Leitung Uwe Barfknecht
Website www.whg.schule

Das 1970 gegründete Staatliche Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium München (WHG) erhielt seinen Namen 1974 mit der Fertigstellung des Gebäudes an der Elektrastraße. Es befindet sich im Arabellapark im Münchner Stadtteil Bogenhausen und ist das einzige staatliche Gymnasium im Stadtbezirk Bogenhausen (13. Stadtbezirk). Die Schule wurde nach dem Diplomaten, Journalisten und Schriftsteller Wilhelm Hausenstein benannt. Das Gymnasium ermöglicht seinen rund 1300 Schülern auf dem Weg zum bayerischen Abitur eine fundierte naturwissenschaftlich-technologische oder neusprachliche Ausbildung. Das Gebäude war ursprünglich für 900 Schüler ausgelegt und wurde bereits 2013 mit einem Neubau erweitert.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums basiert aus Zeit- und Kostengründen exakt auf den Bauplänen der vorher zeitgleich errichteten Michaeli- und Thomas-Mann-Gymnasien und unterscheidet sich von diesen durch ein drittes Obergeschoss. Das Gebäude wurde in der gleichen nüchternen Sichtbetonarchitektur erstellt. Wegen steigenden Neueinschreibungen ist seit Juli 2011 ein Containerbau auf dem Schulhof errichtet worden, der vier Klassenzimmer sowie Sanitäranlagen beherbergt. Von 2011 bis 2013 entstand aufgrund Platzmangels westlich des bestehenden Gebäudes ein Erweiterungsbau mit zwölf neuen Unterrichtssälen, darunter sieben Klassenzimmer, ein EDV-Raum, ein Seminarraum und zwei Musiksäle. Seit dem Schuljahr 2013/2014 ist die generalsanierte Sporthalle, die seither auch für Versammlungen und festliche Anlässe dient, vollständig in Betrieb.

Als Ersatz für den inzwischen wieder zu kleinen Schulgebäudekomplex plant die Stadt München einen futuristischen Neubau im Klimapark am Salzsenderweg, nördlich des bisherigen Standorts. Nach dem Umzug des WHG zum Schuljahr 2024/25 soll das Hauptgebäude in der Elektrastraße saniert werden, in dem dann ein neues Münchner Gymnasium eingerichtet werden soll.[2]

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium: Erweiterungsbau (2013 fertiggestellt)

Das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium verfügt über eine Mensa und einen Pausenkiosk. Auf dem Sportgelände wurde vor wenigen Jahren ein Beachvolleyballfeld errichtet. Seit Ende 2013 sind zahlreiche Unterrichtsräume, sowohl im Neu- als auch im Altbau, mit modernen interaktiven Whiteboards ausgestattet. Im Innenhof des Altbaus sind schülergefertigte Skulpturen ausgestellt. Für die Fächer Physik, Biologie, Informatik, Kunst, Musik und Chemie stehen Fachlehrsäle samt Vorbereitungsräumen zur Verfügung. Im dritten Obergeschoss befindet sich eine Astronomiesammlung, die von der Dachterrasse aus zugänglich ist. Werkräume, ein Fotolabor, eine Küche, ein Meditationsraum, eine lernmittelfreie Bücherei sowie eine den Schülern zugängliche Lesebibliothek sind im Keller der Schule untergebracht.[3] Den Schülern stehen auf Wunsch gegen Entgelt mietbare Schließfächer im ersten Obergeschoss zur Verfügung.[4]

Das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium hat 2020/2021 in seine digitale Infrastruktur investiert: Es verfügt seit Oktober 2020 in allen Klassenzimmern und Fachräumen bei schnellem Internet über Rechner, Beamer, Dokucam und Webcam. Darüber hinaus sind die meisten Klassenzimmer und Fachräume bereits mit interaktiven Whiteboards ausgestattet. Zudem besitzt das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium nun erstmals 3D-Drucker. Im März 2021 hat die Schule zudem 22 neue Wlan-Router (LTE) erhalten, die nun flexibel im gesamten Schulgebäude eingesetzt werden können (auch für den Präsenzunterricht). Im Distanzunterricht arbeitet das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium mit der Lernplattform mebis und für Videounterricht mit MS-Teams. Alle Schüler verfügen über entsprechende Accounts für beide Tools.

Beratung und Betreuung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einer schulpsychologischen Beratung an der Schule können Schüler auch die Hilfe von Schulsozialpädagogen in Anspruch nehmen. In der Schule wird im Rahmen einer offenen Ganztagsschule eine Nachmittagsbetreuung angeboten.[5] Weiterhin stehen Beratungsangebote hinsichtlich der Schullaufbahn, der Berufswahl, Schulwechsel etc. zur Verfügung.[6] Untere Jahrgangsstufen werden durch Tutoren – meist Schüler der neunten und zehnten Klassen – betreut. Außerdem besteht die Möglichkeit, Stufenbetreuer, Jungen- und Mädchenbetreuer, Schwerbehindertenbeauftragte, Gleichstellungsbeauftragte, Fachbetreuer oder Verbindungslehrer zu kontaktieren.

Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium: Erweiterungsbau

Fördermaßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium: Anbau mit Dreifach-Turnhalle
Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium: Sportplatz mit Dreifach-Turnhalle

Seit dem Schuljahr 2012/2013 werden interessierte Schüler in Chorklassen zusammengefasst. Die Schüler haben drei statt zwei Wochenstunden Musikunterricht und werden hinsichtlich des Singens besonders gefördert.[7] Leistungsschwache Schüler werden im Rahmen von Crashkursen, Förderkursen, Fachlehrerstunden, individuellem Coaching durch eine Fachlehrkraft und das Projekt DeutschPlus unterstützt. Weiterhin bietet das WHG ein sogenanntes Flexibilisierungsjahr für versetzungsgefährdete Schüler an.[8] Außerdem kann Nachhilfe durch einen Schüler einer höheren Jahrgangsstufe im Rahmen eines Help-Projekts bezogen werden. Zahlreiche Exkursionsmöglichkeiten, Auslandsaustauschprogramme mit Frankreich, England und Spanien, die Möglichkeit, ein Theaterabonnement abzuschließen, ein umfangreiches Wahlkursangebot, Berlinfahrten und Studienfahrten für die Oberstufe ergänzen das Förderprogramm.

Während der Bauphase[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gymnasium an der Englschalkinger Straße wurde in der Planungs- und Bauausführungsphase mit Baubeginn 1970 und Aufnahme des Lehrunterrichts 1973/1974 so der Öffentlichkeit gegenwärtig und erhielt mit Fertigstellung der Dreifachturnhalle anlässlich der offiziellen Einweihung am 6. Dezember 1974 seinen jetzigen Namen. Um nach Fertigstellung die Belegung des Gymnasiums zügig durchzuführen, wurden vorbereitend Klassen in den Grundschulen an der Ostpreußenstraße und an der Regina-Ullmann-Straße in Bogenhausen untergebracht.[9]

Spanischunterricht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fach Spanisch wird ab der Jahrgangsstufe 8 als dritte Fremdsprache unterrichtet.[10] Das WHG bot 1989 als erstes Gymnasium in Deutschland bilingualen Unterricht in Deutsch und Spanisch an.[11]

Weitere Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Gymnasium beteiligt sich an dem seit 1987 ausgeschriebenen Projekt Jugend schreibt,[12] der FAZ und des IZOP-Instituts und hat u. a. mit den Beiträgen in dem Jahr 2011 von: Indusha Ramachandran[13] Janina Engelbrecht[14] und Katharina Niewalda[15] überregionale Aufmerksamkeit erfahren.
  • In der Sportart Golf gelang dem Gymnasium 2009 mit dem Gewinn der BGV Schul-Mannschaftsmeisterschaft die Teilnahme an Jugend trainiert für Olympia.[16] und erreichte den 6. Platz unter 16 Teilnehmern.[17]
  • In Jahrgangsstufe 12 wird regelmäßig die Lehrplanalternative „Astrophysik“ im Fach Physik angeboten.
  • Regelmäßig wurde der NS-Zeitzeuge Max Mannheimer für Vorträge am Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium eingeladen.
  • Die Stufenchöre des Gymnasiums veranstalten regelmäßig internationale Musikprojekte und Konzertreisen.
  • Das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium wird unterstützt durch einen engagierten Elternbeirat und einen Freundeskreis.[18]
  • Gehört zu den Netzwerken Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage und „Lernen durch Engagement“.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Europäische Jahr der Sprachen 2001 Sprachen öffnen Türen, Bundesministerium für Bildung und Forschung, 95 S., S. 58[22]
  • Karl-Heinz Köhler & Andreas Salz (Hgg): Migration als Herausforderung. Praxisbeispiele aus den UNESCO-Projektschulen Deutsche Unesco-Kommission (Theorie und Fallstudien aus einigen Ländern), Bonn 2007 ISBN 3-927907-97-9
  • bayern golft, 2009[23]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Abgerufen am 21. Juli 2021.
  2. Carmen Ick-Dietl: Neue Schule? Kurioser Neubau in Bogenhausen geplant. In: www.merkur.de. 12. März 2018, abgerufen am 7. April 2018.
  3. Suchen. Abgerufen am 7. März 2017.
  4. Schließfächer am WHG, abgerufen am 31. Juli 2014
  5. Offene Ganztagsschule am WHG, abgerufen am 31. Juli 2014
  6. Beratung am WHG, abgerufen am 31. Juli 2014
  7. Chorklassen am WHG, abgerufen am 31. Juli 2014
  8. Fördermaßnahmen am WHG, abgerufen am 31. Juli 2014
  9. nordostkultur-münchen.de, abgerufen am 12. August 2011
  10. Das Fach Spanisch am Gymnasium, abgerufen am 29. Januar 2016
  11. @1@2Vorlage:Toter Link/www.europa-bilingual.net(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Ingeborg Christ: Bilingualer Unterricht in Deutschland – Strukturen, Stand der Entwicklung, Perspektiven, S. 8) , abgerufen am 18. August 2011
  12. IZOP-Institut Aachen
  13. „Hinduistisches Ritual Zeit, erwachsen zu werden.“ (18. Januar 2011), abgerufen am 9. August 2011
  14. „ Tierfriedhof Letzte Ruhestätte für Krümelchen und Schnufi.“ (12. März 2011), abgerufen am 9. August 2011
  15. „Viktualienmarkt Mit Standesbewusstsein“ (12. April 2011), abgerufen am 9. August 2011
  16. Bayerischer Golfverband e.V., abgerufen am 18. August 2011
  17. Brutto-Teamwertung (PDF; 24 kB), abgerufen am 18. August 2011
  18. Freundeskreis des WHG
  19. Impressum der Schulwebseite
  20. Die neuen Erfolgreichen, abgerufen am 10. August 2011
  21. focus.de, abgerufen am 12. Juli 2014
  22. Gute Beispiele aus den Schulen (Memento vom 24. März 2012 im Internet Archive), abgerufen am 18. August 2011
  23. bayern golft, 2009, Ausgabe 2, S. 8 (PDF; 1,5 MB), abgerufen am 18. August 2009