Willy Astor

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Wilhelm Gottfried „Willy“ Astor (* 6. September 1961 in München) ist ein deutscher Kabarettist, Musiker und Komponist.

Willy Astor (2006)
Willy Astor und die Spider Murphy Gang (2006)

Leben[Bearbeiten]

Astor wuchs im Münchner Stadtteil Hasenbergl auf und besuchte dort die Grund- und Hauptschule. Nach seinem Schulabschluss 1976 absolvierte er eine Werkzeugmacherlehre bei BMW und danach eine Ausbildung zum Maschinenbautechniker, die er 1985 abschloss.

Im Alter von 14 Jahren begann er mit dem Akkordeonspiel, ab 1979 erlernte er das Gitarrespiel in einem Volkshochschulkurs, später vermehrt autodidaktisch, u.a. mit Notenliteratur wie dem „Folkpicking for Fingerstyle-Guitar“ von Sigi Schwab.[1] Seit etwa 1983 schrieb Astor erste Songs und Prosatexte, die in der Münchner Kleinkunstszene auf der Bühne Musikalisches Unterholz (MUH), in der Liederbühne Robinson, im Kunstkeller Neuhausen usw. aufgeführt wurden.

Nach der Berufsausbildung beschloss Astor, seine kabarettistische Tätigkeit hauptberuflich zu betreiben. Die Programme „Lieder, Nonsens, Instrumentals“, „Oamoi neidabt glangt“ und „Merci Mausi“ fanden beim Publikum jedoch kaum Beachtung. So verdiente sich Astor seinen Lebensunterhalt als Gitarrendozent an der Münchner Volkshochschule und am Freien Musikzentrum.

Bekannt wurde Astor ab den frühen 1990er Jahren vor allem durch seine wortspielerischen Kabarett-Nummern, bei denen er gleich oder ähnlich klingende Wörter in an sich sachfremde Texte verpackt. So erzählt etwa Radkäppchen und der böse Golf das Märchen vom Rotkäppchen, verwendet aber im Text etliche Automobil-Bestandteile und -Marken. Ähnliches findet sich im Rauchermärchen mit Zigarettenmarken oder in den mehrteiligen Stücken „Länderspiele“ mit Ländern und Städten. Die Wortspielereien finden sich auch in der Musik Astors. Vielfach versieht er bekannte Lieder mit neuen Texten, zum Beispiel wird The House of the Rising Sun der Animals bei Astor zum See-Haus in the Freising sun, das dann natürlich aufgrund seiner guten Lage eine Bello Immobilie darstellt (frei nach Gianna Nannini: Bello e impossibile).

Astor wurde bekannter mit ersten Radio- und Fernsehauftritten in Bayern und seine Autorentätigkeit für den Radiosender Antenne Bayern, der von 1990 bis 1999 auch Astors Comedy-Sendung Die Feuchtgrubers ausstrahlte. Das bayerische Fernsehen sendete 1993 erstmals eine Stunde aus Astors aktuellem Programm, 1996 folgte die erfolgreiche Serie Die Willy Astor-Show unter anderem mit Günter Grünwald.

1998 komponierte Astor zusammen mit Stephan Lehmann, den er aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Antenne Bayern kennt, die aktuelle Hymne des FC Bayern München, Stern des Südens.

Mit seinen Wortspielereien war er bei Bayern 3 mit dem wöchentlichen Comedy-Beitrag Willys Wortstudio in Anlehnung an Das aktuelle Sportstudio vertreten und ab 1999 häufig Gast bei 7 Tage, 7 Köpfe. Daneben trat er 2009 mit einem Vollprogramm am Arosa Humor-Festival auf.

Astor gibt seit Mitte der 1990er-Jahre zahlreiche Konzerte – mit seinen selbstkomponierten, vorwiegend für Gitarre geschriebenen Instrumentaltiteln füllt er mittlerweile fünf Alben. Mit dem Album Leuchtende Tage schlägt er in Liedermacher-Tradition eine nachdenklichere, kritischere Richtung ein. Er spannt damit einen weiten Bogen vom lustigen, spaßigen Kabarettisten bis zum „philosophierenden“ Musiker.

1994 wurde ihm der oberschwäbische Kleinkunstpreis Ravensburger Kupferle verliehen.

2013 nahm Willy Astor zusammen mit dem Projekt Cpt. Nepomuk’s Friendly Heart Choir Club für die Hochwasseropfer aus Bayern den Song Weida mitanand auf.

2015 war er in mehreren Radiowerbespots für das Möbelhaus Segmüller zu hören.[2]

Diskographie[Bearbeiten]

Kabarett[Bearbeiten]

  • 1987 – … warum ned?
  • 1988 – Die ersten 1825 Tage …
  • 1989 – Merci Mausi
  • 1991 – Mamabuwerl
  • 1992 – Lebend im Schlachthof (live)
  • 1993 – Astorlavista Baby – Takt der Abrechnung
  • 1995 – Der Schatz im Silbensee
  • 1995 – Diebestoff
  • 1997 – Scherz Spezial Dragees
  • 1998 – Favoriten – 10 Jahre Willy Astor. (VHS – live aus dem Circus Krone)
  • 1998 – Live – Ich freu' mich, dass es zu einer Zugabe kommen kann …
  • 1999 – Irreal Ultra – Das Konzentrat aus 10 Jahren Willy Astor
  • 2001 – Aloneunderholder – Gehe hin und Meerrettich
  • 2002 – Ever Grins – Schmarraton in 185 Minuten. (DVD)
  • 2004 – Wortstudio
  • 2005 – 20 Jahre Willy Astor. (DVD)
  • 2008 – Reimgold
  • 2008 – Tonjuwelen – Best of Willy Astor. (Doppel–CD)
  • 2012 – Nachlachende Frohstoffe
  • 2015 – Reim Time

Musik[Bearbeiten]

  • 1988 – Modern Paradise. (nur Vinyl)
  • 1996 – The Sound of Islands – Instrumentals
  • 1998 – FC Bayern – Stern des Südens. (Vereinshymne des FC Bayern München)
  • 2000 – Willy Astors andere Saiten. (VHS – live aus dem Kloster Benediktbeuern)
  • 2001 – The Sound of Islands Vol. II
  • 2003 – The Sound of Islands Vol. III
  • 2003 – Leuchtende Tage
  • 2004 – Wortstudio
  • 2007 – The Sound of Islands Vol. IV
  • 2007 – Superscholli
  • 2008 – Der Bestimmer
  • 2008 – The Sound of Islands – Special Places. (DVD – Benediktbeuern 2000, Oberschleißheim 2003, Prinzregententheater München 2008)
  • 2008 – Ottmar–Olli, wir lieben Dich
  • 2009 – Pulsonic – The Sound of Islands Cosmic Lounge
  • 2010 – The Sound of Islands Vol. V – SommernachtsRaum
  • 2014 - Kindischer Ozean (CD mit Geschichte und Musik für Kinder)

Singles[Bearbeiten]

  • 2003 – Maschin scho putzt
  • 2005 – Pürrierstab
  • 2008 – Hamburch
  • 2008 – Der Bestimmer
  • 2010 – Deutschland wir lieben dich
  • 2012 – Pubatier Inda House (Live)
  • 2015 - In Afrika, In Afrika

Bücher[Bearbeiten]

  • 2006 – Unverrichter der Dinge. Humor direkt vom Erzeuger. Kunstmann, München, ISBN 3-88897-454-2.
  • 2007 – Willy Astor für's LacherFeuer. 32 Songs zum Selberspielen. Edition Dux, Manching, ISBN 978-3-934958-63-0.
  • 2012 – Schelmpflicht: Wortspiel ist reinmeingebiet . Kunstmann, München, ISBN 3-88897-780-0.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Willy Astor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografie auf Willy Astors offizieller Website
  2. Willy Astor. segmueller.de, abgerufen am 16. Mai 2015.