Wolfgang M. Schmitt

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Wolfgang M. Schmitt junior ist ein deutscher Literaturwissenschaftler, Filmkritiker und Podcast-Moderator. Er erlangte Bekanntheit durch seinen YouTube-Channel Die Filmanalyse.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur in Neuwied studierte Schmitt an der Universität Trier Germanistik und Literaturwissenschaft.[1] Im Anschluss an sein Masterstudium war er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literatur tätig[2] und begann eine Promotion über das Politische in Ernst Jüngers Spätwerk.[3] Nebenher veröffentlichte er einige Beiträge für das Rezensionsforum literaturkritik.de.[4] Im Jahr 2015 begann Schmitt als unabhängiger Berater am Institut für Zeitgenossenschaft (IFZ) zu arbeiten, zudem moderierte er dort gemeinsam mit Samira El Ouassil.[5]

Als freier Journalist schreibt er Film- und Literaturkritiken u. a. für die Rhein-Zeitung und Neues Deutschland,[3] außerdem veröffentlicht er Gastbeiträge bei der Neuen Zürcher Zeitung und der Wochenzeitung der Freitag.[6] Im vierteljährlich erscheinenden Jacobin-Magazin, das seit Beginn 2020 auch in Deutschland herausgegeben wird, ist Schmitt Teil des Autorenteams.[7]

Schmitt lebt in Koblenz.[8]

Webvideos und Podcasts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2011 betreibt Schmitt den YouTube-Kanal Die Filmanalyse. In den Videos widmet er sich Filmen – häufig Neuerscheinungen – und analysiert diese ideologiekritisch. Dabei beschränkt er sich nicht auf Arthouse-Filme, sondern diskutiert auch Blockbuster wie die Filme des Marvel Cinematic Universe, Disney-Veröffentlichungen im Allgemeinen oder Til Schweigers Werk. Seine Kritiken weisen viele Bezüge zum Werk Karl Marx’ sowie der Frankfurter Schule auf. Auch attestiert Schmitt vielen vermeintlich unpolitischen Filmen neoliberale Versatzstücke und Denkmuster. Nach seiner Ansicht sagt ein Film immer auch etwas über die Gesellschaft aus, in der dieser Film entsteht, wobei er sich auf Siegfried Kracauer beruft. Ziel der "Filmanalyse" ist es, die Eigenarten früherer Fernsehformate des Bildungsbürgertums, wie etwa des Literarischen Quartetts, für Film-Fans auf YouTube zu erhalten. So arbeitet er ohne die für YouTube typischen Schnitte und Einspieler, sondern setzt auf ein schlichtes Setting und einen weitestgehend ungeschnittenen Monolog.[9]

Im Jahr 2017 trat er erstmals auf dem Onlineportal Massengeschmack-TV auf und produzierte gelegentlich für Holger Kreymeiers Magazin Die Mediatheke Kritiken zu Internetphänomenen im Stil der Filmanalyse.[10] Als Filmspezialist ist Schmitt seit 2018 auch regelmäßig zu Gast in den Formaten von Rocket Beans TV, vor allem in deren Kinomagazin Kino+.[11]

Im Jahr 2019 erweiterte Schmitt sein Repertoire und startete einige koproduzierte Podcasts mit anderen Themenschwerpunkten. Anfang August startete er zusammen mit Michael „Krogi“ Krogmann von Rocket Beans TV den YouTube-Kanal SchallalaBla, um dort über temporäre Musik und dessen gesellschaftliche Bedeutung zu reden.[12] Kurz darauf folgte der wöchentliche Podcast Wohlstand für Alle, in dem er gemeinsam mit Ole Nymoen volkswirtschaftlich komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären und ökonomische Mythen aufzudecken versucht.[13] Der Titel bezieht sich auf das gleichnamige Buch von Ludwig Erhard.

Seinen kritischen Blick auf das politische Geschehen wirft Schmitt im Format die Politikanalyse, das seit Sommer 2019 als neue Rubrik auf dem Jung & Naiv-Kanal erscheint. Darin fasst er eine Sequenz von Interviews zusammen und stellt die wesentlichen Kernaussagen gegenüber.[8][14] Ende des Jahres 2019 kündigte Schmitt gemeinsam mit Stefan Schulz ein zehnjähriges Projekt an, den monatlich erscheinenden Podcast die neuen Zwanziger über das neu beginnende Jahrzehnt der 2020er.[15]

Während der seit März 2020 verhängten Kontaktbeschränkungen aufgrund der COVID-19-Pandemie war er einige Male als Co-Moderator in Tilo Jungs Ersatzinterviewformat Jung & Live tätig.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jonas Nitsch: Interview mit Wolfgang M. Schmitt – zum Kritiker geboren. In: kurt.digital. Technische Universität Dortmund, 30. Januar 2020, abgerufen am 2. Juli 2020.
  2. Ehemalige. Mitarbeiter Neuere deutsche Literaturwissenschaft. In: Uni Trier. Abgerufen am 7. Juli 2020.
  3. a b Profilseite von Wolfgang M. Schmitt. In: indes-online.de. INDES – Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, abgerufen am 2. Juli 2020.
  4. Informationen über Wolfgang M. Schmitt. literaturkritik.de, abgerufen am 7. Juli 2020.
  5. Wolfgang M. Schmitt Jun. als unabhängiger Berater des IFZ. In: ifz-international.de. Institut für Zeitgenossenschaft, abgerufen am 2. Juli 2020.
  6. Autorenbeschreibung von Wolfgang M. Schmitt. Makroskop, abgerufen am 7. Juli 2020.
  7. Impressum. Jacobin.de, abgerufen am 7. Juli 2020.
  8. a b Max Knieriemen: Kino anders gedacht – der Filmkritiker und Youtuber Wolfgang M. Schmitt. In: SWR.de. 27. Juni 2020, abgerufen am 2. Juli 2020.
  9. Wolfgang M. Schmitt: Wolfgang M. Schmitt über Wolfgang M. Schmitt. In: youtube.com. YouTube, LLC, 9. Dezember 2019, abgerufen am 2. Juli 2020.
  10. Wolfgang M. Schmitt über den DRACHENLORD. In: Massengeschmack-TV. 8. Oktober 2018, S. 1:00 min – 1:18 min, abgerufen am 7. Juli 2020.
  11. Steckbrief Wolfgang M. Schmitt. rocketbeans.tv, abgerufen am 7. Juli 2020.
  12. Kanalinfo: SchallalaBla. Youtube, abgerufen am 7. Juli 2020.
  13. Ep. 01: Wie Geld per Knopfdruck entsteht. wohlstandfueralle.podigee.io, 13. August 2019, abgerufen am 7. Juli 2020.
  14. Neu: DIE POLITIKANALYSE #1 – Kandidatencheck Brandenburg & Sachsen (mit Wolfgang M. Schmitt). jungundnaiv.de, 29. August 2019, abgerufen am 7. Juli 2020.
  15. Die neuen Zwanziger: Eine neue Zeit. neuezwanziger.de, 27. Dezember 2019, abgerufen am 7. Juli 2020.