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Wolfgang M. Schmitt

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Wolfgang M. Schmitt
Wolfgang M. Schmitt (2021)
Wolfgang M. Schmitt (2021)
Allgemeine Informationen
Sprache Deutsch
Genre Filmkritik, Wirtschaft, Politik, Literaturkritik
YouTube
Kanäle Filmanalyse
Wohlstand für Alle
Gründung 19. Mai 2011 (Filmanalyse)
15. Juli 2019 (Wohlstand für Alle)
Abonnenten über 112.000 (Filmanalyse)
über 47.500 (Wohlstand für Alle)
Aufrufe über 22.962.626 (Filmanalyse)
über 6.124.925 (Wohlstand für Alle)
Videos über 691 (Filmanalyse)
über 345 (Wohlstand für Alle)
(Stand 26. Mai 2024)

Wolfgang M. Schmitt junior (* 1987 oder 1988[1]) ist ein deutscher Filmkritiker, Webvideoproduzent, Podcast-Moderator und Autor. Bekannt wurde er vor allem durch seinen YouTube-Kanal Die Filmanalyse.[2]

Leben und Wirken

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Wolfgang M. Schmitt wuchs in der Nähe von Koblenz auf.[3] Nach dem Abitur in Bendorf studierte Schmitt an der Universität Trier Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte.[4] Im Anschluss an sein Masterstudium war er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literatur tätig[5] und begann mit der Arbeit an einer Dissertationsschrift über das Politische in Ernst Jüngers Spätwerk, die er später wieder abbrach.[6][7] Nebenher veröffentlichte er einige Beiträge für das Rezensionsforum literaturkritik.de.[8] Im Jahr 2015 begann Schmitt als unabhängiger Berater am Institut für Zeitgenossenschaft (IFZ) zu arbeiten, zudem moderierte er dort gemeinsam mit Samira El Ouassil.[9] Im Juni 2022 trat er in der Sendung Ich poste, also bin ich: Leben in der Influencer-Gesellschaft der SRF-Sendereihe Sternstunde Philosophie auf.[10]

Als freier Journalist schreibt er Film- und Literaturkritiken unter anderem für die Rhein-Zeitung und Neues Deutschland,[6] außerdem veröffentlicht er Gastbeiträge bei der Neuen Zürcher Zeitung, der Wochenzeitung der Freitag[11] und der deutschen Ausgabe des Jacobin-Magazins.[12] 2021 trat er auf der phil.cologne auf.[13]

Schmitt lebt in Koblenz.[4][14]

Webvideos und Podcasts

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Seit 2011 betreibt Schmitt den YouTube-Kanal Die Filmanalyse mit dem Motto „Kino anders gedacht!“.[2] In den wöchentlich erscheinenden Videos bespricht er sowohl aktuelle Kinofilme als auch Filmklassiker, die er ideologiekritisch hinterfragt.[15] Besonders Blockbuster wie Filme des Marvel Cinematic Universe oder Disney-Veröffentlichungen im Allgemeinen sagen seiner Ansicht nach immer auch etwas über die Gesellschaft aus, in der dieser Film entsteht, wobei er sich auf Siegfried Kracauer beruft. Vielen vermeintlich unpolitischen Filmen attestiert Schmitt neoliberale Versatzstücke und Denkmuster. Seine Kritiken weisen viele Bezüge zum Werk Karl Marx’ sowie zur Frankfurter Schule auf.[16] Im Gegensatz zu den typischen Schnitten und Einspielern von YouTube-Videos inszeniert er ein Setting in einem Bibliothekszimmer. In seinem Clubsessel sitzend hält er weitgehend ungeschnittene Monologe. Im Hintergrund befindet sich eine Aufstellung von Kindlers Literatur Lexikon in 22 Bänden und eine vollständige Ausgabe der Marx-Engels-Werke.[3] Als Drehort diente noch 2011 der Keller des Wohnhauses von Schmitts Eltern in Neuwied-Engers.[17] Inzwischen wurde die Kulisse in seine privaten Räumlichkeiten bei Koblenz verlegt.[18] Seit September 2022 veröffentlicht Schmitt Die Filmanalyse auch in englischer Sprache auf einem separaten YouTube-Kanal.[19]

Im Podcast Wohlstand für Alle beschäftigt er sich gemeinsam mit Ole Nymoen mit der Dekonstruktion von „Wirtschaftsmythen“. Der Titel bezieht sich auf das gleichnamige Buch von Ludwig Erhard. Als Motivation für den Podcast nennt Schmitt im Interview mit der taz: „Wirtschaftliche Themen sind im linken Spektrum vollkommen unterrepräsentiert. Es wird über Identitätspolitik gestritten, statt den Fokus auf die Wirtschaft zu legen.“[20]

Einen kritischen Blick auf das politische Geschehen wirft Schmitt im Format Die Politikanalyse, das seit Sommer 2019 als neue Rubrik auf dem Kanal Jung & Naiv erscheint. Darin fasst er eine Sequenz von Interviews zusammen und stellt deren wesentlichen Kernaussagen gegenüber.[3][21] Des Weiteren unterstützte er einige Male Tilo Jung als Komoderator im Format Jung & Live, in dem verschiedene Personen des öffentlichen Lebens, Politiker und Schriftsteller interviewt wurden.[4]

2020 startete er zusammen mit Stefan Schulz den Podcast Die Neuen Zwanziger,[22] der sich mit dem beginnenden Jahrzehnt der 2020er beschäftigt. In einem Interview mit der Tageszeitung Neues Deutschland äußerten Schmitt und Schulz, in dem Podcast werde die aktuelle Nachrichtenlage historisiert. Der Podcast schaue dabei nicht nur auf „Politik im engeren Sinne“, sondern „auf alles, was politisch bedeutsam ist“. Schwerpunkte seien Technik und Ökonomie.[23] Die Fudder-Redaktion sprach dem Podcast eine Empfehlung aus und lobte: „Seinem hohen Anspruch wird der Podcast stets gerecht“.[24]

2021 erschien Influencer: Die Ideologie der Werbekörper, in dem er mit Ole Nymoen das Geschäft und Wirkung der Influencer analysiert.[25] Christopher Hechler lobt im Darmstädter Echo die „ausgewogene Balance zwischen Anspruch und Verständlichkeit“, wodurch das Buch für „selbstkritische Influencer“ sowie für deren Publikum „Aufklärungsarbeit“ leisten könne.[25] In der Wochenzeitung der Freitag wurde das Werk als „Buch der Woche“ vorgestellt.[26] Nadja Schlüter kritisierte im Onlinemagazin Jetzt einen „herablassende[n] Ton“.[27] Das Buch erreichte Platz sechs in der Spiegel-Bestsellerliste in der Kategorie „Sachbuch Paperback“ und hielt sich fünf Wochen in der Bestsellerliste (Stand: April 2021).[28]

Im September 2023 veröffentlichte Schmitt Die Filmanalyse: Kino anders gedacht, welches Transkripte von 120 Filmanalysen des YouTube-Formates als Text enthält, mit einem Vorwort von Regisseur Dominik Graf.[29] 2024 veröffentlichte Schmitt gemeinsam mit Ole Nymoen mit Die kleinen Holzdiebe und das Rätsel des Juggernaut ein belletristisches Kinder- und Jugendbuch.[30]

Philipp Bovermann bewertet Schmitt in der Süddeutschen Zeitung als YouTube-„Reinkarnation“ eines „früheren Großkritiker-Typus“, des „zornigen, stolzen Verteidiger von Kulturwerten“.[31] Max Knieriemen (SWR2) sieht Schmitts Kanal Filmanalyse im Jahre 2020 als eine „feste Größe in YouTube-Deutschland“, der „aufgrund mangelnder Konkurrenz“ herausrage.[4]

Commons: Wolfgang M. Schmitt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. „Im Elfenbeinturm der schönen Künste: Zu Besuch bei Wolfgang M. Schmitt“. Am 12. Dezember 2011 auf rhein-zeitung.de (Rhein-Zeitung). Abgerufen am 1. Dezember 2022.
  2. a b Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Wolfgang M. Schmitt bei Perlentaucher.
  3. a b c Patrick Fey: Traditionelle Filmkritik im neuen Gewand: Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt im Porträt. In: moviebreak.de. 20. April 2020, abgerufen am 23. Februar 2021.
  4. a b c d Max Knieriemen: Kino anders gedacht – der Filmkritiker und Youtuber Wolfgang M. Schmitt. In: SWR.de. 27. Juni 2020, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 18. August 2020; abgerufen am 2. Juli 2020.
  5. Ehemalige. Mitarbeiter Neuere deutsche Literaturwissenschaft. In: uni-trier.de. Abgerufen am 7. Juli 2020.
  6. a b Profilseite von Wolfgang M. Schmitt. In: indes-online.de. INDES – Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, abgerufen am 2. Juli 2020.
  7. Wolfgang M. Schmitt & Stefan Schulz: Die Neuen Zwanziger (2023/01): Krieg & Stimmung, Merz in Neukölln, Heil im Bundestag, Davos, Mailab Philosophie, Longcovid, China. 34:13. In: Apple Podcasts. 31. Januar 2023, abgerufen am 1. Februar 2023.
  8. Informationen über Wolfgang M. Schmitt. In: literaturkritik.de. Abgerufen am 7. Juli 2020.
  9. Wolfgang M. Schmitt Jun. als unabhängiger Berater des IFZ. In: ifz-international.de. Institut für Zeitgenossenschaft, abgerufen am 2. Juli 2020.
  10. SRF Kultur: Ich poste, also bin ich: Leben in der Influencer-Gesellschaft | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur auf YouTube, 20. Juni 2022.
  11. Autorenbeschreibung von Wolfgang M. Schmitt. Makroskop, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 7. Juli 2020.@1@2Vorlage:Toter Link/makroskop.eu (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  12. Tobias Obermeier: Links zugespitzt. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 19. Februar 2021.
  13. Wolfgang M. Schmitt | phil.cologne. Abgerufen am 14. September 2021.
  14. Moritz Senft-Raiß: Interview mit Wolfgang M. Schmitt: „Jetzt kann man sagen: Das klingt alles kulturpessimistisch und ich würde sagen: Ja!“ In: m945.de. 8. April 2021, abgerufen am 19. Mai 2022.
  15. Jonas Nitsch: Interview mit Wolfgang M. Schmitt – zum Kritiker geboren. In: kurt.digital. Technische Universität Dortmund, 30. Januar 2020, abgerufen am 2. Juli 2020.
  16. Tom Haas: Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt: „Wer zu viel fühlt, der denkt zu wenig“. In: tageblatt.lu. 24. Juli 2019, abgerufen am 19. Februar 2021.
  17. Im Elfenbeinturm der schönen Künste: Zu Besuch bei Wolfgang M. Schmitt. 12. Dezember 2011, abgerufen am 3. Oktober 2023.
  18. Traditionelle Filmkritik im neuen Gewand: Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt im Porträt. Abgerufen am 3. Oktober 2023.
  19. The Filmanalysis – YouTube. Abgerufen am 15. Oktober 2023.
  20. Benjamin Weber: Podcaster über „Wohlstand für alle“: „Kapitalismus ist pure Ideologie“. In: Die Tageszeitung: taz. 17. Oktober 2020, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 19. Februar 2021]).
  21. Neu: DIE POLITIKANALYSE #1 – Kandidatencheck Brandenburg & Sachsen (mit Wolfgang M. Schmitt). In: jungundnaiv.de. 29. August 2019, abgerufen am 7. Juli 2020.
  22. Website von Die Neuen Zwanziger
  23. Tom Wohlfarth: »Wir sind kein modernes Land«. In: neues-deutschland.de. Abgerufen am 19. Februar 2021.
  24. fudder-Redaktion: Die 7 besten Podcasts, um die Vorweihnachtszeit zu überstehen. In: fudder.de. Badische Zeitung, abgerufen am 30. Dezember 2021.
  25. a b Christopher Hechler: „Influencer – Die Ideologie der Werbekörper“ von Nymoen u. a. In: echo-online.de. Echo Zeitungen GmbH, 11. März 2021, abgerufen am 12. März 2021.
  26. Buch der Woche: Influencer: Die Ideologie der Werbekörper. In: freitag.de. Abgerufen am 12. März 2021.
  27. Nadja Schlüter: Gehässig nachgetreten. In: Jetzt. 17. März 2021, abgerufen am 24. März 2021.
  28. Influencer. In: Buchreport. Abgerufen am 19. März 2021.
  29. Bastian Braun: Wolfgang M. Schmitt bringt neues Buch „Die Filmanalyse – Kino anders gedacht“ mit seinen besten Filmkritiken heraus. In: Comicschau. 11. September 2023, abgerufen am 18. September 2023.
  30. Wolfgang M. Schmitt und Ole Nymoen bringen eigenes Kinderbuch heraus. In: Comicschau. 19. Juni 2024, abgerufen am 19. Juni 2024 (deutsch).
  31. Philipp Bovermann: Youtube-Filmkritiker. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 19. Februar 2021.