Wolfgang M. Schmitt

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Wolfgang M. Schmitt
Sprache Deutsch
Genre Filmkritik, Wirtschaft, Politik
YouTube
Kanäle Filmanalyse
Wohlstand für Alle
Gründung 19. Mai 2011 (Filmanalyse)
15. Juli 2019 (Wohlstand für Alle)
Abonnenten über 66.200 (Filmanalyse)
über 18.100 (Wohlstand für Alle)
Aufrufe über 11.119.707 (Filmanalyse)
über 1.300.000 (Wohlstand für Alle)
Videos über 530 (Filmanalyse)
über 100 (Wohlstand für Alle)
(Stand 6. Juni 2021)

Wolfgang M. Schmitt junior (geb. 1987)[1] ist ein deutscher Filmkritiker, Webvideoproduzent, Podcast-Moderator und Autor. Er erlangte Bekanntheit durch seinen YouTube-Kanal Filmanalyse.[2]

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur in Bendorf studierte Schmitt an der Universität Trier Germanistik und Literaturwissenschaft.[3] Im Anschluss an sein Masterstudium war er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literatur tätig[4] und begann mit der Arbeit an einer Dissertationsschrift über das Politische in Ernst Jüngers Spätwerk.[5] Nebenher veröffentlichte er einige Beiträge für das Rezensionsforum literaturkritik.de.[6] Im Jahr 2015 begann Schmitt als unabhängiger Berater am Institut für Zeitgenossenschaft (IFZ) zu arbeiten, zudem moderierte er dort gemeinsam mit Samira El Ouassil.[7]

Als freier Journalist schreibt er Film- und Literaturkritiken u. a. für die Rhein-Zeitung und Neues Deutschland,[5] außerdem veröffentlicht er Gastbeiträge bei der Neuen Zürcher Zeitung, der Wochenzeitung der Freitag[8] und der deutschen Ausgabe des Jacobin-Magazins.[9]

Schmitt lebt in Koblenz.[3]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Webvideos und Podcasts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2011 betreibt Schmitt den YouTube-Kanal Die Filmanalyse mit dem Motto „Kino anders gedacht!“[2] In den wöchentlich erscheinenden Videos bespricht er sowohl aktuelle Kinofilme als auch Filmklassiker, die er ideologiekritisch hinterfragt.[10] Besonders Blockbuster wie Filme des Marvel Cinematic Universe oder Disney-Veröffentlichungen im Allgemeinen sagen seiner Ansicht nach immer auch etwas über die Gesellschaft aus, in der dieser Film entsteht, wobei er sich auf Siegfried Kracauer beruft. Vielen vermeintlich unpolitischen Filmen attestiert Schmitt neoliberale Versatzstücke und Denkmuster. Seine Kritiken weisen viele Bezüge zum Werk Karl Marx’ sowie zur Frankfurter Schule auf.[11] Im Gegensatz zu den typischen Schnitten und Einspielern von YouTube-Videos inszeniert er ein gediegenes schlichtes Setting eines Bibliothekszimmers und referiert im Clubsessel sitzend weitestgehend ungeschnittene Monologe.[1]

Im Podcast Wohlstand für Alle beschäftigt er sich gemeinsam mit Ole Nymoen mit der Dekonstruktion von „Wirtschaftsmythen“. Der Titel bezieht sich auf das gleichnamige Buch von Ludwig Erhard. Als Motivation für den Podcast nennt Schmitt im Interview mit der taz: „Wirtschaftliche Themen sind im linken Spektrum vollkommen unterrepräsentiert. Es wird über Identitätspolitik gestritten, statt den Fokus auf die Wirtschaft zu legen.“[12]

Seinen kritischen Blick auf das politische Geschehen wirft Schmitt im Format Die Politikanalyse, das seit Sommer 2019 als neue Rubrik auf dem Kanal Jung & Naiv erscheint. Darin fasst er eine Sequenz von Interviews zusammen und stellt deren wesentlichen Kernaussagen gegenüber.[1][13] Des Weiteren unterstützte er einige Male Tilo Jung als Komoderator im Format Jung & Live, in dem verschiedene Personen des öffentlichen Lebens, Politiker und Schriftsteller interviewt wurden.[3]

2020 startete er zusammen mit Stefan Schulz den Podcast Die Neuen Zwanziger, der sich mit dem beginnenden Jahrzehnt der 2020er beschäftigt. In einem Interview mit der Tageszeitung Neues Deutschland äußerten Schmitt und Schulz, der Podcast sei „ein Blick […] auf alles, was politisch bedeutsam ist“. In ihm werde die aktuelle Nachrichtenlage historisiert und Aussagen von Politikern „in die große Geschichte“ eingebettet. Der Podcast habe einen Schwerpunkt auf Technik und Ökonomie, weil „das Politische zunehmend in diesem Bereich stattfindet.“[14]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2021 erschien Influencer: Die Ideologie der Werbekörper, in dem er mit Ole Nymoen das Geschäft und Wirkung der Influencer analysiert.[15] Christopher Hechler lobt im Darmstädter Echo die „ausgewogene Balance zwischen Anspruch und Verständlichkeit“, wodurch das Buch für „selbstkritische Influencer“ sowie für deren Publikum „Aufklärungsarbeit“ leisten könne.[15] Im Freitag wurde das Werk als „Buch der Woche“ vorgestellt.[16] Nadja Schlüter kritisierte im Onlinemagazin Jetzt einen „herablassende[n] Ton“.[17] Das Buch erreichte Platz sechs in der Spiegel-Bestsellerliste in der Kategorie „Sachbuch Paperback“ und hielt sich fünf Wochen in der Bestsellerliste (Stand: April 2021).[18]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philipp Bovermann bewertet in der Süddeutschen Zeitung Schmitt als YouTube-„Reinkarnation“ des „früheren Großkritiker-Typus“, den er als „zornigen, stolzen Verteidiger von Kulturwerten“ sieht.[19]

Max Knieriemen (SWR2) sieht Schmitts Kanal Filmanalyse im Jahre 2020 als eine „feste Größe in YouTube-Deutschland“, der „aufgrund mangelnder Konkurrenz“ herausrage.[3]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Patrick Fey: Traditionelle Filmkritik im neuen Gewand: Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt im Porträt. In: moviebreak.de. 20. April 2020, abgerufen am 23. Februar 2021.
  2. a b Wolfgang M. Schmitt – 1 Buch – Perlentaucher. In: perlentaucher.de. Abgerufen am 15. März 2021.
  3. a b c d Max Knieriemen: Kino anders gedacht – der Filmkritiker und Youtuber Wolfgang M. Schmitt. In: SWR.de. 27. Juni 2020, abgerufen am 2. Juli 2020.
  4. Ehemalige. Mitarbeiter Neuere deutsche Literaturwissenschaft. In: uni-trier.de. Abgerufen am 7. Juli 2020.
  5. a b Profilseite von Wolfgang M. Schmitt. In: indes-online.de. INDES – Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, abgerufen am 2. Juli 2020.
  6. Informationen über Wolfgang M. Schmitt. In: literaturkritik.de. Abgerufen am 7. Juli 2020.
  7. Wolfgang M. Schmitt Jun. als unabhängiger Berater des IFZ. In: ifz-international.de. Institut für Zeitgenossenschaft, abgerufen am 2. Juli 2020.
  8. Autorenbeschreibung von Wolfgang M. Schmitt. Makroskop, abgerufen am 7. Juli 2020.
  9. Tobias Obermeier: Links zugespitzt. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 19. Februar 2021.
  10. Jonas Nitsch: Interview mit Wolfgang M. Schmitt – zum Kritiker geboren. In: kurt.digital. Technische Universität Dortmund, 30. Januar 2020, abgerufen am 2. Juli 2020.
  11. Tom Haas: Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt: „Wer zu viel fühlt, der denkt zu wenig“. In: tageblatt.lu. 24. Juli 2019, abgerufen am 19. Februar 2021.
  12. Benjamin Weber: Podcaster über „Wohlstand für alle“: „Kapitalismus ist pure Ideologie“. In: Die Tageszeitung: taz. 17. Oktober 2020, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 19. Februar 2021]).
  13. Neu: DIE POLITIKANALYSE #1 – Kandidatencheck Brandenburg & Sachsen (mit Wolfgang M. Schmitt). In: jungundnaiv.de. 29. August 2019, abgerufen am 7. Juli 2020.
  14. Tom Wohlfarth: »Wir sind kein modernes Land«. In: neues-deutschland.de. Abgerufen am 19. Februar 2021.
  15. a b Christopher Hechler: „Influencer – Die Ideologie der Werbekörper“ von Nymoen u. a. In: echo-online.de. Echo Zeitungen GmbH, 11. März 2021, abgerufen am 12. März 2021.
  16. Buch der Woche: Influencer: Die Ideologie der Werbekörper. In: freitag.de. Abgerufen am 12. März 2021.
  17. Nadja Schlüter: Gehässig nachgetreten. In: Jetzt. 17. März 2021, abgerufen am 24. März 2021.
  18. Influencer. In: Buchreport. Abgerufen am 19. März 2021.
  19. Philipp Bovermann: Youtube-Filmkritiker. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 19. Februar 2021.