Woody Strode

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Woodrow Wilson Woolwine Strode (* 28. Juli 1914 in Los Angeles, Kalifornien, USA; † 31. Dezember 1994 in Glendora, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Zehnkämpfer und Schauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Strode wurde 1914 in Los Angeles als Sohn eines Afroamerikaners und einer amerikanischen Ureinwohnerin aus dem Stamm der Blackfoot-Indianer geboren, dem Strode zeitlebens als anerkanntes Mitglied angehörte.

In den 1920er Jahren begann Strode sich athletisch zu betätigen und konnte in den 1930er Jahren große Erfolge als Zehnkämpfer und Footballspieler für sich verbuchen. Einen sporthistorischen Erfolg stellte in diesem Zusammenhang seine – und Kenny Washingtons – Aufnahme in den Kader der Footballmannschaft der Los Angeles Rams dar, die Strode und Washington zu den ersten beiden schwarzhäutigen Spielern der amerikanischen Football-Liga, der National Football League machte. Später wechselte er zum Team der Calgary Stampeders der kanadischen Liga. Um 1935 posierte Strode für ein Bild der Serie American Champions, die der Maler Hubert Stowitts (1892–1953) im Rahmenprogramm der Olympischen Spiele 1936 in Berlin ausstellte.[1] Eine kürzere Karriere Strodes als Freistilringer war weniger erfolgreich.

Nach dem Ende seiner sportlichen Karriere wechselte Strode in die Filmbranche: Seinen ersten Filmauftritt absolvierte er 1941 in dem Film Waffenschmuggler von Kenya. In den 1950er- und 1960er-Jahren trat er in zahlreichen Hollywood-Filmen auf, in denen er vor allem solche Nebenrollen spielte, in denen er seine starke physische Präsenz – er war hochgewachsen (1,93 Meter), stämmig, kahlköpfig und besaß eine statuarisch-grobe Physiognomie – zur Geltung bringen konnte.

Seinen ersten bemerkenswerten Auftritt hatte Strode 1956 in dem Historienfilm The Ten Commandments (Die zehn Gebote (1956)), in dem er in einer Doppelrolle als äthiopischer König und als Sklave zu sehen war. Nachdem er sich mit dem Regisseur John Ford angefreundet hatte, erhielt er von diesem u. a. die Titelrolle in Sergeant Rutledge (1960), einem Angehörigen der neunten Kavalleriedivision, der zu Unrecht der Vergewaltigung und des Mordes bezichtigt wird. Es folgte die Rolle von John Waynes Assistenten „Pompey“ in Fords Western-Klassiker The Man Who Shot Liberty Valance (Der Mann, der Liberty Valance erschoß) und die Rolle des mit Netz und Dreizack bewehrten Gladiatoren (genauer: Retiarius) „Draba“ in Spartacus (1960). Berühmt geworden ist dabei eine Sequenz, in der Strode sich einen Zweikampf mit dem in der Titelrolle des Sklaven „Spartakus“ auftretenden Kirk Douglas liefert.

Acht Jahre später spielte Strode eine Nebenrolle in Sergio Leones Kultwestern Spiel mir das Lied vom Tod: Dort erscheint er in der berühmt gewordenen Eröffnungsszene als einer von drei Killern, die Charles Bronson am Bahnhof Cattle Corner erwarten. Ein weiterer Klassiker des Italo-Western, in dem er eine tragende Rolle spielte, war Keoma (1976).

Strode, der in erster Ehe mit einer hawaiischen Prinzessin verheiratet war, starb am 31. Dezember 1994 an Lungenkrebs. Seine Autobiographie liegt unter dem Titel Goal Dust vor.

Filmografie (Auswahl) [Bearbeiten]

  • 1969: Hügel der blutigen Stiefel (La collina degli stivali)
  • 1969: Che! (Che!)
  • 1970: Django – Die Nacht der langen Messer (Ciakmull, l’uomo della vendetta)
  • 1970: Die Höllenhunde (La spina dorsale del diavolo)
  • 1971: The Last Rebel
  • 1972: Revengers (The Revengers)
  • 1972: Der Mafia Boß – Sie töten wie Schakale (La mala ordina)
  • 1975: Wir sind die Stärksten (Noi non siamo angeli)
  • 1975: Ich polier Dir Deine Glatze (Colpo in canna)
  • 1976: Des Teufels verlorene Söhne (Cuibul Salamandrilor)
  • 1976: Keoma
  • 1977: Mörderspinnen (Kingdom of the Spiders)
  • 1978: Zum Überleben verdammt (Ravagers)
  • 1979: Jaguar lebt! (Jaguar lives!)
  • 1980: Solo für zwei Superkiller (Cuba Crossing)
  • 1982: Angkor – Das Tor zur Hölle (Angkor: Cambodia Express)
  • 1982: Söldner des Todes (Horror Safari)
  • 1982: Streetfighters (Vigilantes)
  • 1983: Der schwarze Hengst kehrt zurück (The Black Stallion Returns)
  • 1984: Söldner Attack (Razza violenta)
  • 1984: Rockit – Final Executor (L’ultimo guerriero)
  • 1984: Euer Weg führt durch die Hölle
  • 1984: Cotton Club (The Cotton Club)
  • 1985: Geier, Geld und goldene Eier (Lust in the Dust)
  • 1987: Ein Aufstand alter Männer (A Gathering of Old Men)
  • 1992: Tödliche Intrigen (Storyville)
  • 1993: Posse – Die Rache des Jessie Lee (Posse)
  • 1995: Schneller als der Tod (The Quick and the Dead)


Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hubert Stowitts: Woody Strode – Akte amerikanischer Athleten bei queer-arts.org