Spiel mir das Lied vom Tod

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Filmdaten
Deutscher Titel Spiel mir das Lied vom Tod
Originaltitel C’era una volta il West
Spiel mir das Lied vom Tod Logo.png
Produktionsland Italien, USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1968
Länge 165 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Sergio Leone
Drehbuch Dario Argento
Sergio Leone
Sergio Donati
Mickey Knox (Dialoge)
Produktion Bino Cicogna
Musik Ennio Morricone
Kamera Tonino Delli Colli
Schnitt Nino Baragli
Besetzung

Spiel mir das Lied vom Tod (Originaltitel C’era una volta il West; engl. Once Upon a Time in the West) ist ein von Sergio Leone inszenierter Italowestern aus dem Jahr 1968. Die italienisch-US-amerikanische Koproduktion zählt zu den erfolgreichsten Filmen dieses Genres überhaupt.

Rund um den Bau einer Eisenbahnlinie entfaltet sich eine epische Geschichte aus Rache, Gier und Mord, in deren Zentrum vier Personen stehen. Eigentlich handelt es sich im literarischen Sinne um eine Schachtelgeschichte, deren Auflösung in einer Analepse, zum Ende des Filmes, in einem szenischen Rückblick erfolgt (Erzähltheorie).

Der Film gilt als der erste Teil von Leones „Es war einmal …“-Trilogie. Die anderen Teile sind Todesmelodie (1971) und Es war einmal in Amerika (1984). Die einzelnen Teile der Trilogie weisen keine inhaltlichen Bezüge zueinander auf.

Handlung[Bearbeiten]

Auf einem einsamen Bahnhof kommt es zu einem Duell von drei Männern mit einem namenlosen Mundharmonika-Spieler. Die drei Männer werden vom Namenlosen getötet, aber auch der Mundharmonika-Spieler wird bei der Auseinandersetzung verletzt. Zuvor hatte sich herausgestellt, dass der Namenlose eigentlich mit Frank, dem Anführer der Männer verabredet war.

Der skrupellose Eisenbahnunternehmer Morton will entlang einer Eisenbahnstrecke zum Pazifik einen neuen Bahnhof bauen. Dafür engagiert er den verwitweten Farmer McBain. Falls McBain es nicht in der vorgegebenen Zeit schaffen sollte, wird Morton dessen kompletter Besitz mitsamt der Farm zugesprochen. Brett McBain hatte herausgefunden, wo die geplante Eisenbahnlinie verlaufen sollte und sich an der Trasse Land gekauft, um einen Bahnhof zu bauen und eine Stadt zu gründen. Dadurch wollte er reich werden. Es stellt sich auch heraus, dass Frank und seine Bande von Morton angeheuert wurden, um - wenn nötig mit Gewalt - die Belange der Eisenbahngesellschaft durchzusetzen.

Einen Tag, bevor McBains neue Ehefrau Jill, die er einige Wochen zuvor in New Orleans geheiratet hat, auf der Farm ankommt, werden McBain und seine drei Kinder von Frank und seiner Bande erschossen. Jill, die ihren Mann kaum kannte, muss nun sein Erbe antreten und die Bahnstation fertig bauen.

Zunächst sieht es so aus, dass Cheyenne, ein flüchtiger Bandit, der Mörder des Farmerfamilie ist, doch der geheimnisvolle Mundharmonikaspieler, der in der Stadt auftaucht, bringt Licht in das Dunkel. Zusammen mit Cheyenne hilft er Jill, den Bahnhof zu vollenden.

Jill soll in Mortons Auftrag von Frank und seinen Männern beseitigt werden. Um ihr Leben zu retten, geht sie ein Verhältnis mit Frank ein. Eigentlich fühlt sie sich eher zu dem Namenlosen hingezogen. Dieser zeigt aber wenig Intereresse in dieser Hinsicht.

Bei einem Gefecht zwischen Cheyennes und Mortons Männern sind fast alle Angehörigen der beiden Banden umgekommen. Auch Cheyenne selbst wird bei der Schießerei verletzt.

Es kommt schließlich zum Showdown zwischen dem Namenlosen und Frank. Der Namenlose zieht schneller als Frank. Dann steckt er dem Sterbenden seine Mundharmonika zwischen die Zähne. Das ist die Rache für den sadistischen Mord an seinem älteren Bruder. Frank hatte vor vielen Jahren den Namenlosen gezwungen, dessen Bruder mit einer Schlinge um den Hals auf seinen Schultern zu tragen, bis er, der Namenlose, zusammenbrach und damit sein Bruder an einem Torbogen erhängt wurde, Dabei hatte Frank dem Namenlosen eine Mundharmonika in den Mund gesteckt.

Cheyenne erliegt der Verletzung, die er sich bei dem Gefecht in Mortons Zug zugezogen hat. Der Namenlose reitet mit Cheyennes Leiche fort. Ein Angebot Jills, bei ihr zu bleiben, schlägt er aus. Gleichzeitig kommt der erste Zug in Sweetwater an. Jill, der finanziell eine goldene Zukunft bevorsteht, lässt sich auf der Ranch nieder.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nachdem Sergio Leone mit Zwei glorreiche Halunken (1966) seine Dollar-Trilogie abgeschlossen hatte, wollte er eigentlich keinen Italowestern mehr drehen, sondern das Gangster-Epos Es war einmal in Amerika inszenieren. Da er aber keinen Geldgeber fand, der an einen Publikumserfolg seines Gangsterfilms glaubte, entschloss er sich zu einem weiteren Western. Leone wollte zunächst mit United Artists, die seine drei vorherigen Filme schon im Verleih hatten, zusammenarbeiten. Da er aber auf Charles Bronson als Hauptdarsteller beharrte, gab es keine Einigung. Leone fand dann mit der US-amerikanischen Paramount eine Partnerin, die seinem Besetzungswunsch entsprach und zudem ein im Vergleich zu seinen vorangegangenen Kinofilmen höheres Budget zur Verfügung stellte: 3 Millionen US-Dollar waren mehr als doppelt so viel wie bei seinem Vorgängerfilm Zwei glorreiche Halunken (1,3 Mio. Dollar). Spiel mir das Lied vom Tod war Leones erste US-Produktion.

Leone entwickelte die opernhafte Geschichte des Films gemeinsam mit Dario Argento und Bernardo Bertolucci. Das endgültige Drehbuch schrieb er dann mit Sergio Donati, es wurde von Mickey Knox ins Englische übersetzt.[1] Man drängte Leone dazu, die Hauptrolle des Mundharmonikaspielers mit einem großen US-Star zu besetzen. Der Regisseur bestand jedoch auf Charles Bronson, der zwar seit Jahrzehnten in Hollywood arbeitete, sich aber nur in Nebenrollen profiliert hatte (Das dreckige Dutzend, 1966). Leone wollte den verwitterten Bronson, weil „er ein Gesicht hat, mit dem man eine Lokomotive stoppen könnte“. Die Rolle des sadistischen Killers Frank bot er Henry Fonda an. Fonda wollte sie zunächst nicht spielen, fand dann aber Gefallen daran, in dem Film einen grundlegenden Imagewechsel zu vollziehen. Er erschien zu den Dreharbeiten mit seiner Meinung nach zu einem bad guy passenden braunen Kontaktlinsen und unrasiertem Gesicht, doch Leone überzeugte ihn, den Charakter mit den ihm ureigenen stahlblauen Augen zu spielen.

Als wesentliches Gestaltungsmerkmal für Leone dient auch in diesem Film die musikalische Untermalung. Ganze Passagen inszenierte er zum Rhythmus der Musik, die der Komponist Ennio Morricone schon vor Beginn der Dreharbeiten fertiggestellt hatte. Verschiedene Melodien charakterisieren die einzelnen Protagonisten. Die klagende Mundharmonika (von Franco de Gemini gespielt), die der Hauptfigur zum Spitznamen gereicht, ist der Schlüssel zum Verständnis der Handlung, der aber erst am Filmende präsentiert wird. Ihr „Lied vom Tod“ zählt zu den bekanntesten Filmkompositionen überhaupt.

Unüblich für jene Zeit und das Genre war die geradezu opernhafte Musik; der Film ist über weite Strecken ihrem Rhythmus angepasst. Jeder Hauptcharakter hat ein eigenes musikalisches Thema, das leitmotivisch immer wieder aufgegriffen wird, was dem Film einen epischen Charakter verleiht. Im Gegensatz dazu wird in der Eröffnungsszene auf extradiegetische Musik völlig verzichtet, stattdessen werden nur natürliche Geräusche verwendet. Zunächst wollte Leone diese ebenfalls mit einer Komposition von Morricone unterlegen. Aber der Komponist schlug nach einem Besuch eines Konzerts im Stil von John Cage vor, stattdessen eine Geräusch-Collage zu verwenden, die – immer weiter verdichtet – schließlich in der Mundharmonikamelodie kulminieren sollte. Die Verlassenheit des Bahnhofs wird durch die Stille und die monotonen Geräusche eines Windrads untermalt, die von Anfang an hörbar sind, sich dem Zuschauer aber erst nach dreieinhalb Minuten, wenn das Windrad erstmals ins Bild kommt, erklären. Die Geräusche sind das Spannung erzeugende Mittel, sie übernehmen die Funktion eines Soundtracks. Jeder der drei Banditen hat sein eigenes Geräusch, sozusagen sein musikalisches Thema. Wassertropfen, die auf den Hut prallen; das Knacken der Fingergelenke; die summende Fliege. Die Geräusche wachsen an, die verschiedenen Themen werden vom Rauschen des Windes und dem Quietschen des Windrads begleitet. So verdichtet sich die Geräusch-Collage, die eine schier unerträgliche Spannung aufbaut. Der einfahrende Zug leitet den Höhepunkt der Klangpalette ein. Das Keuchen und Pusten des Kessels der haltenden Lokomotive erinnert an schweres Atmen. Mit Mundharmonikas Erscheinen startet auch die diegetische Musik. Die natürliche Klangpalette muss weichen, aber nicht ohne Grund. Die drei Themen verstummen, da die Männer, denen sie zugeordnet sind, sterben. Diese Szene steht in starkem Kontrast zu dem praktisch nur von Musik untermalten Ende des Films.

Die Außenaufnahmen entstanden überwiegend in Spanien [2], die Innenaufnahmen in den römischen Cinecittà-Studios. Gedreht wurde auch im Monument Valley in Arizona und in Utah, wo Regisseur John Ford einst viele bedeutende US-Western inszenierte.

Der Film weist eine besondere Bildsprache mit langen Einstellungen und Weitwinkelaufnahmen, etwa der Wüstenlandschaft des Monument Valley, auf. Der extravagante Filmschnitt zeichnet sich bereits am Beginn ab, als in einem harten Schnitt eine Lokomotive pfeifend über die Kameraposition, d. h. über den Betrachter, fährt. Im weiteren Verlauf führen verschiedene Klammern von einer Szene zur nächsten.

Leone hatte geplant, die drei Killer in der Anfangssequenz von den Hauptdarstellern des Vorgängerfilms Zwei glorreiche Halunken darstellen zu lassen. Lee van Cleef und Eli Wallach waren einverstanden, doch Clint Eastwood stand nicht zur Verfügung, da er bereits mit den Dreharbeiten zu Hängt ihn höher beschäftigt war. Der Schauspieler Al Mulock, der zu Beginn des Films als fingerknackender Bandit zu sehen ist und auch schon in Zwei glorreiche Halunken aufgetreten war, beging während der Dreharbeiten Selbstmord, indem er in seinem Kostüm aus dem Hotelfenster sprang. Seine beiden Kumpane wurden von Woody Strode und Jack Elam gespielt.

Deutsche Synchronisation[Bearbeiten]

Der im deutschen Sprachraum titelgebende Satz „Spiel mir das Lied vom Tod“ kommt in der englischen Originalfassung des Films nicht vor. In der deutschen Synchronisation sagt Frank diesen Satz in der Rückblende der Lynch-Szene zum Namenlosen, als er ihm eine Mundharmonika zwischen die Zähne schiebt. Der Namenlose hat diese Mundharmonika offensichtlich behalten und spielt regelmäßig darauf – daher auch der von Cheyenne verwendete Spitzname „Mundharmonika“ für den Namenlosen. Im englischen Original sagt Frank in dieser Situation allerdings „Keep your loving brother happy“ (etwa: „Halte deinen geliebten Bruder bei Laune“). Wegen der textlichen Änderung und der dadurch fehlenden Information wird wegen des augenscheinlich großen Altersunterschieds im deutschen Sprachraum oft angenommen, bei dem Ermordeten handle es sich um den Vater des Namenlosen. Der deutsche Titel „Spiel mir das Lied vom Tod“ verändert nicht zuletzt auch den Fokus der Handlung – der Film wird dadurch mehr zur Geschichte des Namenlosen, während der englische Titel Once Upon a Time in the West mehr Wert auf die Gesamthandlung und die sich durch die Modernisierung verändernde „time in the west“ legt. Nicht vergessen werden darf, dass „Once upon a time …“ die Anfangsfloskel vieler englischsprachiger Märchen ist, vergleichbar mit dem deutschen „Es war einmal …“ Damit wird die Rolle des Western als Mythos und Legende unterstrichen.

Die deutsche Synchronisation neigt in einigen Szenen zu einer leichten Veränderung bzw. Über-Ausformulierung. So sind einige Szenen auszumachen, in denen einer Figur, deren Lippenbewegungen aufgrund von Perspektive oder Montage gerade nicht zu sehen sind, Dialogzeilen in den Mund gelegt werden. So sagt Frank in der deutschen Fassung „Der Pazifik, hm?“ zum tödlich angeschossenen Eisenbahnbaron Morton, der mit seiner Eisenbahn unbedingt den Pazifischen Ozean erreichen wollte und jetzt mit dem Gesicht in einer schlammigen Pfütze stirbt. In einzelnen Szenen wird dadurch sogar die Aussage verändert: Bei ihrem ersten Zusammentreffen in der Raststation verneint Cheyenne die Frage des Namenlosen, ob die drei am Bahnhof erschossenen Männer seine Männer gewesen seien, mit den Worten: „Meine Männer begehen keine Massaker.“ Im Original sagt er hingegen „My men don’t get killed“ („Meine Männer werden nicht getötet“).

Auch gegen Ende des Films wird die Intention der Originalfassung von der deutschen Synchronisation ins Gegenteil verkehrt. So versucht Jill mit Cheyenne zu flirten („You are sort of a handsome man“, „Du bist eigentlich ein ganz ansehnlicher Mann“), worauf er sie mit der Bemerkung abblitzen lässt, er sei nicht der richtige Mann für sie – und Mundharmonika auch nicht. Später wird er sie mit den Worten „I ought to go, too“ verlassen (nachdem der Namenlose zuvor schon gemeint hatte, es sei für sie beide Zeit zu gehen). In der deutschen Fassung wird ihr hingegen „Hey, Cheyenne und müde?“ in den Mund gelegt, und Cheyenne wird ihr mit „Ich bleibe hier, wenn du es willst“ ein eindeutiges Angebot machen (obwohl er weiß, dass er tödlich verletzt ist und bald sterben wird). Auch der letzte Dialog zwischen Jill und dem Namenlosen („Sweetwater wartet auf dich.“ – „Irgendeiner wartet immer.“) wirkt im Original zwar banaler, gleichzeitig aber auch weniger endgültig: „I hope you come back some day.“ – „Some day.“ („Ich hoffe, du kommst eines Tages wieder.“ – „Eines Tages.“)

Erfolg und filmgeschichtliche Bedeutung[Bearbeiten]

Spiel mir das Lied vom Tod bezeichnet man als ersten Teil einer Trilogie, die noch aus den Filmen Todesmelodie (1971) und Es war einmal in Amerika (1984) besteht. Die Werke werden oft die Es-war-einmal- oder Amerika-Trilogie genannt, denn der Originaltitel des ersten Teils lautet C’era una volta il West (Es war einmal der Westen), und für Todesmelodie hatte Leone ursprünglich den Titel C’era una volta… la rivoluzione! (Es war einmal… die Revolution!) geplant; außerdem behandeln all diese Filme prägende Abschnitte der amerikanischen Geschichte, deshalb auch der Titel Amerika-Trilogie.

Als der Film Spiel mir das Lied vom Tod in den USA gestartet wurde, fand er dort kein Publikum. Die Zuschauer, die von der harten und zynischen Dollar-Trilogie begeistert waren, konnten sich mit dem eher opernhaften Film nicht anfreunden. Spiel mir das Lied vom Tod war für den US-Start außerdem erheblich gekürzt worden, so dass sich dem Zuschauer viele inhaltliche Zusammenhänge nicht erschließen konnten. Zwölf Jahre später, 1980, wurde mit Michael Ciminos Heaven’s Gate ein ähnlich episch angelegter Western nach ebenfalls starken Kürzungen zu einem der teuersten Flops der Filmgeschichte.

In Europa, wo der Film in verschieden langen Fassungen gezeigt wurde, entwickelte sich Spiel mir das Lied vom Tod nach einem eher schwachen Kinostart zu einem Kultfilm und großen Erfolg. Besonders in Frankreich und Deutschland wurde Leones epischer Western zu einem der populärsten und bekanntesten Kinofilme und wurde jahrzehntelang regelmäßig aufgeführt. Charles Bronson gelang mit diesem Film der Durchbruch zum Superstar – und er variierte jahrelang mit großem Erfolg die Rolle des schweigsamen Rächers und Revolvermannes.

Spiel mir das Lied vom Tod wird von manchem Zuschauer als langatmig empfunden, ist aber weithin als Meisterwerk anerkannt und Bestandteil der Popkultur geworden. Einige seiner Synchrondialoge („Irgendeiner wartet immer!“) besitzen längst Kultstatus, und viele Szenen (Anfangssequenz, Lynch-Szene) gehören inzwischen zum kollektiven Gedächtnis der Kinogänger.

Der Film spielte weltweit knapp 60 Millionen Dollar ein (was damals ein gigantischer Erfolg war, wenn man die Kosten des Filmes mit dem Einspielergebnis vergleicht) und war damit der erfolgreichste Western, bis ihn 1990 Kevin Costners Der mit dem Wolf tanzt mit 424,2 Millionen Dollar Einspielergebnis übertraf. Spiel mir das Lied vom Tod ist heute also nicht mehr der finanziell erfolgreichste Western, aber immer noch einer der bekanntesten.

Der erste Satz des Namenlosen im Film, die legendäre Frage “Where is Frank?”, ist eine deutliche Anspielung auf das filmische Vorbild High Noon, wo der Gangster Frank Miller tatsächlich mit dem Zug ankommt und seine drei Kumpane trifft, die schon auf ihn gewartet haben. Diese Szene hat schon in High Noon etwas Ikonenhaftes. Der Namenlose in Spiel mir das Lied vom Tod ordnet die drei Schurken, die auf ihn warten, mit seiner Frage in eine große Vorgeschichte ein und macht zugleich deutlich, dass sich die Zeiten geändert haben: Die aufrechten Sheriffs sind verschwunden. Leute wie Morton haben sich durchgesetzt.

Filmkritiken[Bearbeiten]

„‚Once Upon a Time in the West‘ ist ein Bericht von einer Reise in ein fernes Land, das Amerika heißt und Atlantis bedeutet. Paradise Lost. Von seiner Reise hat Leone Bilder des Promised Land zurückgebracht, Bilder einer Sehnsucht und eines Traumes. Er hat diese Bilder mit den Mitteln einer populären mediterranen Kunstform, der Oper, verknüpft. […] Und indem Leone amerikanische Bilder einer europäischen Struktur verpflichtet, macht er ihre Schönheit erfahrbar als die eines Traumes. Paradise Regained: Das in jeder Einstellung schmerzlich präsente Bewusstsein von der Vergeblichkeit, den Traum ungebrochen zu reproduzieren, sichert dem Film die Authentizität des Unwirklichen.“

Hans-Christoph Blumenberg[3]

„Der Film verdient, als einer der größten Western, die jemals entstanden sind, angesehen zu werden.“

The Motion Picture Guide

„Sergio Leones barocke Pferdeoper ist Resümee, Höhepunkt und Apotheose des Italowesterns, wobei klassische Genrevorbilder einer eigenwilligen Neuinterpretation unterzogen werden. Der Stil des Films huldigt den Mythen der amerikanischen Geschichte und treibt sie zur pessimistischen, oft zynischen Auflösung. In Dramaturgie, Montage, Ausstattung und musikalischer Untermalung ein Musterbeispiel perfekter Kinounterhaltung.“

Lexikon des internationalen Films[4]

„Das ganze gleicht einer modernen Oper, die ohne die überwältigende Musik von Ennio Morricone wohl nur die Hälfte wert wäre. Fazit: Ultimatives Spiel mit den Westernmythen.“

Cinema[5]

„Leone hat einen extrem harten Western geschaffen, dabei im Detail seinen Sinn für guten Humor bewiesen und das ganze mit Bildern unterlegt, die sich ins Bewusstsein einbrennen. ‚Spiel mir das Lied vom Tod‘ ist ein Meisterwerk, das auch kommende Generationen noch faszinieren wird.“

Richard Rendler: Filmreporter.de[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich P. Bruckner: Für ein paar Leichen mehr. Der Italo-Western von seinen Anfängen bis Heute. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002
  • Bianca Busch: Ennio Morricones Musik in C’era una volta il west. Universität Köln, Dezember 2012.
  • Robert C. Cumbow: Once upon a time: The Films of Sergio Leone. The Scarecrow Press, London 1987
  • Christopher Frayling: Sergio Leone. Something to do with death. Faber and Faber, London/New York 2000
  • Kim Newman: Spiel mir das Lied vom Tod. In: Steven Jay Schneider (Hrsg.): 1001 Filme. Edition Olms, Zürich 2004, ISBN 3-283-00497-8, S. 489
  • Andreas Rauscher: Spiel mir das Lied vom Tod – C’era una volta il West. In: Bernd Kiefer u. Norbert Grob unter Mitarbeit von Marcus Stiglegger (Hrsg.): Filmgenres – Western. Reclam junior, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-018402-9, S. 297–301
  • Harald Steinwender: Sergio Leone. Es war einmal in Europa. Bertz und Fischer, Berlin 2009, ISBN 978-3-86505-308-4.
  • Sandra Uebbing: Amerika (er-)finden: Tradition und Transformation von Mythen in Filmen von Sergio Leone. Nomos, Baden-Baden 2009, ISBN 978-3-8329-4374-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cenk Kiral: An Exclusive Interview With Mickey Knox auf fistful-of-leone.com vom 9. April 1998, abgerufen am 2. Oktober 2014 (englisch).
  2. Stefan Höpel,taz, 1. April 2009: Warten auf „Harmonica“, Wo das Lied der großen Western spielte
  3. Zitiert nach Joe Hembus: Das Westernlexikon, 3. Auflage 1976, S. 610
  4. Spiel mir das Lied vom Tod im Lexikon des internationalen Films
  5. Cinema.de: Filmkritik
  6. http://www.filmreporter.de/dvd/13056-Spiel-mir-das-Lied-vom-Tod
  7. http://www.loc.gov/today/pr/2009/09-250.html