Zollausschlussgebiet

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Unter einem Zollausschlussgebiet versteht man im engeren Sinne grundsätzlich ein Gebiet, welches zwar dem Hoheitsgebiet eines Staates A angehört, jedoch der Zollhoheit des Staates B unterliegt. Es gilt rein begrifflich zu beachten, dass dasselbe Gebiet aus Sicht von Staat A ein Zollausschlussgebiet darstellt, aus Sicht von Staat B jedoch ein Zollanschlussgebiet. Im weiteren Sinne kann ein Zollausschlussgebiet des Staates A auch dann gegeben sein, wenn das betreffende Gebiet keineswegs dem Zollanschluss eines Staates B unterliegt, sondern vielmehr ein eigenständiges Zollgebiet darstellt. Dies kann zum Beispiel auch eine zollfreie Zone, eine Zone mit stark ermäßigten Zoll- und Steuersätzen oder auch ein Freihafen sein.

Gründe für Zollausschlussgebiete[Bearbeiten]

Für die Bildung von Zollausschlussgebieten gibt es zwei Hauptgründe. Zum einen handelt es sich um Exklaven, die vollständig vom Territorium eines anderen Staates umgeben sind und deshalb zu dessen Zollgebiet gehören. Im zweiten Fall liegen geographische Gründe vor, etwa fehlende oder nur zeitweilig befahrbare Passstraßen, die ein Gebiet vom eigenen Staat her schwer zugänglich machen.

Beispiele[Bearbeiten]

Exklaven[Bearbeiten]

geographische Gründe[Bearbeiten]

  • Kleinwalsertal, österreichisches Zollausschlussgebiet und deutsches Zollanschlussgebiet
  • Jungholz, österreichisches Zollausschlussgebiet und deutsches Zollanschlussgebiet
  • Samnaun, Schweizer Zollausschlussgebiet, jedoch kein Zollanschluss an einen anderen Staat
  • Livigno, italienisches Zollausschlussgebiet, jedoch kein Zollanschluss an einen anderen Staat
  • Helgoland, deutsches Zollausschlussgebiet, jedoch kein Zollanschluss an einen anderen Staat