7 Zwerge – Männer allein im Wald

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Filmdaten
Originaltitel 7 Zwerge – Männer allein im Wald
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2004
Länge 85 Minuten
Altersfreigabe FSK 0[1]
JMK 0[2]
Stab
Regie Sven Unterwaldt
Drehbuch Bernd Eilert
Sven Unterwaldt
Otto Waalkes
Produktion Douglas Welbat
Bernd Eilert
Andreas Grosch
Andreas Schmid
Otto Waalkes
Musik Joja Wendt
Kamera Jo Heim
Schnitt Julia von Frihling
Besetzung

7 Zwerge – Männer allein im Wald ist eine Komödie von und mit Otto Waalkes, die sich sehr frei an das Märchen Schneewittchen und die sieben Zwerge der Brüder Grimm anlehnt. Der unter anderem durch die Filmstiftung NRW geförderte Film wurde mit fast 7 Millionen Zuschauern der zweiterfolgreichste Film im Jahr 2004 in den deutschen Kinos. Zudem gilt er als der vierterfolgreichste deutsche Film überhaupt seit Einführung der Zuschauerzahlenerfassung.

Handlung[Bearbeiten]

Tief im finsteren Unterwaldt leben die Zwerge Brummboss, Sunny, Cloudy, Tschakko, Cookie, Bubi und Speedy. Sie entschieden sich für ein Leben ohne lästige Wesen namens Frauen, da sie im Umgang mit ihnen alle auf die Nase gefallen sind. Die Brüder Sunny und Cloudy wurden von ihrer fiesen Lehrerin Frau Dr. Billerböck aus der Theatergruppe geworfen, weil Cloudy keine lustigen Schweinchen und Sunny keinen bösen Wolf spielen konnte. Speedy war unsterblich in Rapunzel verliebt, kam aber nicht schnell genug in den Turm und wurde zugunsten eines Märchenprinzen von ihr verstoßen. Bubi wurde von seiner Mutter bei der Flucht von einem Bankraub aus dem Heißluftballon in den Wald geworfen und dort von Brummboss aufgelesen. Tschakko, der Kampfzwerg, kann keine Frauen schlagen, und Cooky kommt mit seinem vegetarischen Essen nicht einmal bei seiner Mutter gut an. Brummboss erzählt immer nur von „jener Nacht“ (im Film jeweils von einer Blitz-Szene begleitet), aber nie, was dahintersteckt (am Ende löst sich das Rätsel jedoch). Dann ist da noch Ralfie, der in die WG der Zwerge aufgenommen werden will, aber aus namensrechtlichen Gründen (es gibt schließlich nur sieben Zwerge) nicht mitmachen darf.

Eines Tages wird das Leben der Zwerge durcheinandergeworfen, da sich Rotkäppchen in ihren Wald traut, welches bereits von Bubi beobachtet wird und nur noch im letzten Moment von Tschakko, der in einem Bärenkostüm steckt, verscheucht werden kann. Die Zwerge beschließen, die Brücke zum Wald einzureißen. Tschakko schlägt vor, dieses mit seiner Nitroglycerinmischung zu bewerkstelligen, die schon bei dem großen Fischzug eine durchschlagende Wirkung gezeigt hat. Die anderen Zwerge jedoch, die sich an das Ergebnis nur allzu gut erinnern können, lehnen entschieden ab, und als Alternativlösung wird ein Schild aufgestellt, welches Frauen den Zutritt zum Zwergenwald verbietet.

Das in einem Waisenhaus aufwachsende Schneewittchen muss währenddessen vor der bösen Königin und dem finsteren Handlanger Spliss fliehen, weil diese das hübsche Mädchen aus dem Weg schaffen wollen. Trotz des Schildes rennt sie in den Wald und versteckt sich im zu dieser Zeit leeren Zwergenhaus. Sie wird von einem Jäger und seinem Bluthund Brutus (der West-Highland-Terrier Gustl) verfolgt. Die zwei werden von Ralfie aufgehalten, der sie jedoch durchlässt, als er auf sein größtes Manko als Zwerg hingewiesen wird: Er ist zu groß. Der Jäger kann jedoch Schneewittchen nicht finden und kehrt zur Königin zurück. Er erwidert auf die Frage, warum er Schneewittchen nicht lebend gebracht habe, Brutus habe es gefressen.

Als die Zwerge im Haus ankommen, entdecken sie, dass jemand inzwischen eingedrungen ist. Als Brummboss die Panik seiner Jungs beruhigen will, taucht Schneewittchen auf und verdreht den Hausbesitzern ganz schnell den Kopf. Sie beschließen, dass Schneewittchen bei ihnen bleiben kann, und teilen für sie ihr Haus. Die Königin erfährt inzwischen von ihrem Spiegel, dass Schneewittchen alles andere als tot ist.

Die Zwerge streiten sich gerade, wer in ihrem sechsstöckigen Bett ganz oben schlafen darf, als Bubi mitbekommt, dass Schneewittchen am nächsten Tag 18 wird. Die Zwerge wollen natürlich feiern. Aber war morgen nicht der 18. Jahrestag von „JENER Nacht“? …

Am nächsten Morgen bereiten die Zwerge gerade eine Überraschungsparty vor, als die Königin und Spliss mit einer übergroßen Tupperwarenbox Schneewittchen entführen.

Als die Zwerge nach Hause kommen, merken sie, dass Schneewittchen entführt wurde. Brummboss weiß, dass die Königin dahinter steckt. Daraufhin beschließen die Zwerge, Schneewittchen zu befreien. Kurz bevor sie ins Schloss eindringen, offenbart ihnen Brumboss die wahren Geschehnisse von JENER Nacht: In JENER Nacht erwarteten Brumboss, der damals der rechtmäßige König war, mit seiner Frau sein erstes Kind: Schneewittchen. Doch die jetzige Königin und ihr Handlanger Spliss waren die damals handelnden Ärzte, die Brumboss die traurige Nachricht überbrachten, dass sowohl Frau als auch Kind die Geburt nicht überlebt haben (wobei letzteres gelogen war). Brumboss legte daraufhin sein Amt als König nieder und dankte ab. So erfahren die Zwerge Brumboss’ wahre Geschichte. Sie versuchen nun alle, Schneewittchen aus dem Gefängnis des Schlosses zu befreien, was ihnen gelingt und wodurch sie dadurch der Ondulierung durch DEN STUHL entgeht. Brumboss erlangt auch die Herrschaft über sein Reich wieder, da die Leute ihn wieder als ihren alten und rechtmäßigen König wiedererkennen. Als Dank für die Hilfe verspricht Brumboss nun seine Tochter Schneewittchen einem seiner sechs Zwerge und lässt dadurch eine Feder fallen, und der, auf dessen Haupt sie landet, der darf Schneewittchen heiraten. Doch Schneewittchen offenbart, dass sie bereits in dem Hofnarren, mit dem sie inhaftiert war, ihre wahre Liebe gefunden hat.

So verschwinden die Zwerge und kehren zurück in ihren Wald, diesmal gemeinsam mit Ralfie, der nun endlich als siebter Zwerg aufgenommen wird. Sie geloben sich gegenseitig aufs neue, sich nie wieder auf Frauen einzulassen – bis ein paar Momente später Rotkäppchen auf ihre Hütte trifft.

Fortsetzungen[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten]

  • „Dem Publikum wird es gefallen, weil die Darsteller genau die Art von Witze reißen, für die sie im Fernsehen geschätzt werden. Dazu überrascht der ungewöhnliche Look des Films, der alleine schon einen Kinoeinsatz rechtfertigt. Manko: Statt einer Story gibt’s nur ein Gagfeuerwerk, das mal mehr, mal weniger zündet. Fazit: Der erste Otto-Film, in dem nicht nur Otto eine Hauptrolle spielt und der trotzdem Spaß macht“Cinema, 28. Oktober 2004[6]
  • Walt Disney hatte in seiner Schneewittchen-Adaption das Unterhaltungspotenzial der Zwerge entdeckt und ihnen einige der besten Auftritte seines Films verschafft. An die rührende Komik der Zeichentrickfiguren kommen ihre Realfilmerben allerdings bei weiten nicht heran. Zwar ist die Zipfelmütze ein steter Quell anzüglicher Witze, doch damit allein ist noch keine Komödie zu machen. Zum Glück stehlen das Schneewittchen, ihr Prinz Wunderbar, die böse Königin und eine lange Reihe von Nebenfiguren den Zwergen erfolgreich die Schau.“ – Michael Kohler, film-dienst 23/2004
  • „Die Dramaturgie, sofern man den Begriff hier anwenden darf, folgt dem Prinzip der Nummernrevue, eine Parodie auf den Vorspann von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ inklusive. Doch Vorsicht: im Kino ist der Zuschauer konzentrierter als vor dem Fernseher. Gags werden hier nicht beliebig zwischen Werbeunterbrechungen serviert, sondern treiben gefälligst die Handlung voran.“ – Frank Noack, Der Tagesspiegel vom 28. Oktober 2004
  • „Otto ist nicht nur der kleinste der Zwerge. Er hat auch kaum etwas zu melden. Weise hält sich der Initiator des Unternehmens zurück, um aus „7 Zwerge“ so etwas wie eine Leistungsschau der hiesigen Comedy-Szene zu machen. Bis in die kleinsten Nebenrollen treten fast alle auf, die Deutschland in der Post-Otto-Ära lustig fand. Und sie dürfen das machen, wofür man sie liebt.“ – Josef Engels, Die Welt vom 28. Oktober 2004

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung der FSK (PDF; 72 kB), 7. März 2010
  2. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  3. Interview mit Otto Waalkes, von Miriam Schwarz, rtv 37/2007, 7. September 2007 (Version vom 8. Februar 2010 im Internet Archive)
  4. http://www.filmstarts.de/nachrichten/18473935.html
  5. http://www.rtl-hessen.de/videos.php?video=24270
  6. Cinema.de: Filmkritik