Achensee
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| Achensee | |||||||||
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| Blick in Richtung Inntal | |||||||||
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| Geographische Lage | 47° 26′ 0″ N, 11° 43′ 0″ O47.43333333333311.716666666667929Koordinaten: 47° 26′ 0″ N, 11° 43′ 0″ O | ||||||||
| Daten Bauwerk | |||||||||
| Bauzeit: | - 1927 | ||||||||
| Daten Stausee | |||||||||
| Höhe des Stauziels: | 929 m ü. A. | ||||||||
| Wasseroberfläche bei Vollstau: | 6,8 km² | ||||||||
| Stauseelänge: | 9,4 km | ||||||||
| Stauseebreite: | 1 km | ||||||||
| Speicherraum: | 0,481 km³ | ||||||||
| Herbststimmung am Achensee | |||||||||
Der Achensee liegt nördlich von Jenbach in Tirol. Er bildet mit dem Achental die Grenze zwischen Karwendelgebirge im Westen und Brandenberger Alpen im Osten.
Der bis zu 133 m tiefe Achensee ist der größte See Tirols. Er hat hervorragende Wasserqualität (annähernd Trinkwasserniveau) bei bis zu 10 Meter Sichtweite unter Wasser. Seine Wassertemperatur ist, einem Gebirgssee entsprechend niedrig und überschreitet kaum jemals 20 °C. Gelegentlich wird der Achensee auf Grund seiner Größe und der etwa für Segler und Surfer optimalen Windverhältnisse als Tiroler Meer bezeichnet.
Uferorte sind im Süden die zur Gemeinde Eben am Achensee zählenden Ferienorte Pertisau, das Haus Seespitz (ehemaliges Hotel), Maurach und Buchau sowie im Norden die Gemeinde Achenkirch mit den Ortsteilen Scholastika (Hotel) und Achenseehof (Strandbad).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Um das Jahr 1120 schenkten die Herren von Schlitters in hohem Alter ihr gesamtes Erbgut, nämlich den Achensee samt dem Achental, der Kirche „Emaus“ (heute Achenkirch) und diese wiederum dem Kloster St. Georgenberg,[1] das ihn erst 1919 (und unter Druck) der Stadt Innsbruck verkaufte. Er wird seit 1924 von der zu diesem Zweck gegründeten Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) bewirtschaftet.
[Bearbeiten] Achenseekraftwerk
Der ursprünglich nur nach Norden über Ache und Isar entwässerte See wird seit dem Bau des Wasserkraftwerks in Jenbach, 1927, primär über den Inn abgeleitet, zu dem er 380 m Höhendifferenz hat. Der aufgestaute See speichert 66 Mio. m³. Da der Wasserspiegel des Sees im Winter heute um lediglich bis zu 6 Meter[2] abgesenkt wird, schwankt die Ausdehnung des Gewässers nicht mehr so stark als früher als noch eine maximale zulässige Absenkung des Sees um 11,5 Meter zulässig war. Das Kraftwerk wurde 1927 in Betrieb genommen und weist eine Fallhöhe von 375 m auf. Acht Freistrahlturbinen (Peltonturbinen) hatten bei einer Drehzahl von 500 U / min eine Gesamtleistung von 96 MW. Nach einer umfassenden Sanierung und Umweltoptimierung in den Jahren 2000-2005, heute 25 MW Regelleistung und 80 MW Engpassleistung.
[Bearbeiten] Tourismus / Achenseeschifffahrt
Um dem Kloster Einnahmen aus dem Fremdenverkehr zu verschaffen, der mit dem Ausbau der Unterinntalbahn (1859) großen Aufschwung erlebte, wurde 1887 das erste Dampfschiff St. Josef angeschafft und mit dem Bau der Achenseebahn begonnen. Diese Schmalspur-Zahnradbahn verkehrt seit 1889 auf 7 km Streckenlänge zwischen Jenbach und Seespitz. Bereits am 21. Juli desselben Jahres wurde ein zweites Dampfschiff, die St. Benedikt, in Dienst gestellt, und 1890 beförderten die beiden Schiffe mit einer Kapazität von 320 Sitzplätzen insgesamt rund 30.000 Personen.
1911 wurde das dritte Linienschiff, Stella Maris, in Dienst gestellt – das erste von Anfang an mit einer Dieselmaschine ausgerüstete Passagierschiff auf einem Binnensee in der Donaumonarchie! Das Schiff war für 400 Passagiere ausgelegt und hatte eine besonders leise Maschine mit niedriger Drehzahl (nur rund 300 U/min) von einer Bauart, die wenig später, im Ersten Weltkrieg, auf den U-Booten der Mittelmächte eingesetzt wurde.
Das Schiff war allerdings schwierig zu führen und brachte seine Kapitäne bei Anlegemanövern im oft stürmischen Wetter des Achensees nicht selten in Nöte, besonders, wenn auch noch Ruder- oder Tretboote von Ausflüglern die Manöver behinderten. Auch war das leichte Schiff sehr empfindlich auf Gewichtstrimm: Hielten sich zu viele Passagiere der besseren Aussicht halber am Vorschiff auf, dann verschlechterte das nur noch teilweise wirksame Ruderblatt die Manövrierfähigkeit zusätzlich.
Mit Erwerb des Sees, 1919, durch die Stadt Innsbruck wurde die Stella Maris in Stadt Innsbruck umbenannt. Nach dem Wegfall der Unterteilung in Passagiere 1. und 2. Klasse konnten sich diese auch weitaus freier an Bord bewegen, und seit den 1990er Jahren war deren Bereitschaft, den Anordnungen des Deckspersonals Folge zu leisten, so gering, dass Manöver oft ernsthaft gefährdet wurden.[3]
1925 wurde ein Motorboot für 25 Personen namens „Tirol“ angeschafft, und 1927 wurden erstmals mehr als 100.000 Personen befördert. 1959 wurde die „St. Benedikt“ durch ein moderneres gleichnamiges Schiff ersetzt (dessen LKW-Dieselmotor wie bei anderen österreichischen Motorschiffen dieser Epoche durch sein lautes Betriebsgeräusch auffällt), und 1971 wurde die „Tirol“ durch die größere Tirol (II) ersetzt, die für 40 Passagiere ausgelegt ist. 1994 wurde das Motorschiff MS Tirol (für 600 Passagiere) in Dienst gestellt, welches die Stadt Innsbruck ersetzte, und im August 2007 (für rund vier Millionen €) MS Innsbruck (II), welches den St. Benedikt ersetzte. Diese wird nicht über ein konventionelles Ruder, sondern über Ruderpropeller gesteuert.[4]
Da der Achensee in einem Naturschutzgebiet liegt, sind keine kraftstoffgetriebenen Motorboote erlaubt. Auch erlebt seit Anfang der 1970er der Segelsport am Achensee regen Zuspruch. So wurden zahlreiche Segelvereine gegründet. Da sich der Achensee durch einen relativ stabilen Wind auszeichnet wurde er auch oft als Austragungsort für Staats-, Europa- und Weltmeisterschaften im Segeln herangezogen.
[Bearbeiten] Straßen und Wege
Am Ostufer verläuft zwischen Achenkirch und Maurach die im Wesentlichen 1955 fertig gestellte Achenseestraße, nach und nach modernisiert durch Erweiterungen und zahlreiche Tunnel mit Durchblicken zum Wasser und zu den steil am Westufer abfallenden Gipfeln des Karwendelgebirges (Seekarspitze und Seebergspitze).
Das Südufer ist durch eine Nebenstraße zwischen Eben, Seespitz und Pertisau erschlossen.
Nur zu Fuß begehbar ist das Westufer entlang der steilen Kalksteinwände des hier endenden Karwendelgebirges zwischen Pertisau und Achenkirch (Ortsteil Scholastika). Der Wanderweg ist asphaltiert bis zum Aussichtspunkt Prälatenbuche, nördlich davon ein schmaler Steig (Mariensteig), teilweise mit Treppenstufen bis zur Gaisalm (bewirtschaftete Hütte mit eigener Schiffsanlegestelle). Der Weg überquert mehrere Kare und den aus der Gaisalmklamm fließenden Bach. Der nördlich bis Scholastika hoch über dem See teilweise mit Drahtseilen gesicherte Gaisalmsteig erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Zahlreiche Aussichten ergeben sich nach Osten auf das auslaufende Rofangebirge.
[Bearbeiten] Galerie
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Achenseekraftwerk im Inntal |
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Achenseebahn mit Dampfschiff St. Benedikt (II) |
[Bearbeiten] Fußnoten
- ↑ Museumskatalog 26, Urkunde; eine Jahreszahl, 1112, wurde erst im 16. oder 17. Jh. in die Urkunde eingefügt, doch liegt die Schenkung mit Sicherheit vor 1141, der beurkundeten Inkorporierung der Pfarre durch Bischof Hartmann von Brixen.
- ↑ http://www.anton-huetter.com/pdf/Achenseeforum.pdf Maximale Absenkung auf 6 Meter reduziert
- ↑ Interviews mit Kapitänen der Achenseeflotte
- ↑ Webseite der Tirol-Schiffahrt/Achenseeschiffahrt, September 2007, und Interview, wie oben.
[Bearbeiten] Literatur
- Naupp, Thomas OSB und Pinggera, Dr. Gert-Klaus: Stiftsmuseum Fiecht, Dokumente zur Geschichte von St. Georgenberg-Fiecht (Katalog, o.J., aber kurz nach 1988; oben zitiert als Museumskatalog)
- Armbruster, Karl; Pawlik, Hans Peter: Jenbach – Achensee. Die Tiroler Zahnradbahn. Slezak Verlag, Wien 1993; 96 S. ISBN 3-85416-149-2
[Bearbeiten] Weblinks
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Commons: Achensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien - http://www.achensee.info Webauftritt des Tourismusverbands
- Achensee - Reiseinformationen auf Wikivoyage
- Achenseeschifffahrt (Website der Tirol Schiffahrt]
- Achenseekraftwerk, aus Archiv für Baukunst
- Achensee (Feuilleton, Innsbrucker Nachrichten, 13.10.1900)

